Notizen von Mowa – Teil 2

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  • Dieses Thema hat 1651 Antworten sowie 56 Teilnehmer und wurde zuletzt vor vor 3 Jahren von Mowa aktualisiert.
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  • #261838

    Wenn Behandelnde und Betroffene gemeinsam davon überzeugt wären, dass psychotische Symptome mit systematischen kognitiven Übungen erkannt und reduziert werden können und dass dadurch auch die Medikamentendosis reduziert werden kann, ließen sich die Psychoedukation und auch das Metakognitive Training möglicherweise viel wirksamer konzipieren und anwenden.

    Ja, wenn… Ich denke, dieser Zusammenhang ist für viele nicht so einfach zu verstehen. Dein langer Satz, den ich zitiert habe, ist vielleicht sogar schon ein Beispiel für den Grund dafür. Man müsste es für manche in einfacherer Sprache vermitteln. Dazu kommt noch, dass viele auch eher emotional entscheiden, was sie ja beispielsweise auch anfälliger für Desinformation macht. Einige sogenannte „Heilmethoden“ gäbe es sonst wohl gar nicht. Die systematische Herangehensweise erfordert auch mehr Zeit und Geduld, als einfach nur Tabletten zu schlucken bzw. zu verschreiben.

    In der Klinik waren sie für mich, während bzw. unmittelbar nach der Akutbehandlung, nicht mehr als ein lästiges Pflichtprogramm und kaum hilfreich, leider!

    Für mich waren die Lehrveranstaltungen der Klinik für Patientinnen/Patienten mit das interessanteste. Da kommt es aber natürlich auch darauf an, wie gut es gemacht ist.

    Viel Erfolg im neuen Arbeitsjahr! Ich denke, du erreichst dort viel für die psychische Gesundheit.

    #261849

    Danke @Dopplereffekt :-)

    Dein langer Satz, den ich zitiert habe, ist vielleicht sogar schon ein Beispiel für den Grund dafür.

    Ja, das stimmt, mir selbst fällt in letzter Zeit häufig auf, dass ich im Text immer wieder längliche Sätze einbaue… Das kann die Kommunikation deutlich erschweren.

    Für mich waren die Lehrveranstaltungen der Klinik für Patientinnen/Patienten mit das interessanteste.

    Was mir schon immer sehr gut gefallen hat, waren Therapiesitzungen, in denen ich handwerklich tätig werden konnte, z.B. Kunst- oder Arbeitstherapie.

    #261853

    Ja, das stimmt, mir selbst fällt in letzter Zeit häufig auf, dass ich im Text immer wieder längliche Sätze einbaue… Das kann die Kommunikation deutlich erschweren.

    Damit bist du wohl sehr deutsch geworden ^^. Dadurch wirkt man auch gebildeter, was du natürlich nicht nötig hast. Ich will auch manchmal zuviel in einen Satz packen. Wenn ich merke, dass ich den Satz überfrachte, breche ich ihn dann auch mal in kleinere Sätze runter. Nach Möglichkeit mache ich das, bevor der Satz fertig ist. Dann ist es nämlich schon fast zu spät. Nach eigenem Korrekturlesen und verbessern ist man dann ja auch stolz auf sein Satzungetüm ^^.

    Was mir schon immer sehr gut gefallen hat, waren Therapiesitzungen, in denen ich handwerklich tätig werden konnte, z.B. Kunst- oder Arbeitstherapie.

    Ich habe von Anfang an nach Methoden gesucht um gesund zu werden und daher gefielen mir wohl die Lehrveranstaltungen. Ergotherapie war für mich schön, aber auch aufgrund meiner Müdigkeit auch anstrengend.

    Das Konzert war großartig. Als Frau Argerich anfing zu spielen, liefen mir die Tränen übers Gesicht und ich konnte nicht mehr aufhören. Das war seltsam, weil ich innerlich nicht aufgeregt war, wohl nur scheinbar…!

    Bestimmt auch gut, mal die Emotionen aufleben zu lassen :-) .

    #261857
    Pia

      Dankeschön, @Mowa. :-)

      Wie schön, dass ihr auf einem Konzert wart und dass dich die Musik so berührt hat. Das geht mir auch manchmal so, dass ich bei berührender Musik unverhofft weinen muss.

      Ich fände es wirklich klasse, wenn du die Studie, die du zur Vererbbarkeit von Schizophrenie gefunden hast, an Mad in America schicken würdest. Die werden die Studie sicher prüfen und wie solche Ergebnisse zustande kamen. Seriös bestimmt nicht, denke ich.

      Wenn Betroffene und oder ihre Kinder die Studie lesen, ohne sich weiter seriös über das Thema zu informieren, kann das ja eine Menge Sorgen und Ängste auslösen und auch vielleicht traurige Entscheidungen für das eigene Leben und Selbstigmatisierungen und Stigmatisierungen nach sich ziehen.

