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Mowa aktualisiert.
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12/05/2024 um 7:43 Uhr #347658
Anonym
Ich bin immer wieder erstaunt das du meinst Nebenwirkungen zu haben von 1mg.
Ich hatte keine gemerkt bei Aripiprazol 5mg ,10mg und jetzt 15mg. Und ich bin auch ein sensibler Mensch.
Alles Gute für deine Bewerbungen toitoitoi.
12/05/2024 um 13:57 Uhr #347685Guten Morgen liebe @Mowa,
klingt gut, dass der Umgang im Job freundlich und friedlich ist.
Schön mit dem Fotoshooting und dass dir die neuen Bewerbungsfotos gefallen.
Du wirst dir gut überlegt haben, warum du in der Bewerbung deine Erkrankung mit angegeben hast. Müssen müsstest du ja gesetzlich nicht. Machst du das wegen dem Schwerbehindertenausweis, wegen den mehr Urlaubstagen, wenn ich fragen darf?
Die Stigmatisierungen sind auch in Deutschland bei Schizophrenie noch ziemlich stark. Ich hatte glaube ich schonmal gelesen, dass sie in Japan ganz schlimm sein sollen, dort die Erkrankung Schizophrenie deswegen wohl inzwischen umbenannt worden sein soll, wenn ich mich richtig erinnere.
Ich meine es war in Japan, dass bei der Diagnose Schizophrenie den Betroffenen Suizid nahegelegt wurde und auch die Angehörigen dazu gedrängt wurden, auf die Betroffenen dementsprechend einzuwirken. Kann mich aber irren.
Es muss nicht so sein, aber du könntest es wegen der Angabe der Erkrankung ungleich schwerer haben mit deiner Bewerbung im Auswahlverfahren.
Ich drücke dir jedenfalls die Daumen für die Bewerbung und dass du den Job bekommst. 🍀👍👍🍀
Ja, ich hab das auch immer geliebt, mit unseren Hunden ganz früh am Wasser im Grünen unterwegs zu sein.
Ich wünsche dir einen schönen Sonntag.
Liebe Grüße Pia
Petition für einen Wandel im psychiatrischen Gesundheitswesen und in der Psychopharmakologie – an die WHO und weitere:
12/05/2024 um 15:06 Uhr #347690Ich habe mit meinem Mann und auch mit meiner Mutter über diese Stellenausschreibung diskutiert. Ich glaube, dass meine Bewerbung sehr gut ist und ich auch ein aussagekräftiges Anschreiben verfasst habe. Da ich offen meine mentale Behinderung angebe, weiß ich nicht, wie die Stiftung damit umgeht. Psychische Erkrankungen sind in Japan stärker stigmatisiert als noch in Deutschland, und Schizophrenie ist besonders stark tabuisiert, wenn ich es richtig mitbekommen habe.
Wie gibst du denn die mentale Erkrankung in der Bewerbung schon an? Ich finde, dass das den Arbeitgeber, genauso wie andere Erkrankungen, erstmal nichts angeht und gebe nur den Schwerbehindertenausweis an sich an, also nicht weshalb ich den habe.
Diversität und Inklusion hört sich passend an. Mit der MHAW (mental health awareness week) hast du ja auch schon Erfahrungen in dem Bereich gesammelt. Die Japanstiftung hört sich für mich auch eher „nach Oberschicht“ an. Ich weiß gerade nicht genau, wie ich das ausdrücken kann, aber ich würde da eben eher Leute im feinen Anzug erwarten. Das hört sich auch schonmal nach sehr teuren Bewerbungsfotos an. Ich meine, meine letzten hatten unter 50€ gekostet und waren trotzdem sehr gut. Vermutlich habt ihr in Heidelberg aber auch ein höheres Preisniveau und ich hatte einen guten Tipp, was den Fotoladen anging.
Ich habe auch bei sehr geringen Dosen von Aripiprazol noch Nebenwirkungen gemerkt. Ich meine auch bei 1mg. Für mich heißt das, dass ich sehr empfindlich auf die Medikamente reagiere und dementsprechend vorsichtig damit sein sollte. Leider hatten das einige Ärzte anders gesehen…
13/05/2024 um 20:11 Uhr #347849Hallo zusammen,
danke Blaustern, Pia und Dopplereffekt
Heute Morgen um 09:05 Uhr habe ich meine Bewerbungsunterlagen eingereicht
Ich habe seit (edit:) Donnerstag jeden Tag mehrere Stunden daran gesessen und habe mir viel Mühe gegeben. Das hat sich auch gelohnt, auch weil ich für künftige Bewerbungen viel dazugelernt habe.
