Notizen von Mowa – Teil 3

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  • Dieses Thema hat 1682 Antworten sowie 44 Teilnehmer und wurde zuletzt vor vor 7 Monate von Mowa aktualisiert.
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  • #350206
    Anonym

      Das liest sich sehr gut liebe mowa,  alles gute für deine weiteren Bewerbungen.

      Schönen Spaziergang mit chanchan.

      #350216

      Danke @Hanseatic für die Info & danke Blaustern :-)

      Heute Morgen beim Spaziergang mit Chanchan habe ich gestaunt. So einen See habe ich auf der Neckarwiese noch nie gesehen:

      #350436

      Gestern habe ich gegen 7 Uhr morgens meine Bewerbungsunterlagen eingereicht und 20 Minuten später eine Eingangsbestätigung bekommen B-)

      In der letzten Minute waren mir im Anschreiben noch mehrere Schreibfehler aufgefallen, die ich korrigiert habe:
      * Schreibweise des Datums: „3. Juni 2024“ ohne Null in der Tagesangabe > https://www.din-5008-richtlinien.de/startseite/datum/
      * Fehlendes Leerzeichen durch einen Copy & Paste-Fehler, in der Überschrift und im ersten Absatz
      * Straße einmal falsch mit Doppel-s ausgeschrieben und einmal mit „…str.“ abgekürzt, beides dann einheitlich mit „…str.“ abgekürzt

      Mit etwas Aufwand habe ich dann nochmal das gesamte PDF-Dokument erstellt.

      Ich bin froh, dass mir diese Fehler aufgefallen sind!

      • Diese Antwort wurde vor 1 Jahr, 8 Monate von Mowa geändert.
      #350523

      Viel Glück dafür! :gut:

      #350562

      Danke @Molly :-)

      Gestern hatte ich einen regulären Termin bei einem Psychiater. Ich hatte vor einem Monat einen Notfalltermin bei ihm wegen psychotischer Symptome, die ich während einer Krise am Arbeitsplatz entwickelt hatte.

      Um meine Situation noch einmal zusammenzufassen: Ich habe seit Februar/März 2023 eine sehr schwierige, konfliktreiche Zeit als Betriebsratsvorsitzende hinter mir, da es personelle Veränderungen auf der Führungsebene des Instituts gab. Der plötzliche Tod meines Vaters Mitte Oktober hat mich in tiefe Trauer gestürzt, und in dieser Zeit der Trauer, zusammen mit den anhaltenden Konflikten am Arbeitsplatz, bin ich längerfristig erkrankt, ohne jedoch psychotisch zu werden.

      Ende März konnte ich meine Wiedereingliederung erfolgreich abschließen, im April war ich wieder arbeitsfähig. Die anhaltende Überforderung im Betriebsratsamt und die private Situation, die Nähe zur Familie und zur Charité für meinen schwerkranken Mann zu suchen, veranlassten mich, meine Betriebsratstätigkeit zu beenden und mich auf eine Stelle in Berlin zu bewerben. Ich habe frühzeitig mit meinem Vorgesetzten gesprochen, der mir seine bestmögliche Unterstützung für meine Bewerbungen in Berlin und auch für den Fall, dass ich bleibe, zugesichert hat.

      Anfang April habe ich es auch gewagt, mein Aripiprazol von 1 mg/d auf 0,5 mg/d zu reduzieren. Ich hatte dann in den ersten Tagen einige Absetzsymptome, die aber innerhalb von 1 bis 2 Wochen wieder verschwanden. Ich habe mir dann kurzfristig und immer wieder mal einzelne Tage frei genommen, um an meinen Bewerbungsunterlagen zu arbeiten und nach Stellenangeboten zu suchen. Ende April trat der Betriebsrat zurück und die Neuwahl wurde eingeleitet. Bei meinem Rücktritt und einige Tage danach geriet ich in eine plötzliche berufliche Krise und entwickelte für einige Tage paranoid-psychotische Symptome.

      Ich habe wie immer sehr schnell reagiert und zum Glück auch Hilfe bekommen, sowohl von meinem Vorgesetzten als auch von meinem Psychiater, und von meinen Kolleginnen und Kollegen im Betriebsrat usw. sowieso. Anfang Mai hatte ich den bereits erwähnten Notfalltermin bei meinem Psychiater, ich hatte meine Reduktion bereits aufgehoben und nahm bis gestern 1 mg/d Aripiprazol ein. Mein Psychiater hatte damals vorgeschlagen, dass ich auf 1,25 ml hochdosieren könnte, aber dann habe ich selbst gesehen, dass 1 mg/d ausreicht, um mich wieder zu stabilisieren.

