Doku: Take these broken winks (Über die Genesung von Schizophrenie ohne Medis)

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  • #362058

    Das Zälibat ist ein Verbrechen, weil die Mehrheit der Bevölkerung einen Sexualtrieb hat und das unnatürliche Verhalten begünstigt.

    #362062

    Lieber @Mond, Deine Asexualität ist mit Sicherheit eine krankhafte Störung, welche im Promillebereich liegt, denn ansonsten wären wir alle nicht hier !


    Hauptmedikation: Solian 200 mg

    #362067

    Eh nein, es ist keine Störung sondern eine Variation wie Homosexualität oder Bisexualität oder Heterosexualität.


    “Denn wir sollen wissen, dass Gott alles zu unserem Besten tut.” (Meister Eckhart)

    #362070

    Ja eh.

    Aber nur weil es eine extreme Minderheit gibt die Asexuell ist, deshalb ist das Zölibat sinnvoll?

    #362074

    @Snoopy meine Antwort war an @Horst gerichtet und bezog sich in keiner Weise auf das Zölibat. Asexualität und Zölibat haben nix miteinander zu tun, was ich in meinem Beitrag auf der Seite vorher schon deutlich skizzierte.

    Ich selbst halte nichts vom Zölibat, es zeigen andere christliche Kirchen,, dass das sehr fein miteinander vereinbar ist in einer Partnerschaft (mit Kindern) zu leben und Gott trotzdem mit vollem Herzen, so gewillt, zu dienen.


    “Denn wir sollen wissen, dass Gott alles zu unserem Besten tut.” (Meister Eckhart)

    #362079

    Als ich heute meinem Liebsten meine neuen Erkenntnisse (aus den Dokus) mitteilte, meinte er nur, das hätten wir ja schon paarmal durch und wir würden uns im Kreis drehen. Und dass dieser Dr. Gründer nicht ernst zu nehmen sei. Nuja. Die Meinung eines Angehörigen, der schon viel durch hat.

    Danke, @Pia! Ich finds auch nach wie vor interessant.

    #362081

    @Horst Also deine Aussagen zum angeblichen Natur- und Industriemenschen finde ich extrem fragwürdig. Auf was berufst du dich bei dieser Unterscheidung? Denkst du nicht auch vielmehr, es ist ein rein kultureller Unterschied, bzw. einer frühkindlicher Prägung, der aber offensichtlich reversibel ist, wie Beispiele von Aussteigern und in unsere Gesellschaft immigrierende Ureinwohner gut zeigen können. Es dauert ein paar Jahre, und wenn die Menschen wirklich voll und ganz ihr altes Leben verlassen wollen, dann tauchen sie auch ganz in das neue ein.

    Ich selbst denke, es ist nicht so sehr die kulturelle oder zivilisatorische Prägung. Ich denke, der Unterschied beläuft sich viel eher darauf, welcher Vorstellung vom Wert des Menschen und welcher Art von Umgangsformen und Phantasien zur Unterhaltung oder Spiritualität die Menschen ausgesetzt sind. Die Psychosen der industriell geprägten Kulturen sind meist enorm viel destruktiver und aggressiver, vor allem düsterer, als die von Naturvölkern. In einfachen Kulturen sieht man stattdessen meist eine Art von Geschichtenerzählkunst, die sich entweder mystisch oder am Alltag am realen Erleben der Menschen orientiert, anstatt an unrealistischen, verstellend überzeichneten und idealisierten Ästhetiken wie in unserer Gesellschaft mittlerweile üblich.

    Zudem lebt ein Mensch in einem Industrieland eher im Bewusstsein, hilflos einer Stoffwechselstörung bzw. den Inhalten seiner Wahnvorstellungen ausgesetzt zu sein, während ein Ureinwohner sicherlich versuchen wird, die Erfahrung spirituell zu deuten und dementsprechend auch damit zu interagieren bzw. zu versuchen, die Lage zu lösen. Dazu kommt die schiere Masse an Menschen und die Anonymität – der Ureinwohner, oder Einwohner eines Entwicklungslandes, kennt eventuell alle Menschen um sich herum in seinem Dorf oder Viertel, ist eng sozial mit ihnen verbunden und eingegliedert.

