Notizen von Mowa – Teil 2

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  • #243442

    @mowa Ich habe übrigens noch einen Podcast aus dem SWR2 zum Thema Stigma bei psychischen Erkrankungen gehört, unter anderem mit Stigmaforscher Nicolas Rüsch ;-) . Hier ist der Link.

    #243454

    Guten Morgen zusammen,

    und danke schön @Pia und @Dopplereffekt für Eure Rückmeldungen!

    Ja, leider war die Teilnehmerzahl nicht so hoch, wie ich sie mir gewünscht hätte. Aber immerhin, vergleichbar mit dem Vorjahr. Viele Vorträge waren qualitativ wirklich wertvoll. Zum Glück konnten wir die Mehrheit der Vorträge aufnehmen und können sie bald auch öffentlich teilen.

    Ich hoffe auch, dass wir im nächsten Jahr für die MHAW 2023 die Teilnahme für alle offiziell öffnen können. Da wäre es sicher sinnvoll, in der Presse usw. auch viel Werbung zu machen.

    Und danke, Herr Rüsch wird auch am Panel teilnehmen, bei der Podiumsdiskussion heute um 10:00 Uhr. Und wisst Ihr was, ich werde selbst auch im Panel sein, weil eine Panelistin gestern ihre Teilnahme absagen musste. Meine Rolle ist die einer MPG-Mitarbeiterin mit psychischen Beeinträchtigungen und einer positiven Recovery-Geschichte.

    Es würde mich wirklich sehr freuen, wenn viele vom Forum an dieser letzten großen Veranstaltung der Woche teilnehmen können. Der ZOOM-Link lautet:
    https://us06web.zoom.us/j/82281939350
    und der Passcode wie immer „MHAW2022“, ohne Anführungszeichen.

    Herzliche Grüße,
    Moyu

    #243553

    Tolle Arbeit @mowa !! :good:

    Ich hoffe, du kannst dich am Wochenende gut von dem damit sicherlich verbundenem Stress bzw. der Anstrengung erholen.

    #243558
    Anonym

      Dankeschön für den link. Momentan ist bei mir zwar zuviel los,  aber dort geht es ja nicht verloren.

      LgDoris und ein geruhsame Wochenende

      #243907

      Guten Morgen zusammen,

      danke @Dopplereffekt und Doris :bye:

      Ich habe am Wochenende angefangen, mit Adobe Premiere Pro die ZOOM-Aufzeichnungen für Veröffentlichung vorzuberieten. Die Podiumsdiskussion und fünf der Vorträge will ich mit deutschen und englischen Untertiteln versehen, und das ist richtig viel Arbeit, schon wieder… :wacko:

      Wünsche allen einen guten Start in die neue Woche!

      Herzliche Grüße,
      Mowa

      #243937

      Ich habe am Wochenende angefangen, mit Adobe Premiere Pro die ZOOM-Aufzeichnungen für Veröffentlichung vorzuberieten


      @mowa
      Ich hatte mich schon gefragt, welche Software du verwendest. Kennst du auch eine brauchbare freie Software? Ich suche eigentlich so etwas wie Gimp nur für Videoschnitt.

      Bei Prof. Rüsch hatte ich noch in Erinnerung, dass er dir von einem Recht auf einen Arbeitsplatz erzählt hatte. In der Veranstaltung erschien er mir aber deutlich nüchterner, realistischer in Hinsicht auf Rücksichtnahme durch den Arbeitgeber. Ich denke, dass man sich mit psychischen Problemen schlechter outen kann, als beispielsweise mit einer Homosexualität, liegt daran, dass es zum Teil begründete Zweifel an der Leistungsfähigkeit erzeugt. Nach Leistung zu diskriminieren gehört aber zu unserer Leistungsgesellschaft irgendwie dazu, ob einem das gefällt oder nicht :unsure: .

      #244374

      Kennst du auch eine brauchbare freie Software?

      Leider kenne ich mich da gar nicht aus, sorry Dopplereffekt.

      In der Veranstaltung erschien er mir aber deutlich nüchterner, realistischer in Hinsicht auf Rücksichtnahme durch den Arbeitgeber.

      Das kann ich auch bestätigen. In der Diskussion ging es ja vorrangig um das Arbeitsumfeld innerhalb der MPG. Dass eine solche Diskussion mit dieser Besetzung überhaupt in der Öffentlichkeit stattgefunden hat, das ist für mich eine Sensation.

      Das Recht auf Arbeit nach der UN-Behindertenrechtskonvention gilt ja unabhängig davon, wie die Situation bei der MPG aussieht. „Inklusion für alle MPG-Mitarbeitenden“ war sehr wohl ein Focus im Gespräch, „Inklusion für alle“ wurde höchstens nur angedeutet.

