Notizen von Mowa – Teil 2

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  • #152636

    Ja, find’s auch herausragend, was du trotz dieser Erkrankung schaffst. Nach so viel Arbeit hast du dir auch ein erholsames Wochenende verdient :-)

    #152696

    Wünsche Dir einen schönen Sonntag liebe Mowa. Wie gehts den Erdbeeren?

    #152709

    Liebe tolle @Mowa
    Du schreibst:

    Leider kann ich ja nicht öffentlich berichten, worum es geht. Es ist schon spannend, was man mit öffentlich verfügbaren Informationen alles so zusammenpuzzeln kann :-)Dritten.

    Denke hier ist auch nicht der Ort wo du die spannenden Inhalte deiner Arbeit teilst, sondern vielmehr ein Platz, an dem du dein Befinden reflektieren kannst und zwar nicht nur allein, sondern im Austausch mit verständnisvollen Dritten.

    Also ich meine ich finde deine Arbeit schon auch toll und spannend, so ist das nicht.

    :rose:

     

     


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    #152819

    Guten Morgen zusammen,

    danke pink-floyd, wachsmalbloeckchen und Freia für Eure Zeilen!

    Wie gehts den Erdbeeren?

    Bei ihnen tut sich noch nichts. Irgendwo im Internet habe ich gelesen, dass es bis zur Keimung bis 6 Wochen dauern kann. Dann ist es wohl so, dass Erdbeerpflanzen sehr langsam wachsen. Es kann sein, dass wir dieses Jahr noch nichts ernten können, falls überhaupt etwas keimt :scratch:

    Beim Apfelbäumchen habe ich das Gefühl, dass sich an der Spitze neue Blätter bilden, aber sicher bin ich mir noch nicht:

    sondern vielmehr ein Platz, an dem du dein Befinden reflektieren kannst und zwar nicht nur allein, sondern im Austausch mit verständnisvollen Dritten.

    Das ist wohl wahr, liebe Freia :rose:

    Wobei, ich schreibe diesen Blog auch oder eher für mich selbst zur Dokumentation, als Gedächtnisstütze. Deswegen wäre es schon schön, wenn ich offener schreiben könnte, aber das kann ich nicht machen, nicht nur weil es gesetzliche Verpfichtungen gibt.

    Ja, wie geht es mir? Noch gut, aber ich muss echt aufpassen. Ich habe mich von meinem letzten psychotischen Rückfall vor 2 Jahren gut erholt, aber dass ist kein Freibrief für „Aktivitäten und Spaß grenzenlos“, sondern im Gegenteil, mein Kopf lässt mich immer öfter wissen, dass er nicht so belastbar ist, wie ich ihn gerne hätte :unsure:

    Seitdem ich vor 8 Wochen am Bauch operiert wurde und mich die ersten Tage erholt habe, ging es los mit Arbeiten (auch zu Hause), und der Stresspegel blieb recht hoch. Dann habe ich durch das MHC und den Betriebsrat Aufgaben gefunden, die mir sehr viel Spaß machen und habe mich da hineingesteigert.

    Seit einer knappen Woche merke ich, dass ich mich wieder entlasten muss. Zunehmend bin ich erschöpft und nicht aufnahmefähig, und der Kopf fühlt sich übervoll mit neuen Informationen an. Gestern beim Brotteigkneten erinnerte mich wieder daran, wie ich während meiner akuten Phase immer mehr Zusammenhänge zwischen Begebenheiten gesehen habe, die es in Wirklichkeit gar nicht gibt. Und bei diesen Gedanken hatte ich leichte Kribbelempfinden an der Kopfhaut.

    Danach war ich stark verunsichert, ob das schon Frühwarnsymptome sind. Während ich die Brote im Ofen beobachtet habe, hatten sich diese Erinnerungen auch längst beruhigt, und Kopfkribbeln kam auch nicht wieder. Später sind wir dann zur Flusswiese spazierengegangen, und das hat mir sehr gut getan. Abends konnte ich auch gut ein- und durchschlafen, jetzt bin ich nach fast 8 Stunden Schlaf wieder gut gefestigt.

    Diese Woche will ich besonders, dass mein Kopf aufmerksam und klar bleibt… Ich glaube, ich konzentriere mich nur auf das, was ich selbst zu sagen habe, was auch nicht wenig ist aber noch gut überschaubar. Die anderen Aufgaben werde ich an die Kollegen weitergeben oder aufschieben. Vieles muss ich auch gar nicht machen, z.B. mir detailreiche Notizen bei der Sitzung machen und sie später eintippen usw. Zum Glück haben wir jetzt die Woche über eine sehr gute und engagierte Schriftführerin, und sie schreibt sorgfältige Protokolle :good:

    Mein Mann macht sich auch etwas Sorgen. Er sagt, dass ich zu viel arbeite und zu wenig Pausen mache und meine Erschöpfung wie ein Burnout ist. Das kann schon sein. Ich will meine Aripiprazoldosis erstmal nicht steigern. Ich will zuerst versuchen, mit eigenem Willen meinen Kopf zu entlasten :unsure:

    Wünsche allen einen guten Wochenstart :rose:

    LG,
    Mowa

    #152823

    Bin ganz froh liebe @Mowa! Gut dass du aufpasst und reflektierst damit nichts überbordet.  :good:

    Ps: Das mit dem nicht ganz offen schreiben könne  verstehe ich.


