Differenzierte Meinung über Medikamente bilden

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  • Dieses Thema hat 12 Antworten und 11 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert vor 4 Jahre, 9 Monate von Anonym.
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  • #50144

    In Foren wie diesem, kommt es immer wieder zu Diskussionen, ob Medikamente grundsätzlich nötig sind oder nicht. Zum Teil reagieren UserInnen patzig oder gar beleidigt, wenn jemand anderer Meinung nicht mit der eigenen übereinstimmt. Das finde ich im Hinblick auf das gemeinsam verfolgte Interesse, dem Genesungsweg, hinderlich und ebenso vermeidbar. Zudem wirkt diese endlos-Diskussion verunsichernd auf Menschen, die noch nicht so viel Zeit darin investiert haben, Informationen abzuwägen und Erfahrungen zu sammeln.

    Die Entscheidung für Medikamente, gegen Medikamente, für mehr Medikamente oder weniger Medikamente ist individuell und optional zu treffen. Es ist faktisch falsch, lapidar und verallgemeinernd zu behaupten, Medikamente müssten eingenommen werden, genauso wie das Gegenteil der Fall ist.

    #50146

    Es ist eine Frage des Risikos, und wer das Risiko trägt.

     

    Ein Rückfall stellt eine große Belastung für das gesamte Umfeld (inkl Familienangehörige, Krankenversicherung etc) dar, somit liegt es im Interesse des Umfelds, das Risiko niedrig zu halten.

    Man muss auch immer das Risiko, gekoppelt mit dem zu erwartenden Gewinn abwägen. Wenn das Risiko mal dem zu befürchtendem Verlust größer ist als die Wahrscheinlichkeit dass es gut geht mal dem Gewinn, dann wäre es irrational das Risiko einzugehen.

     

    Aber klar: Medikamente reduzieren das Risiko eines Rückfalls, wobei sie aber die Lebensqualität und Leistungsfähigkeit stark einschränken können.

    #50151

    Ich habe schon einige Erfahrungsberichte gelesen und irgendwie scheint mir, dass man mindestens einmal im Leben gehörig ins Gras beißt, indem man die Medikamente abrupt absetzt. Ohne diese Absetzpsychose scheint man keine Einsicht zu bekommen. Erst hernach informiert man sich dann. Es gibt natürlich auch Ausnahmen.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 4 Jahre, 9 Monate von Yuri.
    #50159
    Anonym

      Ich denke auch, solche Diskussionen müssen hier mit einer gewissen Vorsicht geführt werden. Vor allem, weil sonst bereits geschwächte Menschen schnell in Versuchung kommen können, zu rasch oder aus einer Position heraus, wo es riskant ist, abzusetzen.

      Ich denke auch, es ist wichtig, wenn zu reduzieren, dann wirklich ganz langsam. Abruptes, zu schnelles Absetzen macht denke ich oft erst die Erfahrung so extrem. Neuroleptika erzeugen scheinbar mit der Zeit eine starke Gewöhnung in der Hirnchemie, und das beschert glaube ich erst den echt krassen Trip, wenn man sie nicht langsam genug absetzt. Mir kommt das so aus dem Gefühl, aber ich glaube, Menschen, die das erfolgreich einfach so absetzen konnten, hatten oft keine starke Psychose und haben diese Mittel noch nicht so lange genommen.

      Ich finde das aber auch richtig: die Psychose und die Reaktion auf die Medikamente können von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein. Manche haben mehr Glück, andere nicht so. Ist einfach so.

       

      Eine wichtige Addresse, was dieses Thema angeht, ist aber auch die Ärzteschaft. Ich habe aus eigener Erfahrung und den Berichten von anderen Betroffenen das Gefühl, dass viele Ärzte 1) sehr von oben herab mit Droh und Angst argumentieren, was die Behandlung angeht, und sich 2) selten Gesprächsbereit zeigen, was eine Anpassung der Dosis nach unten angeht, und 3) dabei gerade Patienten, die sich nicht so selbsbewusst behaupten können, versuchen zu “bestimmen” auf die von ihnen angedachte Linie (und das ist oft hohe Dosis dauerhaft auf Nummer sicher). Die Folge ist dann, dass manche Patienten das auf eigene Faust machen, und das heisst oft radikal absetzen und Absetzpsychose. Es sind natürlich nich alle Ärzte in dieser Hinsicht so unnahbar.

      #50211
      Anonym

        Ich glaube mit einer fixen festen Einstellung einer Argumentation in eine Richtung ist keinem geholfen, das Thema muss echt sehr vorsichtig geführt werden und man sollte nicht von sich auf alle anderen schließen.

        Die “eine ultimative Wahrheit und richtige Behandlung” ist einfach nur eine Ansichtssache und jeder darf seinen Senf natürlich immer und zu jeder Zeit schreiben, aber man sollte wirklich nicht immer davon ausgehen, dass die eigene Wahrheit eine allgemeingültige Wahrheit darstellt.

        #50233

        Ich denke auch, dass die beste Behandlung bei jedem etwas unterschiedlich sein müsste.

        Leider muss man oft wohl oder übel ausprobieren, welches Medikament in welcher Dosis “akzeptabel” ist.

        Ich hoffe ja immer noch, das es irgendwann mal bessere Medikamente gibt ;-)

        #50294

        Ich diskutiere das Thema, ehrlich gesagt, nicht mehr. Wenn ich runterdosiere oder absetze, geht’s mir jedesmal schlecht. Ich kapituliere und nehme es hin (die meiste Zeit), dass ich die scheizz Medis brauche….

