Paranoide Gedanken bemerken

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  • #60491

    Hallo zusammen,

    ich denke gerade darüber nach wie man paranoide Gedanken bemerkt bzw. wie man bemerkt, dass man in eine neue Psychose rutscht.

    Bei den ersten zwei Psychosen hab ich es nicht, da habe ich eher wahrgenommen, dass meine Umwelt sich verändert, aber nicht ich selbst. Inzwischen habe ich da ein etwas besseres Gefühl für, aber ich bemerke trotzdem nicht alles oder gehe auch mit vollem Bewusstsein, dass gerade eine Psychose kommt, in die Psychose. Ich würde das gerne irgendwie besser machen.

    Wie ist das bei euch? Bemerkt ihr es oder erwischt es euch vollkommen unvorbereitet? Wenn ihr es bemerkt, habt ihr eine Strategie um es noch abzuwenden?

    #60498
    Anonym

      Sehr interessant Frage. Ich denke Paranoide Gedanken hat jeder mal. Auch gesunde. Sowas wie fährt der mir jetzt hinterher. Oder warum schaut der/die so. Sowas in der Richtung. Ich versuche dann diese Gedanken nicht übermächtig werden zu lassen. Und sie nicht mit Angst zu besetzen. Und versuche es mir zu erklären, Zufall oder der meint nicht mich.  Es hat nix mit mir zu tun. Gelingt mir eigentlich ganz gut. Ich hatte die Woche auch so einen Gedanken. Da hatte ich das Gefühl alle Menschen im Einkaufszentrum schauen mich an. Hab dann nochmal aktiv hingeschaut und es war dann nicht so. Hatte ne schwere Woche deshalb wohl die paranoiden Ideen. Wenn es einzelne Leute betrifft helfen auch Rückfragen, wieso machen sie das? Oder wie meinst du das. Gibt mir immer Sicherheit. Statt sich in Interpretationen zu verlieren. Man füllt ja die Situation/ Umstände/ Annahmen mit Phantasie. Wobei dann öfter Murks bei rauskommt. Also mir hilft fragen und aktiv nochmal hinschauen. Wie das bei Starken Hallus ist kann ich dir aber nicht sagen.

      #60500

      Das vermeiden von paranoidem Denken ist Teil des metakognitiven Trainings. Im Großen und Ganzen wird dort gesagt, dass man seine Gedanken hinterfragen soll. Naja. Ich denke aber, das ist nur für Leute, die ihre Medikamente nehmen und trotzdem noch solche Anwandlungen haben. Eine unbehandelte Psychose ist schlicht und ergreifend zu mächtig, da hilft dann alles Training nichts.

      Mein Verhältnis zur Psychiatrie lässt sich in drei Worten ausdrücken: wait and see.

      #60517
      Anonym

        Ich denke auch das paranoide Gedanken nicht das schlimme ist. Ich glaube eher das die Wahnbildung das Gefährliche ist. Weil man ja dann nicht mehr erreichbar ist. So ein paar Paranoide Gedanken sind glaub ich bei unserer Erkrankung „normal“ Wenn man dann anfängt sich einzuspinnen wird es glaub ich gefährlich. Mit der Psychose. https://www.wissenschaft.de/umwelt-natur/der-verfolger-im-kopf/

        Und zum Wahn https://www.seele-und-gesundheit.de/diagnosen/wahn.html

        vielleicht hilft dir das ja… etwas gelassener damit umzugehen. :-)

        #60529

        Ich finde es schwierig zu bewerten ob meine paranoiden Gedanken krankhaft sind, oder ob so gewisse Ängste oder einen kleinen „Film“ schieben auch normal ist. Ich denke ab und zu meine Kollegen halten mich für zu langsam oder das gelästert wird. Kann mich aber auch wieder von diesen Gedanken distanzieren. Ich meine auch Normalos haben z.b. oft die Paranoia ihren Job verlieren zu können. Richtig krankhaft ist es wohl erst wenn man die Paranoia nicht mehr hinterfragt, wenn man von einem Wahn überzeugt ist. Aber ob diese leichten paranoiden Gedanken schon der Anfang sind kann ich nicht sagen. Manchmal werden vielleicht auch solche Gedanken als krankhaft überbewertet. Von uns Betroffenen und auch beispielsweise von Ärzten. Man hat halt den „Paranoid-Stempel“.

        #60532

        Ich sehe das auch so. Man soll solche einzelnen Gedanken nicht überbewerten und zu stark aufladen und womöglich noch mit Angst besetzen. Weil wenn noch so ein destruktives Gefühl dazukommt, kann man es kaum noch rational/objektiv sehen und dann verselbständigt es sich. Gesunde Menschen haben auch Ängste und unbegründete Sorgen, die unwirklich sind, genau! Freundliches Nachfragen – wenn so was möglich ist – kann oft Irritationen beseitigen und entgegenkommendes Verhalten sorgt für eine angenehme Atmosphäre und verhindert so oft paranoides Denken.

        #60546

        Also als ich mal meine Medis vertauscht hab und dadurch das Risperidon 4Wo. nicht nahm, hab ich es relativ deutlich gemerkt. Ich habe meine Nachbarn reden gehört und nicht alles verstanden und fühlte mich direkt beobachtet. Da bin ich misstrauisch geworden und hab meine Medis durchgeschaut und da ist mir das aufgefallen mit den Medis. Hab sofort wieder genommen und zum unten bleiben Lorazepam. Hab dann mit meinem Psychiater gesprochen und der meinte hab ich richtig gemacht, das es dauern kann bis die Medis wirken und ich in den Situationen dann Lorazepam nehmen soll. Also hab ich die Kurve noch mal bekommen. Und wenn meine Stimmen anfangen sollten ist es eh klar…die waren extrem aufdringlich und böse. Das blieb mir erspart. :bye:

        48 Jahre, D
        morgens 200 Quetiapin (NL), 50 Doxepin (AD), 2mg Risperidon (AP), 150 Ofiril (AE),
        200 Mi+So + 175 Thyroxin (Schilddrüsenmed.).
        abends 400 Quetiapin (NL), 50 Doxepin (AD), 150 Ofiril (AE)
        Bedarfsmedi Lorazepam

        https://hamasi-ben-ihmz-achthamar.hpage.com/willkommen.html

        #60568

        Also ich habe mal mehr mal weniger paranoide Gedanken. Oft kann ich nur davon Abstand nehmen, wenn ich darüber rede, oder wenn ich mal raus gehe. Manchmal verschwinden die Gedanken von selber. Man darf eben nicht darauf eingehen. Wenn ich darüber rede, merke ich selber, wie lächerlich solche Gedanken klingen. Aber ich hocke fast nur in der Bude, und da ist es schwierig, nicht solche Gedanken zu bekommen. In letzter Zeit gehe ich häufiger raus, das hilft ein wenig.

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