      Liebe Grüße Pia :ciao:


      Petition für einen Wandel im psychiatrischen Gesundheitswesen und in der Psychopharmakologie – an die WHO und weitere:

      https://share.google/yMioWVC2yVoLTW9eN

      #262714

      Vielen Dank Dopplereffekt und Pia :ciao:

      Heute ist der letzte Tag der Betriebsratsschulung, und dann geht eine arbeitsintensive Woche zu Ende. Ich bin sehr froh, wenn ich am Nachmittag zu Hause ankomme und erstmal das Wochenende in Ruhe verbringen kann.

      Es sind verschiedene Aktivitäten, die ich zusätzlich zum Schulungsseminar unternommen habe, weshalb die Woche noch intensiver wurde: Ich musste noch die Betriebsratssitzung mit vorbereiten, dann bin ich an zwei Nächten zwischen dem Hotel und der Wohnung gependelt, am Dienstagabend hatte ich Chorprobe, am Mittwochnachmittag habe ich mich am Online-Symposium: „Die Rolle der Polizei in der psychiatrischen Versorgung – Interdisziplinäres Symposium der BMBF-Forschungsgruppe SALUS“ beteiligt und gestern Abend hat die 8-wöchige Online-Vorlesung: „Consequences of Capitalism“ mit Prof. Chomsky als Co-Dozent angefangen.

      Das Symposium war sehr gut, es waren mehr als 400 Teilnehmer im ZOOM-Raum! Bei dieser hohen Teilnehmerzahl kam der Austausch zu den vier Vorträgen leider zu kurz. Vielleicht berichte ich später darüber mehr in Ruhe.

      Die Online-Vorlesung hat super angefangen. Die Themen, die behandelt werden sollen, sind bis heute aktuell und beziehen sich auf die Entwicklung seit 1945. Ich fand es sehr bewegend und erstaunlich, Herrn Chomsky zum ersten Mal live sprechen zu hören und zu sehen, dass er trotz des sehr hohen Alters (heute ist er 94 Jahre alt) aktiv geblieben ist.

      So, jetzt packe ich meinen Rucksack zusammen usw. und dann checke ich mich am besten schon aus, bevor die letzten Seminareinheiten beginnen. Es geht um Datenschutz, ein Monsterthema! Es macht mir nicht wirklich Spaß mir Wissen anzueignen, schade :scratch:

      • Diese Antwort wurde vor 3 Jahren von Mowa geändert.
      #262720

      Von dem Symposium zur Rolle der Polizei wusste ich nichts. War es öffentlich?

      Es geht um Datenschutz, ein Monsterthema! Es macht mir nicht wirklich Spaß mir Wissen anzueignen, schade :scratch:

      Ich denke, das ist im Detail auch ein eher langweiliges Thema. Ich finde es zudem absurd, wie in Deutschland der Datenschutz teils sehr hoch gehalten wird und dann wieder relativ egal scheint, wenn ausländische Firmen Dienste im Internet anbieten.

      #262721

      Online-Symposium: „Die Rolle der Polizei in der psychiatrischen Versorgung – Interdisziplinäres Symposium der BMBF-Forschungsgruppe SALUS“ beteiligt und gestern Abend hat die 8-wöchige Online-Vorlesung: „Consequences of Capitalism“ mit Prof. Chomsky als Co-Dozent angefangen.

      Beide Vorträge sind mordsspannend, vor allem der Erste, da ich und bestimmt viele andere die Polizei in der psychiatrischen Versorgung eigentlich ausschließlich als Erfüllungsgehilfen der Leute erlebt haben, die irgendwelchen Müll erzählen und mich damit in Teufels Küche bringen. Und dann, wenn man nachfragt: absolut nichts!!!

      Ich weiß nicht ob Du es mitbekommen hast: im Moment hab ich sie dran, weil in der Frage, wer Schuld ist, dass wir nun einmal zu oft Hausschlüssel nachmachen mussten, ganz offensichtlich gelogen wird. da kommt noch was, auch wenn ich dafür vielleicht schon wieder nachhaken muss. Sie hüllen sich nämlich schon wieder ganz schön lage in Schweigen, wo längst jemand etwas zugeben müsste.

      Noam Chomsky life zu begegnen ist sicher toll. Er ist ja echt ein Titan auf seinem Gebiet. Ich hab einige Sachen von ihm gehört und gelesen. Der ist so engagiert, dass er noch auf dem Sterbebett diskutieren wird, statt der Welt ade zu sagen.

      • Diese Antwort wurde vor 3 Jahren von sartorius geändert.
      #262768
      Anonym

        Ein gutes Zuhause ankommen und ein chilliges Wochenende.

        LgDoris :ciao:

        Ja er ist eine Legende.

        #263423

        Diese Woche und die kommenden Wochen muss ich sehr auf mich aufpassen, dass ich mich wieder zur Ruhe finde. Ich überlege, die Aripiprazoldosis vorübergehend zu verdoppeln. Gleichzeitig würde ich gerne wissen, ob ich bei 1 mg bleiben kann und die Symptome trotzdem überwinden kann, indem ich mich selbst bremse.

