Negativsymptome/Minussymptome: Wie stehe ich diese durch? Eure Erfahrungen!

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  • #250888
    Anonym

      Hallo ihr Lieben,

      Seit fast 2 Jahren habe ich starke, quälende Negativsymptome. Dabei meine ich keine postpsychotische Depression, sondern Antriebsarmut, Anhedonie, Affektverflachung, Apathie, Konzentrationsstörungen und Müdigkeit.

      Wenn man im Netz so liest, dann ist die Lage sehr aussichtslos, das deprimiert mich sehr. Ich weiß von einem anderen Thread von mir, dass es ein paar Leute hier gibt, die die NS überwunden haben.

      Deswegen, was hat euch geholfen durchzuhalten? Glaubt ihr an die Macht der positiven Gedanken, also das es die Selbstheilung unterstützt?

      Medis will ich so weit wie möglich reduzieren um zu sehen ob das hilft. Im Moment bin ich bei 5mg Abilify.

      Ich versuche mir mit Affirmationen  zu helfen. Aber ich habe doch sehr große Angst noch lange so leiden zu müssen. Es ist schrecklich.

      Liebe Grüße

      Paula

      Schönen 2. Advent!

      #250896

      Moin Paulahier,

      die Lage ist nie aussichtslos. Mit der Zeit kann es immer besser werden. Und man kann alle Möglichkeiten ausschöpfen, die das Gesundheitssystem zu bieten hat.

      Und selbst wenn es nicht besser wird, dann kann man sich immer noch ein Lebensumfeld schaffen mit dem man gut zurecht kommt und ein lebenswertes Leben führen denke ich.

      Ich hatte auch lange mit den Negativsymptomen zu kämpfen. Geholfen durchzuhalten hat mir meine damalige Freundin, meine Familie, die Medikamente, die Therapie, meine Psychiater, später dann noch die Arbeit.

      Ich bin auch ein Freund davon Medikamente zu reduzieren, aber mir gings weitaus besser mit mehr Neuroleptika. Den Rest hab ich abgesetzt.

      Wünsche dir das Beste und einen schönen zweiten Advent.

       

       

      #250919

      Liebe @Paulahier, Du mußt Dich ablenken und nicht immer über Deine miserable Lage grübeln. Spazierengehen, Sport, Cafehäuser, unter die Menschen gehen, Fernsehen, Freunde treffen etc.. Mach Dir einen Stunden/Wochenplan und versuche einen Rythmus in Dein Tun zu bekommen, hake die einzelnen Punkte ab und gehe gleich zu den nächsten.

      …und irgendwann geht der Knoten im Kopf auf und Du kannst wieder fühlen ! So ist es mir ergangen ! Schönen Advent

      #250935

      Hallo @Paulahier,

      ohne Antrieb ist es wirklich schwer ins Handeln zu kommen. Sobald man jedoch etwas tut, was man sich vorgenommen hat, geht es auf einmal doch, wenn auch anfangs zäh, weil man geistig-körperlich sozusagen in einen anderen Aggregatszustand gelangt ist von der Passivität in die Aktion. Ich habe mich da manchmal selbst überlistet und bin einfach drauf los, obwohl der Kopf gesagt hat, nein, das tut weh, ich möchte meine Ruhe. Im Tun und Handeln merkt man auf einmal, was doch letztendlich möglich ist, ahnt man, wie fähig und lebenstüchtig man doch sein könnte, wenn nicht dieser ausgewachsene innere Schweinehund das Sagen hätte.
      Im Endeffekt kann man die Zeit der Negativsymptomatik verkürzen, wenn man ins kalte Wasser springt und zackbums einfach über Los geht und in der Bewegung wird man dann wieder leichter emotional-bewegt innerlich und der Schalter legt sich letztendlich bald irgendwann um.
      Der liegende Körper sucht automatisch organisch Erholung; so sind wir ausgelegt und im Handeln kann man sich erst entfalten. Man muss nur den Paradigmenwechsel schaffen einige Male, bis sich das Gehirn und der Körper angefreundet haben und dann kommt die Aktivität zurück in Siebenmeilenstiefeln.
      Alles Gute!

      #250942
      Anonym

        Moin @schiro

        Danke für deine Antwort! :) Ich hoffe sehr, dass es immer noch besser werden kann. Es ist nämlich schwer mein Leben als lebenswert zu erachten, wenn ich an nichts Freude haben kann und fast nichts fühle.

