Home › Foren › Selbsthilfe und Genesungsbegleitung (öffentlich) › Notizen von Mowa – Teil 2
- Dieses Thema hat 1651 Antworten sowie 56 Teilnehmer und wurde zuletzt vor vor 3 Jahren von
Mowa aktualisiert.
-
AutorBeiträge
-
06/01/2022 um 9:29 Uhr #194008
Früher war bei mir höher dosiert zu sein immer mit Angstgefühlen und Depressionen behaftet. Ich war dann nämlich aufgrund der Nebenwirkungen fast unfähig, normal zu funktionieren und meine Aufgaben in der Familie mit Versorgung der Kinder, früh aufstehen, Einkaufen, Kinder zu ihren Terminen bringen ständige bleierne Müdigkeit usw. zu erledigen. Das bringt Existenzängste mit sich, @Mowa und @Dopplereffekt!
06/01/2022 um 10:32 Uhr #194059OK, meinst Du @Molly, dass Du früher wusstest, wie stark bei Dir die medikamentösen Nebenwirkungen waren und was die Folgen davon waren, dass alleine Deine Erwartungen daran Dich ängstlich und despressiv gemacht haben?
Dann hast Du andere Erfahrungen mit Angstzuständen gemacht als ich, aber wir sind ja auch alle unterschiedlich.
06/01/2022 um 10:35 Uhr #194061Ich denke auch, dass die Verminderung meiner Angstgefühle damit zusammenhängt, dass ich mich fähiger fühle, auf Ereignisse zu reagieren. Die Dämpfung und die Müdigkeit empfand ich als hinderlich.
06/01/2022 um 14:24 Uhr #194130
Anonym
Wünsche dir viel Freude beim Nachhilfe Unterricht geben. Das du dafür noch Energie hast bewundere ich.
Lg F.
06/01/2022 um 18:12 Uhr #194164In den ersten 6 Jahren, als ich mit Aripiprazol überdosiert wurde, da wusste ich nicht, dass ich überdosiert war und was die Überdosierung bei mir bewirkt hat. Es war mir auch nicht wichtig, wie es mir ging.
Als ich meinen ersten Reduktions- und Absetzversuch in 2016 gestartet habe, habe ich gemerkt, dass meine Antriebslosigkeit, meine Gleichgültigkeit und meine Adipositas medikamentöse Nebenwirkungen waren. Seitdem erlerne ich aktiv meinen persönlichen Umgang mit meiner Gesundheit und den Medikamenten.
In diesem Sinne hatte ich keine Existenzängste und keine Ohnmachtsgefühle, weil ich Psychosen hatte oder Medikamente genommen habe. Meine affektiven Psychosen tendieren auch zu Manien, depressiv war ich glaube ich nicht.
Ich finde es spannend, dass ich jetzt Ängste erlebe, die ich früher so nie hatte. Das nehme ich mal so zur Kenntnis, und ich werde es im Auge behalten.
Danke schön Floeckchen
06/01/2022 um 21:44 Uhr #194219OK, meinst Du @Molly, dass Du früher wusstest, wie stark bei Dir die medikamentösen Nebenwirkungen waren und was die Folgen davon waren, dass alleine Deine Erwartungen daran Dich ängstlich und despressiv gemacht haben? Dann hast Du andere Erfahrungen mit Angstzuständen gemacht als ich, aber wir sind ja auch alle unterschiedlich.
Guten Abend, @Mowa!
Ich meine vor allem die körperlichen Nebenwirkungen, wie Muskelsteifigkeit, Sitzunruhe, Blickkrämpfe oder unsicheres Geradeausgehen. Das merkt ja sofort jeder, der um einen ist. Außerdem litt ich sehr unter bleierner Müdigkeit und daraus folgender Antriebslosigkeit, die mir jede Aktivität schwer machte. Das hatte ich ja tatsächlich alles. Das war keine Erwartungshaltung! Ich nahm damals Impromen, das irgendwie mit Haldol verwandt ist. Die Stimmen waren nie ganz weg, aber ich hatte zudem noch die Nebenwirkungen des Medikamentes auszuhalten.
Wenn man zwei kleine Kinder zu Hause hat, kann man sich aber nicht immer zurückziehen und ausruhen, wie man es gerade braucht. Ich konnte es jedenfalls nicht, weil ich nicht betteln wollte, um jemanden zu haben, der mir aushalf. Die blickten einfach nicht von selbst, wie es mir ging und rumjammern wollte ich eigentlich nicht.
Autofahren traute ich mich hochdosiert nicht, aber die Kinder mussten ja zu ihren Aktivitäten. Das war dann jedes mal eine schlimme Zeit, wenn ich die Schwiegereltern brauchte. Mich dann so überfordert zu fühlen, führte bei mir zu großen Ängsten bezüglich der familiären Situation und auch zu Depressionen. Es war dann später ja auch so, dass mich mein Mann vor die Tür setzte, als die Kinder aus dem Gröbsten heraus waren.
