Adaptogene – eine natürliche Alternative zur "chemischen Keule"?

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  • #48926

    Hallo zusammen,

    vor Kurzem habe ich von einer pflanzlichen Stoffgruppe namens “Adaptogenen” gehört und bin gerade dabei, mich über diese interessante Sache zu informieren.

    Adaptogene sollen bei Überbelastung sehr wirksam sein, welche ja auch bei Psychose-Patienten häufig eine große Rolle spielt. So wirken natürliche Stoffe aus z.B. der “Ashwaghanda-Wurzel” oder aber der “Rosenwurz” adaptogen und beeinflussen mit ihre Wirkumsweise auch den Botenstoff Dopamin, der bei uns Betroffenen ja stark in Verdacht steht, im Überfluss vorhanden zu sein.

    Ich habe selbst erst vor ca. zwei Monaten trotz chemisch synthetisierter Medikation eine heftige Manie erlebt, die psychotischem Erleben sehr nahe war. Dabei wurde ich medikamentös umgestellt und muss nun Amisulprit nehmen, welche u.A. Spätdyskinesen zur Folge haben kann – also Spastiken und Gesichtsverzerrungen. Und gesund für das Herz ist das Zeug schon mal sowieso nicht.

    Ich frage mich nun, ob Adaptogene eine “gesunde Alternative” zur heftigen Chemiekeule sein könnten und ob Mutter Natur nicht besser das Heilmittel gegen Psychosen uns in die Wiege legt, als es das Labor je tun könnte…

    Hier mal der Link, indem man einige Infos zu Adaptogenen erhalten kann:

    https://www.navigator-medizin.de/stress_ueberlastung_burnout/die-wichtigsten-fragen-und-antworten/heilpflanzen-gegen-stress/wissenswertes-zu-heilpflanzen-gegen-stress/487-was-sind-adaptogene.html

    Hat jemand von euch Erfahrungen mit Adaptogenen gemacht und wenn ja, wie waren eure Erfahrungen?

    Hoffnungsvolle Grüße  :rose:

    Der Mensch ist auch immer eine Summe seiner Begegnungen.

    #48953
    AvatarAnonym

    Hallo Cellardoor,

    ich glaube, dass der gesündeste Weg einfach eine gute Psychotherapie ist und das auf das eigene Gefühl hören. Sie angenommen fühlen und sicher in seiner Umgebung zu fühlen, das ist, so glaube ich, das Wichtigste. Und richtige Sicherheit kann man nicht durch andere Menschen bekommen und sowieso nicht durch irgendwelche Zusatzstoffe.

    Im Grunde ist das alles, auch mit den Adaptogenen, ein Strohhalm, den man sucht und vielleicht ergreift, aber nichts, was einem am Ende wirklich stabil durch das Leben gehen lässt.

    Man muss sich eben vergegenwärtigen, dass wir täglich Erfahrungen machen, die das Ich in das Selbst integrieren muss. Wenn es das nicht kann, dann erzeugt es irgendeine Art von Wahn als Übergangskonstruktion, um das Selbst zu schützen. Es kommt also drauf an, welchen Erfahrungen man sich öffnet und welche man nicht zulässt. Es kommt auch darauf an, den Stress zu reduzieren, und sich sicher und geborgen zu fühlen. Dann wird man nicht krank, auch mit wenig Medikamenten oder ganz ohne Medikamente nicht. Irgendwie muss man seine Resilienz aufbauen, um auch Verletzungen, die garantiert immer wieder kommen, zu verarbeiten. Das sind die wesentlichen Dinge. Ich glaube, psychische Gesundheit kommt von Innen und braucht keine Chemie, ob aus dem Labor oder aus der Natur.

    Viele Grüße

    Grenfell

    #48960

    Hallo Cellardoor,

    ich denke schon, dass etwas dran sein kann und die Einnahme der ein oder anderen Pflanze positive Auswirkungen haben kann. Werde mich mal damit beschäftigen, ich interessiere mich schon für solche Dinge. Würdest Du dann zu so einem Mittel greifen? Es gibt da ja sehr viele…

    Ich persönlich würde aber trotzdem bei den Medis bleiben, allerdings ist meine Dosis mittlerweile auch nicht mehr hoch.

     

    Liebe Grüße

    • Diese Antwort wurde geändert vor 11 months, 3 weeks von cochon dindecochon dinde.
    #49365

    Hallo @cochon dinde ,

    das freut mich, dass die Adaptogene dein Interesse wecken. Halte mich gerne auf dem Laufenden, was du so für Informationen darüber heraus finden konntest.

    Ich denke, dass es wenig Studien in Zusammenhang von Adaptogenen und Schizophrenien geben wird, denn dafür halte ich die Pharma-Lobby einfach noch für zu stark.

