Notizen von Mowa – Teil 2

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  • Dieses Thema hat 1651 Antworten sowie 56 Teilnehmer und wurde zuletzt vor vor 3 Jahren von Mowa aktualisiert.
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  • #156880

    Guten Morgen zusammen,

    danke sehr für Eure lieben und hilfreichen Worte Bernadette, Freia und DiBaDu!

    Der gestrige Tag war nach dem Abendessen ab ca. 17 oder 18 Uhr nochmal sehr anstrengend, nachdem mein Mann versucht hat mir wieder einzureden, warum er vorgestern beim Streit Recht hatte und ich falsch gehandelt hatte. Es gingen dabei auch Glaswaren in die Brüche – ein Verhalten, was mich zu Anfang unseres Zusammenlebens schockiert hat und inzwischen nicht mehr.

    Ich habe außer den Stellschrauben „Medikamente“ und „Arbeit“ eben auch mein Privatleben, und hier hängt die Dosierung halt nicht nur von mir ab. Wenn mein Mann mir keinen Rückzug und keine Ruhe gewähren kann, weil er selbst zu sensibel und verletzlich ist, können solche eskalierte Konflikte mich unter Umständen auch in den Wahnsinn treiben. Jetzt mache ich mir Sorgen, was heute noch passieren wird, ob es wieder zur Explosion kommen würde. Ich bin richtig froh, morgen einen Termin bei meinem Therapeuten zu haben…

    Das Brotbacken war ok gestern. Dieses Mal habe ich Sonneblumenkerne hineingerührt und habe dabei vergessen zuerst nachzuschauen, ob die Wasssermenge gleich bleibt. Tatsächlich hätte ich sie zuerst einige Stunden lang im Wasser quellen lassen sollen, aber bei der relativ kleinen Menge (200 g Sonnenblumenkerne vs. 1500 g Mehl) hat es zum Glück nicht so viel ausgemacht. Beim nächsten Mal werde ich mehr Sonnenblumenkerne nehmen und sie auch vorher im Wasser quellen lassen, damit die Brote noch saftiger werden.

    Ansonsten hatte gestern der Morgen eigentlich schön angefangen, mein Mann und ich haben zusammen „It Takes Two“ eine Weile gespielt. Im MOMA haben sie gerade gestern Werbung dafür gemacht. „A Way Out“, ein anderes Spiel vom selben Entwickler, haben wir letztes Jahr oder so auch zu Ende gespielt, und das hatte uns sehr gefallen. Vielleicht können wir weiterspielen, wenn mein Mann gleich aufwacht. Hauptsache, kein Streit :unsure:

    Heute ist Tag Nr. 20 mit der doppelten Dosis 2 mg Aripiprazol. Der Schlaf war gut, ich habe etwas mehr als 8 Stunden lang fast durchgeschlafen.

    Gegen 6 Uhr habe ich bei meinem Facebook-Account nach alten Chat-Verläufen nachgeschaut, was ich damals kurz vor meinem ersten Rückfall im Januar/Februar 2018 geschrieben hatte. Es ging um einen bestimmten Chat mit einem Bekannten aus Indien, der sich mit Meditationen auskennt und an Jenseits usw. glaubt. Nachdem ich mich von diesem Rückfall erholt hatte, habe ich noch lange gedacht, dass er mich böswillig manipuliert hatte, obwohl ich bereits wahnhaft war. Aber jetzt habe ich mir den Chat-Verlauf nochmal durchgelesen und schätze die Situation doch anders ein. Es war sicher keine Absicht von ihm mich zu manipulieren, nur hat er die wahnhaft-hilflose Situation, in der ich war, nicht einschätzen können :scratch:

    Es war also gut für mich, zum „Tatort“ zurückzukehren und die Situation nochmal auszuwerten, und zwar sachlich und ohne Wahn. Es gibt auch Situationen während meiner akuten Psychosen, in denen ich Manipulationen durch meinen Mann vermutet habe bzw. vermute. Leider habe ich hier nichts Schriftliches und kann es heute nicht mehr nachvollziehen, was wirklich geschehen war. Diese eine Geschichte von dem Chat mit dem Bekannten aus Indien zeigt mir aber bereits, dass es möglich ist, dass ich dort eine böse Absicht vermute, wo es sie nie gegeben hat. Jedenfalls werde ich morgen die Gelegenheit nutzen, mit meinem Therapeuten diese vergangenen Vorkommnisse durchzusprechen.

