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Mowa aktualisiert.
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16/07/2019 um 10:53 Uhr #47323
Anonym
Liebe Mowa,
bei mir ist es sogar so, dass ich, wenn man sich einmal gestritten HAT, nichts mehr machen kann wie zum Beispiel arbeiten, ich MUSS erst wissen, dass noch alles gut ist.
Hoffe, es renkt sich ganz bald wieder ein bei dir!
Schöne freie Tage für dich!
Aqua
16/07/2019 um 11:28 Uhr #47325
Anonym
Ich finde es beim Konflikt wichtig mich für das Vertrauen des Gegners zu bedanken, das er mir entgegenbringt, wenn er sich nicht zurückzieht, die Kritik zu hören, dem zuzustimmen, was ich akzeptiere, mich zu entschuldigen und zu sagen, dass ich ihn liebe. Das ist umso wichtiger je größer das Risiko ist, dass er sich selbst durch den Konflikt infrage stellt. Der schlimmste Ausgang eines Gesprächs ist für mich, wenn mein Gegner resümiert: „Wenn du mich so siehst, will ich nicht mehr leben.“ Mich zerreißt es dann vor Schmerz ohne dass ich mich selbst aktivieren kann. Alberne Liebe, nennt Sternberg das wohl – Liebe, die nicht imstande ist, eine Bindung aufrechtzuerhalten. Der Vater meiner Kinder ordnete es für sich selbst damals als Bandscheibenvorfall ein. Meine neue Psychiaterin fasst es als Schizophrenie für mich zusammen. Aus der F41.2 wurde so eine F20 mit der Option Gruppentherapie zu nutzen, um der Isolation zu entgehen.
18/07/2019 um 13:17 Uhr #48692Extreme Konflikt führen mich gern in die Psychose.
18/07/2019 um 20:15 Uhr #48754Guten Abend @all,
danke @Aqua, @christine und @DiBaDu für Euer Feedback. Es geht mir schon wesentlich besser, heute quasi wieder normal. Ich wusste schon aus den vergangenen Konflikten, dass es mir etwa nach einer Woche wieder gut gehen wird.
Inzwischen habe ich Tag 1 meiner Dienstreise gut überstanden und liege schon im Bett, leicht erschöpft. Es war ein relativ entspannter und angenehmer Arbeitstag, und es war sehr schön, meine Kollegen am alten Standort nach einigen Monaten wiederzusehen. So normal, als hätte ich nie gefehlt. Ich war zuletzt Ende März hier.
Morgen ist ein etwas kürzerer Arbeitstag, gegen 16 Uhr müsste ich zu Hause ankommen. Mein Mann ist jetzt unterwegs zu seiner Heimatstadt, dort bleibt er eine Woche. Gestern haben wir uns nochmal versöhnt, und jetzt fehlt er mir schon. Es wird ungewohnt sein, zu Hause anzukommen, ohne dass mein Mann auf mich wartet.
Euch noch einen schönen Abend
Mowa18/07/2019 um 21:47 Uhr #48759guten abend liebe @mowa,
gut das ihr euch noch versöhnt habt bevor er gefahren ist…
und schön das es dir schon wieder wesentlich besser geht
ja das kann ich mir vorstellen, dass es komisch sein wird in eine leere wohnung zu kommen…
wünsche dir trotzdem ein schönes heimkommen dann morgen nachmittag…
liebe grüße und eine gute nacht :bye:
19/07/2019 um 17:37 Uhr #48904Danke schön liebe erdbeere!
Inzwischen bin ich zu Hause angekommen, bin vorher kurz nochmal ins Institut um einige Päckchen abzuladen. Heute habe ich mal vier Päckchen vom alten zum neuen Standort getragen, der Rucksack war dadurch recht schwer aber es ist ok für mich, bei der Gelegenheit Postbote zu sein.
Heute sind mehrere kleine Sachen hintereinander schiefgegangen, und bei jedem vermeintlichen Missgeschick habe ich gedacht: „Oh was habe ich denn jetzt wieder falsch gemacht“, dabei hat es sich herausgestellt, dass ich nicht selber die Ursache war. Ich bin etwas empfindlich und momentan übervorsichtig, wenn es um eigene Fehler geht.
Im (halb-)akuten Zustand im April und unmittelbar nach der Klinik im Mai/Juni war ich nicht mehr bzw. noch nicht in der Lage die Zusammenhänge zu verstehen und habe so manche Verwirrungen gestiftet. Das ist mir die letzten Wochen immer mehr bewusst geworden, und jetzt versuche ich wieder mehr Ordnung einzubringen.
