Notizen von Mowa – Teil 2

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  • Dieses Thema hat 1651 Antworten sowie 56 Teilnehmer und wurde zuletzt vor vor 3 Jahren von Mowa aktualisiert.
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  • #163457

    Ja, endlich Wochenende und eine wieder intensive Arbeitswoche ist zu Ende gegangen.

    In der Zwischenzeit bin ich als Betriebsratsvorsitzende gewählt worden, und ich habe die Anfrage seitens des Institutes angenommen, Beauftragte für Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) zu werden. So werde ich mehr Ressourcen und Möglichkeiten bekommen, Projekte zur Stärkung der psychischen Gesundheit der Mitarbeitenden umzusetzen :good:

    Gestern war eigentlich meine letzte Sitzung mit meinem Psychotherapeuten, nachdem meine Krankenkasse (TK) den Vertrag zur Besonderen Versorgung zum Ende Juni aufgekündigt hat. Dann aber hat mein Therapeut gesagt, vielleicht gibt es doch ein Hintertürchen, und vielleicht kann ich dadurch weitere 16 Stunden beantragen. Wenn ich alle 2 Monate meinen Therapeuten sprechen würde, würden die 16 Stunden locker für weitere 2,5 Jahre psychotherapeutisches Monitoring reichen.

    Das wäre schon sehr gut…!

    Ich habe meine Arbeitssachen im Büro gelassen um das Wochenende möglichst arbeitsfrei zu halten. Jetzt muss ich schauen, dass wir einigermaßen regelmäßig die Betriebratssitzungen abhalte, und deswegen kann ich auch nicht mehr wie bis jetzt einfach so mir Urlaub nehmen. Mal schauen, vielleicht schaffe ich in der 1. Woche vom August Urlaub einzuplanen.

    Am Dienstag waren wir noch im Kinderwunschzentrum und hatten das Erstgespräch. Es war schon interessant und gut, mit der jungen Reproduktionsärztin vom Kinderwunschzentrum gesprochen zu haben, aber eine Hilfe auf künstliche Befruchtung werden wir wohl sehr leider nicht mehr in diesem Leben bekommen :scratch:

    „Die Konstellation ist sehr schwierig“, war die wiederholte Schlussfolgerung der Ärztin. Ende des Jahres werde ich 45 Jahre alt, und Frauen ab 45 Jahren werden nur mit Ausnahmen behandelt, z.B. Krebspatientinnen. Ich habe nicht wirklich verstanden, warum meine Schizophrenie-Diagnose da weniger wiegt als eine Krebsdiagnose :unsure:

    Dann habe ich noch eine Karenzzeit aufgrund meiner Myom-OP im Januar, mein Mann und ich sind beide Psychotiker, mein Mann hat noch eine erbliche Nierenkrankheit, wir sind beide übergewichtig, usw.

    Auf dem Rückweg hat mein Mann zu mir noch gesagt, dass wir vergessen haben unsere Plattfüße anzugeben… :yahoo:

    Also, wir werden die Hoffnung nicht aufgeben und den natürlichen Weg zur Schwangerschaft weiterhin versuchen. Von einer Kollegin habe ich die Tipps bekommen, Füße hochlegen, Mönchspfeffer, Frauenmanteltee und „Secret Ceres“. Beim letzten weiß ich noch nicht was das ist, bekomme beim Anblick etwas Angst :scratch:

    Und Ovulationstest soll ich machen, wurde mir von der Ärztin gesagt. Auf Hormonuntersuchungen und Spermiogramm werden wir verzichten…

    So, aber erstmal freue ich mich sehr auf das Wochenende und die Freizeit.

    Wünsche allen ein erholsames und freundliches Wochenende :rose:

    LG,
    Mowa

    #163458
    Anonym

      Guten Morgen liebe mowa, das klingt wirklich nach einer intensiven Arbeitswoche. Gratuliere das du gewählt worden bist.

      Es ist schade das euch das Kinderwunschzentrum keine Hoffnungen ihrerseits machen konnte.