    Um ehrlich zu sein, habe ich mich etwas später bei den 7-Uhr-Nachrichten ein ganz bisschen gefragt, ob mich die Nachrichtensprecher anschauen. Aber sie gucken halt in die Kameras, und dadurch kann ich das Gefühl bekommen angeschaut zu werden. Nach einer Weile hat sich dieses ganz leise Gefühl auch beruhigt, und meine Wahrnehmungen waren wieder stabil und normal. Ich hatte auch ein etwas taumelndes Gefühl im Kopf und habe gespürt, dass ich mich wieder entlasten und entspannen sollte. Also hoffe ich sehr, dass heute ein entspannter und möglichst langweiliger Tag auf mich wartet…!

    Wünsche allen einen schönen Donnerstag :rose:

    LG,
    Mowa

    #156887

    Huiuiui, dein Mann scheint ja ein echter Temperamentsbolzen zu sein, mit der Tendenz, Geschirr zu zerschlagen. Aber du willst keinen Streit, dann wird es auf Dauer auch keinen geben. Ihr werdet euch schon einigen.

    Also hoffe ich sehr, dass heute ein entspannter und möglichst langweiliger Tag auf mich wartet…!

    Uaaah! Davon hab ich letzter Zeit echt ein wenig zu viel. Bin froh, wenn morgen die Temperaturen wieder hoch gehen und ich draußen was machen kann, sei es wandern  oder Rad fahren. Gestern hab ich vor lauter nicht wissen, was tun, sogar mal wieder ein Chipstüte gekauft und gegessen.

    Heute werde ich mir wohl Spotify anhören und wieder da und dort eine Nachricht hinterlassen. Alle Jubeljahre bekomme ich ja doch so was wie eine Antwort.

     

    #156892

    Hi @Mowa,

    du schriebst irgendwann, dass Dein Mann ebenso psychoseerfahren ist, aber seit langem keine Medikamente mehr nimmt.

    Ist er denn symptomfrei?

    Antworte natürlich bitte nicht, wenn Dir diese Frage zu privat ist. Dafür hätte ich volles Verständnis.

    lg und weiter alles Gute, DiBa

    #156894

    Es gingen dabei auch Glaswaren in die Brüche – ein Verhalten, was mich zu Anfang unseres Zusammenlebens schockiert hat und inzwischen nicht mehr.

    :negative:

    Vielleicht könntest du dann eine Runde spazieren gehen, wenn du Freiraum brauchst.

    Ich bin gespannt wie es bei dir weiter geht, auch dosierungsmäßig.

    Ich frage mich, warum dein Psychiater zu 3 Monaten erhöhter Dosis rät. Braucht das Gehirn so lange, um stabil zu werden? Spricht er aus Erfahrung oder gibt es wissenschaftliche Erkenntnisse dazu?

    #156933

    Guten Morgen zusammen,

    heute habe ich nicht lange geschlafen, nur etwas über 4 Stunden, und jetzt muss ich ständig gähnen.

    Gestern war ein guter Tag. Nachdem mein Mann aufgewacht war, wollte er wieder weiter darüber sprechen, dass er mit seinem Anliegen Recht hatte. Und da habe ich ihm ganz klar gesagt, dass mir meine psychische Gesundheit am wichtigsten ist und dass mein Kopf gesund bleibt, und dass es mir scheißegal ist wer Recht oder Unrecht hat, egal was sein Anliegen ist. Ich habe ihm auch gesagt, dass die ganze Welt von mir aus untergehen kann und Menschen qualvoll ermordet werden können, alles das sei für mich in diesem Moment völlig irrelevant, weil mir meine Gesundheit einzig wichtig ist.

    Und danach war endlich Ruhe.