    Auch der Familienbezug wird meist viel wichtiger erachtet als bei uns. So fühlt eben ein einfacher Mensch in seinem Herzen vielleicht eher diesen Stellenwert, den er als Mensch hat, und die Visionen reflektieren das. Aber ein Mensche, der sich als beliebige Steuernummer ohne Wert wähnt, der nur an Konkurrenz und Wettbewerb glaubt und sich darin in der Verliererrolle wähnt (die man ja nur hat, wenn man die Konkurrenz überhaupt erst akzeptiert). In den Industrienationen sind deswegen sicherlich auch Depressionen viel verbreiteter, denn die Menschen wähnen sich klein und gering gegenüber all der Technik, den Reichen und mächtigen, und dem Leistungsdruck in der Gesellschaft.

    Ausserdem beschäftigen sich Menschen in Industrienationen oft mit extrem destruktiven Dingen. Etwa Gewalt in Fernsehen und Video, oder Tabubruch und Grenzüberschreitung und beliebig gewordene Sexualität in der hier üblichen Pornographie. All diese zerstörerischen Dinge spiegeln sich dann auch auf die Psychosen wieder, so dass man eben mit absurd gewalttätigen “Gruseldämonen”, anstatt mit verrückten Ahnengeistern oder göttlichen Fügungen, die innerhalb eines überschaubaren Sozialsystems noch Sinn machen zu tun hat. Solche “netteren” Visionen, die einen aber natürlich auch mächtig in die Irre schicken können, liegen dann sicherlich eben am “netteren” bzw. näher am gesunden Menschen orientiertem Seelenleben, das eben auch kulturell gespeist wird.

    Also, um das Resumme kurz zu fassen, ich denke, vielleicht liegt die erfolgreichere Verarbeitung von Psychosen durch Menschen aus ursprünglicheren Kulturen nicht an der Entwicklung des Geistes bzw. der Kultur. Sondern an der Art der Einflüsse, wie zerstörerisch sie sind, bzw. wie sehr sie gegen die menschliche Natur gehen. Das würde eben zeigen, dass unsere Kulturen gegen unsere Natur gehen könnten, während Menschen in Entwicklungsländern (noch) nicht (so) verdorben sind.

    Das heisst dann aber auch vielleicht, dass auch Menschen in Industrieländern auf demselben Weg mit einer Psychose umgehen lernen könnten. Sie müssten sich nur lange genug den medientechnischen, sozialen und sonstigen negativen Dingen unserer Gesellschaft entziehen bzw. davor geschützt werden, um zurück zu einer gesünderen Form zu finden. Unsere Gesellschaft ist halt extrem hart, hier zählt der einzelne oft nicht viel in der Masse. Das macht viele von uns glaube ich enorm kaputt und sinnentleert. Aber ein Mensch, der einen Raum findet, wo er sich wieder wichtig und lebendig und verstanden fühlt, kann vielleicht davon wieder gesunden. Auch jemand mit einer Psychose, und zwar soviel, dass die negativen Grundlagen für die Psychosen überwunden werden können, sogar bis zur Genesung?

    Also viele Beispiele von Menschen, die von chronischen Psychosen oder Schizophrenie Heilung erfahren haben, beschreiben genau das: einen Kampf und eine innere und äussere Läuterung, und um ein Zurückerobern des Gefühls von persönlicher Freiheit, von Selbstwert und Selbstbestimmung. Diese Menschen haben sich meist das Leben in mühevoller Kleinarbeit über Jahre zurückerobern können.

    Vielleicht schildern viele von ihnen auch Heilung durch religiöse Vorstellung, etwa durch den Glauben an Christus, weil eben mit diesem Glauben die starke Vorstellung des geliebt- und akzeptiert seins innewohnt, und auch des verziehen-werdens, sowie die starke Motivation, sich von negativen Verhaltensmustern zu trennen und neue Verantwortung für sein Leben und sein Handeln zu übernehmen. All das zusammen – holt vielleicht nicht nur Urmenschen aus dem Wahn?

    Jemand, der viele Menschen aus allen Ländern gesehen hat, hat mir mal im Vertrauen gesagt, die einfachen Menschen, etwa in Afrika, Bauern, die er befragen musste, waren meist viel intelligenter und verständiger als die westlichen Menschen, die er kannte, aber sie hatten eben nicht dasselbe Wissen. Dafür mussten sie weniger Dreck und Irrsinn sehen jeden Tag, sondern sahen stattdessen ein ehrlicheres, nüchterneres Leben ohne bizarre Tiraden. Ert sagte, die wussten sofort viel mehr über andere Menschen als er gewohnt war, die sehen einem noch das Herz aus dem Gesicht an. Das kann nur lernen, wer sein eigenes Gesicht nicht mehr verstellt.


