Psychose-Diagnose wirklich richtig?

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  • #85556

    Hallo ihr Lieben,

    Nachdem ihr mir nun schon 2 Mal so lieb geholfen habt, würde ich gerne noch einmal etwas fragen bzw euch um Rat und Meinung bitten.

    Mein Arzt ist etwas am Rätseln, ob ich tatsächlich eine Psychose habe oder ob es doch eher mit der posttraumatischen Belastungsstörung einhergeht. Er meinte, das, was gravierend gegen eine Psychose spricht, wäre, dass ich noch einen funktionierenden, realitätsnahen Anteil habe, also ganz normale Gespräche führen, meinen Alltag meistern kann etc.

    Ich habe immer wieder Phasen, in denen ich total abdrifte. Da sind die Stimmen extrem laut, körperlich fühle ich mich furchtbar nervös und hibbelig. Teilweise sehe ich dann auch zb Blut an den Wänden oder Menschen in meiner Wohnung, ich fühle mich stark beobachtet, habe riesige Angst. In letzter Zeit faszinieren mich die 10 Gebote so, dass ich sie immer wieder irgendwo auf Möbelstücke etc schreibe und das wie ein Sog ist.

    Wenn mein Kind jedoch schreit oder anderweitige Geräusche macht, bin ich sofort wieder da und funktioniere.

    Was meint ihr dazu? Dass ihr natürliche hier keine Diagnosen stellen könnt, ist mir klar. Ich würde nur gerne wissen, ob jemand ähnliche Erfahrung hat, dass diese funktionierende Seite und die psychotische sich immer wieder so stark abwechseln? Ist das wirklich eine Psychose?

    #85559

    Ich bin mit paranoider Schizophrenie diagnostiziert und trotz meiner Symptomatik habe ich größtenteils funktioniert und die ganzen Jahre meinen Alltag bewältigt. Nur in der Wochenbettpsychose, wo ich so sehr Angst um mein Kind hatte, konnte ich einfach nicht mehr. Ich musste damals auch einfach die Verantwortung abgeben, weil mein Kind durch ständigen Durchfall, der wohl von der hypoallergenen Säuglingsnahrung kam, so geschwächt war und ich mir nicht mehr zu helfen wusste. Die Realität habe ich vielleicht gerade deshalb nie aus dem Blick verloren.

    Die Symptome der PBS klingen für mich anders, als das was du beschreibst: https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/psychiatrie-psychosomatik-psychotherapie/stoerungen-erkrankungen/posttraumatische-belastungsstoerung-ptbs/symptome-krankheitsbild/


    Ursprüngliche Medikation:400 mg Amisulprid,12,5 mg HCT,10 mg Ramipril
    Ab 04.03.2024:500 mg Amisulprid,5 mg Olanzapin,12,5 mg HCT,10 mg Ramipril
    Ab 15.03.2024: 600 mg Amisulprid,12,5 mg HCT,10 mg Ramipril,4mg Doxagamma
    Ab 22.04.2024, statt 600 mg Amisulprid, 400 und 150 mg
    Ab 02.05. 6 mg Doxagamma und 25 mg HCT, 550 mg Amisulprid und 10 mg Ramipril
    Ab 12.05. nur noch 500 mg Amisulprid

    #85605

    Danke für deine Antwort @molly!

    Darf ich dich was fragen? War es bei dir in den akuten Phasen so, dass du “normal” deinen Alltag gemeistert hast? Haben es dir die Menschen um dich herum angemerkt? Wie habt ihr letztlich die Diagnose gestellt?

    Ich bin mittlerweile einfach so verunsichert. Der eine Arzt sagt schizoaffektive Störung, der andere PTBS. Und demnach wollen sie eben auch die Therapie bestimmen. Der eine sagt auf jeden Fall Neuroleptika, der andere nicht.

    #85609

    Du kannst auch Beides haben. Deine Hallus sprechen schon für eine Psychoseerkrankung, aber andere Teile können von einer PTBS kommen. Gar nicht so ungewöhnlich. Wir haben, glaube ich, auch hier einige User mit so einer Doppeldiagnose.

    #85610

    Ja, davon bin ich auch ausgegangen, dass beides gemeinsam möglich ist. Es ist nur so schwierig, weil sich Die Ärzte so widersprechen und demnach eben auch die Therapie ausgewählt wird. Ich tue mich eh schon schwer mit den Medikamenten und schaffe es nicht sie regelmäßig zu nehmen.

