Charakter und Eigenschaften

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  • #221472

    Wie wichtig ist euch das? In Beziehung, im alltäglichen Leben etc.. ich finde guten Charakter sehr wichtig. Der bestimmt oft Handlung und Eigenschaften. Wie seht ihr das?

    #221550

    Ein guter Charakter ist enorm wichtig.  Ich schätze an mir Humor und Hilfsbereitschaft.

    An anderen mag ich auch reflektieren,  Zärtlichkeit auch im platonischen Sinn.

    LG Floeckchen

    #221594

    Ich hatte letztens eine Diskussion mit Dopplereffekt.
    Für mich ist Charakter ein sehr schwammiger Begriff. Genauso wie Eigenschaft.

    Sehr wandelbar und Situationes/Umgebungsabhänig.

    Zwei Personen aus meinem näheren Umfeld haben letztens über meinen Charakter diskutiert und waren komplett anderer Meinung. Ich konnte niemanden widersprechen, da ich beide Wahrnehmungen bei mir selbst feststellte.

    Meine Lieblingsfarbe ist heute eine andere als morgen.

    Mein Kleidungsstil ist bei der Arbeit ein anderer als im auf dem Konzert meiner Lieblingsband.

    Gestern ging ich klettern, heute faulenze ich, morgen lese ich ein interessantes Buch.

    Mein Geschwätz von gestern interessiert mich heute nicht mehr.

    Meine Meinung ist heute eine andere als heute oder übermorgen.

    Meine Wortwahl gegenüber eines Freundes ist eine andere als gegenüber eines Fremden.

    Auf der Arbeit gelte ich als gut durchorganisiert, im privaten kennen mich viele als Chaosqueen.

    Ich drücke dem Obdachlosen 50 Cent in die Hand, gehe aber weiter und ignoriere den nächsten.

    Verstelle ich mich deshalb  in bestimmten Situationen? Nein!

    Charakter als solcher ist für mich nicht greifbar. Zumindest stelle ich es bei mir selbst immer wieder fest. Ich fand schon früher im Freundebuch den Absatz „Beschreibe dich selbst“ total schrecklich, heute finde ich Bewerbungen grausam. Wenn ich schreibe „Ich bin zuverlässig“ denke ich insgeheim direkt an alle Situationen in meinem Leben wo ich es war, aber besonders drängen sich die Situationen auf wo ich es nicht war. Und ich muss dann selbst lachen, weil ich meinen eigenen Charakter nicht greifen kann.</p>

    ich finde guten Charakter sehr wichtig

    Naja… was genau ist „guter Charakter“?! Was nicht?

    :scratch:

    • Diese Antwort wurde geändert vor 7 Monate, 3 Wochen von Jeanne.
    • Diese Antwort wurde geändert vor 7 Monate, 3 Wochen von Jeanne.
    #221679

    Charaktereigenschaften setzen sich ja zusammen aus persönlichen Kompetezenzen und Verhaltensgewohnheiten.
    Und natürlich variieren diese je nach Situation @Jeanne. Ferner wird es sicher tausend und mehr Eigenschaften geben.
    https://wortwuchs.net/charaktereigenschaften/
    Wir sind ja keine Maschinen die stumpf einem Charaktereigenschaften-Muster ala : Ich bin Lustig, treu, positiv, etc folgen.
    Der Mensch tendiert aber scheinbar, einen anderen auf eine Handvoll Eigenschaften zu reduzieren. (aka Schubladendenken?)

    Auch wenn du meinst, das jeder Tag für dich neu sei, wirst du trotzdem gewissen Tendenzen folgen @Jeanne
    Auf der Arbeit hatten ich vor kurzem z.B. die Möglichkeit, freiwillig an einem DISC assesment Teilzunehmen.
    https://de.wikipedia.org/wiki/DISG
    Es war echt erschreckend, wie treffend das Ergebnis war.

    #221892

    Ich finde auch ganz klar, dass gewisse Tendenzen schon bei den meisten vorliegen.

    Ich glaube nicht, dass ich generell eine besondere Tendenz aufweise einen schlechten Charakter zu haben.

    Ich glaube auch, dass es einen guten und schlechten Charakter gibt. Wenn man generell eher dazu neigt Menschen zu schaden oder bei Freunden nicht hilfsbereit und wohlwollend ist, dann hat man bestimmt keinen guten Charakter. Der Charakter zeigt sich aber auch bei kleineren und feineren Verhaltensweisen meiner Meinung nach, wenn man zum Beispiel Fremden gegenüber eher feindselig ist und ihnen lieber schaden will oder ihnen nicht helfen würde wenn sie gerade in einer Krisensituation stecken. Das heißt nicht, dass jeder jetzt sein komplettes Geld spenden soll und jeden wildfremden in jeglicher Situation helfen muss, aber wenn man generell eher egoistisch ist oder eben stark auf eine gewisse Gruppe nur schaut und Fremden oder Bedeutungslosen eher schaden will oder ihnen meistens aktiv oder passiv schaden zufügt, dann ist man eher kein sozialer Mensch.