    Ob ich zu solchen Mitteln greifen würde?
    Nun, sagen wir mal so: Ja – allerdings würde ich nicht ad hoc plötzlich meine Medis absetzen und nur noch Adaptogene konsumieren. Ich lasse mich beraten, behalte die Adaptogene dabei im Fokus und trinke, wenn mir danach ist, Ashwaghanda-Tee, den ich bereits hier habe und werde mir nach und nach auch adaptogene Stoffe vermehrt ins Haus holen. Mein Amisulprit wird bereits reduziert. Nun werde ich allerdings nichts ohne Absprache mit meinem Facharzt unternehmen. Dafür ist mir persönlich das Risiko zu riskant, erneut eine psychotische Episode erleben zu müssen. Dieses Thema sollte man sehr sensibel behandeln.
    Die Hoffnung, vielleicht irgendwann mit natürlicher Hilfe, wenig Stress (was im Alltag nicht immer einfach ist – gerade nicht bei Berufstätigkeit) und eventuell der Einnahme von Stoffen a la Adaptogenen ohne “Hardcore-Psychopharmaka” leben zu können, ist definitv vorhanden und ich lasse nichts unversucht.

    Gerne werde ich auch gelegentlich an dieser Forumsstelle meine Erfahrungen mit Adaptogenen festhalten.

    Derzeit nehme ich auch gelegentlich noch “Noopept” ein – ein nootropischer Stoff, der mein Konzentrationsvermögen steigert, was gerade nach einer Episode mit Krankenhausaufenthalt mir ungemein hilft. Der Präcortex, also der Vorderlappen im Gehirn, leidet ja bekanntlicherweise bei psychotischem Erleben und genau dort setzen auch nootropische Stoffe an.
    Nootropische Stoffe sind in der BRD noch nicht so weit erforscht, dass sie frei zugänglich sind, allerdings wurden sie bereits in anderen Ländern, wie z.B. den USA und vor allem auch in Russland so weit erforscht und finden auch ihren frei verkäuflichen Platz auf dem Wirtschaftsmarkt. Sie sollen u.A. auch wirksam sein gegen einige Arten von “Demenz” – und da “Schizophrenie” nur knapp bei einer Abstimmung den Namen “dementia praecox” verfehlte, denke – und spüre ich auch – dass Noopept eine gute Unterstützung sein kann für postpsychotisches Erleben.

    In Kombination von Nootropika und Adaptogenen kann ich mir durchaus vorstellen, mittel- bis langfristig auch meinen Alltag gänzlich ohne Hardcore-Chemie im Körper und  allen damit einhergehenden Nebenwirkungen und Spätfolgen symptomfrei gestalten zu können – ja!

    Herzliche Grüße  :heart:

    • Diese Antwort wurde geändert vor 11 months, 2 weeks von CellardoorCellardoor.

    Der Mensch ist auch immer eine Summe seiner Begegnungen.

    #49586

    Hallo Cellardoor,

     

    okay, wir halten uns gegenseitig beim Thema Adaptogene auf dem Laufenden :) .

    Zum Thema Beeinträchtigung des präfrontalen Cortex und mögliche Abhilfe – schau mal im Blog-Bereich, da habe ich in meinen ersten Blog-Posts etwas zum Thema Jogging/Tempoläufe geschrieben und verlinkt, die helfen laut Wissenschaft nämlich nachweislich, den präfrontalen Cortex zu stärken.

     

    Liebe Grüße

    #49750

    Hallo cochon dinde,

    vielen Dank für den Hinweis, werde bei Gelegenheit defintiv rein lesen und, falls gewünscht, meinen Beitrag dazu geben :)

    Liebe Grüße  :rose:

    Der Mensch ist auch immer eine Summe seiner Begegnungen.

    #78480

    Hallo, ich habe mir die drei Mittel Taigawurzel, Ginseng und Rosenwurz im Herbst kommen lassen und der Reihe nach jeweils ca 2. Monate lang probiert. Ich kann nicht sagen, dass es sich um Wundermittel handelt, aber eine unterstützende Wirkung können sie sicher haben. Hier eine Übersicht über die besagten 3 Mittel:

     

    Rosenwurz

    Indikation:

    Steigerung der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit

    Stärkung des Widerstands gegen unerwünschte physikalische, chemische, psychische. und biologische Einflüsse

    Bei Chronischer Müdigkeit, Depression etc

    Kontraindikation

    Während Schwangerschaft und Stillzeit, Kinder unter 12

    Zubereitung – Aufguss

    5 Gramm Wurzel klein schneiden, mörsern und mit 350 ml heißem Wasser 30 min lang bei geschlossenem Deckel köcheln lassen. Danach abgießen und temperiert trinken. Nicht länger als 4 Monate

    .

    .

    Taigawurzel

    Indikation 

    Chronische und akute Müdigkeit

    Erschöpfung

    Konzentrationsschwäche

    Kontraindikation

    Nicht empfohlen bei Bluthochdruck, Herzproblemen, Schwangerschaft

    Zubereitung – Aufguss

    3 bis 4 Gramm mit 200 ml Wasser aufkochen und 10 min abgedeckt ziehen lassen. Danach abseihen und temperiert trinken. Nicht länger als 2 Monate am Stück.

