Unsichtbar krank – Marios Leben mit psychischen Erkrankungen, Video

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  • #336802
    Pia
      Unsichtbar krank – Marios Leben mit psychischen Erkrankungen, Schizophrenie und Zwangserkrankungen
      37 Grad, ZDF, Video 15:14 Minuten

      https://youtu.be/s6vrPsB2wPY?<wbr />si=uClR3TZG8qFIzS77

      #336809

      Ich habe die Doku schon mal im TV gesehen. Bei dem Mario habe ich den Eindruck, dass er gar kein “normales” Leben haben möchte. Er ist ja fast nur in einem Krankenhaus. Vielleicht kann ich das aber nicht wirklich beurteilen. Als ob er sich ständig in ein Krankenhaus flüchtet. Ich war 31 Jahre in keinem Krankenhaus mehr, was nicht heißt, dass es mir gut ging. Es ging mir beschissen mitunter. Aber ich habe es ohne durchgezogen und immer brav die Tabletten genommen.

      #336812

      Ich hab die Doku letztens halb geschaut und fands sehr schwierig anzuschauen, aus ähnlichen Gründen, die Kater hier schon anspricht. Er sieht die Klinik als Ersatzfamilie und das ist halt nicht der Sinn hinter dem stationären Setting. Da ist gewaltig was schief gelaufen und ich frage mich, warum das Gesundheitssystem das auch noch unterstützt, während gleichzeitig Leute, die dringend in die Klinik gehören dann nicht aufgenommen werden.

      Ich will damit nicht sagen, dass Mario nicht einen hohen Leidensdruck hat, aber er ist halt ein typischer Drehtürpatient und normal sollte immer das Ziel sein das zu verhindern und den Menschen eine Alternative im Alltag zu etablieren, wie betreutes Wohnen oder so.

      Ich finde überhaupt nicht gut, dass 37 Grad so einen Fall zeigt zum Thema Schizophrenie. Das ist ähnlich, wie als sie einen Fall zum Thema dissoziative Identitätsstörung zeigten. Das war auch so eine, die irgendwie 9 Pfleger hatte und nen völlig kaputtes Leben und völlig nicht lebensfähig alleine. Das spiegelt aber null die Realität der meisten Erkrankten wider.

      Jetzt wieder so ein Extrembeispiel bei einer anderen psychischen Erkrankung. Ich frag mich echt, was die bei 37 Grad sich denken, eigentlich habe ich die immer für relativ seriös gehalten.

       


      Eine Wunde ist ein Ort, über den das Licht in dich eindringt. (Rumi)

      #336815
      Pia

        Ja, da gebe ich euch beiden Recht, @Kater und @Pink-Floyd.

        Ich findest es unfassbar und auch traurig, dass dieser Mario in nur ein paar Jahren 40 bis 50 Mal in der Psychiatrie war und Klinken aufgrund seiner offensichtlichen Einsamkeit eher als Zuhause betrachtet.

        Was ihm offenbar richtig Spaß macht, ist die Theatergruppe, wo er sogar vergisst, dass dort auch Flecken und Risse auf dem Boden sind.

        Ich finde, da läuft was ganz fürchterlich falsch am Konzept Psychiatrie mit “nur” Pillen. Das ist einfach nicht das, was Menschen alleinig hilft, dass sie wieder ins Leben finden und trägt auch nicht unbedingt zur Verbesserung ihrer Lebenssituation bei. Dazu braucht es einfach mehr als nur Pillen.

        Nicht, dass ich was gegen Medikamente hätte, so ist es nicht, aber die können eben nicht die echten zugrunde liegenden Probleme von psychisch erkrankten Menschen lösen. Ich denke, dass eben die wenigsten Menschen aus “heiterem Himmel” eine Psychose erleben oder psychotische Symptome, sondern dass da die Lebensgeschichte doch eine große Rolle spielt.