        Das meine Gefühle wiederkommen ist mir das wichtigste. Auch wenn ein geringer Antrieb auch belastend ist, sowie die anderen Symptome!

        Ich date tatsächlich auch Männer, weil ich mir erhoffe, dass es mir gut tut jemand an meiner Seite zu haben, neben meiner Familie und Freunden.

        Wie lange hat es bei dir gedauert bis die Gefühle wieder da waren? Ich weiß, dass es bei jedem anders ist, aber es tut doch gut zu hören wie es bei anderen war.

        Ich bin jedenfalls froh, dass du es geschafft hast :)

        Jetzt suche ich gerade eine 20h Stelle in der Hoffnung, dass das hilft neben dem Geld.

        Dir auch einen schönen 2. Advent :]

        :ciao:

        #250944
        Anonym

          Hey lieber @Ludwig

          Merci, ich werde das versuchen wieder mehr umzusetzen, einen Wochenplan! Dafür beginne ich ein Ehrenamt und suche gerade nach Arbeit. Ich denke du hast recht. Es geht mir immer am besten, wenn ich frühs bis Nachmittags unterwegs und beschäftigt bin und danach nur noch chille. Oh man, ich hoffe echt sehr doll, dass sich dieser Knoten in meinem Kopf auch wieder löst. Schön jdf. Dass es bei dir geklappt hat!! Schönen Abend noch, Paula :gut:

          #250946

          Ich habe egal in welcher Phase von schizo affektiv immer etwas gemacht ob ehrenämter, Praktikum, Hobby etc Hauptsache Struktur für den Tag, Woche.

          Ich wünsche dir das auch. LgDoris

          2023 erreiche meine Ziele.
          56kg, Kopfschmerzen ade, Stabilität, Starker Rücken, kochen, Balance, Liebe , positive Finanzen
          🥂 🎉 🎆

          #250947
          Anonym

            Nabend @Yuri

            Das klingt gut, wie du das dir so erklärst. Das wäre schön wenn das so funktioniert. Und gewissermaßen glaube ich auch daran, dass du recht hast. Man muss ins Handeln kommen und sich Gelegenheiten schaffen um Emotionen zu evozieren. Und ich finde das ist die richtige Strategie, eindach Boom drauf los. Nicht soviel auf den Körper und Geist hören. Sich quasi übertölpeln :D

            Danke für deine Antwort!

            Liebe Grüße, Paula

            #250949

            Man muss ins Handeln kommen und sich Gelegenheiten schaffen um Emotionen zu evozieren.

            Genau, das stimmt.

            Und ich finde das ist die richtige Strategie, eindach Boom drauf los. Nicht soviel auf den Körper und Geist hören. Sich quasi übertölpeln :D

            Ja, man muss ein bisschen schwindeln und ein paar Schritte – Motivations- und Aufwärmphase  – einfach überspringen.

            Man kann sich auch mechanisch bewegen wie eine Maschine, habe ich mir vorgestellt, wenn es körperlich/motivationstechnisch eigentlich nicht möglich ist.

            Naja, da entwickelt jede/r eigene Techniken.

            • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate von Yuri.
            #250963

            hey Paula,

            mir hat schon mal ein Wechsel von Amytriptillin gebracht, damit hatte ich nämlich garkeine Gefühle mehr. Nehme jetzt 2x tägl. Doxepin 50mg und damit ist´s besser. Grosse positive Gefühle hab ich zwar immer noch nicht, aber die leere vorher war echt mies.

            Wenn ich was machen will, aber weiss ohne Medi klappts nicht, nehm ich 0,5-1mg Lorazepam aber eben nicht täglich. Ich habe einen Vorteil der mir manchmal auch schwer fällt, ich muss mit Ben raus, auch wenns relativ kurz ist. Da trifft man doch schon mal andere Besitzer  und quasselt kurz….wenns mal nicht so gut ist, eben weniger. Aber auch ein Hallo wie gehts…ist manchmal schon ein lichtblick.

            Wenns mir mies geht, mach ich mir immer einen  leckeren Tee, Wärmflasche, was leckeres zu essen und such einen Film der spannend ist bei Netflix.  Und wenns das noch nicht hilft eben Lorazepam. Aber das nehm ich jetzt schon länger nur noch für Termine. Heisst es geht im Moment. Aber das ist ja eh Tagesabhängig.

