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Mowa aktualisiert.
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06/01/2021 um 16:16 Uhr #140149
Oh Mann, heute ist hier im Süden ein Feiertag! Ich habe brav meine Stunden abgearbeitet… Und erst mein Mann hat’s gemerkt, als er einkaufen wollte und die Supermärkte zu hatten
Danke Euch @Hanseatic, @Dopplereffekt, @Jela, @Yuri und @Bernadette für Eure Rückmeldungen!
Ich bin stolz und dankbar Teil dieser Gemeinschaft zu sein, und auch durch die Hilfe und Unterstützung der Arbeitskollegen und des Betriebes, zu den Erkrankten zu gehören, die ihr Leben wieder selbstbestimmt und uneingeschränkt leben können und dürfen. Dies war und ist eine gute Erfahrung !
Danke Jela, „dankbar“ ist eine gute Idee und nehme es gerne auf! Ich möchte in meinem Beitrag klar schreiben, dass ich durch meine Erfahrungen mit und Anfälligkeit für Psychosen zwar Einschränkungen habe, aber dass sie mein Leben nicht weniger wert, spannend, erfüllend usw. machen.
Mowa ist Betriebsratsvorsitzende
Bin „nur“ die Stellvertreterin Yuri. Ich fühle mich nicht angegriffen und bin froh über konstruktive Kritik, in der Tat
So, jetzt gibt’s erstmal Fischstäbchen, Pommes und Buttergemüse.
LG,
Mowa06/01/2021 um 23:25 Uhr #140227Chancen und Teilhabe für Psychoseerfahrene sind einfach wichtig. Auch wenn beide Parteien mit gesunder Vorsicht und Anpassungsbereitschaft einander Begegnen sollten.
Jedem der an einem Aufbruch von überholten und unangebrachten Stigma mitarbeitet und die Situation von Betroffenen verbessert, gebührt Dank.
Waypoint reached … Autopilot disabled
07/01/2021 um 7:14 Uhr #140265Guten Morgen zusammen,
danke @rebus für Deine Worte, die ich treffend finde!
die einen einfach in eine Schublade stecken, so nach dem Motto einmal “Psycho” immer “Psycho”
zu den Erkrankten zu gehören, die ihr Leben wieder selbstbestimmt und uneingeschränkt leben können und dürfen.
Was mir noch dazu eingefallen ist liebe @Jela, falls Du das überhaupt so gemeint hast, vermutlich gibt es hier noch Missverständnisse:
An mir selbst sehe ich nicht, dass ich seit meiner Erkrankung jemals ein „Psycho“ war, wenn man mit dieser Bezeichnung die Stereotype von Menschen mit psychischer Erkrankung meint, z.B. schwach, faul, gefährlich usw. Deshalb wäre es für mich falsch zu sagen, dass ich früher „Psycho“ war und mich aus meinem „Psychotum“ herausgekämpft hätte.
Wenn ich durch meine Erkrankung und durch die medikamentöse Therapie geschwächt war und unter der Antriebslosigkeit usw. gelitten habe, dann hat das doch gar nichts mit Schwäche oder Faulheit zu tun. Im Gegenteil, dass ich diesen Zustand aushalten konnte und einen eigenen Umgang damit gefunden habe, zeugt für mich von einer Stärke und von einem Kampfgeist.
Und soweit ich mitekommen habe, scheint das auch auf die anderen Betroffenen zuzutreffen. Mit den Jahren findet jede/r Betroffene einen eigenen Umgang mit der Erkrankung und mit der medikamentösen Therapie. Das zeugt für mich das Gegenteil von Schwäche oder Faulheit.
Daher sehe ich auch nicht, dass es solche Betroffenen gibt, „die es bereits geschafft haben“ und andere, „die es noch nicht geschafft haben“. Viel mehr sitzen wir alle im selben Boot, das denke ich.
So, heute mal schauen, eigentlich habe ich jetzt 3 volle Tage Überstunden. Ich versuche nur das Nötigste für den Betriebsrat zu erledigen und ansonsten die Überstunden abzufeiern
Wünsche allen einen angenehmen Tag
LG,
Mowa07/01/2021 um 8:44 Uhr #140268
Anonym
Gelöscht 0821
07/01/2021 um 11:00 Uhr #140284Hallo liebe @Jela, danke für Deine ausführliche Rückmeldung! Offenbar habe ich in Deinen Sätzen etwas hineingelesen, was Du nicht geschrieben und gemeint hattest.
