Home › Foren › Selbsthilfe und Genesungsbegleitung (öffentlich) › Notizen von Mowa
- Dieses Thema hat 3129 Antworten sowie 60 Teilnehmer und wurde zuletzt vor vor 5 Jahren von
Mowa aktualisiert.
-
AutorBeiträge
-
13/12/2020 um 16:09 Uhr #136581
Danke schön @sartorius und @erdbeere
Aber es tut sich etwas.
Freue mich zu lesen, dass sich da etwas tut! Ich finde Deine Aktionen sehr unterstützenswert.
Es ist sehr wichtig, denke ich, danach zu streben, so wie man sein möchte und nicht aufzugeben. Super, wenn Du es schaffst, trotz Deiner Isolation.
Vorhin habe ich meinen Chef per E-Mail gefragt, ob ich bis Februar in Vollzeit Betriebsratsarbeit machen kann. Momentan bin ich ja zu 50% freigestellt. Aber durch die OP werde ich effektiv nur noch ca. 3 Wochen haben um am Artikel zu arbeiten, also würde ich es kaum schaffen, wenn ich parallel noch IT-Aufgaben erledigen müsste…
Inzwischen habe ich das DDR-Album „Bald nun ist Weihnachtszeit“ von Youtube heruntergeladen und genieße die Musik ohne Werbungen und voll illegal
13/12/2020 um 16:26 Uhr #136589
Anonym
Es ist sehr wichtig, denke ich, danach zu streben, so wie man sein möchte und nicht aufzugeben
Das ist vergebliche Liebesmüh. Man muss nur der sein, der man ist, der Rest ergibt sich von alleine :bye:
13/12/2020 um 17:21 Uhr #136594Man muss nur der sein, der man ist, der Rest ergibt sich von alleine
Und die Frage nach der eigenen Identität ist etwas, womit jeder Mensch sein Leben lang beschäftigt ist. Es ist nichts Statisches, das glaube ich schon.
Ich versuche das, was für mich wichtig ist, nicht aus den Augen zu verlieren. Genau das bedeutet für mich, danach zu streben, was ich gerne sein möchte. Klar, wenn ich mir wünschen würde anders zu sein als ich bin bzw. sein kann, dann würde ich mich wohl nur vergeblich bemühen. Zum Glück kann ich für mich feststellen, dass nichts vergeblich war, nur rückblickend, nicht vorahnend.
Mein Chef hat mir inzwischen mit „Gerne, Mowa“ geantwortet, das freut mich sehr! Ich bin sehr erleichtert, dass er weiterhin sehr unterstützend ist. Es hätte auch sein können, dass er mit meiner Arbeit unzufrieden ist, weil ich zu wenig IT-Aufgaben erledige. Offenbar findet er es auch gut, wenn ich über den Betriebsrat mich um soziale Angelegenheiten bemühe, vor allem was psychische Belastungen und Erkrankungen im Forschungsumfeld angeht. Das bedeutet mir viel
14/12/2020 um 5:35 Uhr #136641Guten Morgen zusammen,
das Jahr 2020 ist in Japan ein Jahr der Maus. DIESE Neujahrskarten hatten wir fleißig gebastelt und verschenkt.
Das Jahr 2021 ist in Japan ein Jahr des Ochsen. Wir sind jetzt spät dran mit dem Basteln der Karten. Diese einfache Origami-Klebetechnik vom letzten Jahr funktioniert beim Ochsen leider nicht, bzw. uns ist keine kreative Lösung eingefallen, die auch gut aussieht.
Mit dem Grafiktablet habe ich zuerst so eine echt aussehende Kuh nachgezeichnet, aber das war sehr aufwendig und als Neujahrskarte auch nicht wirklich geeignet. Gestern dann habe ich noch schnell einen Ochsen im Comic-Stil gezeichnet, und er gefällt uns nicht schlecht:

Leider ist eine Schwäche unseres Grafiktablets, dass die Farben auf dem Tabelt etwas anders sind, wenn sie gedruckt werden. Aus Zeitmangel werde ich die Farben nicht weiter optimieren, sondern diese Version ausdrucken und auf die leeren Doppelkarten aus Kraftpaier kleben.