            Wenn Du arbeiten kannst, hilft das natürlich auch. Mich hat mein letzter 3 Std. Jahresjob eher überfordert. Lag aber eher an der Aufgabenliste…..mit einem Programm was für Ingenieure konzipiert ist, bin ich dann halt doch überfordert. Habs immer irgendwie geschafft, aber mit Bauchweh. Wenn das Tierheim nicht so weit weg wär… wäre Gassigehen oder so versorgen der Tiere, saubermachen, auch eine gute Tätigkeit.

            Da weisst aber Du am besten was bei Dir ankommt. :ciao:

            48 Jahre, D
            morgens 200 Quetiapin (NL), 50 Doxepin (AD), 2mg Risperidon (AP), 150 Ofiril (AE),
            200 Mi+So + 175 Thyroxin (Schilddrüsenmed.).
            abends 400 Quetiapin (NL), 50 Doxepin (AD), 150 Ofiril (AE)
            Bedarfsmedi Lorazepam

            https://hamasi-ben-ihmz-achthamar.hpage.com/willkommen.html

            #250966

            Wie lange hat es bei dir gedauert bis die Gefühle wieder da waren?

            Puh, schwer zu sagen, das war ein schleichender Prozess. Das erste bis eineinhalb Jahre nach der ersten Psychose war ich eigentlich zu nix zu gebrauchen. So wie du es auch schilderst. Dann wurde es langsam besser. Ich hab auch viel mit den Medikamenten experimentiert. Hab nicht so die ausgeprägten Erinnerungen an die Zeit…dazu weitere Rückfälle. Mehr schlecht als recht hab ich dann angefangen wieder zu arbeiten und hab ne Therapie angefangen. Die Stelle war aber irgendwie zu belastend, die Stadt war falsch, aber ich wurde langsam gesunder. Mit der Trennung vor 2,5 Jahren hab ich die Stadt und den Job gewechselt und dann hatte der neue Psychiater die Idee das Medikament noch weiter zu steigern, was alles zusammen sehr geholfen hat. Mein Blog beginnt etwas nach dem Stadt/Jobwechsel, mit der Zeit wurde es besser. Wie gesagt das mit den Gefühlen war ein schlechender Prozess, aber so richtig hab ich sie wieder gemerkt, als ich mich etwas verknallt hatte. ;-) Ist noch nicht alles perfekt, aber ich arbeite dran.

            #250971
            Anonym

              Hey @Floeckchen

              Ja, das ist auch meine Strategie. Soviel wie möglich machen.

              Liebe Grüße, Paula

              #250973
              Anonym

                @Yuri

                Ja, da werde ich mal noch ein bisschen experimentieren, wie ich mich da noch besser überlisten kann! Ich überwinde mich schon regelmäßig zur Gartenarbeit zum Beispiel, oder zur Hausarbeit.

                #250975
                Anonym

                  Guten Abend liebe @Blumenduft

                  Danke für deine Antwort! Ich verstehe das recht gut mit der Leere, sie ist mein ständiger Begleiter. Interessant, dass eine Mediumstellung dir geholfen hat! Wenn auch nur ein wenig, jede Verbesserung ist wichtig.

                  Lorazepam ist Tavor glaub ich. Ja, davon sollte man sicher nur mit Vorsicht Gebrauch machen. Abertoll, dass es dir helfen kann :) Und noch besser, dass du es weniger brauchst gerade!! Ich wünsche dir, dass das ein Trend ist.

                  Ja, mein letzter Job hat mich dann zeitweise auch überfordert. Die letzten Male so, dass ich depressiv geworden bin. Ich denke aber 20h die Woche mit einer passenden Tätigkeit schaffe ich.

                  Ja, ein Hund kann da echt sehr hilfreich sein um raus und in Kontakt zu kommen. Super :)

                  Gemütlichen Abend noch

                  Paula

                   

                  #250983
                  Anonym

                    @schiro

                    Meinst du du hast mit Ärzten die Dosis variiert und das Präparat?

                    Inwiefern hat die Dosissteigerung bei der NS geholfen? Oder meintest du gegen die Positiv Symptome?

                    Toll, dass du dich wieder verlieben konntest :)) Und das du deine gesamte Lebenssituation verbessert hast! Chapeau.

                    Vllt. Schau ich mal in deinem Blog vorbei.

                    Lg, Paula

                     

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