Notizen von Mowa

  • Dieses Thema hat 3129 Antworten sowie 60 Teilnehmer und wurde zuletzt vor vor 5 Jahren von Mowa aktualisiert.
Ansicht von 15 Beiträgen – 661 bis 675 (von insgesamt 3109)
  • Autor
    Beiträge
  • #40088

    Erster Arbeitstag gut überstanden :yahoo:
    Jetzt ist Entspannung angesagt :good:

    #40110
    Anonym

      Hab den zweiten Tag Ringelsocken an und bin immer noch berauscht.

      #40117
      Anonym

        Schön Mowa chill mal auf dem Sofa ;-) haste dir verdient. Lg, Bernadette

        #40160
        Anonym

          @mowa, ja, ich könnte mir Zeit lassen, aber ich brauche eine Aufgabe, wenigstens ein paar Stunden.

          meine Ausbildung und Berufstätigkeit war ja von 16-22 Jahren, dann krank und von 25 Jahren mit FOS, dann Studium bis 31, dann krank.. und wieder Reha. Es ist scheiße, wenn, wie das letzte halbe Jahr, wieder eine Krankheitsphase hinzu kommt.

          Real habe ich ja nur 4 Jahre studiert. Und zwei Jahre meinen Master probiert, dann war Bafög zu Ende und die Mieten stiegen und ich bin umgezogen.

          Es scheint mir in dieser Situation für einen Anfang das Beste mit der Werkstatt zu beginnen und mich nicht direkt zu bewerben oder ähnliches.

          Die Berentung habe ich selbst beantragt als das Bafög auslief. Ich dachte, die würden mich unterstützen und ich könnte mein Studium fertig machen, aber dann kommt es wieder anders und ja..

          Die Situation jetzt ist grausig und meine Mühen, dass alles hinzubekommen und jetzt in der Werkstatt zu landen, das ist für mich, ja, eine narzisstische Kränkung schlechthin.

          Aber ich war wirklich verrückt das halbe Jahr was hinter uns liegt und an Uni oder Job ist zur Zeit nicht zu denken.

          LG

          @Christine, Ringelsocken sind cool, aber der ständige Rausch ist halt nicht für jeden was ;)

          #40189

          Heute Morgen hätte ich fast meinen Psychiater-Termin vergessen. Zum Glück habe ich mich rechtzeitig daran erinnert und konnte meinem Psychiater erzählen, dass wir leider nicht mehr nach Japan geflogen waren und ich stattdessen in der Klinik verbracht hatte.

          Ich habe ihm auch erzählt, dass ich die Einnehme von Aripiprazol von den Nebenwirkungen abhängig machen wolle.

          Besonders stört es mich, dass mein Appetit wieder gesteigert ist, als hätte ich ein Loch im Magen. Vom Antrieb her geht es zum Glück. Zumindest war er damit einverstanden, dass ich „mittelfristig“ die Dosis auf 7,5 mg reduziere. Vom Antrieb her geht es zum Glück, auch wenn ich schon Einschränkungen bemerke.

          Edit: Ja genau, mit meinem Psychiater habe ich einen Widereingliederungsplan erstellt, damit ich die kommenden 3, 4 Wochen nur Teilzeit arbeiten brauche. Bis Ende der nächten Woche nur 4 Stunden, dann darauf die 2 Wochen 6 Stunden.

          Mein Chef hat gemeint, dass wir uns morgen Vormittag gerne sprechen können. Da werde ich sicher die Gelegenheit nutzen, um auch über diesen Plan zu sprechen :good:

          • Diese Antwort wurde vor 6 Jahren, 8 Monate von Mowa geändert.
          • Diese Antwort wurde vor 6 Jahren, 8 Monate von Mowa geändert.
          #40192

          Guten Abend @all nochmal,

          danke für Eure Rückmeldungen @christine, @Bernadette und @Mallory.

          Bin wieder ziemlich k.o., wahrscheinlich gewöhne ich mich aber bald daran. Jedenfalls macht mir die Arbeit Spaß. Heute habe ich meine Seminarmitschrift von der Betriebsratsschulung eingetippt. Da Morgen die Betriebsratsitzung ist, können die anderen Betriebsratsmitglieder dann in die Mitschrift einsehen.

          Seit gestern habe ich mit einigen Kollegen gesprochen und angeboten, dass ich im Sommer gerne einen Vortrag über meine psychische Erkrankung halten möchte. Es kann sein, dass ich im alten Standort noch früher einen Vortrag halten kann.