      Ja, das war die Ausgangssituation bei dem gestrigen Termin beim Psychiater. Wir hatten ein 30-minütiges Gespräch, das mir gut getan hat. Er äußerte seine Bedenken, einen anderen Job anzunehmen und leichtfertig nach Berlin zu ziehen, weil mein jetziger Job mein Leben absichert. Man darf auch nicht vergessen, dass ich die Alleinverdienerin bin und der Lebensunterhalt der Familie davon abhängt, dass ich gesund bleibe und in der Lage bin, zu arbeiten und meinen Job zu behalten. Bei allem Respekt für die verschiedenen Beweggründe, mich jetzt zu bewerben. Die Situation wäre ganz anders, wenn ich gesund wäre, aber mit meiner Anfälligkeit für Psychosen und dem Risiko eines Rückfalls fehlt mir das letzte Quäntchen Belastbarkeit, um eine Führungsrolle zu übernehmen.

      Ich sagte ihm, dass dies für mich sehr bitter sei. Seit ich 2010 erkrankt bin, habe ich immer versucht, meine Situation zu relativieren und mir gesagt, dass ich das Beste aus der Situation mache und es mir gut geht. Aber jetzt merke ich, dass es bitter ist, einen Schritt zurücktreten zu müssen, weil meine Gesundheit es nicht zulässt. Und dass es eine Erleichterung für mich ist, wenn ich diese Situation als bitter erkennen kann. Ich weiß, dass mein Psychiater vernünftig ist, und es ist auch so, dass ich, mein Mann, meine Mutter usw. die gleichen Sorgen haben. Insofern sind die Gedanken nicht neu, und doch hilft es mir, die Einschätzung meiner Situation durch einen Fachmann zu hören.

      Ich lasse es offen, dass ich nicht belastbar genug bin, um eine Führungsrolle zu übernehmen, und ich will es selbst herausfinden. Ich bin keine Deterministin.

      Auf jeden Fall habe ich mit ihm besprochen, dass ich noch einmal eine Reduktion versuchen möchte. Ich dachte an eine Reduktion um 0,1 mg alle 2 Monate, und mein Psychiater schlug vor, ohne dass ich ihm meinen Plan mitgeteilt hätte, dass ich die Expertin sei, er aber an meiner Stelle um 0,1 mg alle 4 Wochen reduzieren würde. Damit bin ich völlig einverstanden, wenn es schneller geht! Aber was wirklich zählt, ist, dass ich meinen psychotischen Zustand sehr früh zuverlässig erkennen und mir selbst helfen kann, wenn es mir nicht gut geht.

      Ja, ich habe in der nächsten Apotheke keine 1-ml-Spritzen bekommen, sondern eine 1-ml-Insulinspritze mit 40 Linien als lineare Unterteilung, die mir gereicht hat. Ich habe dann schnell noch eine 100er-Packung ordentlicher 1-ml-Spritzen im Internet bestellt, und heute Morgen habe ich 0,9 mg Aripiprazol genommen. Ich rechne damit, dass ich nächsten April NL-frei sein werde. Mal sehen B-)

      Mein nächster regulärer Termin ist Anfang September. Wenn sich der Umzug nach Berlin unter idealen Bedingungen bis dahin organisieren ließe, würde ich meinen Psychiater bitten, einen früheren Termin zum Abschluss zu vereinbaren.

      • Diese Antwort wurde vor 1 Jahr, 8 Monate von Mowa geändert.
      #350566
      Anonym

        Die Situation wäre ganz anders, wenn ich gesund wäre, aber mit meiner Anfälligkeit für Psychosen und dem Risiko eines Rückfalls fehlt mir das letzte Quäntchen Belastbarkeit, um eine Führungsrolle zu übernehmen. Ich sagte ihm, dass dies für mich sehr bitter sei. Seit ich 2010 erkrankt bin, habe ich immer versucht, meine Situation zu relativieren und mir gesagt, dass ich das Beste aus der Situation mache und es mir gut geht. Aber jetzt merke ich, dass es bitter ist, einen Schritt zurücktreten zu müssen, weil meine Gesundheit es nicht zulässt.

        Und für diese Erkenntnis hast Du nun 14 Jahre gebraucht ? Ich denke Du verkennst Deine allgem. Situation massiv, was ja nicht wundert da Du ja ein Psychotiker bist ?

        #350569

        Viel Glück bei der Reduktion. Ich mein, es liest sich ja nach einem guten Plan.

