Notizen von Mowa

  • Dieses Thema hat 3129 Antworten sowie 60 Teilnehmer und wurde zuletzt vor vor 5 Jahren von Mowa aktualisiert.
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  • #37039

    Ah ok, danke für die Rückmeldung liebe @erdbeere :good:

    #37081

    @Mowa

    Für mich sieht es so aus, als ob sich die Probleme zwischen Deinem Mann und Dir aufgelöst hätten.

    Das freut mich sehr.

    lieben Gruss, DiBa

    #37083

    Danke lieber @DiBaDu.

    #37087
    Anonym

      @mowa eine wahrnehmung als wahn statt als unvollständig abzutun, spricht nicht für die medikation und die zwischenzeitlich erfolgte kommunikation. in vielem erinnert es mich an rechtsextremismus, wie er bei pegida und konsorten üblich ist. wenn eine therapie angebliche selbstgefährdung per demütigung abwatscht, mag ich sie nicht finanzieren. führt ein anästhesist seinen patienten derart, wäre das kriminell oder zumindest äußerst fragwürdig.

      #37100
      Anonym

        Das freut mich für dich und deinen Mann das sich das klären ließ was nun Sache ist. Schön wenn ihr so wieder einen Weg zueinander finden könnt. Alles Gute für die anstehenden Therapien.

        Lg, Bernadette

        #37102

        Danke @christine und @Bernadette.

        Ja christine, ich denke, ich verstehe, was Du schreibst. Ich habe mir auch fest vorgenommen, den aktuellen Schub noch mal in Ruhe zu verarbeiten. Aber in der Klinik geht das nicht so gut, ich bin ja kaum alleine, muss mich anpassen, nicht entspannt usw.

        Ich denke, im Schub sind Teile von mir an die Oberfläche gelangt, die ich schon sehr lange untertdrückt habe. Muss nicht nur etwas mit der Beziehung zu meinem Mann zu tun haben, sondern schon mit früheren Beziehungen, oder meiner Jugend und Kindheit. Da kommt also jede Menge Arbeit noch auf mich zu, aber ich will sie mir annehmen. So ist mein Plan zumindest…

        • Diese Antwort wurde vor 6 Jahren, 9 Monate von Mowa geändert.
        #37173
        Anonym

          @mowa wenn du dich irgendwann emotional derart stabil fühlst, dass du medikamentenfrei psychoanalyse beginnst, schützt dich ein therapeut statt ein polizist vor selbstgefährdung. kontrollverlust darf kein dauerzustand werden. du bist kein statist in deinem leben. ein großer freundeskreis vor ort ist inzwischen dank internet leider selten geworden. vielleicht macht ihr beide trotzdem öfter mal party. tanz verbindet mehr als medikamente.

          #37187

          Danke für deine Worte @christine. Ja mein Mann kann wohl ein bisschen Latino-Tänze, will unbedingt mitschwingen können.

          #37363

          Guten Abend @all,

          heute Abend habe ich im Gespräch mit meinem Mann ausgerechnet, dass ich 17 Male mit meinen 42 Jahren umgezogen bin. Dabei in 9 verschiedenen Städten, verteilt in Deutschland, Japan und England. Ich bin in Japan geboren, und als ich 10 war sind wir nach London umgezogen. Danach ging es hin und her zwischen den Ländern und den Städten.

          Mit Sprachen hatte ich immer große Schwierigkeiten, nicht nur der Sprung von Japanisch zu Englisch und dann ein Jahr später zu Deutsch, aber auch die Sprachen meiner größtenteils ausländischen Freunden, die ich nicht sprach. So dass ich schnell gelernt habe, nur das, was ich verstehen konnte mitzunehmen und alles andere nicht zu beachten. Dadurch bin ich sehr anpassungsfähig, das ist wohl meine Stärke. Wenn in der zwischenmenschlichen Kommunikation die Richtung stimmt, dann komme ich schon damit klar.

          Auch bin ich Physikerin geworden, nicht weil ich sonderlich begabt darin war, sondern weil die anderen Fächer zu sprachlastig waren, so auch Biologie und Chemie. Und Mathematik war mir zu abstrakt.

          Die kulturelle Entwurzelung hat bei mir also früh stattgefunden, und ich bin bis auf sehr wenige Ausnahmen immer Außenseiterin geblieben. Irgendwie habe ich in der Pubertät schon ein sehr feines Gespür dafür entwickelt, ob ich in einer Gruppe angenommen werde. Und heute kann ich nicht klar sagen, ob ich bewusst Außenseiterin bleiben wollte oder ob ich es nicht anders konnte. Ich vermute eher, dass ich eigentlich immer dazugehören wollte und es meistens doch nicht geschafft habe.