    Wir haben uns den Film „Postman Blues“ angesehen. Der Humor ist sehr originell und einfach zum Brüllen. Vor etwa 2 Jahren hatten wir den Film schon mal gesehen, auf Youtube und mit schlechter Auflösung, und jetzt haben wir uns die DVD gekauft. Vom Regisseur Sabu kennen wir noch „Mr. Long“, auch ein guter Film B-)

    Was ich in den letzten Wochen gemerkt habe, als die wichtigste Sofortmaßnahme habe ich ja versucht die Stressoren zu vermeiden und den Informationsfluss zu minimieren. Zusätzlich war es auch so, dass ich mich aktiv stabil halten konnte, indem ich mir bewusst gemacht habe, was noch gesunde Wahrnehmung ist und wie sich der Übergang zur psychotischen Wahrnehmung anfühlt. Vielleicht ist es wirklich möglich, mich aktiv von psychotischen Wahrnehmungen zu distanzieren und mich gesund zu halten.

    Zumindest würde sich das mit den Erfahrungen meines Mannes decken, der auch seine Wahrnehmungen hinterfragt hat um ohne Psychopharmaka gesund zu bleiben. Psychotisch ist er nicht @DiBaDu, er ist symptomefrei. Er lebt jetzt seit 11 Jahren ohne Medikamente. Was er wohl hat, sind eine große Unsicherheit und einen großen Selbstzweifel, er neigt auch zur Paranoia und leidet unter Panikattacken (inzwischen nur sehr selten). Genau @sartorius, mein Mann hat ein ganz anderes Temperament als ich.

    Braucht das Gehirn so lange, um stabil zu werden? Spricht er aus Erfahrung oder gibt es wissenschaftliche Erkenntnisse dazu?

    Ich habe nicht nach den Quellen gefragt @Dopplereffekt, aber das ist das, was er als erfahrener Psychiater weiß. Was er mir schon gesagt hat, dass die Biochemie des Gehirns eine träge sei und deswegen auch stabil. Ständige Dosisänderungen bspw. können die Stabilität des trägen Systems empfindlich stören.

    So, heute ist also Tag Nr. 21 mit der doppelten Dosis 2 mg Aripiprazol. Gleich werde ich 3 Wochen lang diese erhöhte Dosis eingenommen haben. Ich will mich nächste Woche bei dieser doppelten Dosis aufmerksam beobachten, wie belastbar ich bei der Arbeit bin aber auch, wie klar mein Kopf ist.

    Heute Mittag habe ich einen Therapeutentermin, abends skype ich mit @sommer ;-) Zum Glück soll es bei uns die kommenden Tage wieder warm weren.

    Wünsche allen einen guten Freitag, kommen wir gut ins Wochenende :rose:

    LG,
    Mowa

    #156938

    Guten Morgen, liebe @Mowa! Das wünsche ich Dir auch! :-)

    #156941

    Danke schön liebe @Molly!

    Zum Glück konnte ich noch 2 weitere Stunden gut im Bett schlafen B-)

    #156951

    Guten Morgen Mowa,

    dann will ich mich mal als stille Mitleserin zu erkennen geben und sagen: vielen Dank, dass du deine Erfahrungen und Beobachtungen in diesem Prozess mit uns teilst, das sind sehr wertvolle Einsichten und ich finde es total spannend und beeindruckend wie reflektiert du mit deiner Situation umgehst!

    Ein Psychiater sagte mal zu mir, dass bei dem Verständnis von Psychosen und der Gesamtsituation, welches ich mitbringe, ich auf jeden Fall versuchen kann mein Medikament abzusetzen. Diese Einschätzung die ja mir galt, sehe ich in deinem Blog und in deinen Erfahrungen bestätigt. Wenn man ein großes Verständnis mitbringt, ist man in der Lage durch die grenzwertigen Situationen zu navigieren und im absoluten Notfall auch die Notbremse zu ziehen.
    Ich finde es mutig von dir, wie du deine klugen Entscheidungen triffst, beispielsweise für eine Verdopplung der Aripriprazoldosis, aber gegen eine Einnahme von 2,5mg Olanzapin, und wie du für dich das Beste aus dieser schwierigen Situation machst.