        #336821

        Also ich sah es mir auch gerade an! Das Detail mit den Medis fehlt und es ist wirklich eine Hebephrenie! Ich dachte auch bei mir, dass ich Hebephrenie habe! Das passt super zusammen! Ich war auch über Jahre Drehtürpatient! Einmal im Jahr! Das ist ein typischer einseitiger Bericht, als ob Psychiatrien die Grenzen erreicht hätten, was nicht ganz so stimmt! Vielleicht bin ich was das Thema betrifft auch verwöhnt, weil meine bei uns auch Lehrkrankenhaus ist, wonach schon mehr Experten da sind! Außerdem hätte er ja noch eine Wohngruppe aufsuchen können. Wird aber in dem Bericht auch nicht erwähnt!

        Zwangsgedanken und Ammoniak riechen ist finde ich auch ein bescheuerter Skill! Würde ich nie machen! Und ich an seiner Stelle hätte halt schon lange andere chemischen Keulen probiert! Wenn in dem Bericht wenigstens erwähnt würde, dass er gegen die Zwänge Clomipramin nimmt, was ich ja auch nehme, hätte ich mehr Vertrauen in dem Bericht gehabt!

        Das Grinsen ist auch so eine Sache, die hebephrene haben! Läppische Lebenseinstellung und so! Klar der Urkern dieses ganzen ist das Mobbing. Die Frage ist auch, ob er sich das ganze nicht auch etwas eingeredet hat! Wenn der Kumpel von der 5. Klasse bis zur 10. Klasse nichts gemerkt hat, da frage ich mich auch, ob man das nicht jemand sehen konnte. Also wenn mich einer übel würgt, dann sieht man doch das auf der Haut. Treten ins Gesicht, warum keine blutenden Gesichtsverletzungen und so weiter. Hört sich irgendwie unglaubwürdig an!

        Auch wenn ich so zittern würde im Zug, hey da würden mir die Alarmglocken angehen! Ich bin genauso auch nicht gerne in öffentlichen Verkehrsmitteln, außer wenn ich betrunken bin! Ich wette, dass er die Medis nicht gerne nimmt, weil er dann nicht mehr in die Psychiatrie gehen muss!

        Egal. Ich halte von diesem Erfahrungsbericht recht wenig!

        #336822

        “Ich denke, dass eben die wenigsten Menschen aus „heiterem Himmel“ eine Psychose erleben oder psychotische Symptome, sondern dass da die Lebensgeschichte doch eine große Rolle spielt.”


        @Pia
        : Ich finde das eine sehr gute Aussage, Pia! Das sollte man auf jeden Fall desöfteren hier im Forum wiederholen und betonen. Dies mag für viele Foris selbstverständlich sein, dennoch finde ich das vielleicht eines der wichtigsten Aussage dieses Forums insgesamt!

        • Diese Antwort wurde geändert vor 3 Wochen, 1 Tag von Amethyst.
        #336825

        Hab Dir eine Nachricht per PM geschickt, @Amethyst!


        Tägliche Medikation:
        400 mg Amisulprid
        12,5 mg HCT
        10 mg Ramipril

        ab 04.03.2024:
        500 mg Amisulprid
        5 mg Olanzapin
        12,5 mg HCT
        10 mg Ramipril

        ab 15.03.2024
        600 mg Amisulprid
        12,5 mg HCT
        10 mg Ramipril
        4mg Doxagamma

        #336826

        @Metalhead666 Ammoniak(tamponaden) sind der Standart-Skill bei schwereren Dissoziationen, das ist nicht irgendein Blödsinn. Wenn man richtig weg ist, ist das der beste Skill. Das lernt man auf jeder Traumastation mit als erstes.

        Ich würde jetzt anhand eines Films keine Diagnose stellen, ich glaube nicht, dass das einer von uns kann.
        Auch finde ich das jetzt nicht unbedingt aussagekräftig, ob der Kumpel jetzt etwas mitbekam oder nicht. Es passiert viel in der Welt, was keiner mitbekommt. Ich habe es am eigenen Leib erlebt.