      Ich wünsche dir ein chilliges Wochenende, erhol dich gut. LgB :-)

      #163461
      Anonym

        Ich sehe es so, dass der Genesungsprozess bereits vor meiner Ersterkrankung in 2010 angefangen hat, mit scheinbaren Stillständen und Rückschlägen, und dass dieser Genesungsprozess bis zum Ende meines Lebens nicht abgeschlossen sein wird.

        Einerseits muss ich dir da zustimmen, anderseits finde ich das einen für mich sehr demotivierenden Gedanken! Weil mich hat die Psychose ganz schön aus den Latschen gekippt- von einem auf den anderen Tag und daher will ich damit nur abschließen! Als sie ausbracht und ich irgendwann mal in die Psychiatrie gegangen bin und meine Mutter angerufen habe, meinte sie nur: “Was machst du denn da? Dir gehts doch das letzte Jahr so gut wie noch nie!” Also für mich persönlich ist es definitiv Ziel wieder an dem Zustand vorher anknöpfen zu wollen und von der Erkrankung(!) zu genesen.
        Aber natürlich ist eine Psychose gewisserweise so einschneidend, dass man nie davon genesen kann und sie vielleicht auch auf Probleme aufmerksam gemacht hat, die und garnicht bewusst waren. Aber insgesamt finde ich ist eine Psychose nicht Teil eines Genesungsprozesses, sondern einfach nur ein fehlgesteuerter Konfliktlösungsansatz, der keine “Heilung” bringt, sondern das genaue Gegenteil ist: Es “bremst einen sehr stark aus” und führt oft in eine Abwärtsspirale. Für mich ist die Psychose abgeschlossen, wenn ich hoffentlich von der regelmäßigen Medikamenteneinnahme loskomme, keine Symptome mehr habe (auch keine  kognitiven Defizite) und emotional stabil bleibe. Aber ich weiß, dass ich die Zeit, die ich damit vergoldet habe monatelang nur in mein Handy zu gucken und Verschwörungstheorien zu machen bzw danach nur da zu liegen und die Decke anzustarren , nie wieder “aufholen” oder  kann. Vielleicht hat es mich von meinem ständigen Tatendrang, den ich zuvor hatte, “geheilt”, aber es hat nicht zu einer höheren Zufriedenheit beigetragen. Ich traue mir durch die Krankheit viel nicht mehr zu, das früher kein Problem war. Somit sehe ich die Psychose eher als Art Parasit in der Seele an, den es zu bekämpfen gilt und nicht als etwas das langfristig meine Identität und Integrität festigt.

        #163500

        @jeanne-darc
        finde es super, dass du  dieses Thema aufgreifst und deinen abweichenden Standpunkt erläuterst. Das was du schreibst ist ja eigentlich das was Normalos und auch die Erkrankten meist denken. Ich finde Mowas Einschätzungen gerade deshalb so toll weil sie Hoffnung machen und die Erkrankung als Prozess der Persönlichkeitsentwickung betrachten. Dennoch denke ich auch deine Beurteilung ist nachvollziehbar.

        Ich finde nichts schlimmer als wenn die Profis an die Erkrankten appellieren sie mögen doch Krankheitseinsicht zeigen. Krankheitseinsicht = Hoffnungslosigkeit!!! Kein Arzt sollte seinem Patienten die Hoffnung nehmen.

        Übrigens: Dein aufgegriffenes Zitat oben ist nicht von mir original, sondern von Mowa.


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        • Diese Antwort wurde vor 4 Jahren, 7 Monate von Freia geändert.
        #163503

        Also @Mowa ,

        Ich hätte da noch einen Tipp:

        Handstand danach – hat bei mir damals sofort gefruchtet sozusagen. ☺

         


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        #163532

        Ich finde nichts schlimmer als wenn die Profis an die Erkrankten appellieren sie mögen doch Krankheitseinsicht zeigen. Krankheitseinsicht = Hoffnungslosigkeit!!! Kein Arzt sollte seinem Patienten die Hoffnung nehmen.

