Selbststigmatisierung

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  • Dieses Thema hat 5 Antworten und 5 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert vor 4 Jahre, 5 Monate von Anonym.
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  • #78830
    Anonym

      Wieviel glaubt ihr den anderen? Ärzten, Familie und Freunden?

      Ich glaube nicht an eine therapieresistente Schizophrenie.

      Diese Diagnose war ein wir geben dich auf, von den Ärzten. So kam das jedenfalls bei mir an. Das kann ich nicht glauben und ich will’s auch nicht glauben.

       

       

      #78842
      Isa

        Kommt vielleicht darauf an, wie krank man ist. Zu mir sagen die Ärzte auch immer, ich sei schwer krank, aber wenn ich mich mit anderen vergleiche, dann geht es mir doch nicht so schlecht, vor allem wenn ich eine gute Phase habe. Gestern habe ich nach der Therapie eine Frau gesehen, die war so schlecht beinander, man hat ihr die Krankheit von weitem angesehen, obwohl sie kein Wort gesagt hat. Ich wasche mich, wirke, hoffentlich, gepflegt und ich sehe bis auf meinen Tremor glaub ich ganz normal aus. Diese Frau gestern, die hat mich erschreckt, weil genau vor ihrem Aussehen fürchte ich mich. Ich werde hoffentlich nie so aussehen. Sie machte einen sehr kranken Eindruck.

        In meiner Gruppe wirken die meisten auch normal, erst wenn sie den Mund aufmachen merkt man es vielleicht. Aber auch nur, weil ich sensibilisiert gegenüber unserer Erkrankung bin. An Therapieresistenz glaube ich nicht. Mir hilft die Therapie und auch die Medis, meistens jedenfalls.

        #78852

        Zu mir sagen die Ärzte man würde mir nichts ansehen. Ich hab trotzdem immer das Gefühl als ob andere Menschen schon merken würden, dass mit mir etwas nicht stimmt. In Sachen Selbststigmatisierung spiel ich ganz hoch im Kurs mit. Ich beschäftige mich seit Monaten nurnoch mit der Krankheit und mit fast nichts anderem mehr. Einerseits ist es sicher gut sich auseinanderzusetzen, andererseits formt das natürlich auch mein Bewusstsein.

        Ich denke aber die Selbststigmatisierung geht auch einher mit den Medikamentennebenwirkungen. Wenn ich nicht ständig damit zu kämpfen hätte, vielleicht hätte ich dann auch Kapazitäten mich mal mit was anderem zu beschäftigen als ständig nur damit.

        Unterm Strich denke ich ist es auf jeden Fall Selbststigmatisierung sich so viel mit der Krankheit auseinanderzusetzen.

        #78891
        FMS

          Ich habe schon Auffälligkeiten (ich rede teilweise laut mit meinen Stimmen, die therapieresistent sind), aber im Moment mache ich ein Praktikum auf einer Psychose-Station und ich glaube die Ärzte und die Pflege haben keinen Schimmer, dass ich selbst unter paranoider Schizophrenie leide, obwohl sie sensibilisiert sind.

          Ich kann das inzwischen ganz gut verstecken, dass ich Symptome habe und wieß auch ganz gut, wem ich was erzählen kann.

           

          #78922

          Wieviel glaubt ihr den anderen? Ärzten

          Man sollte als Patient bestenfalls irgendwann sein eigener Arzt werden. Das sagte mir ehrlicherweise sogar mein Psychiater so.

          Ja, die Krankheit sollte wirklich nicht so viel Raum im Leben einnehmen. Zu viel Selbstreflexion ist auch nichts. Wer zu viel hinter die Dinge blickt, sieht die Dinge irgendwann selbst nicht mehr. Aber nach einem Zusammenbruch hinterfragt man eben alles erst mal und will seine Person wieder haben. Vielleicht sind da aber Routinen und Rituale sinnvoller.

          #78926
          Anonym

            Danke für euer Feedback.

            Mir machen die Stereotypen der Krankheit zu schaffen.

            Und dann bei sich zu bleiben fällt mir schwer.

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