Rauchen – mein ewiges Problem

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  • Dieses Thema hat 12 Antworten und 11 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert vor 5 Jahre, 2 Monate von Anonym.
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  • #26369

    Hallo Leute,

    ich rauche seit einigen Tagen wieder. Vorher habe ich eine ganze Zeit lang Nikotinkaugummis genommen. Gibt es einen Zusammenhang zwischen Neuroleptika und dem Nikotin? Ich habe das Gefühl dass sich mein Rauchverlangen durch die Einnahme von Neuroleptika stark verschlimmert hat. Wenn ich verusche mit dem Rauchen aufzuhören rutsche ich immer in eine starke Depression. Vielleicht hat jemand einen Tipp wie ich endlich davon los komme. Ich möchte so gerne mehr Sport treiben können. :yahoo:

    #26380

    Vielleicht ist es eine unterbewusste Körperreaktion auf die AP, da das Rauchen doch deren Wirkung hemmt hmm!? Ich würds auch gerne sein lassen mit dem Rauchen, aber in dieser schwierigen Zeit not possible.

    Grüßé

    #26450
    Anonym

      Es ist bekannt, dass signifikant überdurchschnittlich viele Schizophreniepatienten starke Raucher sind. Wohl aus verschiedenen Gründen. Teils psychisch wegen Suchtstimulation, teils wegen den Medikamenten, teils wegen den Negativsymptomen und weil es konzentrierter macht, und so hilft mit den Symptomen umzugehen. Manche Neuroleptika werden in ihrem Abbau im Körper vom Rauchen beeinflusst (glaube Clozapin und Olanzapin), so dass Raucher eine schwächere Wirkung haben. Ich denke, Neuroleptika dämpfen aber auch das Belohnungszentrum, und das wird durch Nikotin halt wieder stimuliert. Dazu passt auch, dass viele Schizophrene besonders heftige Raucher sind – viel Dämpfung braucht viel Stimulation.

      Ich habe vor einiger Zeit das Rauchen aufgeben können. Ich war auch jahrelanger starker Raucher seit der frühen Jugend. Es war wirklich eine Tortur, aber ich habe dann bei dem ultimativen Versuch (es gab in der Vergangenheit viele) irgendwie durchhalten können, und bin seitdem nikotinfrei. Ich hatte alles mögliche geplant, aber ausser Rotwein wenn es viel zu schlimm wurde hat mir nichts wirklich helfen können, und selbst der hatte es schwer. Sport z.B. konnte ich wegen starkem Unwohlsein gar nicht machen.

      Es ist einfach eine Willensfrage. Mir war bewusst, dass ich damit meine Gesundheit zerstöre, und das war Grund genug. Ich hatte damals lebenstechnisch Aufwind, und den habe ich mitgenommen, der hat mich auch mit durchgetragen! Ich musste aber wirklich viel Durchhaltewillen und Selbstüberwindung aufbringen um es dann auch zu schaffen.

      Ich habe einfach so abgesetzt von einem Tag auf den anderen, ohne Nikotinzufuhr, nur mit nikotinfreiem Tabakersatz zum Rauchen für die ersten Wochen, der wurde mir dann sehr bald eklig, es hat aber in den ersten Tagen sehr geholfen. Der Entzug hat mich dann monatelang unwohl fühlen lassen, aber irgendwann war’s gut. Jeder Versuch, den ich gemacht hatte, war anders, komischerweise war der erfolgreiche dann der schlimmste, von Anfang an.

      Es hat sich aber sehr gelohnt. Ich würde nie wieder Nikotin konsumieren wollen, egal wie. Einfach weil es so schlimm war, vor dem Aufhören und auch das Aufhören selbst. Das will ich nicht nochmal, ich will mich weiter so viel besser fühlen wie es nun ohne ist. Und meine körperliche Gesundheit und das Wohlbefinden haben sich durch das Aufhören (aber erst nach einiger Zeit…) stark verbessert, und das will ich nicht verlieren. Hätte ich vorher gewusst, wie schlimm es würde aber auch wie gut es hinterher wird, ich hätte wahrscheinlich trotzdem sofort wieder Aufgehört. Einfach weil es so befreiend ist, nicht mehr am Nikotin zu hängen.

       

      #26499

      Hallo @CH281286,

      einerseits regt Nicotin unabhängig von Medis eine Steigerung der Dopamin-Produktion an, macht wach und aufmerksam (und bei Entzug entstehen dann Unruhen, Gereiztheit, Unkonzentriertheit. Quelle HIER). Andererseits, wenn man bestimmte Arzneimittel (darunter mehrere Psychopharmaka, Coffein, Paracetamol usw., siehe Tabelle 1 und 2 HIER) einnimmt und Tabakrauch einatmet, kann der Tabakrauch einen Einfluss auf den Plasmaspiegel haben.

      Somit kann die Wirkung der Neuroleptika mit Nicotin, Tabakrauch, Kaffee, Betäubungsmittel usw. teilweise unterdrückt bzw. reduziert werden.