    Im Hinblick auf meinen eigenen Weg, ist es sehr hilfreich für mich, deinen Blog zu verfolgen!

    Was ich eigentlich sagen will: danke dir fürs teilen und gute Genesung weiterhin :)

    Lieben Gruß

    wunder

    #156954

    Ich habe nicht nach den Quellen gefragt @Dopplereffekt, aber das ist das, was er als erfahrener Psychiater weiß. Was er mir schon gesagt hat, dass die Biochemie des Gehirns eine träge sei und deswegen auch stabil. Ständige Dosisänderungen bspw. können die Stabilität des trägen Systems empfindlich stören.

    Ich frage auch nicht immer nach den Quellen, obwohl das vielleicht gut wäre. Letztlich bin ich bei einem Termin zu gespannt dazu, was überhaupt gesagt wird, um alles zu hinterfragen und vielleicht fehlt auch einfach die Zeit dazu.

    Ich denke, dass ich aber die Trägheit der Biochemie des Gehirns selbst spüre. Nach einer Dosisreduktion dauert es circa 3 Wochen, bis ich mich wieder stabil fühle (d.h. auch die komischen Träume nachlassen). Dann gebe ich noch mindestens eine Woche drauf, um sicher zu gehen, bevor ich den nächsten Schritt mache. Außerdem mache ich wegen der Trägheit und um stabil zu bleiben nur Minischritte in der Reduktion.

    #156958

    Danke wunder, es freut mich, dass Du hier mitliest und etwas Positives abgewinnen kannst.

    Ja ich sehe es auch so Dopplereffekt, dass Du vorsichtig und aufmerksam bist. Im Vergleich kann ich nur bedingt geduldig sein, und das nicht immer zu meinem Vorteil :scratch:

    Vorhin war Maltherapie bei mir angesagt:

    Jetzt habe ich noch eine halbe Stunde Zeit, bis ich mich für den Therapeutentermin fertig machen muss. Ich glaube, ich werde mir genauer überlegen, was ich mit ihm besprechen möchte :-)

    #156999
    Kaa

      Schön, ein neues Kunstwerk von dir bestaunen zu dürfen! Ich freue mich immer sehr über deine Bilder.

      Mal sehen, ob ich am Wochenende dazu komme, etwas zu zeichnen oder zu malen. Ich habe mir zu Ostern selbst neue Buntstifte geschenkt. Und nun fehlt mir der Mut sie auszuprobieren. Deswegen habe ich gestern auf einem Blatt Papier erstmal Kästchen mit allen Farben ausgemalt. Nicht gerade Kunst, aber besser als nichts!

      Ich hoffe, die Therapiesitzung hat dich heute weitergebracht.

      #157033

      Guten Morgen zusammen,

      danke Kaa, ich fühle mich ganz geschmeichelt wenn Du mein Bild für ein Kunstwerk hältst… ;-)

      Die Therapiesitzung hat mir gestern sehr gut getan. Ich konnte mit meinem Therapeuten über die Streitereien mit meinem Mann zwischen Dienstag und Donnerstag sprechen, und zwar natürlich nur aus meiner subjektiven Perspektive, was mich geärgert, entsetzt usw. hat. So ein Gespräch habe ich schmerzlich vermisst, nachdem ich im Januar 2017 noch frisch mit meinem Mann zusammengezogen war.

      Damals konnte ich mit niemandem über die Belastungen sprechen, nicht mal mit meiner Mutter, weil sie mir sicher zur baldigen Scheidung geraten hätte, wovon ich nichts wissen wollte und es heute natürlich auch nicht will. Mein Therapeut wäre mir damals eine sehr große Hilfe gewesen, davon bin ich überzeugt – naja und ich bin dankbar, dass ich heute seine Hilfe beanspruchen kann.

      Es ist schon so, dass ich meine Gefühle nicht gut verbalisieren kann (nicht so gut wie mein Mann z.B.) und auch nicht gut loben kann, ob mich selbst, meinen Mann oder andere Menschen, die mir nahestehen. Das ist bestimmt geprägt durch meine Familie bzw. meine Mutter, eine radikal toughe Person… Mein Therapeut sagt dazu, so etwa wie die schwäbische Mentalität: „Nicht geschimpft ist genug gelobt!“.