    #85612

    Wieso hast Du denn zwei Ärzte? Sowas ist, glaube ich, nicht so gut-vor allem, wenn die auch Jeder für sich von völlig verschiedenen Dingen ausgehen.

    #85614

    Nein, ich habe jetzt nur einen in einer Ambulanz. Vorher war ich bei einem niedergelassenen. Aber durch einen Umzug musste ich wechseln.

    #85615

    Hallo koalabaer,

    Also ich hab beides, PTBS und Grenzschizophrenie, das ist die leichtere Form.

    Für mich ist es auch extrem schwer, auch nach Jahren noch, zu wissen welche symtptome woher kommen.

    Ich hab auch nie den kontakt zur realität ganz verloren, selbst als ich massiv symptome hatte wusste ich noch wer ich bin und dass ich krank bin. Dass ist ja oft das größte problem in der akuten psychose, das man nicht weiß dass man krank ist und denkt die anderen sind es…

    Aus meiner Erfahrung heraus ist das was du beschreibst nicht komplett der PTBS zuzuordnen. Hier vor allem dass du dich beobachtet fühlst und die Sache mit den 10 Geboten. Die Angst und zum Teil auch die Halluzinationen können auch von der PTBS kommen.

    Ich nehme eine sehr geringe Dosis abends und kann damit schlafen, das ist ja sehr wichtig. Für tags hab ich ein Bedarfsmedikament, das reicht mir normalerweise. Ich höre allerdings auch keine Stimmen. Gerade wenn man auch bedrohliche Stimmen hört ist ein Medikament glaub ich auch tagsüber angesagt.

    Bisschen seltsam mit deinem arzt, dass der so zögert, normalerweise wird ja eher sehr schnell verschrieben. Ist der denn gleichzeitig Psychotherapeut oder macht Naturheilverfahren? Das würde die zögerlichkeit erklären.

    Hoffe ich konnte bisschen Licht ins Dunkel bringen,

    Liebe Grüße

    Cristina

    #85616
    Anonym

      Ich denke Psychiater können das eh nicht gut beurteilen, wenn sie nur 10 Minuten mit einem sprechen, es sei den sie sind zudem auch Psychotherapeuten und machen Therapie mit einem. Aber ich denke auch, dass die Halluzinationen eher für Psychose sprechen. Schläfst du denn wenig? Sonst könnte es auch daher kommen. Meine erstes Psychose hat auch keiner gemerkt. Ich habe Nacht immer nur ne halbe Stunde oder so “geschlafen” und bin tagsüber in die Uni. Keinen ist das aufgefallen, weil ich funktioniert habe. Erst bei der zweiten Psychose (wenn man das so klar abtrennen kann), habe ich anderen von paranoiden Gedanken berichtet

      #85617

      Darf ich dich was fragen? War es bei dir in den akuten Phasen so, dass du “normal” deinen Alltag gemeistert hast? Haben es dir die Menschen um dich herum angemerkt? Wie habt ihr letztlich die Diagnose gestellt?


      @koalabaer
      , ich schreibe dir heute Abend!


      Ursprüngliche Medikation:400 mg Amisulprid,12,5 mg HCT,10 mg Ramipril
      Ab 04.03.2024:500 mg Amisulprid,5 mg Olanzapin,12,5 mg HCT,10 mg Ramipril
      Ab 15.03.2024: 600 mg Amisulprid,12,5 mg HCT,10 mg Ramipril,4mg Doxagamma
      Ab 22.04.2024, statt 600 mg Amisulprid, 400 und 150 mg
      Ab 02.05. 6 mg Doxagamma und 25 mg HCT, 550 mg Amisulprid und 10 mg Ramipril
      Ab 12.05. nur noch 500 mg Amisulprid

      #85633

      Danke euch für eure Antworten!

      Heute früh war ich noch mal bei meinem Arzt gewesen. Leider war er nicht da sondern eine Vertretung. Es war grausam. Ich habe mich so dermaßen unter Druck gesetzt gefühlt, dass ich am liebsten nur weggelaufen wäre.

      Ich hätte das mit Medikation wohl falsch verstanden. Sie würden schon wollen, dass ich das Neuroleptikum nehme. Mit der Diagnose sind sie sich aber wohl wirklich nicht ganz einig.

