Psychose und Geburt

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  • #72667

    Hallo,

    Ich hoffe, ich habe das Thema in der richtigen Rubrik erstellt.

    Während der Schwangerschaft wurde ich mit einer schizoaffektiven Störung diagnostiziert. Das macht mir immer noch eine heiden Angst.

    Ich habe Furcht, dass ich für mein Kind nicht gut genug sorgen kann, dass ich später nicht mehr arbeiten kann und ewig auf Hilfe angewiesen bin.

    Ich habe mir Hilfe gesucht, u.a. bei einer Beratungsstelle und einer Klinik für Die Zeit fürs Wochenbett, falls es da noch schlimmer sein sollte.

    Im Alltag habe ich immer wieder Probleme. Mir fällt es schwer unter vielen Menschen zu sein, die Negativsymptomatik ist relativ stark, ich habe kaum Antrieb und kann aber auch kaum schlafen, es fällt mir schwer meine Medikamente zu nehmen, weil sie mich total unruhig machen. Die Paranoia ist bei mir ziemlich stark und es fällt mir schwer Vertrauen zu fassen.

    Ergeht es jemandem ähnlich wie mir?

    Was für Unterstützung habt ihr für den Alltag?

    Ich habe riesige Angst, dass ich um eine Klinik nicht drumherum komme.

    Musstet ihr in eine Klinik oder habt ihr es so geschafft?

    Sind hier vielleicht noch andere Mamas, die schon vor der Geburt psychotisch waren?

    An die Geburt zu denken, bereitet mir etwas Angst, ich möchte nicht psychotisch werden währenddessen…

    Ich wäre dankbar über jede Erfahrung und jeden Tipp, wo ich mir noch Hilfe suchen könnte.

    Viele Grüße

    #72689

    Ich wurde nach der Geburt meines ersten Kindes mit Wochenbettpsychose diagnostiziert, war aber eigentlich wohl schon vorher krank. Nur wusste ich das damals nicht. In der Schwangerschaft mit dem zweiten Kind kam die Psychose dann wieder und blieb. Inzwischen bin ich mit paranoider Schizophrenie diagnostiziert. Meine Kinder sind inzwischen erwachsen.

    Es ist auf jeden Fall richtig, dass Du dir schon vorher Hilfe suchst. Denk einfach daran, dass du alles tun musst, damit dein Kind gesund zur Welt kommt und es ihm gut geht. Dann wird es schon werden. :good:

    Grüßle von Molly

    Normalerweise 400mg Amisulprid. Derzeit nach vermehrter Symptomatik noch 500 mg.

    Blutdrucksenker: 2x2mg Doxagamma, 2x5mg Ramipril, 12,5 mg HCT als Diuretikum

    #72705
    AvatarAnonym

    Was nimmst du denn für Medikamente, @Koalabär?
    Eigentlich sollte man in der Schwangerschaft nach Möglichkeit auf Quetiapin (oder Haloperidol) umsteigen, da dort die meisten Erfahrungswerte sind.
    Das sollte aber nicht unruhig machen, eher im Gegenteil

    #72710

    Also Haldol macht verkrampft und zappelig (Sitzunruhe zB.). Quetiapin kenne ich nicht.

    Grüßle von Molly

    Normalerweise 400mg Amisulprid. Derzeit nach vermehrter Symptomatik noch 500 mg.

    Blutdrucksenker: 2x2mg Doxagamma, 2x5mg Ramipril, 12,5 mg HCT als Diuretikum

    #72715

    Vielen Dank für eure Antworten!

    Ich nehme Haloperidol in 7.5mg, Akineton und Sertralin. Das Haloperidol führt bei mir zu Muskelkrämpfen und Unruhe. Quetiapin hatte ich versucht, es hat mich aber nur müde gemacht und half nicht gegen die Symptomatik.

    Mein Arzt meinte, dass wir nach der Geburt, also in wenigen Wochen, die Medikamente noch mal umstellen können.

    @Molly

    Darf ich dich fragen, ob du in eine Klinik müsstest? Wie hast du es geschafft mit 2 Kindern?

    #72717

    Hallo liebe @koalabaer!

    Ich war verheiratet und die Familie hat auch geholfen, als die Kinder noch klein waren. Nach der Geburt meines ersten Kindes und vor der Geburt des zweiten Kindes war ich freiwillig in der Klinik. Es war alles recht unschön, aber wir haben es dann doch hingekriegt, trotz fortwährender Symptome.