      Erst seitdem ich mit meinem Mann zusammen bin, das sind immerhin inzwischen 5 Jahre, nehme ich meine Gefühle und meine Bedürfnisse bewusst wahr und versuche damit gut umzugehen. Es ist sicher so, dass ich in der Lage bin mich auch ohne Partner zu unterhalten und selbstbestimmt zu leben. Aber dass ich mich im Leben allein zurechtfinden würde, bedeutet es nicht, dass ich nicht einsam sein würde.

      Fast ein Vierteljahrhundert lang, nachdem ich das Elternhaus mit 16 Jahren verlassen habe um alleine in Deutschland zu leben, bis ich mit 40 Jahren mit meinem Mann zusammengezogen bin, kam ich mit der Situation wohl nur zurecht, weil ich meine Gefühle und Bedürfnisse verdrängt hatte. Heute will ich nicht mehr alleine zurechtkommen, und ich brauche die Gesellschaft meines Mannes und der anderen Menschen in meinem Umfeld.

      Wenn ich mich in der Arbeit verliere, dann verschwimmt auch der Blick auf das Wesentliche. Vielleicht ist es für mich so, dass die Erfüllung im Berufsleben leichter zu erzielen ist als die Erfüllung im Familienleben. Und ich bin ja in der glücklichen Lage, dass ich beides führen kann, was für uns als Psychoseanfällige ganz und gar nicht selbstverständlich ist…

      Wovon ich nicht mehr wusste, meine Krankenkasse (TK) hat in B.-W. den PT-Vertrag vor einem Jahr gekündigt, was für mich bedeutet, dass der Behandlungsvertrag Ende Juni ausläuft. Jetzt haben wir bis Ende Mai 3 Termine vereinbart, weil ich diese Zeit noch nutzen möchte um bestimmte Themen bezüglich meiner Familie anzusprechen, die zwar nicht akut sind aber sehr wichtig für mich.

      Ich würde gerne auch die Verhaltenstherapie fortsetzen, aber das haben wir gestern nicht mehr besprochen. Es ist gut, wenn ich bei dieser Gelegenheit mir Gedanken mache, dass jede Therapie endlich ist und ob mir eine Verlängerung wirklich helfen würde.

      Heute ist Tag Nr. 22 mit der doppelten Dosis 2 mg Aripiprazol. Um 6 oder 7 Uhr möchte ich mit meiner Mutter skypen, und mein Impftermin ist heute um 16 Uhr. Ansonsten mal schauen, um die Balkonpflanzen werde ich mich kümmern und einkaufen gehen.

      Übrigens kann es sein, dass einige frisch gekeimte Pflanzen nicht mehr lange leben werden, es sieht nämlich nach einem Geilwuchs aus. In den letzten Tagen gab es in der Wohnung zu wenig Licht und es war auch für die Pflanzen zu warm, so dass die Keimlinge in die Höhe geschossen sind. Ich weiß nicht, wie der Begriff etymologisch zu deuten ist. Es kann schon sein, dass das etwas mit sexueller Erregung zu tun hat.

      Jedenfalls wünsche ich allen ein erholsames Wochenende :rose:

      LG,
      Mowa

      #157035
      Anonym

        Guten Morgen, alles Gute für deinen Impftermin.

        Finde gut das du mit deinem Therapeuten über deine Beziehung, Job etc reflektieren kannst, mir hilft das auch sehr.

        Dir ein schönes WE, lgB :bye:

        #157082

        Guten Morgen zusammen,

        Danke schön liebe @Bernadette.

        Leider hat mein Mann gestern von einem Todesfall im Freundeskreis erfahren. Es ist schlimm, wenn Menschen am Leben zerbrechen. Mein Mann kennt einige, die absichtlich oder unabsichtlich gestorben sind, alle junge Menschen, teilweise Psychoseerfahrene.