Du wirst dir gut überlegt haben, warum du in der Bewerbung deine Erkrankung mit angegeben hast.
Wie gibst du denn die mentale Erkrankung in der Bewerbung schon an?
Einerseits ist es so, dass ich bei einem Arbeitgeber arbeiten will, der meine Bewerbung nicht wegen meiner mentalen Behinderung ausschließt.
Andererseits ist es auch so, dass ich aufgrund meiner Internetpräsenz meine Diagnose und Psychoseerfahrungen gar nicht verbergen kann.
Wenn aus meinen Bewerbungsunterlagen meine mentale Behinderung hervorgeht, dann ist das vor allem meine persönliche Kampagne für Inklusion und gegen Stigmatisierung, wie ich es gewohnt bin zu handeln.
Es wird in Zukunft sicherlich Zeiten geben, in denen ich aus gesundheitlichen Gründen eine Auszeit nehmen muss, und ich möchte, dass der Arbeitgeber dies von Anfang an weiß.
Im Referenzschreiben von meinem Vorgesetzten wird erwähnt, dass er bestürzt war, als er vor meiner Einstellung erfahren hat, dass ich eine Psychose hatte. Dennoch lobt er mich auf zwei Seiten in den höchsten Tönen.
Ich habe vier zusätzliche Referenzschreiben beigefügt, die genauso positiv und wichtig sind.
Insgesamt wurden dadurch sowohl meine mentale Behinderung als auch meine Tätigkeit als Betriebsratsvorsitzende in ein sehr positives Licht gerückt. Sicherlich ist beides für viele Arbeitgeber normalerweise ein No-Go…
Hier ist mein Anschreiben:
Bewerbung als Projektreferentin / Projektreferent (m/w/d)
Sehr geehrte Frau L.,
neulich habe ich Ihre Stellenausschreibung auf der Homepage Ihrer Stiftung entdeckt und war sofort überzeugt, dass ich für diese Stelle geeignet bin.
Als Auslandsjapanerin, die in Japan, Deutschland und England aufgewachsen ist und im Alter von 11 und 12 Jahren den Fall der Berliner Mauer in Bonn, dem damaligen Regierungssitz der Bundesrepublik Deutschland, hautnah erlebt hat, weiß ich, wie wichtig die Bereitschaft zum Dialog auf Augenhöhe für nachhaltige nationale und internationale Beziehungen ist. Ich möchte gerne meine vielfältigen beruflichen Erfahrungen und Qualifikationen sowie meine Begeisterung für ein inter- und multikulturelles Miteinander bestmöglich in die Arbeit als Projektreferentin für Ihre Stiftung einbringen.
In den letzten drei Jahren habe ich in der … unter anderem als Koordinatorin für die Mental Health Awareness Week (MHAW, in 2021 und 2022) sowie für die Mental Health Initiative (MHI in 2023) gewirkt. Mit meinem persönlichen Engagement und meinem diplomatischen Geschick als Gesamtkoordinatorin habe ich maßgeblich dazu beigetragen, aus einer ursprünglichen Graswurzelbewegung von internationalen Early Career Researchers ein von der … offiziell anerkanntes Kooperationsprojekt zu schaffen.
Darüber hinaus habe ich das Kooperationsprojekt auf Universitäten, Krankenhäuser und externe Initiativen und Vereine ausgeweitet, die Zweisprachigkeit unserer Veranstaltungen in Deutsch und Englisch sichergestellt und die Teilnahme für alle geöffnet, d.h. auch für Menschen, die aufgrund ihrer körperlichen und/oder mentalen Beeinträchtigungen nicht arbeiten können. Ich sehe mich als leidenschaftliche Fürsprecherin für Inter- und Multikulturalität, Diversität und Inklusion, die Brücken zwischen verschiedenen Interessengruppen baut, neue Impulse setzt und Synergien nutzt, um kleine wie große Projekte erfolgreich voranzutreiben.
