Neuroleptika statt Gefängnis

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  • #60492

    Vielleicht könnte man Kosten im Maßregelvollzug einsparen, wenn man anstatt Gefängnisstrafen Zwangsmedikation mit Neuroleptika verordnet?

     

    Könnte man damit auch Kriminalität senken? Einfach weil durch die Medikation der Antrieb und die Aggressionen gesenkt werden?

    Verletzt das „chemische Gefühlsgefängnis“ die Menschenwürde?

     

    Was ist mit Euch? Was würdet ihr bevorzugen? Verwahrung oder Neuroleptika?

    Ich bin mir nicht sicher. Ich denke mir eine Leben in einem Gefängnis wäre durchaus akzeptabel gewesen, mit der ganzen Sicherheit, der Versorgung etc, wenn ich im Gegenzug meine Psychose hätte weiter ausleben können, ohne die Medikamente.

    Klar, jetzt „lebe“ ich vielleicht „normaler“, aber das ganze bedeutet mir nichts. Ich sehe es immer noch so: Die Medikamente sind das schlimmste was mir jemals widerfahren ist. Klar mit der Reduktion der Dosis ist es erträglicher, aber das ändert nichts daran, dass ich die Medikamente von Anfang an, als Bestrafung und Maßregelung empfunden habe, als einen Schlag in die Fresse, damit ich aufhöre mich anzustellen und dass cih damit aufhöre das zu tun, was ich eigentlich für richtig halte, einfach um in der Gesellschaft nicht anzuecken.

    Wenn ich ein sicheres Auskommen gehabt hätte, so wie im Strafvollzug, dann hätte mir das gereicht. Ich brauche keinen Luxus.

    #60505
    Anonym

      @Nichtraucher,

      Verwahren oder Medikamente ist keine Alternative. Das siehst Du falsch. Im Maßregelvollzug kriegen die Leute Medikamente ohne Ende.

      Es gibt nur Maßregelvollzug oder JVA. Das ist die Alternative. Und wenn man sich in der JVA daneben benimmt, dann kriegt man auch Medikamente, nur ist man da nicht so gut betreut wie in der Psychiatrie.

      Man kommt ohnehin nur in den Maßregelvollzug, wenn man psychisch krank ist und eine Straftat begeht und von einem Richter da hin geschickt wird, statt Gefängnisstrafe.

      Besser also, keine Straftat zu begehen.

      Viele Grüße

      Grenfell

       

      #60511

      Danke @Grenfell, dass Du mich auf den Unterschied hingewiesen hast.

       

      Ich dachte Maßregelvollzug ist einfach eine normale Gefängnisstrafe, also JVA.

       

      Ich habe ja auch gar nicht vor, eine Straftat zu begehen. Dafür ist mein Gewissen viel zu fragil. Aber ich hätte kein Problem damit in einem Zusammenhang zu leben, wo nur etwas Disziplin gefordert ist, wo man sich auch nicht weit weg bewegen kann (Zimmer+Garten+ vllt Werkstatt), und dafür ein Auskommen (Essen, Dach über dem Kopf) bekommt. Ich pfeife auf meine Freiheit. Freiheit hat mich bisher nur dazu gebracht, mir selbst zu Schaden. Ich brauch das nicht. Und ich brauch auch keine Abwechslung. Ich will meditative Routine, so wie im Kloster. Ich denke mir, Gefängnis könnte so ähnlich sein, wie Kloster, nur ohne Keuschheitsgelübde.

      #60514
      Anonym

        Hallo @Nichtraucher,

        das ist eine gute Idee, finde ich, grundsätzlich. Vielleicht könntest Du Dir selbst Regeln auferlegen, die Du dann so einhältst. Das wäre zwar komplett freiwillig, aber Du bräuchtest nicht die Regeln von jemand anderem befolgen.

        Zimmer+Garten+Werkstatt + Essen + Dach über dem Kopf ist schon eine ziemlich anspruchsvolle Sache heutzutage, aber sicherlich auch sogar mit Rente bzw. ALG2 erreichbar.

        Ich selbst habe eine Wohnung von 45 m² und eine Terrasse, auf der ich einige Pflanzen stehen habe, außerdem einen Keller. Das kann ich mir leicht von meiner Rente leisten. Ich habe festgestellt, dass ich zwar gerne einen Garten habe, und da auch ganz gerne was drin mache, aber dass die Verpflichtung, das dann alles immer in Ordnung zu halten, mich in manchen Phasen überfordert. Deshalb verzichte ich lieber auf einen ganzen Garten, wenn allerdings einer da wäre, dann würde ich mich darum auch bemühen.

        Eine Werkstatt habe ich nicht, aber den Keller und die Terrasse, wo ich kleinere Sachen machen kann. Strom ist jedenfalls da.

        Das Ganze leiste ich mir von meiner Rente, die nur wenig über dem ALG2-Satz liegt. Kann ich mir also auch vorstellen, dass man das mit weniger Geld hinkriegen kann.

        Es ist insgesamt schon wichtig, bescheiden und anspruchslos zu sein und Respekt vor der Schöpfung zu haben, finde ich. Auch Respekt vor anderen Menschen und ihren Bedürfnissen ist wichtig, und, nicht zu vergessen, auch eine gute Fürsorge für sich selbst. Daraus leiten sich dann eigentlich alle Regeln ab, die man einhalten sollte. Die kannst Du Dir selbst aufstellen und dann einprägen und einhalten. Dafür brauchst Du niemand anderen, der Dir die Regeln vorgibt. Kannst Dir jedoch auch so jemanden suchen. Das wäre vielleicht die richtige Partnerin für Dich. Könnte ja sein.

        Viele Grüße

        Grenfell.

        #60526
        Anonym

          Politiker brauchen neuroleptika, gegen Kriegswahn, Zerstörungswahn etc… manche zumindest. Manche sogar Narzissmus und psychopathie. Würde auch den ausführenden nicht schaden.

          #60527
          Anonym

            Man kann theoretisch manche taten begehen. Hängt von der Position ab. Also alles ist relativ.

            #60534

            #60583

            dass ich jemanden was angetan habe war nie der Fall. Jedoch stellte sich die Frage: Medis nehmen oder sterben.

            #60586

            Warum sterben, @Jaggei ?

            #60614
            Anonym

              Hallo @nichtraucher,

              Ich kann @jaggei verstehen. Für mich sind die Medikamente auch eine Lebensversicherung (gewesen). Ich habe ja 1993 einen Suizidversuch im Wahn gemacht. Habe gedacht, ich soll auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden, da habe ich mich lieber mit allen möglichen Medikamenten vollgefressen. War eine fürchterliche Entscheidung damals. Bin dann umgekippt und glücklicherweise gefunden worden. Im Krankenhaus in der Geschlossenen bin ich wieder aufgewacht. Wie lange ich weg war, das weiß ich nicht. Das war wie eine zweite Geburt für mich. Ich wollte danach nie wieder das Risiko eingehen, nochmal so schlimm abzudrehen. Deshalb habe ich immer ganz streng die Medikamente genommen, die mir der Arzt verschrieben hat. Habe ich auch nie vergessen, die ganze Zeit nicht. Sie sind eine Lebensversicherung für mich, denn ich will leben, wollte es immer und egal, was kommt, aber eine akute Psychose riskiere ich nicht mehr. Das ist für mich die Hölle. Und sie ist lebensgefährlich bei mir.

               

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