    @Horst
    bitte sag mir doch einmal, wie du denkst wie die Unterscheide der Neurologischen Aktivität zwischen deinen “Naturmenschen” und “Industriemenschen” sind, und was für Quellen du dafür hast. Das interessiert mich. Ich bin übrigends auch neurodivergent, mit 6 Jahren wurden bei mir bei einer Migräneuntersuchung Hirnströme gemessen, die laut dem Arzt auf dem Niveau eines 12-Jährigen waren. Zudem messe ich meine Ströme manchmal mit einem einfachen Gerät bei der Meditation. Die Wellen sind echt massiv chaotisch mit irren Delta spikes wenn ich psychotisch oder abgelenkt bin, wenn ich versenkt bin und die Stimmen nicht mehr verfolgen muss sind sie alle schnurgerade aufgereiht und, auch die alpha und beta Wellen gleichmässig stark ausgeprägt. Wenn eine Stimme aus mir spricht, also aus meinem Körper als könnte ich nur zusehen, die mich verteidigt oder imaginäre Angreifer verurteilt, gehen die Ströme auch kurz so kerzengerade hoch und sind durchgehen stark, und fallen zusammen sobald die Stimme aufhört zu reden. Dabei fühle ich mich auch vorrübergehen klar als wäre meine Psychose weg, als wäre ein anderer Geist in mir der nicht mehr davon gehemmt sein kann und mich dabei mit schützt.

     

    Achso, und das Zölibat ist doch kein Zwang, den man Menschen aufzwingt. Das Zölibat ist eine spirituelle Entscheidung, eben sich völlig vom körperlichen Trieb zu trennen um nur noch das geistige zu pflegen. Priester tun dies eben, weil es grosse spirituelle Kraft verleihen kann, und Probleme, die mit der Verantwortung einhergehen können ausschliessen kann. Ich sehe das ganz einfach, wer das nich aushält, der sollte auch keine Position übernehmen wozu das nötig ist. Ein zölibatärer Mensch, der es beherrscht, kann eben mit allen Menschen umgehen, als wären sie Geschwister, und denkt niemals an auch nur irgend etwas sexuelles dabei – er steht damit über den sonst üblichen Paarungsriten und Balzverhalten, etwa der gegenseitigen Provokation oder von Rivalitäten. Das ist für Priester natürlich sehr gut, aber auch für andere Menschen. Im Grunde sollte jeder, der in einer festen Beziehung lebt das genauso verinnerlichen, und eben seine Gedanken in dieser Sache zügeln können, nur eben auf den Partner anstatt auf den völligen Verzicht.

    Der Verzicht auf sexuelle Handlungen ist aber auch etwas, was Menschen aus nicht religiösen Gründen tun, als Selbstdisziplin und eben für die positiven psychischen Effekte und die auf den Hormonhaushalt. Ich verstehe nicht, warum ihr hier teils negativ seid oder das kritisiert oder unnatürlich findet. Etwas zerstörerisches ist es nicht, sondern etwas, was Zerstörung verhindern und Selbstbeherrschung und damit Heiligkeit demonstrieren kann, indem es zeigt, dass der Geist auf friedliche Weise darüber erhaben sein kann von der Natur getrieben zu sein. Das sollte man doch eher respektvoll sehen als verurteilen, denn das ist ganz schön schwierig.

    Das als pervers zu sehen, finde ich extrem befremdlich. Jemand, der auf Sex verzichtet, tut doch damit niemandem was. Im Gegenteil, er lässt bewusst alle anderen in Ruhe, ist doch gut! Sonst beschweren sich doch immer alle, wenn die Menschen das nicht zurückhalten können.

    #362083

    Das Zälibat ist meiner Meinung nach einfach krank in dem Sinne, dass die meisten Priester das wahrscheinlich nicht wählen würden, wenn sie es nicht „müssten zwecks Jobs“

    #362084

    @Snoopy: Zö Zö Zö!

    #362087

    Angoras Radio-Doku ist ganz interessant, obwohl nicht wirklich neu für mich um ehrlich zu sein. Die Protagonisten, also Schlimme, Gründer, Moncrieff kannte ich schon aus der Zeit als ich mich etwas intensiver mit Reduktion beschäftigt habe, vor einigen Jahren.