Hoffentlich können wir die Karten alle bis in einer Woche verschicken, da haben wir viel zu tun. Es sind Neujahrskarten und keine Weihnachtskarten, daher wäre es auch ok, wenn sie erst im neuen Jahr ankommen – so wird’s in Japan gemacht
So, heute ist virtuelle Betriebsversammelung angesagt. Zum Glück hat unser Betriebsratsvorsitzende wohl alles alleine vorbereitet, und bestimmt macht er’s wieder sehr gut. Und ansonsten werde ich mich mit dem Artikel für den Gesamtbetriebsrat beschäftigen. Ich freue mich darauf.
Wünsche allen einen guten Start in die neue Woche
LG,
Mowa14/12/2020 um 9:12 Uhr #136652
Anonym
Der Ochse sieht prima aus auf jeden Fall gutgelaunt, ich hoffe das dieses Jahr ein besseres wird, obwohl mein persönliches Jahr selbst ganz gut verlief im großen und ganzen. Wünsche dir ein gutes Meeting und Ruhe fürs Schreiben.
LgB :bye:
14/12/2020 um 15:56 Uhr #136679Auch so fleissig, aber das bist Du ja immer. Schön das Dein Chef mitzieht.
Die Karte sieht gut aus, wie mit Aquarell gemalt.
Dir noch einen entspannten Abend. :bye:
14/12/2020 um 20:01 Uhr #136717so einen glücklichen ochsen hab ich noch nie gesehen
15/12/2020 um 11:56 Uhr #136755Danke für die Rückmeldungen @Bernadette, @Blumenduft und @Tody!
so einen glücklichen ochsen hab ich noch nie gesehen
Tja, realitätsnah ist mein Bild wohl nicht
Heute Morgen habe ich ein super Buch gekauft und lese es gerade eifrig:
Das Stigma psychischer Erkrankung: Strategien gegen Ausgrenzung und Diskriminierung von Herrn Nicolas Rüsch.Hier ein kleiner Ausschnitt aus der Einleitung:
(…) Unterstützungs- und Behandlungsmöglichkeiten jeglicher Art, von der Selbsthilfe bis zur Psychiatrie, sind bekannter und werden häufiger genutzt als noch vor wenigen Jahrzehnten. Doch gegen Stigma wird wenig unternommen. Das ist ein erheblicher Missstand und in sich schon ein Zeichen der Benachteiligung dieser großen Bevölkerungsgruppe. Unsere Gesellschaft würde eine auch nur annähernd so ausgeprägte soziale Ausgrenzung und Diskriminierung von Menschen mit körperlichen Erkrankungen nicht akzeptieren. Dabei ist Stigma kein kosmetisches Problem, kein kleiner Schönheitsfehler im sozialen Umgang. Die Folgen sind zahlreich und brutal: Ausschluss aus dem Miteinander von Familie, Freunden und Gemeinschaft am Wohnort; Isolation, Verzweiflung und Suizidalität; Armut und Not u. a. durch Benachteiligung in den Bereichen Arbeit und Wohnen; Vermeidung von Hilfesuche, Benachteiligung im Gesundheitssystem und um viele Jahre früherer Tod; Zerrbilder in den Medien; Benachteiligung im Rechtssystem, u. a. bis 2019 im deutschen Wahlrecht; und nicht zuletzt Stigma als Barriere für ein gleichberechtigtes und möglichst gutes Leben mit der Erkrankung, d. h. für Recovery. (…)
Ich möchte das Buch noch ein ganzes Stück weiterlesen, vielleicht schaffe ich alle Seiten. Und vielleicht werde ich Herrn Rüsch anschreiben, wie hilfreich ich das Buch finde und dass ich jetzt die Möglichkeit habe, einen Artikel zum Thema Stigma psychischer Belastungen und Erkrankungen zu verfassen.