    .

    .

    Ginseng

    Indikation

    Bei Überforderung und Erschöpfung, Prophylaxe & Therapie bei Burn-Out,

    Stresssituationen und leichte Depressionen

    Niedriger Blutdruck, Libidoverlust, Potenzschwäche etc..

    Kontraindikation

    Überdosierung kann zu Bluthochdruck führen, nicht in der Schwangerschaft

    Bei gleichzeitiger Einnahme von Antikoagulantien (zur Hemmung der Blutgerinnung) – Rücksprache mit Arzt!

    Zubereitung – Aufguss

    1 bis 2 Gramm fein geschnittene Wurzeln mit 200 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen. 2-mal täglich vor dem Essen die Hälfte trinken.

    Nicht länger als 3 bis 4 Wochen lang.

     

     

     

    Quelle: Natalia Leutnant: Ginseng, Taigawurzel, Rosenwurz – Adaptogene

     

    • Diese Antwort wurde geändert vor 5 months, 3 weeks von cochon dindecochon dinde.
    #83635
    AvatarAnonym

    Ich schwöre schon seit langem auf Kamillentee. Den billigen aus dem Supermarkt. Gut für Zahnfleisch, Magen, Darm. Antibakteriell halt. So steht’s in der Wikipedia. Angeblich soll er auch beruhigen. Das gleiche wie Zeldox oder Zyprexa kann er meiner Erfahrung nach nicht bewirken. Ich nutze Chemie und Natur zusammen. Im Haushalt und für Körper und Psyche…

    #99495

    An meinen Vorredener: Mein Professor in Biologie hat mal erzählt, dass er bei einem pytopharmaubtermehmen gearbeitet hat und die am Ende immer die Reste zusammengefegt haben und an Aldi verkauft haben. Also die Qualität scheint da nicht sonderlich gut zu sein.

     

    Ich beschäftige mich gerade auch mit Adaptogenen. Leider gibt es keine richtigen Studien zur Einnahme mit neuroleptika. Habe mir jetzt trotzdem Rosenwurzextrakt (Rhoidola Rosea) bestellt. Will weg vom Koffein. Habe nur Angst, dass es in Kombi mit meinem Aripripazol das Serotoninsyndrom auslöst, da Rosenwurz auch die MAO hemmen soll und dadurch serotonin erhöht wird. Kann dazu aber nichts finden. Wobei ich ja sogar Antidepressiva mit Serotoninkomponente zusätzlich genommen habe und nix passiert ist.
    Naja… will es mal probieren und vorsichtig sein, wenn ich irgendwelche Symptome bemerke.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 month, 1 week von LisiLisi.

    Liebe Grüße Lisi

    Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben
    (George Bernhard Shaw)

    #99507

    Wie interessant! Lese mal mit :-)

    #99509

    Ok. Ich habe in Pubmed recherchiert und Aripripazol soll laut einer Quelle sogar das serotonin Syndrom abschwächen, laut einer anderen Quelle soll es mit Auslöser sein. Das Ding ist halt, dass es an einen Serotoninrezeptor als Antagonist wird an einem anderen als Patialagonist.
    Schwierig, dass es dazu keine guten Studien gibt.

    Aber ich probiere es mal vorsichtig aus

    Liebe Grüße Lisi

    Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben
    (George Bernhard Shaw)

    #99510

    Wie macht sich dieses Serotoninsyndrom bemerkbar?

    #99511

    Ursache ist oft Kombi von mehreren Wirkstoffen, die Serotonin erhöhen.
    Es macht sich bemerkbar durch

    autonom vegetative Symptome (Pulsanstieg, Schwitzen, Übelkeit, Durchfall, Übelkeit)

    Zentralnervöse Erregung (Unruhe, Halluzinationen, Bewusstlosigkeit)

    Neuromusküläre Symptome ( Gesteigerte Reflexe, Tremor (Zittern), Krämpfe, Anfälle)

    Es ist sogar lebensbedrohlich und muss sofort behandelt werden

     

    Liebe Grüße Lisi

    Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben
    (George Bernhard Shaw)

    #99516

    Ihhh klingt ja gar nicht gut. Gut wenn du das im Blick hast. :good:

    #102870

    Hallo zusammen,

    hatte mir Kapseln bestellt namens “Super You”, worin unter anderem auch Ashwangandha drin enthalten ist als Adaptogen, sowie auch viele B-Vitamine. Die Wirkung war sehr subtil und ich hatte das Gefühl, in der Tat etwas leistungsfähiger gewesen zu sein und stressresistenter. Die Packung ist mittlerweile leer. Da ich nicht mehr in beruflicher Reha bin und auch noch nicht berufstätig, habe ich allerdings auch weniger Alltagsstress.

    Viele Grüße

    Der Mensch ist auch immer eine Summe seiner Begegnungen.

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