      Nach Leistung zu diskriminieren gehört aber zu unserer Leistungsgesellschaft irgendwie dazu, ob einem das gefällt oder nicht :unsure: .

      Was ich nicht wusste, war dass im Grundgesetz das Leistungsprinzip und das Prinzip der Bestenauslese für öffentliche Ämter festgehalten sind. Und wenn ich es richtig verstehe, dann ist dieser Paragraph auch die rechtliche Grundlage dafür, warum Menschen mit psychischen Beinträchtungen nicht verbeamtet werden:

      Bestenauslese
      Auch bei Beförderungen ist der Grundsatz der Bestenauslese zu beachten (ständige Rechtsprechung der Verwaltungsgerichte). Eignung, Befähigung und fachliche Leistung. Wenn der Dienstherr eine Beförderung vornehmen will, dann hat der Dienstherr die einklagbare Verpflichtung, eine am Leistungsprinzip des Art. 33 Abs. 2 GG orientierte, ermessensfehlerfreie Auswahlentscheidung unter den für eine Beförderung in Betracht kommenden Beamtinnen und Beamten zu treffen.

      Mit den Kriterien der Eignung, Befähigung und fachlichen Leistung soll garantiert werden, dass nur die geeignetsten Personen für ein öffentliches Amt ausgewählt werden. Es gilt das so genannte Leistungsprinzip.

      Mit Eignung sind die geistigen, charakterlichen, physischen und psychischen Eigenschaften gemeint, die nicht bereits der Befähigung und fachlichen Leistung zuzuordnen sind. Bei der genauen Auslegung der Eignung kommt es stets auf das konkrete zu besetzende Amt an. Die Eignung umschreibt die Persönlichkeitsmerkmale, die zur Erfüllung der Dienstpflichten gehören, wozu auch die Verfassungstreue zählt.

      Befähigung bezeichnet die beruflich-fachliche Seite der Eignung im weiteren Sinne. Sie umfasst nicht nur die Laufbahnbefähigung, sondern auch die individuelle Befähigung des Bewerbers, also allgemeine für die Tätigkeit dienliche Fähigkeiten wie Begabung, Allgemeinwissen, Lebenserfahrung und allgemeine Ausbildung.

      Die fachliche Leistung spielt vor allem bei der Beförderung eine Rolle. Hierunter werden die anwendungsbezogene, in der Praxis nachgewiesene Arbeitsleistung sowie die zu erwartende Befähigung verstanden. Es sind die Arbeitsergebnisse, die praktische Arbeitsweise, das Arbeitsverhalten und, je nach Position, auch das Führungsverhalten zu bewerten.

      Quelle:https://www.horstdeinert.de/app/download/15972327625/Beamtenrecht+verdi.pdf?t=1657978657

      Edit: Bei der Podiumsdiskussion haben wir auch wiederholt gesagt, dass Exzellenz und psychische Störungen sehr wohl zusammenpassen. D.h. eine pauschale Auslegung des Art. 33 Abs. 2 GG, wodurch Menschen mit psychischen Beeinträchtungen ungeeignet sein sollen um verbeamtet zu werden, ist so nicht in Ordnung!

      Gestern konnte ich mit meinem Vorgesetzten ein Mitarbeitergespräch führen. Er hat mich gebeten, mich um die Mikroskope der Abteilung zu kümmern, und ich habe ihn gebeten, dass ich wieder mehr wissenschaftlich arbeiten kann, möglichst im Bereich der Schizophrenieforschung. Ich habe jetzt angefangen, mich über Gehirnorganoide zu belesen. Das ist echt spannend B-)

      • Diese Antwort wurde vor 3 Jahren, 3 Monate von Mowa geändert.
      • Diese Antwort wurde vor 3 Jahren, 3 Monate von Mowa geändert.
      #244377
      Anonym

        Was man manchmal abfällig als „Leistungsgesellschaft“ bezeichnet kann man auch etwas wertschätzender als Meritokratie bezeichnen, einen meiner Meinung nach wünschenswerten gesellschaftlichen Zustand in dem Aufgaben nach Fähigkeit und Leistung vergeben werden, und die Leistungen auch entsprechend anerkannt werden. Demgegenüber stehen traditionell Hierarchieformen wie Nepotismus oder andere Systeme die z.B. nach familiären Banden (z.B. Erbmonarchie) oder einer Art Kastenzugehörigkeit oder anderen Äußerlichkeiten Aufgaben und Status verteilen.

