Antwort auf: Ehrlichkeit zum Therapeuten

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Anonym

    Das kann man vorher einfach nicht wissen, wie ein Therapeut (oder einfach nur irgendjemand) reagiert, wenn man zum ersten Mal mit „schwerer Kost“ kommt. Insofern kann man davor Angst haben wie vor einem chirurgischen Eingriff, weil man nicht wissen kann, ob der Chirurg auch wirklich etwas taugt oder an dem Tag auch gut ausgeschlafen zur Arbeit erscheint.

    Man kann im Grunde genommen nur froh sein, wenn man dann mal doch einen Psychohelfer findet, der einen nicht gleich aburteilen will, nur weil man nicht immer nur über Minderwertigkeitskomplexe reden möchte, sondern über die eigenen zynischen und destruktiven Gedanken. Mit einem guten Psychohelfer ist es wie mit einem guten Freund: Den gibt es nicht an jeder Ecke. Bei einem Therapeuten oder anderen Helfer, der sich seiner eigenen dunklen Gedanken gar nicht erst bewusst ist und sich insofern auch gar nicht erst mit ihnen auseinadersetzen würde, hätte man geluhst. Der wird einem immer nur verklickern wollen, dass er einem in jeglicher Hinsicht überlegen ist, so auch in moralischer Hinsicht und würde sich einbilden, dass er mit seiner Selbstbeweihräucherung schon genügend therapeutische Hilfe leistet.

    So froh ich auch bin, dass ich in meinem BeWo-Sozialarbeiter endlich jemanden gefunden habe, der mich locker nimmt, so könnte ich mich immer noch über die Stümper aufregen, die in diesem „Business“ herumlaufen. Die sind unglaublich friedfertig zu aggressiven Patienten und dann auch noch unnötig aggressiv zu friedfertigen Patienten. Sowas wird dann auch noch als „menschlich“ bezeichnet, während sonst Augenhöhe eigentlich konsequent vermieden wird.

    Also lieber Nichtraucher, dass Du mit Deiner Therapeutin über Deine dunklen Seiten sprechen möchtest, ist ein ehrenwertes Ansinnen, dass man eigentlich nur befürworten kann. ABER, ob Du bei einer guten Therapeutin bist, die stabil genug ist, um Dich darin aufzufangen, kann Dir niemand im Voraus sagen.