        Der Impftermin verlief gut:

        Gestern Nachmittag habe ich die erste Impfung mit Biontech bekommen. Den Impfstoff habe ich bis jetzt gut vertragen, und den Piks beim Stechen habe ich kaum gemerkt. Jetzt tut der Bereich der Einstichstelle etwas weh, daher hatte ich die Spritze als Rechtshänderin auch am linken Arm bekommen.

        Es gab die Stationen Aufnahme > Registrierung > Video > ärztliche Aufklärung > Impfen > 15-minütige Beobachtung > Checkout und ich war nach 40 Minuten wieder draußen. Nur die Ärztin, die mich aufgeklärt hat und und der Pfleger(?), der mich geimpft hat, waren zivil, und die anderen Mitarbeiter des Impfzentrums waren von der Bundeswehr.

        Die zweite Impfung bekomme ich in 6 Wochen.

        Es gibt einen Shuttlebus zwischen dem Hauptbahnhof und dem Impfzentrum, den ich auch genutzt habe, und da er nur 1 oder 2 Male stündlich fährt, war ich insgesamt 2,5 Stunden unterwegs. Danach habe ich Gulasch im Schnellkochtopf zubereitet, das durch den guten Wein sehr lecker geworden ist.

        Heute ist Tag Nr. 23 mit der doppelten Dosis 2 mg Aripiprazol. Mein Kopf ist erstaunlich ruhig und fühlt sich gefestigt, sicher und stabil an, als wäre plötzlich ein Schalter in mir umgelegt worden, seitdem ich für mich die klare Grenze verbalisiert habe, dass

        die ganze Welt von mir aus untergehen kann und Menschen qualvoll ermordet werden können, alles das sei für mich in diesem Moment völlig irrelevant, weil mir meine Gesundheit einzig wichtig ist.

        Ich glaube, dass jede meiner Psychosen etwas damit zu tun hatte, dass mich die Ohnmacht, die durch eine Art Entgrenzung entstanden war, zur extremen Verzweifelung und in die Wahnwelt getrieben hat. Jetzt bin ich erleichtert, wohl weil ich für mich beschlossen habe, dass mein eigenes Überleben das einzig Wichtige ist, wenn’s drauf ankommt.

        Gestern beim Skypen mit meiner Mutter hat sie mir erzählt, dass sich mein Vater früher als junger Mann einen Schreibtisch mit Stuhl gewünscht hatte damit er sich dem Schreiben widmen konnte. „Mit Stuhl“, weil es bei einem japanischen Tisch keinen Stuhl gibt ;-) Damals war ich im Säuglingsalter, und wir wohnten zu Viert in einer (für deutsche Verhältnisse extrem) kleinen 2-Zimmer-Wohnung im Wohnheim für NHK-Journalisten. Sie hat ihm wohl damals gesagt, dass er überall schreiben kann, auch auf einem Pappkarton, und die Wohnung ist sowieso zu klein.

        Das hat mich sofort daran erinnert, dass meine Mutter mir auch mal gesagt hat, dass ich ohne Klavier und auf einer Klaviatur aus Pappkarton üben kann, wenn ich wirklich Klavier lernen wollte. Das erste Mal habe ich mit 5 Jahren gefragt, ob ich Klavierunterricht nehmen kann, und nach 5 Jahren Überzeugungsarbeit und mit 9 Jahren durfte ich dann endlich. Ein Klavier hatte ich nicht, aber eine mechanische Orgel, die wir irgendwie gebraucht von einem Kindergarten bekommen konnten.

        Ich werde später meinem Vater schreiben und fragen, was er damals schreiben wollte und ob er heute noch schreibt? Ich habe mich sehr gefreut zu erfahren, dass sich mein Vater für etwas begeistert hat.

        Gleich um 3 Uhr DE-Zeit treffe ich mich virtuell mit meinem Bruder und meiner Mutter. Heute wollen wir Zoom ausprobieren und nicht Skype, wie sonst immer.

        Wünsche allen einen entspannten Sonntag :rose:

        LG,
        Mowa

        #157083

        Heute Morgen habe ich doch nur noch 1 mg Aripiprazol eingenommen :scratch:

      Ansicht von 15 Beiträgen – 376 bis 390 (von insgesamt 1651)
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