      Zitat pharmazeutische-zeitung.de (Quelle HIER):

      Die CYP-Induktion durch Rauchen hat hohe Relevanz für die Therapie mit Psychopharmaka. Denn die Wahrscheinlichkeit, Raucher zu sein, ist bei Schizophrenie-Patienten mindestens doppelt bis dreimal so hoch wie in der übrigen Bevölkerung (9). Da sich Nicotin vermutlich günstig auf die durch die Krankheit beeinträchtigte Kogni­tion und Konzentration auswirkt, werden derzeit sogar Nicotinrezeptor-Agonisten als mögliche Therapeutika bei Schizophrenie untersucht. Vielleicht ist der Griff zur Zigarette für manchen ­Patienten ja auch eine Form der Selbstbehandlung.

      Für mich war das Schlimmste an Nicotin auch die Abhängigkeit (daher finde ich es schlimm, wie früher typische Zigaretten-Werbungen übermäßige Freiheiten suggerierten). Zum Glück konnte ich vor meiner Erkrankung noch rechtzeitig aufhören. Wenn @Hirnsehprogramm mit seinen Psychosen und Medis den Willen aufbringen konnte aufzuhören, dann ist das eine ermutigende Sache. Ich weiß nicht, ob ich das an seiner Stelle so schnell bzw. überhaupt geschafft hätte.

      LG,
      Mowa

      Edit: Achso das obige Zitat würde ich noch unbedingt ergänzen wollen, dass gerade auch durch die Medis und nicht nur durch die Krankheit, die Kognition und Konzentration usw. beeinträchtigt werden können.

      • Diese Antwort wurde geändert vor 5 Jahre, 2 Monate von Mowa.
      • Diese Antwort wurde geändert vor 5 Jahre, 2 Monate von Mowa.
      #26511
      Anonym

        Wenn man den Blutdruck misst nach einer Nikotindosis hört man ganz schnell damit auf.

        #26512

        Guten Morgen,

        vielen Dank für die Informationen. Das es so einen krassen Zusammenhang zwischen Nikotin und den Neuroleptika gibt, habe ich nicht gewusst. :scratch:

        #26562
        Anonym

          Ich musste durchaus Willen aufbringen, und es war sehr unangenehm. Meine Mitmenschen in meinem Umfeld mussten sich eine ganze Weile lang tägliche Jammerei anhören ;-)… Das Rauchen aufzuhören ist für niemanden eine einfache Sache. Je stärker die Abhängigkeit bzw. Bindung, umso schwieriger das Aufhören. Aber die Möglichkeit ist immer da. Wenn man wirklich will, versucht man immer wieder, und irgendwann wird einer dieser Versuche mit Erfolg gekrönt sein.

          Die Wirkung auf das Denken bestätige ich. Mit Nikotin waren mir meine Symptome und mein ganzes Denken irgendwie konzentrierter, handhabbarer. Nach dem Aufhören hatte ich erstmal eine Weile das Gefühl von einem “Matschkopf” irgendwie. Als wären die Dinge nicht mehr so leicht fassbar, und ich unkonzentrierter. Ich glaube aber, dass sich das mit der Zeit gelegt hat, oder ich habe mich einfach daran gewöhnt. Das “neue alte” Gefühl ohne Nikotin ist im Grunde viel besser, natürlicher und umfassender.

          #26573

          Hallo,

          Habe auf e-zigarette umgestellt und es klappt prima. Brauche keine Zigaretten mehr


          10mg Zyprexa
          37,5mg venlafaxin
          30-40mg promethazin bei Bedarf und 1mg tavor

          #26827
          Anonym

            Seitdem ich auf E-Zigarette umgestellt habe, bin ich nicht mehr so unzufrieden mit meinem Nikotinkonsum.

            Ich vermute auch einen Zusammenhang mit der Erkrankung und/oder den Medikamenten.

            Ich empfehle das Rauchen nicht weiter, wer nie anfängt ist am Besten dran.

            #26875

            Ich habe vor 6 Jahren mit dem Rauchen aufgehört und es gehört zu den grössten Errungenschaften in meinem Leben, vergleichbar mit dem Studienabschluss. Ich will nie nie nie wieder mit dem Rauchen anfangen. Gerade wenn man Neuroleptika nimmt ist das scheisse. Es kostet viel Geld, macht träge, man kann nicht mehr so gut riechen, man stinkt und lässt sich generell mehr gehen. Ich habe in der Psychose damit aufgehört, eine weitere Sache wofür ich der Psychose ewig dankbar sein werde.

            #27067

            Ich konnte das Rauchen zumindest etwas reduzieren. Das Resultat war, das ich mit der Dosis von Quetiapin etwas heruntergehen konnte. Man sollte das Aufhören mit seinem Psychiater absprechen. Denn ich hatte als Folge des reduzierten Zigarettenkonsums Benommenheitszustände, das Quetiapin wirkte offenbar plötzlich stärker. Das muss natürlich nicht jedem passieren, aber wenn man aufhören will, sollte man das seinem Psychiater mitteilen. Das Gute an der Sache ist, dass man nach dem Aufhören möglicherweise mit weniger Medikamenten auskommt. Aber das ist wohl bei jedem anders, ob es eine allgemein gültige Regel gibt, weiß ich nicht.

            #27123

            @CH281286

            wahrscheinlich nimmst du zu wenig neuroleptika, daher dein rauchverlangen.

            leider glaubt mir das wohl kaum einer.

            #27136
            Anonym

              .

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