        Ach @Freia! Warum sollte das Hoffnungslosigkeit bedeuten?

        Ich sehe Krankheitseinsicht zumindest als Weg zur Besserung. Wenn man über Symptome Bescheid weiß und sie an sich erkennt, hat man einen Ansatzpunkt, sich dagegen zu wehren und ist ihnen nicht so arg ausgeliefert.

        So lange man vor allem nur die Augen verschließt und eben an Verschwörungen usw. glaubt, vergiftet man die eigene Seele und den Kontakt zu anderen Menschen.

        #163569
        Anonym

          Ich finde eine Krankheitseinsicht auch positiv. Es hat lange gedauert bei mir bis ich die Psychose zu schizo affektiv erfassen konnte, aber seitdem geht es mir besser, weil ich z.b. nicht mehr ständig das Bedürfnis habe an den Medikamenten rumzudrehen.

          Guten Morgen liebe Mowa ich wünsche  dir einen schönen Sonntag. Das mit dem Handstand finde ich klasse. :yahoo:

          LgB

          #163616

          Danke Euch @Bernadette, @jeanne-darc, @Freia und @Molly für Eure Posts.

          Es ist ja immer sehr individuell, wie Menschen mit Erkrankungen umgehen, und das ist auch gut so! Ganz sicher gibt es nicht „den richtigen“ und „den falschen“ Umgang damit.

          Somit sehe ich die Psychose eher als Art Parasit in der Seele an, den es zu bekämpfen gilt und nicht als etwas das langfristig meine Identität und Integrität festigt.

          Apropos Krankheitseinsicht, dazu gehört für mich anzunehmen, dass Psychosen ein Teil von mir sind, die in meinem Kopf bei Überforderungen entstehen, mit denen ich umzugehen versuchen kann. Als Parasit o.ä. empfinde ich sie nicht.

          Krankheitseinsicht = Hoffnungslosigkeit!!! Kein Arzt sollte seinem Patienten die Hoffnung nehmen.

          Ja, es kommt denke ich darauf an, wie dieser Begriff „Krankheitseinsicht“ gemeint ist. In der Klinik wird der Begriff von den Ärzten meistens so gemeint, dass ihre Patienten die Medikamente so einnehmen sollen, wie die Kliniksärzte sie für richtig halten.

          Bei mir wurde ja bei meinen Rückfällen in 2018 und 2019 auch mangelnde Krankheitseinsicht unterstellt, und die Empfehlung seitens der Klinik war, mir über eine gerichtliche Betreuung nachzudenken und Aripiprazol-Depot spritzen zu lassen.

          Wie falsch die Kliniksärzte damit liegen konnten! Das hat mir nur gezeigt, dass auch sie teilweise ahnungslos sind, was dem Genesungsprozess ihrer Patienten hilft und was eher nicht :unsure:

          Handstand danach

          Danke Freia, ich glaube, ich habe fast 20 Jahre lang keinen Handstand mehr gemacht! Heute Morgen habe ich den Mut gefasst an der Wand einen Handstand zu machen. Im Kopf weiß ich ja, wie das geht und wie sich das anfühlt. Zuerst musste ich googlen, ob Übergewichtige auch Handstand machen können.

          Fast hätte es beim ersten Versuch geklappt, leider hatte ich noch zu viel Angst, so dass ich die Bewegung abgebrochen habe und mein rechtes Beim zu schnell und komisch bewegt habe, und dadurch habe ich die Muskeln im Bein wohl leicht verletzt.

          Beim nächsten Versuch wird der Handstand bei mir bestimmt klappen, aber erstmal muss ich zusehen, dass das Bein nicht mehr wehtut. Bis zum nächsten Eisprung habe ich noch einige Wochen Zeit :good:

          Heute habe ich Tempura-Soba zubereitet, und dann haben wir auf dem Balkon zu Mittag gegessen:

          Das war sehr lecker, und draußen war das Wetter sehr angenehm, bei ca. 28°C.