    Fast kein Mensch ist der Meinung er selbst ist ein echt mieses Schwein, ein Arschloch, irgendwie versucht jeder vor sich selbst zumindest alles was man macht zu rechtfertigen oder hat bei Fehlern die man macht ein schlechtes Gewissen. Es gibt wohl wenige die sich selbst einen schlechten Charakter attestieren würden, weil man sich ja vor sich selbst rechtfertigen muss.

    Der Mensch hat aber so an sich, dass er das komplette Handlungsspektrum in sich trägt und außer vielleicht Mutter Theresa oder so sind die wenigsten Heilige die immer nur gut sind vom Charakter her.

    Aber die die ein reines Gewissen haben und jeden Tag versuchen moralisch gut zu handeln, die haben eine hohe Chance auch einen guten Charakter zu haben.

    Wir wollen jetzt nicht von Ausnahmen sprechen wie Krankheiten die einen vielleicht dadurch zu einem moralisch verwerflichen Verhalten drängen oder zum teil wirklich verleiten lassen.

    Ich glaube ich will niemanden aktiv oder passiv schaden, aber ich bin auch nicht immer so christlich wie Jesus, dass ich mich selbst bei einen Angriff nicht verteidigen würde und meine zweite Backe auch noch hinhalten würde. Aber ich versuche meistens nicht Feuer mit Feuer zu bekämpfen, sondern hoffe dass das Karma zuschlägt und jeder dadurch bekommt was er verdient, ohne dass ich dafür verantwortlich bin.

    Liebe, Frieden, Soziales Miteinander, das sind keine Dinge über die wir lachen sollten, sie würden echt vieles einfacher machen.

    Aber wie man im Forum schon erleben konnte, bin ich auch kein reines Unschuldslamm, ich schmeiße mich manchmal in Diskussionen und bin dabei nicht zimperlich hin und wieder wenn es ums austeilen geht, also komme ich mir manchmal vielleicht frommer vor als ich es in Wirklichkeit bin.

    Zum Thema DISC muss man aber auch dazu sagen, dass man die Fragen ja nach Selbsteinschätzung beantwortet und daher das Ergebnis ja nicht komplett unabhängig von sich selbst ist. Weil wenn jemand anderes die Fragen beantworten würde für einen, dann könnte schon was ganz anderes dabei herauskommen. Ich meine so raffiniert können die Fragen gar nicht gestellt werden, dass man dabei nicht die ungefähre Richtung verstehen kann.

    Grob gesagt bin ich mir ein paar Sachen sicher: Ich bin ein unsicherer Mensch, ich bin schüchtern und nicht extrovertiert die meiste Zeit, wobei ich bei Freunden und Familie nicht schüchtern bin. Ich habe sehr viele Zweifel an mir selbst, das kommt wahrscheinlich dadurch dass ich nicht viele Erfolge erzielt habe in meinem Leben und auch teilweise gemobbt wurde.

    Ich habe Humor, aber nicht jeder findet witzig was ich so mitteile.

    Dass die Wortwahl bei normalen Menschen immer individuell anders ist, hat aber vielleicht nicht unbedingt mit Charakter zu tun finde ich, es hat mehr damit zu tun, dass wir eben verschiedene „Rollen spielen“ in unserem Leben. Aber so wie man sich unverstellt mitteilt, daraus lässt sich ein Charaktermerkmal herleiten. Bin ich jemand der über andere gerne abfällig herzieht, über wen ziehe ich her, was ist der Grund dass ich über ihn herziehe.

    Ich glaube auch nicht, nur weil wir nicht immer gleich handeln, dass wir von Grund auf komplett verschiedene Charakter in uns haben, jeder in sich tausend verschiedene Charakter hat und man überhaupt keine Tendenz ersichtlich wäre. Das ist mir bisher noch bei keinem Menschen untergekommen.

    Am besten ist sowieso, wenn man nicht nur seine eigene Sichtweise kennt, sondern auch die von seinen Nächsten, wie zum Beispiel Familie, Freunde und Partner. Weil manchmal haben die auch Beobachtungen die einem selbst gar nicht so bewusst waren.

    Sicher handelt man immer sehr situationsabhängig, manchmal ist man vielleicht furchtbar schlecht drauf und dann ist man vielleicht weniger freundlich als sonst.

    Bei einer Partnerin und bei meinen Freunden ist mir ein guter Charakter sehr wichtig.

    Meine Traumfrau ist eine Frau die von sich aus auch Liebe, Frieden und soziales Miteinander ganz wichtig und lebenswert findet, die irre viel Humor hat, die begeisterungsfähig ist, emphatisch, ehrlich und geduldig.

    Meine Meinung und darf gerne diskutiert werden.

    Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.

    #221903

    Natürlich gibt es Tendenzen! Aber ich denke auch, dass wir sehr viele verschiedene Rollen „spielen“.