         

        Da regiert dann Korruption etc. Und aus dieser Sicht ist eine Leistungsgesellschaft dann schon sowas wie ein idealzustand, auch wenn man in Zukunft z.B. durch Konzepte wie Liquid Democracy oder Computational Social Choice noch optimalere Hierarchisierungssysteme umsetzen könnte

        #244378

        Guten Morgen @Nichtraucher, danke für den Input.

        Dass die Menschen, die ihre Stärken in Leistung umwandeln wollen und können, mehr Verantwortung übernehmen, das ist sicher notwendig in unserer Gesellschaft. Gleichzeitig sollte das eben nicht bedeuten, dass Menschen, die es nicht wollen und/oder können, ausgegrenzt und vernachlässigt werden dürfen.

        Mir persönlich geht es um die gesellschaftliche und wirtschaftliche Teilhabe von Menschen, die in unserer Leistungsgesellschaft „durchfallen“ und an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden. Ich wünsche mir viel stärkere Augenhöhe und viel mehr Integration, Förderung und Wertschätzung dieser Menschen.

        #244383

        Ich wünsche mir viel stärkere Augenhöhe und viel mehr Integration, Förderung und Wertschätzung dieser Menschen.

        Dieser Aspekt findet dann jedoch meiner Ansicht nach vor allem im unmittelbaren Umfeld statt.

        Auf der Arbeit bei den Kollegen und im Sozialen eben in den Sportstätten, Cafés, Begegnungshäusern oder oder.

        Das kann man leider nicht verordnen.


        Waypoint reached … Autopilot disabled

        #244511
        Anonym

          die Menschen, die ihre Stärken in Leistung umwandeln wollen und können, mehr Verantwortung übernehmen, das ist sicher notwendig in unserer Gesellschaft

           

          Nach dem Motto: wer schon viel trägt wird noch stärker belastet. Normale Menschen erwarten dann aber für die Leistung auch gewisse Privilegien die den Aufwand motivieren. Wer von Menschen erwartet sich komplett für andere einzusetzen ohne irgendeinen Vorteil davon zu erhalten erwartet von ihnen Heilige zu sein. Das ist eine Überschätzung der menschlichen Fähigkeit zur Solidarität. Die mag zwar in gewissem Maß vorhanden sein, aber leider eben nicht unbegrenzt.

           

          Dazu kommt eben noch die Problematik wenn man sozusagen die „Nichtleistung“ inzentiviert indem man diese extra fördert und mit der „Leistung“ „gleichstellt“. Klar wäre es schön wenn man nicht für seinen Lebensunterhalt arbeiten müsste, dann könnte man endlich all die Dinge tun für die man normal keine Zeit hat.

           

          Also was ich sagen will: ich hoffe doch stark das jedem klar ist dass eine „Gleichstellung“ in äußerster Konsequenz dramatisch destruktive und toxische Konsequenzen hat und historisch gesehen hat JEDER VERSUCH IMMER in dramatische Katastrophen, Niedergang, Hungersnöte und konsequenterweise dann auch Zwangsarbeit (i.e. Gulag) geführt. Wenn man die Menschen nicht mit dem Zuckerbrot (i.e. Privilegien) dazu motiviert produktiv zu sein, dann bleibt nur noch die Peitsche (i.e. Zwangsarbeit/Gulag) und das war auch eben wie gesagt historisch immer die Konsequenz egal wo und wie man es versucht hat.

           

          Klar gibt es dann noch Menschen die glauben die Produktivität über „intrinsische Motivation“ zu inzentivieren, aber das ist ehrlich gesagt nur in ein paar wenigen Berufen möglich. Niemand wird aus „intrinsischer Motivation“ oder aus Interesse am Gemeinwohl in der Schwerindustrie arbeiten oder selbst so notwendige wie schwierige Berufe wie Gas/Wasser/Scheisse ergreifen, allein aus dem Wunsch herraus für die Gesellschaft verantwortung zu übernehmen. Und selbst wenn es den ein oder anderen (heiligen) gäbe der sich auf diese Art und Weise für die Gesellschaft aufopfern würde, würde es nicht ausreichen die Großen (Mega-) Städte zu versorgen. Ich hoffe das ist allgemein einleuchtend.

           

          In dem Zuge noch folgende Fun facts: bis Ende 2100 werden in Lagos und anderen nigerianischen Städten Einwohnerzahlen von 70 oder 80mio Menschen erwartet. Hier auf freiwillige Verantwortungsübernahme für kritische/hygienische Infrastruktur zu hoffen ist ein „recipe for disaster“

          #244908

          Es ging mir bei der Rücksichtnahme eigentlich nicht um den Verzicht auf entgegengebrachte Leistung. Um das deutlich zu machen hätte ich wohl einen Absatz in meinen Beitrag einfügen sollen. Etwa so:

          Bei Prof. Rüsch hatte ich noch in Erinnerung, dass er dir von einem Recht auf einen Arbeitsplatz erzählt hatte. In der Veranstaltung erschien er mir aber deutlich nüchterner, realistischer in Hinsicht auf Rücksichtnahme durch den Arbeitgeber.