          Ein ganz entspanntes Wochenende geht langsam für mich zu Ende. Ich habe auch lange Mittagsschläfchen gehalten B-)

          #163668

          Oh @Mowa , jetzt hast du dir meinetwegen das Bein verletzt? ? Das tut mir leid! (und ich muss ehrlich gesagt auch ein bisschen schmunzeln, dass du meinen Tipp direkt beherzigt  hast ?.)

          Wusste ich gar nicht so genau wie es dir in Der Klinik mit de  Ärzten ergangen ist (dass dir Depot vorgeschlagen wurde).

          Ich finde dich eine echte Mutmacherin! :good:  :rose:


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          #163670
          Isa

            Guten Morgen liebe @Mowa

            vielleicht probierst du erst mal die „Kerze“ Da werden sämtliche Organe durchblutet und die ist genauso gut wie ein Handstand.

            Übrigens: wie kommst du darauf, dass du übergewichtig seist? Ich hab mal ein Bild von dir gesehen, das du aus Japan gepostet hast, und da warst du alles andere als übergewichtig.

            Ich wünsche dir einen schönen Tag! Liebe Grüße, I.

            #163724

            Guten Morgen zusammen,

            heute Morgen habe ich kaum Schmerzen mehr im rechten Oberschenkel :good:

            Gar kein Problem @Freia, das war ganz und gar nicht „deinetwegen“ ;-)

            vielleicht probierst du erst mal die „Kerze“

            Das ist eine gute Idee @Isa, danke, werde später am Morgen nach den Hantelübungen ausprobieren. Ich bin gespannt, wie lange ich mich in dieser Position halten kann.

            aus Japan gepostet

            Vielleicht habe ich damals im Herbst 2019 einige Kilos weniger als jetzt gewogen, aber damals sicher auch mehr als 80 kg. Ich bin 167 cm groß, und jetzt wiege ich 87 kg. Mein BMI-Wert liegt bei über 30.

            Mit dem Dicksein komme ich seit mehreren Jahren gut zurecht, denn ich weiß ja, dass das Neuroleptikum mir mein Sättigungsgefühl genommen hat. Und ich bin froh, dass ich jetzt dieses Bedürfnis habe mich mehr zu bewegen und dass ich auch spüren kann, dass die Bewegung meine psychische und körperliche Gesundheit stärkt.

            Gestern hatte ich einige stressige Vorfälle bei der Arbeit, und ich sollte mich wohl stärker abgrenzen lernen. Übermäßige Einfühlsamkeit kann meine Handlungsfähigkeit lähmen und mich destabilisieren, was mir nicht mehr guttut.

            Als ich heute Morgen aufgewacht bin, waren meine Gedanken sofort bei der Arbeit. Ich hoffe, dass der heutige Tag mehr Entspannung bringt. Ganz wichtig ist, dass ich mich nicht selbst in die Ecke dränge. Mal schauen!

            Wünsche uns allen einen angenehmen Dienstag :rose:

            LG,
            Mowa

            #163968
            Anonym

              Guten Morgen liebe Mowa ich wünsche dir einen guten F reitag und ein erholsames Wochenende. Bin gespannt was du diese Woche wieder alles erlebt hast.

              LgBernadette :bye:

              #163976
              Anonym

                Übermäßige Einfühlsamkeit kann meine Handlungsfähigkeit lähmen und mich destabilisieren, was mir nicht mehr guttut.

                Sehr interessant!

                Ich würde gerne mehr über den Vorfall erfahren, aber natürlich nur, wenn es nicht zu persönlich ist.

                #163979

                Liebe Mowa ich hoffe für dich du konntest den Stress wieder ablegen. Abgrenzung auf der Arbeit ist eine schwierige Übung.  Ich wünsche dir dass dir das gelingt.

                Liebe Grüße :bye:

                #164126

                Drücke die Daumen, dass du das bei der Arbeit abklären kannst, @Mowa!

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