          Nur etwas Kurzes, dachte so an 20 Minuten Vortrag + 10 Minuten Diskussionen. Und vorerst nur in der Abteilung meines Chefs. Ich werde bei diesem allerersten Vortrag über meine persönliche Geschichte auch nicht großartig recherchieren sondern meine subjektive und individuelle Perspektive darstellen.

          Mein Chef ist schon lange mit einem solchen Vortrag einverstanden. Da ich bis jetzt die volle Untertstützung von ihm erfahre, habe ich inzwischen den Ehrgeiz, so offen wie möglich mit meiner eigenen(!) Geschichte umzugehen. Über den Betriebsrat könnte ich auch viel machen, um die Mitarbeiter zu sensibilisieren und das Thema psychische Erkrankungen in Richtung Entstigmatisierung zu bewegen.

          Ja, ihm habe ich gestern noch diese E-Mail geschickt, und habe eine positive Antwort bekommen, dass wir uns gerne sprechen können:

          Hallo (Chef),

          […]

          Gerne würde ich auch bald mit Dir über meine eigene Tätigkeit sprechen, nachdem ich so ab Mitte März zuerst einen Neurodermitisschub und dann einen Psychoseschub hatte und in meinem Urlaub 3 Wochen lang in der Klinik verbracht habe. Die Japan-Reise mit meinem Mann mussten wir leider nach hinten verschieben.

          Jetzt habe ich von der Stadt einen Schwerbehindertenausweis zugesprochen bekommen und habe auch vor, im Laufe des Jahres eine Erwerbsminderungsrente zu beantragen. Eventuell kann ich dadurch meine Arbeitszeit deutlich reduzieren, eventuell auf 80% soweit meine finanzielle Lage es zulässt.

          Die Dienstreisen nach (alter Standort) kann ich dann nicht mehr wöchentlich wahrnehmen, wie ich auch schon mit F. vor meinem Urlaub bzw. Krankmeldung abgesprochen hatte.

          Auf Deine Rückmeldung und ein baldiges Wiedersehen würde mich sehr freuen.

          Vielen Dank und liebe Grüße,

          (Mowa)

          Da bin ich sehr gespannt auf morgen.

          LG,
          Mowa

          #40199

          Ich weiß wirklich nicht, ob das alles so gut ist. Da stellen sich bei mir irgendwie die Nackenhaare. Trotzdem finde ich es mutig, dass du gegen die Stigmatisierung psychischer Erkrankungen kämpfen willst.

          #40200

          @Mowa

          Ich hab für mich entschieden, kleine Brötchen zu backen. Die Welt verbessern bzw. umkrempeln will ich nicht mehr.

          lg, DiBa

          #40202
          Anonym

            ja, @molly @mowa,

            ich finde auch, dass in einem Betriebsrat das Thema psychische Erkrankung erörtert gehört, gerade heute ist BurnOut international anerkannt worden.

            Und wenn Du @mowa Dich als Betroffende auch allgemeiner dem Thema annähern wolltest, ja, dann könnte ich mir das sehr gut vorstellen. Ich würde jedoch nicht im öffentlichen Rahmen, also an der Arbeit, meine persönliche Leidensgeschichte in einem Referat vorstellen. Es wäre klasse, wenn mein Arbeitgeber akzeptiert, dass ich zeitweise psychotische Symptome hatte oder habe, aber die Aufklärung kann nicht durch meine Leidensgeschichte passieren. Das finde ich auch immer so problematisch an Büchern, die Betroffene schreiben. Eins von vielen, dass ich gelesen habe, war von Arnhild Lauveng, ja, sie hat schwere schizophrene Zustände überstanden und kann heute frei von Symptomen leben und dieses Wissen gepaart mit der Ausbildung als Psychologin macht das Buch so mutig und empfehlenswert.

             

            Es ist aber mutig, wie Du Dich Da voran kämpfst Mowa und letztlich entscheidet ja Dein Chef mit Dir gemeinsam und ihr könnt besprechen, wie und was.

            Alles Gute dafür!

            #40208

            @Mowa

            Du hast aber doch nicht Deinen Urlaub für die Krankheit „geopfert“?
            Es sollte möglich sein, dafür eine Krankschreibung zu bekommen?

            lg, DiBa

            #40211
            Anonym

              Ich finde es auch sehr mutig von dir, dass du so offen mit der Erkrankung umgehst

              #40234
              Anonym

                Finde ich super wie mutig und offen du damit umgehst. Ich merke wo ich mich öffnen konnte hat es mir gut getan. Vielleicht ist es wirklich so je klarer man für sich einsteht, seine Befindlichkeit/Krankheit, desto eher können andere einen auch so lassen, auch wenn sie nicht alles über die Krankheit verstehen.