Zum Glück konnten die Probleme von heute bis zu meiner Abfahrt gelöst werden, und so kann ich mich jetzt darauf freuen, das Wochenende möglichst faul und entspannt genießen zu können. Im August werde ich zwei Dienstreisen zum alten Standort antreten, und darauf freue ich mich auch schon.
Meinem Kopf und Innenleben ging es die letzten Tage prima, d.h. unspektakulär normal und das ist auch gut so. Ich hatte aber für den Notfall 5 mg Olanzapintabletten mit auf die Dienstreise genommen. Ich kann ja nicht sicher sein, wie stressempfindlich ich bin.
Es wäre so gut, wenn ich rechtzeitig und selbstständig diese Tabletten schlucken würde, bevor ich klinikreif bin. Und falls doch zu spät, wäre es auch gut, wenn ich mich selbst einweisen könnte. Dann wären meine Rückfälle für die Anderen sicher auch unproblematisch, sowohl zu Hause als auch auf der Arbeit.
20/07/2019 um 7:55 Uhr #48972guten morgen liebe @mowa,
ach super das sich die probleme auf der arbeit noch lösen ließen und du dann gut ins wochenende starten konntest…
unspektakulär normal geht es dir, das ist klasse :good:
ich wünsch dir sehr das es gut weitergeht und jetzt erstmal ein schönes wochenende…
wann kommt denn dein mann wieder ?
liebe grüße :bye:
20/07/2019 um 9:05 Uhr #48979Es freut mich besonders, dass ihr euch so bald versöhnen konntet.
Bei meiner Bald-Exfrau und mir ließen sich die Konflikte nicht lösen. Es kam zu keinen Versöhnungen in den späteren Jahren. Lediglich zu einem Vergessen oder Verdrängen. Meine Frau trug Konflikte aus, indem sie dann nicht mehr mit mir sprach. Der längste Zeitraum, indem sie nicht mit mir sprach, war 6 Wochen.
Ich kam schlecht damit zurecht.
Ich war unheimlich verliebt, darum habe ich – glaube ich – das so lange mitgemacht.
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Diese Antwort wurde vor 6 Jahren, 6 Monate von
DiBaDu geändert.
20/07/2019 um 9:11 Uhr #48981damit würde ich auch überhaupt nicht zurecht kommen, wenn der partner einfach nicht mehr mit einem spricht @dibadu…und das auch noch 6 ! wochen lang…das ist echt ein heftiges verhalten..
liebe grüße und ein schönes wochenende mit deinen kiddies
20/07/2019 um 10:09 Uhr #4899120/07/2019 um 10:18 Uhr #48993Guten Morgen @all,
danke erdbeere und DiBaDu für Eure Posts.
Mein Mann kommt am Donnerstag wieder @erdbeere. Solange habe ich eine sturmfreie Bude. Vermisse ihn aber auch schon. Wir werden jeden Abend miteinander skypen und tagsüber SMS austauschen.
Das hört sich nach einem Psychoterror an @DiBaDu, aber klar, Verliebtheit macht großzügig und auch oft genug unvernünftig. Ich kenne es auch von mir, dass ich in Konfliktsituationen mich eher zurückziehe und schweigsam werde, besonders am Anfang, als wir zusammengezogen sind und uns noch kaum kannten. Meine Absicht war dabei nicht, das Schweigen als Druckmittel zu missbrauchen, wie mein Mann mir damals immer wieder vorgeworfen hatte, sondern ich wurde so sprachlos, weil ich nicht begreifen konnte, wie sehr ich missverstanden werden konnte. Und da fehlten mir einfach die Worte.
Inzwischen versuche ich mich mehr zu erklären und bin, wie ich selber finde, wesentlich konfliktfähiger geworden. Dennoch wirft mich so ein Konflikt jedes Mal aus der Bahn, so dass ich etwa eine Woche brauche um mich wieder aufzurappeln. Rückblickend sind es fast jedes Mal irgendwelche Missverständnisse, die immer weiter eskaliert sind. Und da mein Mann und ich von Natur aus sehr unterschiedlich sind und auch unterschiedlich aufgewachsen sind, sind gelegentliche Missverständnisse vorprogrammiert. Wir streiten uns aber wesentlich weniger als damals im ersten Jahr unseres Zusammenlebens
Mein Therapeut hatte mir zu Beginn der Therapie „Miteinander reden“ von Schulz von Thun empfohlen (wohl ein Standardwerk), und darauf hin hatte ich die Kindle-Version von Band 1 bis 3 gekauft. Die ersten 30 Seiten hatte ich damals vor 2 Jahren gelesen und für gut empfunden, und seit einigen Tagen lese ich im Buch weiter. Also ich finde es wirklich gut und hilfreich! Finde typische Situationen in unseren Konflikten auch wieder, nur wird es sicher nicht reichen, sich das Buch einmal durchzulesen und es dann wegzulegen. Aber einmal ist besser als keinmal!