    Grüßle von Molly

    Normalerweise 400mg Amisulprid. Derzeit nach vermehrter Symptomatik noch 500 mg.

    Blutdrucksenker: 2x2mg Doxagamma, 2x5mg Ramipril, 12,5 mg HCT als Diuretikum

    #72718

    Ich hab eine Seite, wo ich über meine Erinnerungen schreibe, aber ich weiß nicht ob es dir gut täte, das zu lesen.

    Grüßle von Molly

    Normalerweise 400mg Amisulprid. Derzeit nach vermehrter Symptomatik noch 500 mg.

    Blutdrucksenker: 2x2mg Doxagamma, 2x5mg Ramipril, 12,5 mg HCT als Diuretikum

    #72726

    @molly

    Danke für deine Antwort! Ich würde gerne deine Erfahrungen lesen.

    Warst du berufstätig vorher? Wenn ja, könntest du danach wieder arbeiten gehen?

    Darüber mache ich mir auch große Sorgen.  Ich werde leider zu allem Übel auch noch alleinerziehend sein und muss in spätestens 2 Jahren wieder arbeiten, da das Elterngeld sonst nicht ausreicht… Leider habe ich selbst auch keine eigene Familie mehr, die mich unterstützen könnte.

    Ich weiß nicht, wie ich das alles schaffen soll…

    Hat dir die Klinik damals geholfen?

    #72727
    FMSFMS

    Wegen den Medikamenten könntest du schauen, ob du vielleicht auf Seroquel Prolong oder Zyprexa wechseln kannst, beide machen normal keine Unruhe. Ich hatte auf den anderen Neuroleptika auch ganz schlimm mit Unruhe zu kämpfen, es war kaum auszuhalten.

    Dann gibt es Psychiatrien, vor allem Akutstationen, wo man mit Kind aufgenommen werden kann. Da könntest du dich in deiner Gegend mal informieren. Es ist nicht verkehrt in die Klinik zu gehen, wenn man akut ist.

    #72730

    @candykills

    Danke für deine Antwort!

    Seroquel habe ich schon ausprobiert. Leider macht es mich nur müde, sonst hilft es aber nicht gegen die restliche Symptomatik.

    Eigentlich sollte das Akineton gegen die Unruhe helfen, das tut es aber nur bedingt.

    Genau nach solchen Kliniken habe ich schon für den Notfall geschaut. Da gibt es zum Glück auch zwei in der Nähe. Noch sträube ich mich jedoch dagegen. Ich habe ziemlich starke Angst vor einer Klinik…

    Wie sind denn deine Erfahrungen gewesen? Ich war bisher noch nie in einer Klinik .

    #72733
    FMSFMS

    Dann gäbe es noch Zyprexa, was ein stark wirksames Medikament ist, aber auch müde machen kann.

    Was nimmst du denn zur Zeit?

    Meine Klinikerfahrungen sind eher gut und ich würde es dir eigentlich nahe legen, dich in eine Klinik zu begeben. Eventuell gibt es auch psychosomatische Kliniken, die mit Psychotikern arbeiten, die noch Symptome haben. Ich weiß es nicht, weil ich nie wegen Psychose in einer psychosomatischen Klinik war.

    Ansonsten… vor was genau hast du da Angst?
    Du scheinst mir sehr “normal” zu sein, also nichts, was zu einer Zwangsbehandlung oder auf die geschlossene Station führen könnte.

    Du könntest mit anderen Betroffenen dort in Kontakt kommen und vor allem: denke an dein Kind.
    Für das ist es am besten, wenn es eine stabile Mutter hat. Sie könnten dich zum Beispiel auf ein besser verträgliches Medikament dort einstellen.

    Außerdem: schon mal über Psychotherapie nachgedacht z.B. um die Psychose und die Symptome zu verarbeiten.

     

    #72734

    @molly Danke für deine Antwort! Ich würde gerne deine Erfahrungen lesen. Warst du berufstätig vorher? Wenn ja, könntest du danach wieder arbeiten gehen? Darüber mache ich mir auch große Sorgen. Ich werde leider zu allem Übel auch noch alleinerziehend sein und muss in spätestens 2 Jahren wieder arbeiten, da das Elterngeld sonst nicht ausreicht… Leider habe ich selbst auch keine eigene Familie mehr, die mich unterstützen könnte. Ich weiß nicht, wie ich das alles schaffen soll… Hat dir die Klinik damals geholfen?