Heute Morgen habe ich eine Rückmeldung von meinem Chef bekommen, dass der Beitrag für ihn in Ordnung ist. „Sehr mutig und gut geschrieben“ hat er noch gemeint :good:
Und Herr Rüsch hat mir auch „sehr gelungen“ geschrieben. Ich hoffe sehr, dass es künftig Zusammenarbeit zwischen ihm und dem Gesamtbetriebsrat geben wird
Jetzt werde ich den Beitrag hier zum letzten Mal anonymisiert posten, so, wie meine Kollegin J. Korrektur gelesen hat und mein Chef und Herr Rüsch ihn gelesen haben. Ich glaube nicht, dass es noch große Änderungen geben wird:
07/01/2021 um 11:08 Uhr #140286Entwurf meines Beitrages für *** Ausgabe 03/21
Version: 06.01.2021 17:19 Uhr
7752 Zeichen mit Leerzeichen
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Inklusion, Stigma und Arbeitsplatz
Perspektive einer Psychoseerfahrenen
MowaNiemand ist frei von psychischen Belastungen. Je nach Intensität und Dauer können sie jeden Menschen krank machen – auch am Arbeitsplatz. Um so wichtiger ist eine positive und offene Führungskultur, die sich der Prävention von psychischen Erkrankungen und der Inklusion von Betroffenen annimmt. Diese bedeutende Fürsorgepflicht der *** haben mit der Gründung des Mental Health Collective (MHC) vier junge wissenschaftlichen Mitarbeitenden aufgegriffen: ***.
Im Oktober 2020 hat das MHC die *** mit großem Erfolg veranstaltet, mit mehr als 1100 Teilnahmen an diversen Vorträgen und Seminaren zum Thema psychische Gesundheit (1). Zweiwöchentlich findet auch die *** statt, die einen offenen Austausch im geschützten Raum auch über psychisch belastende Erfahrungen ermöglicht. Trotz der großen Nachfrage bei den Mitarbeitenden ringt das MHC bis heute um finanzielle und personelle Unterstützung. Eine aktive Mitwirkung der Leitungs- und Führungsebene der *** an dieser bislang ehrenamtlichen Initiative mit ihren vielfältigen Ideen für zukünftige Projekte wäre sehr zu wünschen.
Im Folgenden möchte ich mich als Mitarbeiterin der *** und als Betroffene mit einer psychischen Erkrankung zu erkennen geben. Ich hoffe, mit diesem persönlichen Erfahrungsbericht sowohl Betroffene als auch Nichtbetroffene dazu einladen zu können, eigene Haltungen zu überdenken und selbst zum Abbau von Stigma beizutragen.
Als ich im Herbst 2010 aus meinem ersten Psychiatrieaufenthalt entlassen wurde, kam ich mir wie eine Außerirdische vor. Alles um mich herum war grell, rau und fremd. Ich konnte nicht fassen, was mit mir passiert war. Paranoide Schizophrenie, Erstmanifestation – was bedeutete das? Mitten in der geschäftigen Altstadt von Freiburg im Breisgau, wo ich das Jahr zuvor als Medizinstudentin im Zweitstudium verbrachte, nahm meine kleine Schwester beschützend meine Hand und half mir über die Straße.
„Was sind Ihre Visionen für die nächsten 10 Jahre?“, wurde ich einige Monate später in einem Bewerbungsgespräch bei einer NGO, die sich mit Ökologie und Nachhaltigkeit befasste, gefragt. In diesem Augenblick wusste ich nur, dass ich im letzten Sommer einen Nervenzusammenbruch erlitten hatte, der Psychose hieß, und ich ein Neuroleptikum einnehmen musste. Es ging mir etwas besser und ich war nicht mehr nur bettlägerig. Ich bekam aber auch Nebenwirkungen der Medikamente zu spüren, was sich darin ausdrückte, dass sich mein Kopf wie eingegipst anfühlte, meine Gedanken und Gefühle wie verschüttet waren und ich adipös wurde. Sprachlos und verlegen, verabschiedete ich mich.