        Vielleicht findest du ja auch bald eine gute und passende Stelle in Berlin!

        #350570

        Ich sagte ihm, dass dies für mich sehr bitter sei. Seit ich 2010 erkrankt bin, habe ich immer versucht, meine Situation zu relativieren und mir gesagt, dass ich das Beste aus der Situation mache und es mir gut geht. Aber jetzt merke ich, dass es bitter ist, einen Schritt zurücktreten zu müssen, weil meine Gesundheit es nicht zulässt. Und dass es eine Erleichterung für mich ist, wenn ich diese Situation als bitter erkennen kann. Ich weiß, dass mein Psychiater vernünftig ist, und es ist auch so, dass ich, mein Mann, meine Mutter usw. die gleichen Sorgen haben. Insofern sind die Gedanken nicht neu, und doch hilft es mir, die Einschätzung meiner Situation durch einen Fachmann zu hören. Ich lasse es offen, dass ich nicht belastbar genug bin, um eine Führungsrolle zu übernehmen, und ich will es selbst herausfinden. Ich bin keine Deterministin.

        Ich denke, schwierig ist es vor allem beruflich mehr zu machen (oder überhaupt eine Veränderung) und gleichzeitig den Umzug zu bewältigen. Das hatte mir ein Arzt auch so gesagt. Allerdings hätte ich das, was du bisher gemacht hast, bzw. was ich davon mitbekommen habe, auch schon als Führungsrolle gesehen (z.B. bei der Organisation der MHAW). Außerdem war für mich persönlich ein Umzug Auslöser für die psychischen Probleme (vorher war es allerdings im Nachhinein auch schon grenzwertig).

        Ich denke, für dich mag es erstmal „bitter“ sein, anzuerkennen, dass du „einen Schritt zurücktreten“ solltest und auch, dass es besser wird, wenn du es akzeptiert hast und damit leben lernst. Es gibt sicher viele Leute, die belastbarer sind, aber auch viele, die weniger machen können, als du. Ich finde, eine gewisse Dankbarkeit, für das, was man machen kann, wichtig und hilfreich.

        Auf jeden Fall habe ich mit ihm besprochen, dass ich noch einmal eine Reduktion versuchen möchte. Ich dachte an eine Reduktion um 0,1 mg alle 2 Monate, und mein Psychiater schlug vor, ohne dass ich ihm meinen Plan mitgeteilt hätte, dass ich die Expertin sei, er aber an meiner Stelle um 0,1 mg alle 4 Wochen reduzieren würde. Damit bin ich völlig einverstanden, wenn es schneller geht! Aber was wirklich zählt, ist, dass ich meinen psychotischen Zustand sehr früh zuverlässig erkennen und mir selbst helfen kann, wenn es mir nicht gut geht.

        .

        Viel Erfolg!

        #350602

        Mir ist nicht so ganz wohl bei Deinen Umzugsplänen, liebe @Mowa.

        Alles, was Dich über Jahre stabilisiert hast, gibst Du damit auf …..

        Zudem finde ich, dass Berlin ein hartes Pflaster ist (ich lebte selbst in Berlin etwa 4 Jahre).

        Dennoch viel Glück,

        lg, DiBa

        #350664

        Und für diese Erkenntnis hast Du nun 14 Jahre gebraucht ? Ich denke Du verkennst Deine allgem. Situation massiv, was ja nicht wundert da Du ja ein Psychotiker bist ?

        Hallo @Horst aka Ludwig, ich weiß nicht wer Du bist und warum Du in meinem Blog lesen und schreiben willst.

        Danke @Mond, @Dopplereffekt und @DiBaDu.

        Ich denke, schwierig ist es vor allem beruflich mehr zu machen (oder überhaupt eine Veränderung) und gleichzeitig den Umzug zu bewältigen.

        Ja, wir werden wahrscheinlich Hilfe bei der Wohnungssuche und beim Umzug bekommen. Im Moment konzentriere ich mich darauf, einen Job zu finden, der mich interessiert und meine Familie ernährt.

        Ich finde, eine gewisse Dankbarkeit, für das, was man machen kann, wichtig und hilfreich.

        Klar, das ist genau das, was mir all die Jahre geholfen hat. Aber ich finde es völlig in Ordnung, dass ich mir erlaube, 14 Jahre nach meiner Ersterkrankung zu dieser Erkenntnis zu kommen. Ich sehe es als Privileg an, so fühlen zu können.

        Alles, was Dich über Jahre stabilisiert hast, gibst Du damit auf …..