Wir hatten bislang zum Glück auch keine großen Probleme uns zu versöhnen, das geschieht normalerweise noch am selben Tag. Von mir aus wäre ich wohl länger (bestimmt mehr als 1 Tag) beleidigt und geknickt usw., aber mein Mann hält die Situation nicht aus. Im Nachhinein bin ich immer froh, dass mein Mann uns dann zur Versöhnung drängt. Ja, und doch brauche ich nach einer solchen Versöhnung noch einige Tage, bis ich mich normalisiert habe.
LG,
Mowa21/07/2019 um 7:53 Uhr #49104
Anonym
Liebe Mowa ein erholsames WE und ha sturmfreie Bude
. Deinen Vortrag würde ich gerne hören. LgB21/07/2019 um 8:04 Uhr #49106Lieben Dank @Bernadette. Gestern habe ich viel geschlafen, scheinbar hat mich die Dienstreise doch angestrengt. Dir auch einen schönen Sonntag & gute Zeit mit Deiner Familie
23/07/2019 um 18:57 Uhr #49548Endlich Feierabend! Ich bin so froh, dass morgen wieder der letzte Arbeitstag für diese Woche ist und ich wieder einige Tage lang faulenzen kann. Außerdem müsste spät am Donnerstagabend mein Mann zu Hause ankommen, und darauf freue ich mich schon. Am Sonntag habe ich endlich mit unserer Steuererklärung angefangen und bin so 30% oder so weitergekommen. An meinen freien Tagen will ich sie dann fertig bearbeiten und einreichen.
So langsam würde ich gerne mehr an meinem Vortrag arbeiten, aber derzeit komme ich nicht dazu. Ich werde versuchen, morgen nachmittags 2 Stunden oder so einfach Home Office zu machen, damit ich nur das machen kann. Sonst passiert immer zu viel im Büro… Und der ganze Vormittag ist schon verplant, da habe ich wieder Betriebsratssitzung…
Allmählich kommt bei mir der Zweifel auf, ob und wie lange ich meine Medipause noch verantworten will und kann. Psychotische Symptome habe ich seitdem nicht, das waren jetzt 4 Wochen. Ich habe Sorge, dass ich es wieder nicht schaffe, rechtzeitig die Medis zu nehmen bzw. mich einzuweisen und dadurch meinen Mann, die Nachbarn und die Kollegen damit belästige und belaste.
Beim letzten Rückfall im April/Mai waren es nicht nur die 3 Wochen Klinikaufenthalt, die ausgefallen waren, sondern auch die Wochen zuvor, in denen ich halbakut teilweise gearbeitet habe, und die Wochen danach, in denen ich noch nicht fit war. Diese Lücke wieder zu schließen, ist jetzt immer noch mühsam und ressourcenzehrend.
Noch ist es so, dass mein Mann zu mir hält, die Nachbarn weiterhin lieb und hilfsbereit sind, die Kollegen respekt- und verständnisvoll sind, und mein Chef mich mit meinen Psychosen akzeptiert. Das würde sich aber sicher bald ändern, wenn ich zeitnah immer wieder rückfällig würde. Meine persönliche Integrität würde bestimmt darunter leiden, vermutlich immer mehr, bis ich nicht mehr gewollt werde.
Die Ambivalenz ist in letzter Zeit gewachsen. Ich bin froh, wenn ich bald mit meinem Mann darüber in Ruhe sprechen kann. Außerdem habe ich am Donnerstag auch einen Termin bei meinem Psychotherapeuten.
24/07/2019 um 8:41 Uhr #49659
Anonym
Hattest du dich inzwischen mit dem Stress-Vulnerabilität-Modell auseinandergesetzt oder dich auf das medikamentöse Entschleunigen beschränkt? Was nutzt du inzwischen an Psychotherapie, um den Sortierprozess zu optimieren? Wer unterstützt dich beim Priorisieren und bei der Themenreduktion? Welche Stressoren hast du bislang ausmisten können? Ich war etwas erschrocken, dass du jetzt auch noch Betriebsrat geworden bist, statt Urlaub zu planen. Wo tankst du das meiste Glück auf? Wofür wirst du heute dankbar sein?
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Diese Antwort wurde vor 6 Jahren, 6 Monate von
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One thought on “Notizen von Mowa”
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