    Liebe @Koalabaer !

    Vor meinem ersten Kind war ich berufstätig. Nach dem Mutterschaftsurlaub ging es mir dann relativ gut und ich hab probiert, wieder halbtags zu arbeiten. Nach einiger Zeit, gerade als ich zum zweiten Mal schwanger war, kamen die Symptome aber wieder zurück. Später arbeitete ich nur noch stundenweise oder als Aushilfe in einem Laden.

    Wenn Du mit dem kleinen Kind und der Belastung durch die Krankheit nicht arbeiten kannst, gibt es trotzdem Wege. Zur Not eben Grundsicherung. Ich würde dir empfehlen, dich vom Sozialamt und vom sozialpsychiatrischen Dienst beraten zu lassen. Auf diese Idee bin ich damals leider nicht gekommen und das hat mir auch keiner gesagt. Aber ich hatte damals ja auch meine Familie.

    Ich schreib mal den Link zu meiner Internetseite in meinen Blog im privaten Bereich. Der Titel von meinem Blog ist “Molly”. Ich muss noch dazu sagen, dass ich damals absolut ahnungslos da reingerutscht bin und heute die Verhältnisse in den Kliniken sicher ganz anders sind. Mach dir keine Sorgen, aber überlege dir auch gut ob du das lesen willst, denn Happy End ist anders…! :scratch:

    Grüßle von Molly

    Normalerweise 400mg Amisulprid. Derzeit nach vermehrter Symptomatik noch 500 mg.

    Blutdrucksenker: 2x2mg Doxagamma, 2x5mg Ramipril, 12,5 mg HCT als Diuretikum

    #72742

    Haloperidol 7.5 mg ist schon ziemlich viel, fragen Sie doch einmal Ihren Arzt ob nicht 3 mg am Tag auch reichen würden. Auf Dauer ist das nicht gut wenn Nebenwirkungen auch noch Biperiden/Akineton erfordern. Nach der Geburt muss man auch daran denken, falls Sie stillen, dass die Medikamente dann auch in die Milch übergehen.

    MfG
    Prof. Klimke

    #72751

    Danke für eure Antworten!

    @candykills

    Zurzeit nehme ich 7.5mg Haloperidol, 4mg Akineton und 75mg Sertralin. Von Zyprexa wurde mir in der Schwangerschaft abgeraten. Aber sobald das Kind da ist, kann ich andere Medikamente probieren.

    Angst habe ich vor allem vor den Zwangsmaßnahmen, dass ich am Ende vielleicht “eingesperrt” werde… Die Angst ist da irgendwie ganz schlimm…


    @molly

    Ich würde so unglaublich gerne bald wieder arbeiten… Ich vermisse das sehr. Allerdings haben mir einige schon gesagt, dass ich mit der Medikation nie in meinen alten Job zurückkehren könnte, da ich dort eben die Verantwortung für Menschenleben habe… Und ich weiß auch nicht, ob ich dann Auto fahren könnte.

    @Prof. Klimke

    Mein Arzt hat die Dosis immer weiter erhöht, da ich mit 2.5mg oder auch 5mg noch keine antipsychotische Wirkung hatte. Leider.

    Stillen würde ich sehr gerne, aber wenn das bedeutet, dass ich eventuell häufiger psychotisch werde, weil ich nicht “genug” Medikamente nehme, muss ich wohl die Flasche geben.

     

    #72752
    AvatarAnonym

    Ach, ich würde, was deinen Job angeht noch nicht so schwarzmalen. Ich weiß zwar nicht was du machst, aber ich bin zuversichtlich.
    Leider trauen einem die Ärtze in der Klinik wenig zu. Meine Ärzte haben mir auch davon angeraten weiter zu studieren und es klappt doch irgendwie, weil ich jetzt eine Ärztin habe, die an mich glaubt und mich unterstützt.
    Du hattest ja bis jetzt erst eine Psychose. Bei eine drittel bleibt es bei einer Psychose ;) du bist weiblich, hast wahrscheinlich eine Beziehung (wenn du ein Kind bekommst). Das sind alles gute Sachen für eine gute Prognose.

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