      Da ich ja große Probleme habe das Meidkament einzunehmen, teilweise auch weil ich es einfach nicht möchte, wurde der  Arzt richtig unangenehm. Er hat mir jetzt eine Krankenpflege verordnet, die bei der Einnahme dabei sein soll. Wenn ich das Medikament nicht nehme, werden sie das Jugendamt wegen meinem kleinen Kind benachrichtigen oder mich einweisen. Ich bin nur am weinen. Dieses Gespräch hat so viel Vertrauen kaputt gemacht und ich empfinde das ganze als so massiven Zwang, auch wenn er möglicherweise gut gemeint ist. Das Wie ist eben doch auch entscheidend.

      Ich weiß nicht, wie ich aus dem Ganzen wieder herauskommen soll. Ich fühle mich so extrem unter Druck gesetzt.

      #85634

      @Koalabaer, ich habe auch so eine Doppeldiagnose, PTBS und paran.Schizo. Ich hatte zwischendurch auch klaare Momente, grad wenns um meinen Hund ging, oder ich mal wieder ins Hotel geflohen bin, die Leute konnten sich mit mir auch unterhalten, nur das ich halt Angst ohne ende hatte, Stimmen hörte und trotz völlig k.o. immernoch zig Km mit dem Rad bin inkl. Hund.

      Nehm ruhig die Krankenpflege an, dann nimmst Du wenigstens die Medis und Du wirst sehen in ein paar Wochen, gehts Dir wieder besser. Der Arzt meint es wirklich nur gut, der muss natürlich auch an das Wohl Deines Kindes denken. Sag Dir einfach ich mache das für mein Kind. Damit hast Du einen Ansporn.

      Dir viel Kraft. :bye:


      https://butterflys-pearl-kalina.hpage.com/willkommen.html
      https://hamasi-ben-ihmz-achthamar.hpage.com/willkommen.html

      D / 49Jahre
      Quetiapin 200 +400 , Risperidon 2mg, Doxepin 2x 50mg,
      Ofiril 2x 150mg, Bedarf Lorazepam
      L-Thyroxin

      #85640

      Danke @blumenduft,

      Ich fühle mich einfach so enorm unter Druck gesetzt. Das Gespräch war der absolute Horror. So viel geheult habe ich selten.

      Ich fühle mich überhaupt nicht mehr wahrgenommen. Die Drohungen mit Jugendamt usw im Gespräch haben meine Angst noch mal extrem verstärkt. Ich zittere schon, wenn nur jemand im Hausflur ist und habe mein Kind die meiste Zeit im Arm, weil ich Angst habe, dass sie nun kommen und es mir wegnehmen.

      Dieser Druck, jetzt die Medikamente nehmen zu müssen, weil mir sonst evtl mein Kind weggenommen wird, macht mich fertig. Ich fühle mich unsichtbar und verdammt verletzt.

      Ich glaube, ich könnte nicht mehr so offen mit dem Arzt reden. Das würde ich jetzt unterlassen.

       

      #85641

      @Koalabaer, Nein, jetzt nicht einigeln. Der Arzt hat wirklich nur Dein und die Gesundheit Deines Kindes im Auge. Du brauchst Hilfe, u.a. von Deinem Arzt. Bitte nehm die Hilfe an. Es wird Dir niemand so  mir nichts dir nichts einfach das Kind weg nehmen. Aber Du musst halt mitarbeiten. Die Krankenpflege  mit den Tabletten ist doch eine super Lösung. So nimmst Du die Medis und zeigst das Du für Dein Kind auch Verantwortung übernimmst. :bye:


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      D / 49Jahre
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      Ofiril 2x 150mg, Bedarf Lorazepam
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      • Diese Antwort wurde geändert vor 4 Jahre, 3 Monate von Blumenduft.
      • Diese Antwort wurde geändert vor 4 Jahre, 3 Monate von Blumenduft.
      #85643

      Jetzt bekommst du die Härte mit, die die Ämter an den Tag legen, wenn Psychotiker dauerhaft keine Medikamente annehmen wollen. Im Moment machen sie dir Druck mit der Drohung der Wegnahme des Kindes. Wenn das nicht wäre, ist auch die Drohung mit Entzug des Führerscheins eine beliebte Sache.

      Ich denke aber auch, die Medikamente zu nehmen, ist das Beste für dich, auch wenn du dich sträubst. Mag schon sein, dass du dich in den ersten Monaten oder sogar länger schlecht fühlst. Aber antipsychotisch wirken die Sachen normal. Es ist ja auch nicht so, dass dein gegenwärtiger Zustand in irgendeiner Weise so bleiben kann. Also Augen zu und durch. Gib den Medis eine Chance.

       

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