15/12/2020 um 17:30 Uhr #136768Ob ich eine Rückmeldung von Herrn Rüsch erhalten werde? Wäre sehr schön…!
Sehr geehrter Herr Rüsch,
gerne möchte ich mich bei Ihnen für Ihr Buch „Das Stigma psychischer Erkrankung“ sehr bedanken, das ich im Rahmen meiner Recherche heute erst entdeckt und angelesen habe. Bereits die erste Lektüre hat mir geholfen, mein Verständnis über das Stigma psychischer Erkrankung zu korrigieren und zu ergänzen und mich für Antistigma-Projekte inspirieren zu lassen.
Derzeit arbeite ich an einem Artikel über die psychische Gesundheit, den ich für den Gesamtbetriebsrat *** intern veröffentlichen darf. In diesem Artikel würde ich gerne von meiner persönlichen Geschichte als Mitarbeiterin *** berichten, wie ich vor 10 Jahren an einer akuten Psychose erkrankte und seitdem integriert und auch gefördert wurde, trotz zweier Rückfälle und Leistungseinschränkungen.
Ein großer Traum wäre es, falls immer mehr Menschen mit psychischen Einschränkungen ein so hohes Maß an Inklusion erfahren könnten, wie ich es selbst erfahren habe. Supported Employment innerhalb *** zu fördern, klingt noch nach einer Zukunftsmusik.
So wie ich bereits von jüngeren wissenschaftlichen Mitarbeitenden informiert wurde, gibt es auch in unserem Forschungsumfeld Stigmatisierung von psychischen Belastungen und Erkrankungen. Ich hoffe, durch diese interne Veröffentlichung sowohl Betroffene als auch Nicht-Betroffene zum offeneren Austausch über psychische Belastungen und Erkrankungen ermutigen zu können und einen kleinen Beitrag zur Entstigmatisierung leisten zu können.
Bis heute habe ich in kleineren Kreisen zwei Vorträge zu diesem Thema gehalten und bin etwas verunsichert, ob die breite Veröffentlichung meiner persönlichen Geschichte überhaupt zielführend wäre. Falls Sie mir hierzu Ihre persönliche Einschätzung geben könnten, wäre ich Ihnen sehr dankbar.
Vielen Dank und herzliche Grüße,
Mowa
16/12/2020 um 13:21 Uhr #136819Der Einleitungstext von Herrn Rüsch ist wohl leider zu wahr. Ich traue mich eigentlich eher immer weniger von meiner Erkrankung zu erzählen.
Ich finde es mutig von dir, deine Geschichte breit veröffentlichen zu wollen. Ich finde es super, wie du mit deiner Erkrankung zurecht kommst und dass du trotzdem arbeiten kannst. Andererseits könnte ich mir vorstellen, dass solche Erfolgsgeschichten zu zu hohen Erwartungen an psychisch Kranke führen könnten, nach dem Motto: „Mowa hat es doch geschafft, also warum nicht du?“. Ich denke daher, dass Hinweise auf schwerere Verläufe angebracht wären. Die Unterschiedlichkeit in Form und Ausprägung psychischer Erkrankungen macht es wohl noch schwieriger Stigmata abzubauen.
16/12/2020 um 15:17 Uhr #136821Ja, ich find Deine Geschichte auch gut. Aber sehe auch die Probleme die Dopplereffekt sieht.
Dir noch einen schönen Tag. :bye:
16/12/2020 um 18:37 Uhr #136858Guten Abend zusammen,
Ich denke daher, dass Hinweise auf schwerere Verläufe angebracht wären.
Danke @Dopplereffekt und @Blumenduft für Eure Hinweise, sie erscheinen mir auch wichtig.
Dass das nur eine persönliche Geschichte ist, keine pauschale, werde ich betonen. Aus der Perspektive eines gesunden Menschen ist meine Geschichte bestimmt keine erfolgreiche. Nur sehe ich auch, dass die meisten Menschen mit psychischen Erkrankungen nicht auf diese Art und Weise zu Wort kommen können. Es kommt mir so vor, als wäre das übergroße Leid stummgeschaltet.