        #50302
        Anonym

          Ich finde auch, dass es nicht lohnt, über das Thema zu diskutieren. Wer sich informieren will, der kann das tun, und alle Informationen darüber sind verfügbar. Ich selbst mache mit einer minimalen Dosis gute Erfahrungen und weiß mittlerweile auch, wie ich sie noch weiter runter bekommen kann. Irgendwann gehe ich das auch an, aber ich habe im Moment wichtigere Probleme, aus meiner Sicht. Da ist zum einen das Rauchen und das Problem des Übergewichtes. Im Moment ist mein BMI noch bei 33, und ich will ihn mindestens auf 28 herunter bekommen. Das Rauchen möchte ich dabei auch in den Griff bekommen und dann auch ganz aufhören. Das sind so die Themen, an denen ich im Moment arbeite. Psychisch geht es mir gut und ich habe auch sonst keine besonderen Probleme. Hoffentlich bleibt das so und ich bin dafür sehr dankbar.

          Viele Grüße

          Grenfell.

           

          #50305

          Solange ich die Medikamente noch nehme, werde ich immer wieder Gesprächsbedarf haben. Ich werde niemals aufgeben zu versuchen ohne Medikamente zu leben.

          #50329

          Ich werde wohl nie auf die Medikamente verzichten können. Selbst bei langsamer Reduzierung kündigt sich bei mir innerhalb kurzer Zeit wieder eine Symptomanflutung an. Ich soll ja demnächst von Amisulprid auf Zeldox wechseln, befürchte aber jetzt schon, dass es mir dann wieder genauso gehen wird, da das Zeldox eine andere Andockstelle hat als das Amisulprid, und mir andere Neuroleptika, außer Haldol mit schlimmsten Nebenwirkungen, bisher nicht geholfen haben.


          Ursprüngliche Medikation:400 mg Amisulprid,12,5 mg HCT,10 mg Ramipril
          Ab 04.03.2024:500 mg Amisulprid,5 mg Olanzapin,12,5 mg HCT,10 mg Ramipril
          Ab 15.03.2024: 600 mg Amisulprid,12,5 mg HCT,10 mg Ramipril,4mg Doxagamma
          Ab 22.04.2024, statt 600 mg Amisulprid, 400 und 150 mg
          Ab 02.05. 6 mg Doxagamma und 25 mg HCT, 550 mg Amisulprid und 10 mg Ramipril
          Ab 12.05. nur noch 500 mg Amisulprid

          #50365

          Ich halte auch nichts mehr vom reduzieren oder von absetzen. Die Gefahr ist einfach zu groß wieder in die Psychose zu rutschen. Ich nehme momentan zwei Neuroleptika ein und das zeigt mir, dass ich eine ordentliche Dosis benötige. Die Diskussion ist so alt wie das erste Neuroleptikum. Klar, manche können das, aber ich denke auch, dass diese nicht mit einer harten Psychose konfrontiert waren. Man kann über die Neuroleptika schimpfen wie man will, aber ein symptomfreies Leben ist immer noch besser, als eins mit. Deshalb nur rein mit den Tabletten.

          #50383

          Also am Anfang meiner Internet-Schizoseitenbesuche hab ich auch gedacht, puh die schaffen das alle ohne ….vielleicht sollte ich mal meinen Doc drauf ansprechen. Dann hab ich ja ausversehen das Risperidon 2mg nicht mehr genommen (hab Pack. verwechselt über 4Wo.) und wunderte mich warum ich so unruhig wurde und auf einmal wieder Gespräche von Nachbarn auf mich bezog. Positiv war ich hatte 3Kg in kurzer Zeit runter. Jetzt wieder drauf.

          Dadurch dann vorsichtshalber mal Medis kontrolliert und bemerkt das ich die Risperidon nicht genommen hab. Schnell wieder eingeworfen und meinem Doc erzählt. Der meinte ´´na, das dauert jetzt erstmal bis es wieder anschlägt, solange ist lorazepam ok. Das war meine NEIN Danke zum Absetzen. Schön wenn es jemand kann. Bei mir scheints nicht zu klappen. :bye:


          https://butterflys-pearl-kalina.hpage.com/willkommen.html
          https://hamasi-ben-ihmz-achthamar.hpage.com/willkommen.html

          D / 49Jahre
          Quetiapin 200 +400 , Risperidon 2mg, Doxepin 2x 50mg,
          Ofiril 2x 150mg, Bedarf Lorazepam
          L-Thyroxin

          • Diese Antwort wurde geändert vor 4 Jahre, 9 Monate von Blumenduft.
          #50524
          Anonym

            Das Thema ist wirklich ein altes Eisen, aber es gehört irgendwie eben dazu.

            Ich bin ja ehrlich gesagt auch keiner, der die Medikamente wirklich weit herunter bekommt, ich nehme eine mittlere Dosis von zwei Atypischen Neuroleptika und ich komme keinen Schritt herunter, weil dann meine Symptome sofort wieder verstärkt kommen.

            Ich lebe sogar mit meiner Dosierung mit kleineren Symptomen und höre in der Nacht immer mal Stimmen, am Tage erlebe ich oft das Gefühl, dass jeder schlecht über mich redet, so eine gewisse Paranoia ist meistens da.

            Dosierung

            Solian 250-0-200-0

            Seroquel 0-0-25-450mg

            Dazu noch ein Antidepressiva, weil ich oft eine depressive Socke bin

            VenlafaxinRetard

            300-0-0-0

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