Aufgrund der Nähe zur Familie und der Charité bin ich derzeit auf der Suche nach neuen Herausforderungen und einer Festanstellung in Berlin. Gerne stehe ich Ihnen für ein persönliches Gespräch zur Verfügung, um Sie von meiner Eignung als leistungsfähige und -bereite neue Mitarbeiterin zu überzeugen. Über eine Einladung würde ich mich sehr freuen.
Herzliche Grüße aus Heidelberg,
Mowa, Ph.D.Dieses Bewerbungsfoto habe ich für meinen Lebenslauf verwendet (natürlich größer und in hoher Auflösung):

Ja, ich bin gespannt, ob meine Bewerbung berücksichtigt werden kann. Eine Eingangsbestätigung für die Bewerbungsunterlagen habe ich heute nicht mehr bekommen.
Heute hat für mich die Arbeitswoche normal begonnen. Meine Entscheidung, keine Überstunden mehr für den Betriebsrat zu arbeiten und auch sonst mich nicht mehr für diese Tätigkeit zu stressen, tut mir gut. Kurz nach 17 Uhr habe ich meine Sachen gepackt und bin nach Hause gelaufen.
Zu Hause habe ich noch das Abendessen zubereitet, dann haben wir zu dritt zusammen gegessen, und jetzt bin ich schon wieder k.o. Bestimmt kann ich heute sehr gut ein- und durchschlafen!
Liebe Grüße,
Mowa13/05/2024 um 20:30 Uhr #347850Hi Mowa, Ich habe ja seit Ewigkeiten keine Bewerbung geschrieben und hatte erwartet, dass Porträtfotos gar nicht mehr üblich wären wie in den USA. Es ist jedenfalls ein gutes Foto. Bewirbt man sich eigentlich nur noch digital oder ist eine Bewerbungsmappe noch ein Muss? Viel Erfolg bei dem weiteren Verlauf!
13/05/2024 um 20:49 Uhr #347851Ich bin ehrlich gespannt, wie potenzielle Arbeitgeber auf deine Bewerbungen reagieren. Viel Erfolg, liebe Mowa!
14/05/2024 um 5:17 Uhr #347863Danke schön @Hanseatic und @Molly
dass Porträtfotos gar nicht mehr üblich wären wie in den USA.
Das kann sein! Zumindest habe ich bei meiner Recherche verschiedene Formate gesehen. Für mein Foto habe ich das Seitenverhältnis 2:3 genommen. Bewerbungsfotos sind ja nicht mehr verpflichtet, aber daran soll meine Bewerbung wirklich nicht scheitern.
Bewirbt man sich eigentlich nur noch digital oder ist eine Bewerbungsmappe noch ein Muss?
Bei meiner Stellensuche habe ich fast immer gesehen, dass Arbeitgeber meistens eine E-Mail-Adresse angeben, an die die Bewerbungsunterlagen eingereicht werden sollen. Bewerbungsmappe, ja, auf jeden Fall gehören Anschreiben, Lebenslauf und Anlagen dazu, digital bei Online-Bewerbungen.
Referenzschreiben sind optional, aber bei meiner Bewerbung spielen sie eine besonders wichtige Rolle, weil die Angabe über meine mentale Behinderung und Tätigkeit als Betriebsratsvorsitzende bestimmt viele Arbeitgeber skpetisch stimmt.
Gerade gibt es draußen ein ganz lautes Vogelkonzert. Hier soll es heute wolkenlos sonnig bleiben und bis zu 27 °C werden. Ich freue mich darauf
14/05/2024 um 6:42 Uhr #347869Guten Morgen, dein Foto ist sehr schön gelungen und deine Bewerbung finde ich auch ausgezeichnet. Ich drücke dir die Daumen für den Job.
14/05/2024 um 7:45 Uhr #347877Guten Morgen liebe @Mowa,
ja, da hast du völlig Recht mit deinen Gründen, warum du die Erkrankung in deiner Bewerbung mit angegeben hast, das war wirklich wichtig in deinem Fall.
Sehr schön mit den vielen guten Referenzschreiben!
Deine Bewerbung liest sich sehr gut. Auch dein Foto ist sehr schön.
Die Stellenausschreibung hatte ich mir auch durchgelesen, ich denke, das könnte schon wirklich eine gute Stelle sein bei der Stiftung und du persönlich würdest sie ja ausfüllen und wärst da wohl ziemlich frei damit, wie.
