Anzeichen eines nahenden Automatismus

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  • #43813

    Ich verspüre seit einigen Tagen immer mal wieder den Drang, gedachtes oder gehörtes nachzusprechen. Noch kann ich es kontrollieren und ich hoffe, es verschwindet wieder aber ich habe gelesen, dass es schon mal bei einer Schizophrenie vorkommen kann. Kennt es jemand von euch? Wie hat es sich bei euch herauskristallisiert? Das wäre natürlich absoluter Mist, wenn ich so Blödsinn jetzt auch noch bekomme :wacko:

    #43814

    Ich habe mich da wohl vermacht. Es heißt Echolalie. Ich werde es beim nächsten Arzttermin ansprechen

    #43874

    Also bei mir ist das so, das ich ein Wort aufschnappe was z.B. im TV läuft während ich mich ein bissl hinlege und mit geschlossenen Augen dann die Wörter nachschreibe wie auf einer Tastatur. Auch manchmal nervig aber noch ok. :wacko:


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    D / 48Jahre
    Quetiapin 200 +400 , Risperidon 2mg, Doxepin 2x 50mg,
    Ofiril 2x 150mg, Bedarf Lorazepam

    #43879

    Das ist ja krass, wie fühlt sich das im Kopf an? Versuchst du es zu unterdrücken oder lässt du es einfach ablaufen?

    #43883
    Anonym

      Ich nenne das „Würgen“, denn genau das macht es mit der eigenen inneren Stimme. Ich lasse es einfach los, spreche nicht nach. Genauso wie sich der Trieb, es weiter zu verfolgen aufbaut, baut sich mit der Zeit die Reaktion des Loslassens auch auf.

      #43884

      das geht ganz automatisch……..hm is manchmal nevig wenn man 5min das wort immer und immer wieder nachschreibt im kopf. Meist versuche ich mich dann abzulenken. Dann ist auch wieder gut. Kann da auch kein Muster erkennen. Sonst hab ich sowas nicht. Ist genauso wie wenn man einen Ohrwurm hat und immer wieder die Melodie im kopf abspielt (das kenn ich natürlich auch). Da hilft auch nur eine neue Melodie nachspinnen und abrupt aufhören, bevor es sich einspielt.


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      • Diese Antwort wurde geändert vor 4 Jahre, 3 Monate von Blumenduft.
      • Diese Antwort wurde geändert vor 4 Jahre, 3 Monate von Blumenduft.
      #43888

      Ich nenne das “Würgen”, denn genau das macht es mit der eigenen inneren Stimme. Ich lasse es einfach los, spreche nicht nach. Genauso wie sich der Trieb, es weiter zu verfolgen aufbaut, baut sich mit der Zeit die Reaktion des Loslassens auch auf.

       

      Du lässt es quasi los, also einfach im Kopf ablaufen und dadurch sprichst du es nicht nach und dann verschwindet es wieder? Ich bin mir gerade nicht so sicher, wie du das meinst :-) Ich habe ja extreme aufgebaute Wut im Kopf und wahrscheinlich wollen sich diese Gedanken entladen. Ich labere meine Schwester immer ein bissel voll, wenn es mir mal zu Kopf steigt. Sie hört mir dann immer zu B-)

      #43890

      das geht ganz automatisch……..hm is manchmal nevig wenn man 5min das wort immer und immer wieder nachschreibt im kopf. Meist versuche ich mich dann abzulenken.

      Hm… Das ist komisch. Ich habe seit meiner Erkrankung vor 3,5 Jahren, bemerkt, dass ich komplexere Wörter nicht mehr schreiben kann. Ich muss immer nachgoogeln :scratch:

      #43900
      Anonym

        Wie soll ich das am besten beschreiben mit dem Loslassen.

        Also erstmal, das hast du ja auch gemerkt, ist es wie ein Trieb, der nicht ganz von einem selbst aus zu kommen scheint, sondern wie „automatisch“ abläuft. Wenn ich das merke, dann mache ich erstmal einfach nicht mehr mit, sondern halte an – dann geht der Automatismus meist von alleine weiter, und versucht meine Aufmerksamkeit wieder reinzuziehen, dass ich es für Aktivität von mir selbst halte. Da ich weiss, dass es das nicht ist, lasse ich es los anstatt mich weiter reinzukrampfen, richte meine Aufmerksamkeit auf etwas anderes, oder sage mir selbst etwas anderes, irgendwie so.

        Bedenke, ich hab das seit 18 Jahren oder so und als Dauerzustand sobald ich meine Gedanken reflektieren will, deswegen ist der Umgang damit schon halbautomatisch bei mir und nicht so bewusst, sonst könnte ich es dir besser beschreiben. Ich habe es halt auch gedanklich, mit der inneren Stimme, und manchmal aber auch so, als würde ich Worte nachsprechen oder mitsprechen wollen. Ich tue es halt nicht, und lasse den Impuls dazu los, sobald ich merke es ist ein Trieb aus der Psychose und nicht mein freier Wille.