          Ich denke, dass man sich mit psychischen Problemen schlechter outen kann, als beispielsweise mit einer Homosexualität, liegt daran, dass es zum Teil begründete Zweifel an der Leistungsfähigkeit erzeugt. Nach Leistung zu diskriminieren gehört aber zu unserer Leistungsgesellschaft irgendwie dazu, ob einem das gefällt oder nicht :unsure: .

          Jedenfalls geht es bei der Rücksichtnahme zum Beispiel darum, dass ein Autist/ eine Autistin ein Einzelbüro bräuchte. So etwas im Bewerbungsgespräch anzusprechen ist aber wohl schwierig bis unmöglich, wenn man den Job bei entsprechender Konkurrenz haben möchte.

          #245315

          Zu einem anderen Thema: Ich habe letztens einen interessanten Podcast zur Hautpflege gehört. Ich weiß nicht, ob alles dabei stimmt, da ich beim Hören müde war. Das Fazit hatte aber zumindest einen neuen Tipp für mich parat, nämlich sich abends nochmal kurz das Gesicht zu waschen und einzucremen. Was mir schon bekannt war, ist lieber nicht zu oft und eher kalt zu duschen. Vielleicht ist ja etwas hilfreiches für dich @mowa dabei. Wenn ja, schreibe bitte davon.

          https://www.ardaudiothek.de/episode/quarks-daily-dein-taeglicher-wissenspodcast/spezial-gesunde-haut-ist-weniger-pflege-wirklich-mehr/wdr/12024367/

          #245361

          Hallo zusammen,

          danke für Eure Posts rebus, Nichtraucher und Dopplereffekt.

          Dieser Aspekt findet dann jedoch meiner Ansicht nach vor allem im unmittelbaren Umfeld statt.

          Das persönliche Umfeld hat ja eine unmittelbare Relevanz für uns als individuelle Betroffene, und ich finde, dass das erstmal das Hilfreiche und Wertvolle ist.

          Und wenn Betroffene sich zu einer Bewegung organisieren und geschlossen Forderungen an die Kreise der Entscheidungsträger stelllen, trägt es sicher auch zum sozialen Wandel bei.

          Hier auf freiwillige Verantwortungsübernahme für kritische/hygienische Infrastruktur zu hoffen ist ein „recipe for disaster“

          Ich meinte oben mit „mehr Verantwortung“ im Sinne von Führungskräften in Machtsystemen, die hierarchisch organisiert sind. Menschen, die für ihre systemrelevanten Jobs viel zu wenig bezahlt werden, tragen natürlich auch soziale Verantwortung, wie Du schreibst, nur hatte ich sie nicht im Sinn.

          So etwas im Bewerbungsgespräch anzusprechen ist aber wohl schwierig bis unmöglich,

          Danke für die Erläuterung. Ja, es erscheint mir auch als sehr schwierig, unter den normalen Umständen eine solche Rücksichtsnahme durch den Arbeitgeber im Bewerbungsgespräch zu thematisieren.

          Wenn ja, schreibe bitte davon.

          Danke für die Info! Mal sehen, ob ich demnächst dazu komme mir den Podcast anzuhören.

          Meiner Haut geht es schon lange recht gut. Ich verzichte seit wenigen Jahren weitgehend auf Seife usw. beim Duschen und benutze recht konsequent die Lotion und Handcreme von Eucerin (AtopiControl).

          Meine Neurodermitis halte ich damit sehr gut unter Kontrolle, ich merke kaum noch etwas, nur selten trockene Stellen an einem oder zwei Fingern usw. :-)

          Ich bin schon k.o. für heute, hatte einen langen Arbeitstag. Wir essen jetzt zu Abend :good:

          Liebe Grüße an alle,
          Mowa

          #245395
          Anonym

            viel zu wenig bezahlt

             


            @Mowa
            „Gas/Wasser/Scheisse“ habe ich bewusst gewählt weil das ein Beruf ist in dem man derzeit locker 6-stellig verdient. Ich meine nicht dass es zuwenig ist, sondern dass es eine wichtige, wie Du sagst „systemrelevante“ Arbeit ist, die aber niemand machen würde, wenn sie nicht entsprechend entlohnt würde.

             

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