Nach Japan kämst du mit Gruppen auch öfter, vermutlich anstrengend, aber sicher auch schön für dich.
Ich drücke dir die Daumen 👍 👍, dass du die Stelle bekommst und natürlich auch dein Wunschgehalt dafür. Viel Glück! 🍀🍀
Ich wünsche die einen schönen Tag.
Liebe Grüße Pia
Petition für einen Wandel im psychiatrischen Gesundheitswesen und in der Psychopharmakologie – an die WHO und weitere:
14/05/2024 um 8:50 Uhr #347881@mowa Dein Anschreiben liest sich für mich sehr gut. Ich habe da allerdings keinen Hinweis auf deine eigene „mentale Behinderung“ gesehen, was ich allerdings, wie gesagt, auch völlig in Ordnung finde. Oder habe ich da etwas überlesen oder hast du es an anderer Stelle angegeben?
Das Foto sieht auch richtig gut aus. Meine Bewerbungen waren fast alle nur digital und mit Bewerbungsfoto. Eine physische Bewerbungsmappe brauchte ich nicht. Viel Erfolg dir!
14/05/2024 um 16:58 Uhr #347920Das ist ein sehr tolles und sympathisches Foto und das steigert bestimmt auch deine Chancen, dass deine Bewerbung berücksichtigt wird.
Und auch dein Bewerbungsschreiben klingt gut und ansprechend!
Ich wünsch dir viel Glück!
14/05/2024 um 17:26 Uhr #347925Das ist sehr lieb, vielen Dank @Isa, @Pia, @Dopplereffekt und @Mond
Heute habe ich überraschend mein Zwischenzeugnis erhalten. Mein Mann sagt, dass das eine „1+“ ist, und das stimmt. Ich bin im Büro in Tränen ausgebrochen, weil ich solche starke Worte nicht erwartet habe, auch, weil das letzte Jahr für mich sehr hart war.
Ich habe es dann gleich bei der Stiftung nachgereicht und hoffe, dass sie mir bald den Empfang bestätigen wird.
14/05/2024 um 17:34 Uhr #347927
Anonym
Herzlichen Glückwunsch zum so sehr guten Zwischenzeugnis. Toll, dass Du so gerührt warst! Und alles Gute für die Bewerbungen! lG!
14/05/2024 um 17:35 Uhr #347928Hallo liebe @Mowa,
gerne.
Das freut mich so für dich, mit dem super Zwischenzeugnis, da bin ich ganz gerührt und freue mich mit dir.
Ja, du hast hart dafür gearbeitet und es verdient, so starke Worte, die 1+!
Herzlichen Glückwunsch zum Zwischenzeugnis.
🥂🍾💐🍀🎶👍🎉 Lass dich feiern.(Oje, iichvertippte mich gerade und schrieb statt feiern feuern. ;) Noch früh genug gemerkt. 😅)
Vielleicht unternimmt du was Schönes mit deinem Mann zur Feier des Tages.
Ich wünsche dir einen schönen Abend.
Liebe Grüße Pia
Petition für einen Wandel im psychiatrischen Gesundheitswesen und in der Psychopharmakologie – an die WHO und weitere:
14/05/2024 um 17:43 Uhr #347930Oder habe ich da etwas überlesen oder hast du es an anderer Stelle angegeben?
Mein Lebenslauf enthält unter dem letzten Abschnitt „Interessen“ einen Link zu meiner Profilseite bei Mad in America, @Dopplereffekt. Außerdem steht unter Berufserfahrung auch „Inklusions- und Diversitätsaktivistin“. Und dann habe ich auch angegeben, dass ich einen Schwerbehindertenausweis mit GdB 50 habe.
Ansonsten steht im Referenzschreiben von meinem Vorgesetzten, dass er von mir über meine Psychose erfahren hat usw.
In einem weiteren Referenzschreiben steht auch, dass ich eine psychische Erkrankung habe usw.
Insgesamt ist es in meinen Bewerbungsunterlagen nicht zu überlesen, dass ich eine psychische Schwebehinderung habe und dass es sich dabei um Schizophrenie handelt. Ich glaube, der Begriff „Schizophrenie“ kommt nicht in den Dokumenten vor, wohl aber „Psychose(n)“.
Vielen Dank, @manon und @Pia
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