        Manchmal sind es aber auch sehr gute und förderliche Sachen, oder die zur Situation zu passen scheinen, dann fliessen sie natürlich mit in meinen Aktivitätenflow ein. Ich verkrampfe mich lieber nicht zu sehr dagegen, sondern gehe mit und versuche halt nicht zu machen, was mir irgendwie unpassend oder unangenehm erscheint, wie z.B. das Nachsprechen von Gedanken.

        Ich habe das quasi permanent und mit quasi allem, was mein Leben ausmacht. Wenn ich denke und mein eigenes gedachtes reflektieren will, dann wird es von so etwas quasi angezogen und ersetzt, so dass ich den Trieb verspüre etwas intensiveres, was aber nicht ganz von mir selbst zu kommen scheint, selbst zu sein bzw. zu werden.

        Ich habe das aber schon oft erlebt im Zug z.B., dass Leute die etwa mit ihrem Handy oder Laptop sehr beschäftigt und vertieft waren, unbewusst Dinge mitgemurmelt haben. Ist also per se nichts ungewöhnliches, erst wenn es wirklich intensiv und zwingend und störend wird (etwa weil die Aufmerksamkeit daran durch die Psychose geklammert wird), fällt es einem als unangenehm auf.

        #43904

        Respekt, dass du das schaffst. So ähnlich mache ich es auch, wenn es kommt und ich merke es, dann denke ich immer an was anderes oder daran, dass ich das Gott sei dank nicht gerade gesagt habe :yahoo:   Ich werde mir deine Worte merken. Ziemlich geniale Sache :good: und alle Anderen sei gesagt, bleibt stark, ihr schafft das.

        #43907

        Kennt es noch jemand von euch, dass sich der Kopf so komisch anfühlt, als wäre ein hartes Geflecht im Kopf. Man kann sich das so vorstellen, wie Zweige einer Baumkrone, die ineinander verschachtelt sind. In meiner Psychose, dachte ich auch , mir wächst ein Baum aus dem Kopf und mein Verstand fluppt dann in eine Birne, die dann von jemanden gepflückt und gegessen wird. Ich wurde quasi zur Birne, die mit den Augen zwinkernd in die Leere starrte und Angst davor hatte gepflückt und gefressen zu werden :yahoo:

        • Diese Antwort wurde geändert vor 4 Jahre, 3 Monate von Redsixer.
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        #43916
        Anonym

          Naja, was heisst „dass ich das schaffe“. Ich bin auf dieses Erleben nicht wirklich stolz. Es ist auch mehr „Erleben“ und nicht irgendwas, was ich aktiv mache oder so. Mich von solchen draufgesetzten Illusionen in grosser Abneigung trennen zu wollen, sobald sie mir bewusst werden, ist halt alles was ist, der Rest läuft von selbst. In meinen Augen ist das alles nur Illusion, und ich wie fremdgesteuert darin, obwohl ich mir meist wie aktiv vorkomme bzw. oft einfach vergessen muss, was gerade ist, und dann das nächstbeste machen muss. Vielleicht kommt bei solchen Spielchen irgendwann der Wahn auf, man könne sich irgendwie „verteidigen“ oder so. Ich glaube da eher nicht so dran, die Psychose hat einen im Griff, und nur manchmal kann man aussuchen was man davon will und was nicht. Das kann immerhin manchmal ein Erfolg sein insofern als dass man das Boot in Bahnen steuert, die nicht sofort in die Psychiatrie führen. Im Grunde ist der Kampf selbst aber schon eine Behinderung im Leben, statt in seinen Kopf zu starren könnte man ja auch leben und gutes tun, woran es einen effektiv hindern kann. Und man „wird“ darin mit den Jahren immer „besser“ (bzw lebt immer mehr in der Illusion, man könnte immer besser wählen…), während die tatsächliche Freiheit immer weiter schwindet.

          Man kann das nicht gewinnen. Deine Geschichte mit der Birne finde ich auch nicht lustig, sondern eher sehr beängstigend. Andererseits war es nur ein Bewusstseinseindruck und ein kleiner Bewusstseinsfilm, den du erleben musstest. In meinen ersten Jahren hätte ich mir das bestimmt auch angesehen…jetzt würde ich es mir eine Weile ansehen, dann irgendwann von der Psychose gesagt bekommen, dass ich das ja eigentlich nicht mehr will, dann sehe ich weg und habe wieder eine Minute meines Lebens an den Wahnsinn verschenkt.

          #43920

          Deine Geschichte mit der Birne finde ich auch nicht lustig, sondern eher sehr beängstigend

          Es war auch sehr beängstigend aber was soll man machen. Im Nachhinein wenigstens noch darüber lachen. Es tut mir auch leid, was mit euch allen geschehen ist, ich meine, ich kenne es ja zu gut von mir auch. Ich wünsche euch, dass es besser wird :-)

          #43922

          Es ist halt alles Mist aber sehe es doch so, besser als rumbrabbelnd durch die Gegend zu laufen und auch noch zu merken, dass man gerade wirres Zeug redet und es selber nicht ausbremsen kann, weil der Kopf einen einfach, auf gut deutsch, entschuldigung, fickt.

          #43923

          Natürlich kannst du stolz auf dich sein, dass du das über die Jahre durchstehst. Du bist stärker als du vielleicht von dir selber denkst :-)

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