Aufgenommen im Oktober 2010Seit diesem Tag kam es schon mal vor, dass ich mir ausmalte, was ich alles noch ohne meine Erkrankung und als Nachwuchswissenschaftlerin in der Spitzenforschung hätte erleben können. Und doch habe ich so viel in Fülle erlebt und gelernt, was es bedeuten kann, ein Mensch zu sein. Daher denke ich nicht, etwas verpasst zu haben oder zukünftig zu verpassen. Hätte ich dies vor 10 Jahren beim besagten Bewerbungsgespräch geahnt, hätte ich bestimmt geantwortet: „Mein großer Traum ist, dass immer mehr Menschen mit psychischen Erkrankungen ein so hohes Maß an Inklusion erfahren wie ich selbst“. Mit Inklusion meine ich vor allem die Integration und die Förderung, die ich von Prof. *** und den Mitarbeitenden seiner Abteilung erfahren habe, zuerst am *** und dann am ***.
Erst durch das Vertrauen und die Sicherheit, die mir am Arbeitsplatz geschenkt wurden, konnte ich meinen Genesungsprozess einleiten und diesen aufrechterhalten: Finanziell kann ich für mich selbst sorgen. Ich bin von Menschen umgeben, die mich und meine Arbeit wertschätzen. Ich habe eine Tagesstruktur. Darüber hinaus wurden mir Freiheiten gewährt, um meine Fähigkeiten und Interessen gezielt einzusetzen, sei es im IT-Support, in Forschungsprojekten oder inzwischen auch im Betriebsrat und Gesamtbetriebsrat. Meine beiden Rückfälle im Frühjahr 2018 und 2019, bei denen ich mit akuten Symptomen teilweise auch auf der Arbeit war, haben nicht dazu geführt, dass ich ausgegrenzt wurde. Im Gegenteil, ich habe weiterhin Geduld und Unterstützung erfahren.
Dass es Stigma, Vorurteile und diskriminierendes Verhalten gegenüber Menschen mit psychischen Erkrankungen gibt, schließen meine persönlichen Erfahrungen natürlich nicht aus. So geht es mir beispielsweise auch mit Rassismus. Nur weil ich selbst keine offenen Anfeindungen und Diskriminierungen aufgrund meiner Herkunft und der sonstigen Merkmale erlebt habe, bedeutet es nicht, dass es das nicht gibt. Viele Menschen mit psychischen Erkrankungen leben mit schweren Krankheitsverläufen und medikamentösen Nebenwirkungen, haben Schicksalsschläge und existenzielle Krisen durchstanden. Viele Menschen sehnen sich nach mehr Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, auch an der Arbeitswelt, und doch fristen viele Menschen ein Schattendasein am Rande unserer Gesellschaft.
„Haben Sie schon mal von der UN-Behindertenrechtskonvention gehört? Menschen mit psychischen Erkrankungen haben ein Recht auf Arbeit. Es geht nicht um Mitleid oder Almosen, wenn sie arbeiten wollen“. Das waren die einprägsamen Worte von Prof. Nicolas Rüsch, Psychiater und Stigmaforscher an der Universität in Ulm, die mich ins Staunen versetzten (2). Dieses Selbstbewusstsein und Selbstverständnis wünsche ich mir zuerst für mich selbst, ist doch meine wissenschaftliche Leistungsfähigkeit eingeschränkt, im Vergleich zu früher, vor meiner Erkrankung. Wie passt das zum Bild der *** mit ihrer Exzellenzforschung?

Öl auf Karton, 03.03.2018Bis ich selbst erkrankte, hatte ich keine Berührungen mit psychischen Erkrankungen. Mir fehlte das Wissen völlig, wie sehr psychische Erkrankungen gesellschaftlich stigmatisiert werden. Vor einigen Jahren bezeichnete ich mich einmal selbst als „Psycho“ und meinte es wertfrei, und doch wurde ich von einer langjährigen Freundin, die nicht von psychischen Erkrankungen betroffen ist, sofort korrigiert: „Sage bitte so etwas nicht über dich!“. Erst später habe ich verstanden, warum meine Freundin so schockiert war und dass die Bezeichnung Psycho Stereotype von Menschen mit psychischen Erkrankungen impliziert, wie etwa schwach, faul, gewalttätig, unberechenbar – und einfach nicht normal!
Was normal sein sollte, fiel mir schon immer schwer zu begreifen. Die Frage nach der eigenen Identität: „Was und wie bin ich und warum?“ beschäftigt sicher jeden Menschen. Mal mehr, mal weniger. Ich sehe mich selbst als das normalste Individuum meiner Welt und kann es mir kaum vorstellen, dass meine Mitmenschen über sich selbst anders denken könnten.
In der *** treffen Menschen mit verschiedensten Lebenserfahrungen, Überzeugungen und Fähigkeiten zusammen und arbeiten gemeinsam im Dienste der Wissenschaft, für die Allgemeinheit. Jeder Mensch ist ein einzigartiges Individuum und wir alle können voneinander lernen, uns gegenseitig bereichern und einander respektieren. Genau darin besteht für mich die Exzellenz. Ich bin dankbar und stolz, Teil dieser Gemeinschaft zu sein.