                Lg, Bernadette :good:

                #40262

                Guten Morgen @all,

                danke für Eure Rückmeldungen @Molly, @DiBaDu, @Mallory, @Lisi und @Bernadette.

                Ich würde jedoch nicht im öffentlichen Rahmen, also an der Arbeit, meine persönliche Leidensgeschichte in einem Referat vorstellen.

                Ja, es wird auch nicht darum gehen, wie sehr ich gelitten habe, das wäre echt verkehrt, finde ich. Niemand will Leidensgeschichten hören (selbst Profihelfer eigentlich auch nicht, das wäre nur menschlich), schließlich kämpft jeder für sein eigenes Leben.

                Es wird eher darum gehen, was ich habe, wie sich das äußert, wie ich meinen Chef und meine Kollegen erlebe, viele positive Seiten, und dann vielleicht auch negative, wofür ich auch Verständnis habe. Und was ich mir wünsche, wie Nichtbetroffene mit Betroffenen umgehen, konkret und unmittelbar. Ich hoffe dadurch, dass meinen Kollegen die Angst genommen wird, mich darauf anzusprechen. Dass die beidseitige Kommunikation in Sachen psychische Erkrankungen überhaupt und auch zwangloser stattfinden kann.

                Das ist bis jetzt so meine vage Idee zu meinem Vortrag.

                Die Welt verbessern

                Naja, nicht die ganze Welt, aber wie oben beschrieben, konkreter der Umgang mit psychischen Erkrankungen, was das für mich und meine Kollegen bedeutetn könnte. Das ist eines der Brötchen, das ich momentan backen kann ;-)

                Es sollte möglich sein, dafür eine Krankschreibung zu bekommen?

                Ja, habe ich auch gemacht, von der Klinik eine AU ausstellen lassen.

                Allerdings war ich unmittelbar nach der Entlassung gesundgemeldet. Daher, wenn ich jetzt die Wiedereingliederung machen würde und dadurch wieder krankgemeldet, würde ich trotzdem den vollen Gehalt (Lohnfortzahlung) bekommen. Mein Chef könnte hier einverstanden sein, dass ich kurzzfristig in Teilzeit beschäftigt werde. Dann würde ich weniger Lohn bekommen, je nach meiner Arbeitszeit.

                Mal schauen, ob ich ihn heute später sprechen kann und was er dazu sagt…

                Vielleicht ist es wirklich so je klarer man für sich einsteht, seine Befindlichkeit/Krankheit, desto eher können andere einen auch so lassen, auch wenn sie nicht alles über die Krankheit verstehen.

                Bei vielen Kollegen habe ich tatsächlich den Eindruck, dass sie nicht wissen, wie sie mit mir umgehen sollen. Bei meinem Chef ist es auch so, er lernt mich auch nach und nach kennen, je nach dem, wie es mir geht. Fragt dann, was brauche ich, was kann er bzw. das Institut und die Kollegen tun, damit ich entlastet werde usw.

                Ich bin wirklich dankbar, dass ich meinen Chef und meine Kollegen habe. Finde super, wie sie mit mir umgehen. Zugleich habe ich auch den Eindruck, dass meine Kollegen erleichtert sind, wenn sie sehen, dass ich auch normal und manchmal richtig gut arbeiten kann. Das war sozusagen meine bisherige Entstigmatisierungskampagne, seitdem ich für und mit meinen/m Chef arbeite (seit Oktober 2011).

                LG,
                Mowa

                • Diese Antwort wurde vor 6 Jahren, 8 Monate von Mowa geändert.
                #40269

                @Mowa

                Möchtest Du „nur“ auf Psychosen zu sprechen kommen oder auch das Thema „Burnout“ bzw. Depressionen angehen in Deinem Vortrag?

                Gerade das Thema Burnout ist m. E. auch ein großes. In dem Betrieb, in dem ich jetzt bin, erkrankten zwei Mitarbeiter an einem Burnout in den letzten vier Jahren (von 40). Das finde ich nicht wenig.

                lg, DiBa

                #40306

                Hallo @Mowa,

                Wie geht es dir denn mit den 7,5mg Aripiprazol und von welcher Dosis hast du reduziert? Nimmst du jetzt schon das Ciclosporin?

                Ich wünsche dir auch viel Erfolg für deinen Vortrag!

              Ansicht von 15 Beiträgen – 661 bis 675 (von insgesamt 3109)
              • Sie müssen angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.

              One thought on “Notizen von Mowa”

              Comments are closed.