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    #152824

    Dankeschön @Freia :-)

    Ich glaube, als Nichtbetroffene und noch lange vor meiner ersten Psychose hatte ich eine viel bessere mentale Bremse, um mich im wörtlichen Sinne nicht verrückt zu machen.

    Es ist, als hätte diese mentale Bremse durch dauerhaften Stress und Überforderung einen zunehmenden Verschleiß bekommen, so dass sie immer weniger gut funktioniert hat, bis die erste Psychose durch meine Fehleinschätzung usw. ausgebrochen war.

    Ich muss es halt akzeptieren, dass mein Bremsweg länger geworden ist und rechtzeitig bremsen.

    Mein Psychiater bezeichnet mich auch als „Grenzgängerin“. Es wäre gut, mir mehr Knautschzonen zu lassen :unsure:

    #152830
    Anonym

      Guten Morgen liebe mowa, gut das du reflektieren kannst das du in einen Bereich kommst wo du nun auf dich aufpassen mußt, sprich Pausen einlegen und nur aufs Wesentliche fokussieren.

      Ich wünsche dir einen guten Wochenbeginn und viel Kraft, lgBernadette :bye:

      #152881

      Ich frage mich, ob es bei dir wirklich die Überforderung war, die die Psychose ausgelöst hat und nicht doch die Einsamkeit. Du hast in sommers Blog geschrieben, dass du eine Zeit lang mit einem Kuscheltier gesprochen hattest.

      Eigentlich ist es doch sehr schön, dass du neue Interessen und Aufgaben gefunden hast. Natürlich wäre eine Übertreibung schlecht und du solltest natürlich auch auf dich aufpassen. Andererseits wäre es auch schlimm, wenn du dich jetzt komplett ausbremst.

      Das Ganze schreibe ich natürlich aus meiner Sicht, in der ich gerne selbst wieder fit wäre und geistig arbeiten würde. Bei mir war außerdem der Auslöser für die Erkrankung die Einsamkeit. Dazu kam ein hoher Stresslevel durch die Arbeit. Der genaue Auslöser ist daher schwer greifbar. Irgendwie stelle ich mir vor, dass es bei dir ähnlich war.

      #155039

      Hallo zusammen,

      danke Bernadette und Dopplereffekt für Eure Beiträge!

      Das mit der Einsamkeit, das kann auch sein.

      Zwar war ich es gewohnt alleine zu leben und kam mit dem Alleinsein immer gut zurecht. Ich habe ja bereits mit 16 Jahren das Elternhaus in Japan verlassen und lebte alleine in Deutschland. Und zur Zeit der Erkrankung und mehr als 10 Jahre zuvor und fast 5 Jahre danach war ich mit meinem Ex-Freund zusammen, und diese Beziehung war praktisch durchgängig eine Fernbeziehung. Dass es mir in guter Gesellschaft besser geht, das habe ich erst gemerkt, als ich meinen Mann kennengelernt habe und wir zusammengezogen sind. Das Zusammenleben war und ist für mich eine ganz neue Erfahrung.

      Auch als ich das Buch von Herrn Rüsch zum ersten Mal gelesen habe, habe ich mich wie noch nie zuvor verstanden, wertgeschätzt und entlastet gefühlt. Erst dann ist mir bewusst geworden, welche Last ich immer mit mir herumgeschleppt habe. Und erst dann habe ich gemerkt, dass ich die ganzen Jahre, sicher auch zur Zeit der Erkrankung, einsam war.

      Bewusst war mir das wie gesagt nicht, und der Stress und die Überforderung von damals kamen durch die Dreifachbelastung aus dem Medizinstudium, der Armut (noch unterhalb vom Hartz IV Niveau) und einem anspruchvollen Studenten-Job in einer Forschungsgruppe der Uniklinik zustande. Ich war auch durch die intensive Forschungstätigkeit in den vorangegangenen Jahren schon ziemlich erschöpft, und fit war ich nicht mehr so ganz.

      Es haben also sicher verschiedene Sachen zusammengespielt, bevor ich das erste Mal psychotisch wurde. Und seitdem können die Psychosen bei mir durch wesentlich geringeren und weniger dauerhaften Stress ausgelöst werden. Das Neuroleptikum sorgt für einen besseren Bremsbelag, um beim Verlgeich mit dem Auto zu bleiben ;-)

      Gestern war der Sitzungstag vermutlich am stressigten für mich. Ich hoffe, dass ich heute und morgen entspannt bleibe um mehr zur Ruhe zu kommen. Mein großes Anliegen mit der politischen Mitbestimmung konnte ich ein bisschen ansprechen, die Reaktion war gespalten – aber das ist ok! Es kann sein, dass ich nächste Woche mit einem Mitarbeiter vor Ort sprechen kann, der die Protestbewegung der 68er bzw. in den Jahren danach persönlich miterlebt hat. Ich freue mich schon sehr darauf.