Referenzen:
(1) ***
(2) Persönliche Kommunikation. Siehe auch: Nicolas Rüsch, Das Stigma psychischer Erkrankung: Strategien gegen Ausgrenzung und Diskriminierung, Urban & Fischer/Elsevier, München, 1. Aufl. 2021, 332 Seiten.
07/01/2021 um 11:37 Uhr #140288An mir selbst sehe ich nicht, dass ich seit meiner Erkrankung jemals ein “Psycho” war, wenn man mit dieser Bezeichnung die Stereotype von Menschen mit psychischer Erkrankung meint, z.B. schwach, faul, gefährlich usw. Deshalb wäre es für mich falsch zu sagen, dass ich früher “Psycho” war und mich aus meinem “Psychotum” herausgekämpft hätte.
Im eigentlichen Wortsinn bedeutet Psycho nur, „die Psyche/ die Seele betreffend“ . Ich denke, erst durch Filme wie zB. „Psycho“ und bestimmte Bücher verstärkte sich die negative Assoziation immer mehr und wurde im Jargon zu einem feststehenden Begriff für bösartige Menschen. Naja… Psychopathen, die anderen mit dem Psycho vorne dran, sind ja im Normalfall tatsächlich böse und egoistisch….
Ich nenne mich selbst oft Psycho oder Schizo und finde das eher lustig. Ich kann es relativieren… Mich immer von den bösen Psychos abgrenzen zu müssen, ist mir viel zu blöd. Die, die mich kennen, wissen eh was sie von mir zu erwarten haben und was nicht…
07/01/2021 um 11:53 Uhr #140291
Anonym
Gelöscht 0821
07/01/2021 um 16:52 Uhr #140331Ja, Glückwunsch zu dem Artikel :good: .
Ich habe ihn jetzt nur noch überflogen, da sich nicht mehr viel geändert hat.
Mir hat es auch Spaß gemacht, die Entstehung mitzuverfolgen und zu kommentieren.
07/01/2021 um 17:09 Uhr #140333Danke schön @Molly, @Jela und @Dopplereffekt
Im eigentlichen Wortsinn bedeutet Psycho nur, “die Psyche/ die Seele betreffend” .
Genau, das habe ich auch zuerst gedacht, dass „Psycho“ einfach eine andere, neutrale Bezeichnung ist für eine Person mit psychischer Erkrankung
Jetzt habe ich diesen Beitrag bestimmt 5 Male in meinem Blog gepostet, und auf meinem Rechner habe ich bestimmt 30 verschiedene Versionen gespeichert…
Mein Kollege, der Muttersprachler ist und sehr gut übersetzen kann, hat schon zugesagt, dass er „meine“ Englisch-Übersetzung überprüfen wird – wie cool
08/01/2021 um 11:57 Uhr #140397So, vormittags habe ich im Betriebsratsbüro alles erledigt, was ich erledigen musste.
Jetzt mache ich Feierabend und baue meine Überstunden ein bisschen ab
Wünsche allen ein schönes Wochenende
08/01/2021 um 12:28 Uhr #140400Dann schönen Feierabend und ein schönes Wochenende!
08/01/2021 um 12:44 Uhr #140404
Anonym
Klingt gut @mowa :)
Dann kommt gut ins Wochenende und geniesse deine Freizeit, wenn du sie für dich nutzen kannst.
Du sag Mal , wie hat denn der Kürbis geschmeckt? Oder gibst den noch??
LG Rispi
08/01/2021 um 18:04 Uhr #140454Danke @Dopplereffekt und @rispi
Du sag Mal , wie hat denn der Kürbis geschmeckt? Oder gibst den noch??
Den Kürbis haben wir Mitte November „geschlachtet“ und daraus Tempura gemacht. Das war wirklich sehr lecker. Mein Mann fand ihn geschmackich noch etwas feiner als den Hokkaido-Kürbis.
HIER hatte ich davon berichtet
09/01/2021 um 6:46 Uhr #140519
Anonym
Liebe Mowa, fein das du nun deinen Artikel fertig geschrieben hast, ich gehe davon aus das du nun übersetzen mußt. Wünsche dir aber erst mal eine gutes chilliges Wochenende. LgB :bye:
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One thought on “Notizen von Mowa”
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