Ich bin auch sehr froh, wenn ich meinen Mann mit einbeziehen kann. Der Austausch darüber, was ich wie schreibe und warum, das ist auch mit Last und Schmerz verbunden, und sehr anstrengend für uns beide. Und trotzdem ist das sehr wichtig, das tut meinem Schreiben gut.
Herr Rüsch hat mir eine freundliche Rückmeldung gegeben und angeboten, dass wir telefonieren können, um näher auf mich und meine Situation einzugehen. Ich hoffe, dass ich bald mit ihm sprechen kann, seine Meinung würde mich sehr interessieren.
Jetzt habe ich auch meinen Chef nach seiner Meinung gefragt. Ich weiß nicht, was er davon hält, dass ich meine Geschichte veröffentlichen will. Jedenfalls bleibt es sehr spannend füe mich.
Wünsche allen einen gemütlichen Mittwochabend
LG,
Mowa16/12/2020 um 20:04 Uhr #136870Ich denke, eine gewisse Fitness ist nötig, um so ein Buch zu schreiben. Daher wird es für Betroffene mit schweren Verläufen auch schwierig, sich auf diese Weise auszudrücken. Trotzdem finde ich dein Projekt gut. Du kannst ein Vorbild für viele Erkrankte sein, sich nicht aufzugeben.
16/12/2020 um 21:01 Uhr #136878Guten Abend, liebe Mowa!
Ich muss jetzt doch die Stigmatisierung an sich ansprechen. Pass auf dich auf, damit du nicht in die psychisch krank, Schublade gesteckt wirst. Hab leider die Erfahrung machen müssen, dass viele nicht mehr normal auf einen reagieren, wenn sie wissen, was mit einem los ist. Es hat dann auch Folgen für das eigene Wohlbefinden, wenn einem jeder kleine Fehler, den man macht, auf die Krankheit angerechnet wird.
17/12/2020 um 5:19 Uhr #136902Guten Morgen, danke Euch @Dopplereffekt und Molly.
Ich denke, eine gewisse Fitness ist nötig, um so ein Buch zu schreiben.
Falls Du meinen Artikel bzw. Erfahrungsbericht meinst, von der Länge her wären es ca. 8000 Zeichen mit Leerzeichen, eventuel auch 11000. Eine DIN-A4-Seite hat bei mir so 3000 bis 4000 Zeichen, also wäre der Text 2 bis 4 Seiten lang.
Das mit der Fitness ist wirklich so. Die Beschäftigung mit der eigenen Psyche und dem bisher Erlebten kann sehr anstrengend werden. Ich versuche öfter Pausen zu machen und auch mich mit anderen Sachen zu beschäftigen.
Pass auf dich auf, damit du nicht in die psychisch krank, Schublade gesteckt wirst.
Ja, das wird sicher so sein, dass es ein Spektrum an Meinungen zu meinem Artikel geben wird.
Zum Glück ist es bei mir ja so, dass mein Chef und die Mitarbeiter, die mir nahestehen, eingeweiht sind. Auch viele andere Mitarbeiter sind informiert, war ja auch teilweise akut auf der Arbeit. D.h. mein Arbeitsverhältnis und meine sozialen Kontakte sind durch diese Veröffentlichung nicht gefährdet.
Daher denke ich, dass nicht ich ein Problem mit den Anderen haben werde, sondern die Anderen mit mir, wenn überhaupt. Und genau darum geht es mir, dass ich die Leserschaft einladen will, eigenes Stigma zu überdenken und selbst zum Abbau beizutragen, ob es Betroffene sind oder Nicht-Betroffene.
Heute ist Betriebsratssitzung, ich werde virtuell daran teilnehmen. Etwas schwierig die Konzentration aufrechtzuerhalten und zu protokollieren, vor Ort wäre es einfacher…
Wünsche allen einen angenehmen Tag
LG,
Mowa -
AutorBeiträge
- Sie müssen angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.
One thought on “Notizen von Mowa”
Comments are closed.