    Tendenziell sind in  meinem „ausgesuchten“ Umfeld (um Familie, Arbeit und alle Leute, die man sich eben nicht aussuchen kann abzugrenzen) meist eher Leute die sich selbst nicht für zu wichtig halten, einen ähnlichen Humor haben, ihr Verhalten selbst reflektieren und tolerant gegenüber anderen sind. Sie sind meist auch offen für jede Unternehmung und offen für die Welt. Irgendwie sind in meinem Umkreis auch viele Akademiker- aber nicht ausschließlich.

    Mit den Leuten direkt aus meinem Heimatdorf konnte ich schon zu Schulzeiten nicht viel anfangen, weil immer viel über alle anderen getuschelt wurde und ich viele irgendwie „langweilig“ bzw. „eintönig“ fand. So wird bei meiner besten Freundin in kindheitstagen auch heute noch jedes Wochenende im den gleichen Leuten in der gleichen Gartenhütte wie vor 10 Jahren mit Micky Krause Musik gefeiert, getrunken, geraucht. Wenn sie sich mal weiter als 20 km von dem Dorfkirchturm bewegen, dann geht der Urlaub mit dem Kegelklub immer nach Mallorca um Pfingsten herum. Irgendwie hat es sich dann bei uns auseinander gelebt. Die spulen seit ca 10-15 Jahren jedes Jahr das gleiche Programm ab. Ist natürlich nicht verwerflich, aber für mich wäre das nichts.

    Ich mag keine Leute, die dich zu sehr auf andere konzentrieren: Neid, Selbstmitleid, Schadenfreude, Missgunst, Gier, Intoleranz sind Eigenschaften die mich eher abschrecken bei Menschen.

    Moralisch muss ich sagen, dass ich auch Freunde habe, von denen ich selbst sage „Die ist total assozial“. Ich mag sie trotzdem total gerne. Bei einer schäme ich mich manchmal ein bisschen vor mir selbst, weil ich es manchmal witzig finde wie skrupellos sie ist. Es fühlt sich manchmal so an, als ob sie für mich meine assoziale Seite mit auslebt. Ich mag sie aber, weil sie irgendwie immer den Fokus bei sich hat, ihr Ding macht und einfach super witzig und offen für neues ist. Mit ihr hatte ich die besten Geschichten meines Lebens erlebt. Sie hat mir geholfen mich in einigen Dingen weiterzuentwickeln: Ich konnte starre Denkmuster ablegen und irgendwie lockerer werden.

    Bei der einen oder anderen Person in meiner Umgebung kann ich ziemlich sicher sagen, dass sie nicht sonderlich gesellschaftlich moralisch denken. :scratch:

    Ich denke, ich suche mir Leute in meiner Umgebung aus mit denen ich mich weiterentwickeln kann. Pauschal würde ich halt nicht immer sagen, dass ein „guter“ oder „schlechter“ Charakter (wenn man das in Bezug auf moralisches Verhalten bezieht) das ausschlaggebende Kriterium bei der Auswahl meiner Umgebung ist.

    Bei der direkten Partnerwahl ist es in meiner Wunschvorstellung anders, da wünsche ich mir natürlich schon gemeinsame Werte,  wobei man sich ja durch die rosenrote Brille zunächst sehr blenden lässt und viele Sachen schön redet. :negative:

    • Diese Antwort wurde geändert vor 7 Monate, 3 Wochen von Jeanne.
    • Diese Antwort wurde geändert vor 7 Monate, 3 Wochen von Jeanne.
    #221932

    Ich denke, ich suche mir Leute in meiner Umgebung aus mit denen ich mich weiterentwickeln kann. Pauschal würde ich halt nicht immer sagen, dass ein „guter“ oder „schlechter“ Charakter (wenn man das in Bezug auf moralisches Verhalten bezieht) das ausschlaggebende Kriterium bei der Auswahl meiner Umgebung ist.

    Vielleicht erscheint es im ersten Moment aufregend oder clever, wenn jemand gegen Moralvorstellungen rebelliert oder sich nicht daran gebunden fühlt. Allerdings komme ich langfristig besser mit Menschen zurecht, die sich bemühen, moralisch zu handeln. Ich denke, viele Moralvorstellungen sind auf Kooperation ausgelegt und dass das der Grund dafür ist. Das heißt natürlich nicht, dass alle Moralvorstellungen richtig sind. Der gesellschaftliche Umgang mit Minderheiten hat sich in einigen Ländern zum Beispiel im Vergleich zu früher allgemein gebessert, denke ich.

    Bei der direkten Partnerwahl ist es in meiner Wunschvorstellung anders, da wünsche ich mir natürlich schon gemeinsame Werte, wobei man sich ja durch die rosenrote Brille zunächst sehr blenden lässt und viele Sachen schön redet. :negative:

    Darauf kann es wohl hinauslaufen und ich finde, es ist gut, das zu erkennen :good:

    Insgesamt denke ich, dass der Charakter auch im Erwachsenenalter wandelbar ist, gewisse Grundwerte jedoch recht solide sind. Klar, verhält man sich situationsangepasst, bei ähnlichen Situationen aber auch ähnlich.

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