Ich habe öfters mal zwischendurch die Medikamente abgesetzt und konnte dann quasi vom einen Tag auf den anderen sehen, dass die Antriebsschwäche und Müdigkeit komplett weg waren. Auch die körperlichen Nebenwirkungen waren schnell weg. Das stellt einen dann natürlich vor die Frage, was wichtiger ist? Die eigene Ruhe vor den Stimmen, oder dass in der Familie alles klappt. Wenn dann aber die Symptome der Erkrankung wieder die Oberhand ergriffen und es mir wegen wegen denen fast genau so schlecht ging, hieß es von meinem Mann immer nur, „Schluck deine Tabletten!“
07/01/2022 um 5:25 Uhr #194227Guten Morgen zusammen,
danke @Molly für Deine Erläuterung und Erinnerung.
Mich dann so überfordert zu fühlen, führte bei mir zu großen Ängsten bezüglich der familiären Situation und auch zu Depressionen.
Stimmt, es ging bei Dir damals um Deine kleinen Kinder, die auf die elterliche Fürsorge angewiesen waren und um Deinen Mann, der von Dir streng gefordert hat im Haushalt zu funktionieren. Und selbst hattest Du ja ein sehr hohes Pflichtbewusstsein, schon immer.
Diese andauernde Überforderung mit zu viel Stress kombiniert mit dem Mangel an Rückzugsmöglichkeiten und ausreichenden Pausen, da wundert es mich nicht, dass Du damals noch mehr krank wurdest und zusätzlich Ängste und Depressionen bekommen hast.
Zum Glück ist diese schwere Phase bei Dir ja lange vorbei, und Deine Freizeit kannst Du wirklich für Dich nutzen – oder wie siehst Du das? Geht es Dir heute viel besser als damals, wie ich es als Außenstehende vermuten würde?
LG,
Mowa07/01/2022 um 7:56 Uhr #194237So, ich habe meinen Blog nochmal quergelesen und einen Jahresrückblick für mich erstellt. Wenn ich nachdenke, dann ist viel passiert im letzten Jahr
Jahresrückblick 2021
Januar:
19/01/2021: Myom-OP
https://schizophrenie-online.com/forums/Thema/notizen-von-mowa/page/205/#post-142038Februar:
03/02/2021: Aufnahme in die Kerngruppe MHC
https://schizophrenie-online.com/forums/Thema/notizen-von-mowa-teil-2/page/6/#post-144537März:
11/03/2021: Begeisterung über „Mitbestimmung“
../notizen-von-mowa-teil-2/page/16/#post-15219219/03/2021: Reizüberflutung im Rewe, ab dem 20/03 doppelte Dosis (2 mg) Aripiprazol
../notizen-von-mowa-teil-2/page/18/#post-15531824/03/2021: Therapeutenbesuch
../notizen-von-mowa-teil-2/page/20/#post-155629April:
11/04/2021: Wieder einfache Dosis (1 mg) Aripiprazol, Zeichnung „Mein Schrei“
../notizen-von-mowa-teil-2/page/26/#post-15708329/04/2021: Specksteinskulptur Nr. 1 „Entgrenzung“
../notizen-von-mowa-teil-2/page/31/#post-158480Mai:
13/05/2021: Specksteinskulptur Nr. 2 „Familie“
../notizen-von-mowa-teil-2/page/35/#post-15959221/05/2021: MHFA-Kurs Teil 1
../notizen-von-mowa-teil-2/page/36/#post-160254Juni:
20/06/2021: Blühende Balkonpflanzen
../notizen-von-mowa-teil-2/page/39/#post-16299926/06/2021: Als Betriebsratsvorsitzende gewählt, Beratung im Kinderwunschzentrum
../notizen-von-mowa-teil-2/page/40/#post-163457Juli:
04/07/2021: Gesundheitliche Grenze anerkennen und mich rechtzeitig abzugrenzen lernen
../notizen-von-mowa-teil-2/page/41/#post-164154August:
04/08/2021: Veröffentlichung des Inside-Artikels, Urlaub am Bodensee
../notizen-von-mowa-teil-2/page/43/#post-16979813/08/2021: Tod der Kompostwürmer
../notizen-von-mowa-teil-2/page/44/#post-17205720/08/2021: Specksteinskulptur Nr. 3 „Wanted! Dead and Alive“
../notizen-von-mowa-teil-2/page/45/#post-17423931/08/2021: Kürbis-Ernte
../notizen-von-mowa-teil-2/page/46/#post-176036September:
02/09/2021: Foto von der Bronzeskulptur von Fr. Dorothea Buck
../notizen-von-mowa-teil-2/page/47/#post-17630305/09/2021: „Spinnerlied“ von Albert Ellmenreich durchspielend
../notizen-von-mowa-teil-2/page/47/#post-17662007/09/2021: Zeichenkurs im Botanischen Garten mit E.