        Ich kann nicht mal Mario direkt die Schuld dafür geben, sondern in meinen Augen läuft da im ganzen klinischen Umfeld etwas falsch. Also dass sich das überhaupt so einbürgern konnte, dass er ständig stationär aufgenommen wird und anscheinend dann Monate dort verbringen kann usw. die Ärzte und sein Umfeld unterstützen es ja irgendwie, sonst wäre das ja nicht möglich.

        Der Vater und er gehen sich aus dem Weg, um das Verhältnis zu entspannen. Ja, vielleicht sollte der Vater eben mal auf Konfrontation gehen. Keine Ahnung, es läuft einfach gewaltig was schief bei ihm im Leben.


        Eine Wunde ist ein Ort, über den das Licht in dich eindringt. (Rumi)

        #336827

        Es ist so. Ich sehe halt das rational und so muss man auch vorgehen! Wenn die Psychiatrie am ende sei, warum kam in dem Bericht nicht mal ein Psychologe oder einen Psychiater zu Wort!? Bei einem Alkoholiker zum Beispiel ist die Einbildung des Geistes auch typisch und ich kenne mich aus, da mein Vater selbst Alkoholiker war! Da kann plötzlich das Eingebildete die Wahrheit sein. Wie schon geschrieben. Eine sehr einseitige Geschichte!

        • Diese Antwort wurde geändert vor 3 Wochen, 1 Tag von Metalhead666.
        #336829

        Kurzer Nachtrag! Warum ist er nicht in einem Wohnheim? Da wären ja denke ich die meisten Wünsche ja schon vorhanden!!!

        #336833

        @Metalhead666 ich bin mir nicht sicher, ob Mario sich selbst einen großen Gefallen getan hat mit der Reportage.

         

         


        Eine Wunde ist ein Ort, über den das Licht in dich eindringt. (Rumi)

        #336835

        Jap das glaube ich auch. Weil er sich als ewiger Verlierer dargestellt hat!

        #336836

        @metalhead666 so meine ich das nicht. Eher, dass ich mir vorstellen kann, dass seine behandelnden Ärzte das nicht so toll finden, wie er im Fernsehen erzählt, dass sie 40-50 Psychiatrieaufenthalte von ihm in den letzten paar Jahren unterstützt haben. Die müssen das doch auch vor der Krankenkasse rechtfertigen…

         


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        #336837
        Pia

          Dieser Mario ist doch kein Alkoholiker und ich glaube ihm durchaus seine Geschichte. Sowas erzählt doch niemand, wenn man sowas nicht erlebt hat.

          Ich denke, er hat durch seine Geschichte dargestellt, was er erlebt hat. Er ist jetzt soweit, wieder Freude und Humor empfinden zu können und sich durch die Theatergruppe während der Zeit damit wirklich wohl und angenommen zu fühlen.

          Außerdem schätzt er die Kontakte mit Mitpatient:innen in der Psychiatrie.

          Ich denke auch, sowas wie eine betreute Wohngruppe, wo er gefördert wird, eben auch psychologisch unterstützt, dass das was für ihn sein könnte und wo es mehr Angebote gäbe zur Freizeitgestaltung als nur die Theatergruppe.

          Es gibt eben auch eine Reihe von Menschen, die mehr Unterstützung benötigen als “nur” Medikamente, wie dieser Mario.

          Wir sind eben alle verschieden und haben auch verschiedene Bedürfnisse.

          #336839

          Guter Punkt @pink-floyd Es ist halt ein sehr einseitiger Bericht! Medis und Fachpersonal werden nicht genannt! Ich hatte mal vor 6 Jahren einen Mitpatienten, der einfach nicht aus der Soteria gehen wollte. Der hat auch immer davon geredet, dass er “hier” einziehen würde und lauter so Zeugs. Am Ende ist er im Wohnheim hängen geblieben, aber das hat nichts mit dem Zustand des Betroffenen im Kanal zu tun!

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