      Ich plane auch bald einen 1- oder 2-wöchigen Urlaub zu nehmen, aber das muss ich mit meinem Kollegen noch absprechen. Falls der Stress doch anhält, werde ich mich auch krank schreiben lassen, das wäre immer möglich…

      Wünsche allen einen schönen Mittwoch :rose:

      LG,
      Mowa

      #155041

      Liebe @Mowa

      Pass weiter gut auf dich auf.

      Ich bewundere dich und finde es toll das du so vielseitig interessiert bist und mit Herz und Seele bei der Sache bist.

      Da möchte ich mir so manch eine Scheibe davon abschneiden.

      Ich denke Urlaub oder Krankschreibung würde dir nach der schweren Op erstmal helfen…da bist du sicher auf dem besten Weg.

      Ich wünsche dir gute Erholung und Zeit zum Durchatmen.

      :good:

      #155042

      Ach und alles Gute für dein Apfelbäumchen :heart:

      #155062
      Anonym

        Guten Morgen liebe mowa du bist sicher schon längst bei der Arbeit wo ich heute verspätet frühstücke. Das mit der Einsamkeit und Psychose finde ich spannend, denn ich war in meinem Leben auch viel Einsam, aber auch gut alleine also beides. Besonders stark war die Einsamkeit die Jahre wo ich durch mehrere Länder gewohnt habe, und man in der Kürze keine Freundschaften schließen kann. Finde ich also eine interessante Theorie und Stress hat ich zuhauf in meinem bewegten Leben.

        Hab einen guten Tag, lgBernadette :rose:

        #155072

        Vielen Dank @mowa für das Teilen deiner persönlichen Erfahrung!

        Der Stress muss bei dir mit den Faktoren, die du angesprochen hast, wirklich sehr hoch gewesen sein.

        Und seitdem können die Psychosen bei mir durch wesentlich geringeren und weniger dauerhaften Stress ausgelöst werden. Das Neuroleptikum sorgt für einen besseren Bremsbelag, um beim Verlgeich mit dem Auto zu bleiben

        Erstmal finde ich es schade, dass die Psychosen bei dir jetzt leichter ausgelöst werden können. Ich befürchte, dass das bei mir ähnlich sein könnte. Ich hatte schon länger keinen großen „Stresstest“ mehr und kann es daher eigentlich nur vermuten. Allerdings bin ich schon insgesamt viel empfindlicher.

        Meinst du mit dem besseren Bremsbelag, dass du dich selbst besser bremsen kannst, wenn du merkst, dass der Stress zu viel wird? Ich sehe das Neuroleptikum eigentlich eher als Schutz vor der höheren Empfindlichkeit.

        #155096

        Hallo zusammen,

        das ist sehr lieb danke schön Oceana!

        Stimmt, ist sehr spannend liebe Bernadette.

        Vielleicht war der Vergleich mit dem Bremsbelag nicht so gut Dopplereffekt. Ich meinte damit, dass der Bremsweg sich verkürzt und das Auto besser vor dem Aufprall (Psychose) geschützt ist.

        Heute war ein freudiger Tag, in einem der Anzuchtgefäße keimen die ersten Erdbeersamen:

        Das ist das Gefäß mit der alten Erde vom Mangotöpfchen. Im 2. Gefäß mit der frischen Pflanzenerde wuchsen neulich irgendetwas Pilzartiges, vielleicht war es eine bestimmte Schimmelpilzarzt und hat die Samen geschädigt. Jedenfalls keimt im 2. Gefäß noch nichts :scratch:

        Die Sitzung war ok heute, aber ich hatte wieder Schwierigkeiten mit der Konzentration, nachdem ich die Aripiprazol-Dosis heute Morgen um 25% erhöht habe, d.h. auf ca. 1,25 mg. Ich hatte dann keine Dünnhäutigkeit mehr aber dafür etwas zu viel Watte im Kopf. Morgen versuche ich wieder mit 1 mg zurechtzukommen…

        Mein Mann sagt, das sei alles nur ein Placeboeffekt. Kann sein, ich kann’s ja nicht untersuchen.

        Mein Psychiater hatte mir gesagt, dass ich nicht tageweise die NL-Dosis variieren kann, weil es 2 Wochen dauert, bis überhaupt ein stabiler Spiegel sich gebildet hat usw.

        Naja, ich weiß es nicht, aber ich probiere es aus. Erstmal habe ich heute 1,25 mg eingenommen und versuche morgen mit 1 mg.

        Wünsche Euch noch einen entspannten Abend :rose:

        LG,
        Mowa

        #155098
        Isa

          Liebe @Mowa

          möchtest du denn ganz raus von dem Abilify? Oder willst du nur reduzieren? Sorry für die dumme Frage, ich hab lange nichts gelesen. Jetzt möchte ich aber gerne wieder mitmischen:)

          Alles Gute für dich und liebe Grüße, I.

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