        Ja, ich weiß, dass Deine Sorge berechtigt ist, DiBa. Ich teile sie auch, ebenso wie mein Mann, meine Mutter, mein Psychiater, usw.

        Am Ende werden wir genau abwägen, ob ein Umzug nach Berlin für uns eine sinnvolle Alternative ist. Das hängt davon ab, welchen Job ich dort bekommen kann und wo wir wohnen können.

        Zudem finde ich, dass Berlin ein hartes Pflaster ist (ich lebte selbst in Berlin etwa 4 Jahre).

        Ich habe insgesamt 7 Jahre im Zentrum Londons gelebt und habe es sowohl als Kind als auch im jungen Erwachsenenalter geliebt, dort zu leben. Meine Eltern lebten 5 Jahre lang in Manhattan, und ich habe sie dort gerne besucht. Eigentlich wollte ich für mein Zweitstudium nach Berlin ziehen, als ich das Angebot am Imeprial College abgelehnt hatte, aber leider habe ich nicht sofort einen Studienplatz bekommen.

        Ich weiß, wie es ist, in einer Großstadt zu leben, und ich bin sicher, dass es mir in Berlin gut gehen wird, solange wir nicht in Armut leben müssen.

        Im Übrigen haben mir Familie/Freunde/Bekannte/Kolleg:innen im Laufe meines Lebens immer wieder, gefühlt schon unzählige Male, gesagt, dass sie dies oder jenes nicht tun würden, wenn sie ich wären. Es ist nicht so, dass ich ihnen nicht zuhöre, aber ich bin wirklich sehr eigen und passe nicht in ein Schema, an das andere Leute möglicherweise gewöhnt sind.

        #350669

        Ja, ich weiß, dass Deine Sorge berechtigt ist, DiBa. Ich teile sie auch, ebenso wie mein Mann, meine Mutter, mein Psychiater, usw. Am Ende werden wir genau abwägen, ob ein Umzug nach Berlin für uns eine sinnvolle Alternative ist. Das hängt davon ab, welchen Job ich dort bekommen kann und wo wir wohnen können.

        Ehrlich gesagt bin ich da auch etwas besorgt.

        Im Übrigen haben mir Familie/Freunde/Bekannte/Kolleg:innen im Laufe meines Lebens immer wieder, gefühlt schon unzählige Male, gesagt, dass sie dies oder jenes nicht tun würden, wenn sie ich wären. Es ist nicht so, dass ich ihnen nicht zuhöre, aber ich bin wirklich sehr eigen und passe nicht in ein Schema, an das andere Leute möglicherweise gewöhnt sind.

        Anderseits hört sich das sehr selbstbewusst an. Was du am Ende machst, ist eben deine Entscheidung und du selbst kennst dich wohl am besten. Daher weißt du wohl auch selbst am besten, was gut für dich ist.

        Ich versuche auch selbst gerade, mich etwas von der Meinung anderer zu befreien. Meine Entscheidungen will ich nicht als Mehrheitsentscheidungen meines Umfeldes o.ä. sehen, sondern als meine Entscheidungen!

        #350670

        Ich sehe das schon so, dass Berlin auch eine Chance sein kann.

        Einzig, dass du halt nebenbei komplett versuchst abzusetzen finde ich sehr gewagt, auf der anderen Seite ist es auch so, wann ist schon der richtige Zeitpunkt zum Absetzen? Irgendwas ist ja immer im Leben. Trotzdem ist so ein Umzug extrem stressig. Und du hast ja auch mal gesagt, dass du dieses eine mg Abilify einfach kognitiv sehr stark merkst, deswegen kann ich schon total nachvollziehen, dass du es loswerden willst.

        #350673
        Anonym

          Hallo @Horst aka Ludwig, ich weiß nicht wer Du bist und warum Du in meinem Blog lesen und schreiben willst.

          Entschuldigung, wußte nicht, dass man sich bei Deinem Blog zuerst erklären und dann offiziell anmelden muss !? Hast Du schon einmal überlegt, ob Deine Realitätserkenntnis nicht etwas verschoben ist ?

          #350676

          Ja, dass Du Deinen eigenen Kopf hast, habe ich schon gemerkt …… :-)

          lg, DiBa

          Du bist auch gut und gerne über 15 Jahre jünger als ich ….. das macht auch einen Unterschied …..
          im Alter wird man vorsichtiger …..

          #350678

          Ich wünsche dir einen schönen Tag. Du wirst schon die richtige Entscheidung für dich treffen.

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