          Jedenfalls, bereits den ersten Rückfall vor einem Jahr und auch jetzt den aktuellen Schub habe ich als so eine Art Wiederentdeckung des verlorenen Ichs erlebt. Also mein inneres Wesen, das ich seit Jahrzehnten unterdrückt habe und durch die Rückfälle eine Art Wiedergelangen an die Oberfläche (Rebound oder Jojo-Effekt wie in einer Diät vielleicht) erfährt. Es ist ein schönes Gefühl, ein Gefühl des Ankommens, der Entspannung.

          Es sind so kleine Dinge wie beim Abendbrot am Tisch vermisst werden, die mich irgendwie berühren. Zu sehen, dass ich einfach nur ich bin und doch von wenigen der Mitpatienten, die ich zu schätzen gelernt habe, vermisst werde. Das verdanke ich doch sehr auch meinem Mann, bei dem ich mich nicht genieren muss, dass ich teilweise so extrem eigenartig bin. Schließlich hat er sich auch in mich verliebt und sich für mich entschieden.

          Naja, soweit ein Update über mich, mich, mich. Es tut auch mal gut, vorsichtig über mein eigenes Leben nachzudenken.

          LG,
          Mowa

          #37365
          Anonym

            Das du in dem Ganzen etwas schönes für dich mitnehmen kannst, ist wunderbar liebe Mowa. Ankommen tut gut. Viel Kraft weiterhin.

            Lg, Bernadette :bye:

            #37366

            Danke schön liebe @Bernadette :heart:

            #37397

            Ich für meinen Teil bin ganz froh, wenn das Ich, welches ich im Schub entwickle, schön eingesperrt in seinem Käfig bleibt, denn es ist nicht gesellschaftsfähig. Es stimmt natürlich: es hat viel bessere Laune als mein verarztetes Ich und so eine Stimmungsaufhellung sowie das Gefühl, irgendwie genial zu sein, überall mitreden zu können und ganz nebenbei im Kontakt mit übernatürlichen Kräften zu stehen, ist erhebend. Doch wenn ich nüchtern auf meine Hervorbringnisse aus dieser Zeit blicke, dann hat all das doch nicht Hand noch Fuß und ich hinterlasse nur ein Schneise der Verwüstung. Da halte ich das kleine, gut gelaunte Monster lieber im Schach und nehme nichts davon mit in mein normales Leben.

            #37407
            Anonym

              @sartorius das „wisse immer wo du was wann wie sagen kannst“, nimmt dir das medikament auch nicht ab. du spürst deine fehlversuche nur seltener. es kann sogar sein, dass dich die selbstzweifel so sehr lähmen, dass du dir vorwerfen lassen musst keine echte hilfe mehr zu sein. das leben ist kurz, auch das deiner schutzbefohlenen. sie werden dann weitersuchen. immerhin hattest du dir durch dein vorgehen eine systematik erarbeitet, die innerhalb deiner möglichkeiten funktionierte.

              #37421

              Hallo @sartorius und @christine, danke für Eure Posts.

              Ja, ich meinte eher nicht meine Manien und den psychotischen Rauschzustand, sondern vor allem das, was nach deren Abklingen übrig bleibt. Und es bleibt zum Glück recht viel übrg, und das gibt mir das Gefühl, mein lange unterdrücktes Ich wiederzuerlangen. Nur darf die Medikamentendosis sicher nicht so hoch sein, damit dieses Übrigbleibsel nicht noch künstlich verschüttet wird. Wie christine in einem ihrer vorigen Posts ja auch angedeutet hat, kann ich diesen Ausnahmezustand nicht überwinden, wenn ich nicht dazu bereit bin mich mit ihm auseinanderzusetzen.

              #37423
              Anonym

                @mowa ich hab in der neuroanästhesie sekundiert, während der göttergatte meiner verhaltenstherapeutin hypophysengewebe entfernte, das drüsig verändert war, weil das zeitfenster seiner klienten für eine grundsätzliche inventur zu klein war. dass der einschnitt gravierender ist als eine selbstbestimmte veränderung, ist den wenigsten bewusst. das phänomen hast du ja auch bei knochenmarksempfängern, die sich von den vielen spendewilligen derart getragen fühlen, dass sie den anlass kaum hinterfragen. fußballplatzprolls mit dem therapeuten als stadionsprecher sind eben kaum zu toppen, solange die familie nicht mitzieht und veränderung nicht biografisch begleitet sondern in auftrag gibt.

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