../notizen-von-mowa-teil-2/page/47/#post-176900Oktober:
09/10/2021: MHAW-Studio, MHC-Youtubekanal
../notizen-von-mowa-teil-2/page/51/#post-18195224/10/2021: Karaoke singen
../notizen-von-mowa-teil-2/page/53/#post-184301November:
02/11/2021: Halbierung der Aripiprazol-Dosis (0,5 mg) nach verstärkten „Nebenwirkungen“
../notizen-von-mowa-teil-2/page/53/#post-186518Dezember:
17/12/2021: Betriebsversammlung hinter mich gebracht!
../notizen-von-mowa-teil-2/page/57/#post-19158223/12/2021: Neujahrskarte
../notizen-von-mowa-teil-2/page/58/#post-19230329/12/2021: Schimmelschock, Heizkostenabrechnung, Baulärm
../notizen-von-mowa-teil-2/page/59/#post-19287607/01/2022 um 8:00 Uhr #194239So, ich habe meinen Blog nochmal quergelesen und einen Jahresrückblick für mich erstellt. Wenn ich nachdenke, dann ist viel passiert im letzten Jahr
Das würde ich auch gerne machen. Gibt es da einen Kniff, auf den ich noch nicht gekommen bin?
07/01/2022 um 8:06 Uhr #194242
Anonym
Cool so ein Jahresrückblick. I h mache das meist schriftlich aber dieses Jahr nicht.
Schöne Wochenende wünsche ich dir.
Lg F
07/01/2022 um 12:11 Uhr #194303Zum Glück ist diese schwere Phase bei Dir ja lange vorbei, und Deine Freizeit kannst Du wirklich für Dich nutzen – oder wie siehst Du das? Geht es Dir heute viel besser als damals, wie ich es als Außenstehende vermuten würde?
Hallo, liebe @Mowa!
Heutzutage geht es mir zu den meisten Zeiten psychisch extrem viel besser, also auch von der Lebensqualität her und so! Das hängt aber vor allem auch damit zusammen, dass ich Rückzugsmöglichkeiten habe und durch die wenigen sozialen Kontakte kaum einmal zwischenmenschliche Konflikte auftreten, die Stressfaktoren sein könnten. Ich fühle mich zwar manchmal etwas alleine, habe dann aber trotzdem keine Probleme mit vermehrtem Auftreten von Stimmen oder Paranoia.
Bei mir liegt das Problem anscheinend vor allem im zwischenmenschlichen Bereich, was man gut erkennen konnte, als ich im letzten Sommer so eifersüchtig war, was dann zum Auftreten einer erneuten Psychose mit Stimmen, Depressionen und ständigem Weinen führte. Dass ich in der Werkstätte keine Angst vor Kündigung oder Mobbing von Kollegen haben muss, stabilisiert mich zusätzlich.
08/01/2022 um 10:50 Uhr #19449508/01/2022 um 13:52 Uhr #194565Gibt es da einen Kniff,
Nein, nicht dass ich wüsste sartorius. So viele Blog-Einträge gab es bei mir in 2021 nicht, und ich habe auch viele Bilder gepostet, an denen ich mich schnell orientieren konnte, ob etwas Wichtiges passiert war.
Danke schön Floeckchen und DiBaDu
Vielen Dank auch an Dich Molly. Ich freue mich, dass es Dir heute im Vergleich wesentlich besser geht
Heute habe ich unsere Glaskanne gezeichnet:

Gestern Abend hatte ich meine erste Mathe-Nachhilfestunde mit den beiden Kindern aus dem Irak, die ich über die örtliche Geflüchtetenhilfe kennengelernt habe. Die Stunde ging sehr schnell vorbei, und die Kinder haben gut mitgemacht. Von mir aus kann es gerne so weitergehen.
Vor Kurzem habe ich über FB mitbekommen, dass Julian Assange Antidepressiva und Neuroleptika bekommt. Zuletzt hatte er ja einen Schlaganfall. Wirklich schlimm, wie Herr Assange und andere Menschen in „unseren“ Hochsicherheitsgefängnissen gefangen gehalten und gefoltert werden. Das geht mir so nahe, dass ich diese Informationen nicht in Detail aufnehmen kann
Jetzt versuche ich das freie Wochenende zu genießen und mich gut zu erholen.
08/01/2022 um 13:56 Uhr #194566Sehr schöne Glaskanne. Wünsche Dir ein schönes Wochenende!
08/01/2022 um 14:00 Uhr #194568Das tut mir leid für den Julian Assange, das er krank geworden ist
-
AutorBeiträge
- Sie müssen angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.
One thought on “Notizen von Mowa – Teil 2”
Comments are closed.