        Nach der anstrengenden Woche stelle ich seit wenigen Tagen folgende schleichende Symptome bei mir fest:
        > Verwirrtheit, bis hin zur Starre, durch mangelhafte Informationsverknüpfung
        > Wahninhalte, die noch nicht mit meiner „Filtermethode“ sensibilisiert sind
        > Reizüberflutung, d.h. mir werden die Reize zunehmend zu viel

        Leider kann ich mich nicht schlagartig krank melden, obwohl das hilfreich für mich wäre. Die Termine, die ich absagen kann, werde ich auch absagen:
        > 2-stündige Meeting am Vormittag zum Gesundheitsmanagement
        > Betriebsrat nur das Nötigste für die nächsten Sitzungen
        > Organisation des Inhouse-Seminars nächste Woche, da muss ich viele Aufgaben delegieren
        > Online-Vorlesung mit Prof. Chomsky müsste ich pausieren
        > Entwurf des Erfahrungsberichts für Mad in America pausieren
        > Aktivitäten für die Geflüchtetenhilfe pausieren
        > im Forum nur noch meinen Blog aktualisieren, evtl. auch pausieren

        Was ich auf jeden Fall noch wahrnehmen möchte:
        > zweiwöchentlicher Gesangsunterricht
        > zweiwöchentliche Proben des Inklusionschors

        Rückblickend war es sicher so, dass ich nicht genug Zeit hatte, um mich vom Stress der Mental Health Awareness Week im Oktober zu erholen. Unmittelbar im Anschluss hatte ich das Mitarbeitergespräch, durch die mangelhafte berufliche Perspektive wurde ich innerhalb von wenigen Wochen krank und musste mich Anfang Dezember für eine ganze Woche krankschreiben lassen. Durch die Betriebsratsschulung, die Betriebsversammlung und die sonstigen intensiven Aktivitäten, blieb mein Stresspegel allgemein hoch. Das wiederum führte dazu, dass ich sehr wenig private Zeit mit meinem Mann hatte, was zu einem Riesenstreit führte. Der Aufenthalt in Berlin war sehr schön und wichtig, auch für die Familie, nur erholsam war es für mich nicht. Dann kamen die Aktivitäten der letzten Woche hinzu. Wahrscheinlich war das der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte… :scratch:

        Insgesamt sollte ich wohl versuchen, möglichst offline zu leben und möglichst wenig Informationen aufzunehmen. Solange ich in meiner geistigen Funktion beeinträchtigt bin, bin ich gezwungen mich zu schonen. Schade – aber alles andere hilft mir jetzt nicht.

        Später werde ich meinen Psychiater anrufen, ob ich zeitnah einen Termin bekommen kann. Ein Gespräch mit ihm täte mir jetzt wohl gut!

        #263424
        Pia

          Guten Morgen, liebe @Mowa,

          tut mir leid, wie es dir geht.

          Gute Besserung dir und dass du gut durch die schwierige Zeit kommst.

          Liebe Grüße Pia :rose:


          Petition für einen Wandel im psychiatrischen Gesundheitswesen und in der Psychopharmakologie – an die WHO und weitere:

          https://share.google/yMioWVC2yVoLTW9eN

          #263425

          Liebe Mowa!

          Ich wünsche dir gute Besserung!

          Lg Silbertropfen :ciao:

          #263431
          Anonym

            Ganz gute Besserung liebe mowa.  Toll das du dich so reflektieren kannst.  LgDoris

            #263435

            Morgen @Mowa, altes Streitross. Wie immer fein, eloquent und durchdacht, was du von Dir gibst. Schön auch, dass Du Dir keine besonderen Sorgen wegen der erneut auftretenden Symptome machst. Ich bin mir  sicher: da kommst Du drüber weg, bevor andere auch nur hu sagen können.

            Gute Besserung derweil.

            • Diese Antwort wurde vor 3 Jahren von sartorius geändert.
            #263463

            Gute Besserung liebe Mowa – erhol dich und Arztgespräch find ich auch gut.

            #263526

            Hallo @mowa ,

            ich habe auch festgestellt, dass ich wirklich gute Pausen brauche. Deswegen bin ich mir unsicher geworden, ob ich einen Wiedereinstieg in die Berufswelt wagen soll…

            Eure Streits hörten sich teils schlimm an. Ich kann deinen Mann irgendwo verstehen, dass er Zeit mit dir verbringen will. Andererseits sollte das nicht dazu führen, dass du durch Streit nochmehr Stress hast :scratch: .

            Erstmal gute Besserung und die nötige Ruhe dazu! Bei den Hobbies ist es für mich eine schwierige Abwägungssache, ob du sie mehr als Ausgleich nehmen kannst oder ob sie mehr zum Stresslevel beitragen.

            Dir einen gemütlichen Abend :ciao:

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