    Aber Joanna Moncrieffs Blog kannte ich noch nicht und bin eben drauf gestoßen, als ich während des Hörens nebenbei ein wenig im Internet rumklickte. Der enthält einige ganz interessante philosophische Artikel, die auch “geistige Krankheiten” thematisieren. Lese mich da gerade durch …

    Hier ist der erste dieser Serie: https://joannamoncrieff.com/2017/09/22/why-philosophy-matters/

     

    #362090
    Pia

      Ich denke, dass Ureinwohner auch völlig verschieden sind, klar, wir alle, sie und wir, sind alle irgendwie kulturell geprägt und dennoch alle individuell unterschiedlich.

      Gestern las ich zufällig von einer Frau, die auch Psychosen hatte. Nun will sie Heilung durch schamanische Pflanzenmedizin erfahren.

      Da habe ich kurz gegoogelt, was das denn wohl sein soll, “schamanische Pflanzenmedizin”.

      Ich hab ganz große Augen bekommen. Das sind echte Drogen, die da von etlichen “Expert:innen” in sogenannten “schamanischen Pflanzenmedizin-Zeremonien” angeboten werden. :wacko:

      Den Artikel hatte ich auf psychosenet.nl gelesen und deshalb auf Niederländisch gegoogelt und echt etliche solcher niederländischen “Schamanen” auf Anhieb im Internet gefunden. :wacko:

      Krass, das sowas überhaupt erlaubt ist.

      Ich denke, wer bis dahin noch keine Psychose hatte, hat spätestens mit der “Heilung” durch “schamanische Pflanzenmedizin” und solche “Zeremonien” große Chancen auf eine.

      #362091
      Pia

        Danke für den Link zu Joanna Moncrieffs Blog, @Gargel. Den kannte ich noch nicht, wohl einige ihrer Artikel.

        #362095

        Also schamanistischen Praktiken aus Europa kann man nicht trauen, da sie immer Geschäftszwecken dienen. Also Hände weg !

        Die Differenz zwischen Naturmensch und Zivilisierten kann man sich vielleicht vorstellen wie zwischen Kindern und Erwachsenen. Das Bewußtsein bildet sich in den ersten 15 Lebensjahren, es wird vom Unbewußten geboren und nimmt beim Ende der Ausbildung eine gewisse Distanz zum zum UB ein. Beim Naturmensch ist diese Distanz viel kürzer als wie beim Zivilisierten. Da für mich eine Psychose ein Eintauchen des Bewußtseins in das UB ist, ist dieser Vorgang beim Zivilisierten viel markanter. Daher können Indigene auch wunderbar mit LSD ähnlichen Stoffen arbeiten, aber dem Alkohol verfallen sie bis zum Tod. Der Indigene (Wildbeuter der nichts züchtet) hat definitiv eine andere Wahrnehmung seiner Umwelt, kann man auch in einigen Survival-Camps hier in Europa lernen. Hier ein Film dazu: https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Stunde_des_J%C3%A4gers

        Zum Sex möchte ich nur sagen, dass wir im Tierreich die einzigen sind welche es dauernd machen, da unsere “Weibchen” einen versteckten Eisprung haben. Weiters würde ich behaupten, dass Sex bei uns nur mehr sekundär der Fortpflanzung dient, primär geht es um die Festigung einer Partnerschaft !


        Hauptmedikation: Solian 200 mg

        #362115

        <p style=”text-align: center;”>

        @Snoopy: Zö Zö Zö!

        </p>
        Oh :whistle:

        #362151

        @Horst, ich glaube du hast da ein schlimmes Zerrbild vom Menschen was die Bedeutung seiner Herkunft angeht. Das mit den Drogen und dem Alkohol kann man so auch nicht generalisieren. Ich habe mich eine Zeit mit Naturvölkern und ihrem Umgang mit Rauschmitteln beschäftigt, und das stimmt nicht, was du sagst. Manche Stämme leben ganz ohne Rauschmittel, und deren Schamanen trommeln sich einfach in Trance und werden halt nicht verrückt wie die anderen, die Drogen nehmen.

        Andere nehmen Halluzinogene, und haben Teile ihrer Population die ein extrem schädliches Verhalten damit pflegen, die Suchtprobleme und auch Psychosen davon entwickeln, und damit dem ganzen Stamm zur Last fallen können. Auch gibt es enorm viele Naturvölker, die Alkohol in verschiedenen Formen konsumieren, auch als alleinig bekannte Droge – einen Vergorenen Früchtesud, der wie Wein wirkt, oder durchgekaute Palmherzen, gibt es auch im Urwald teils das ganze Jahr über. Solche Stämme kennen teils einen enorm geregelten Gebrauch von Alkohol, so wie andere es mit ihren Halluzinogenen tun.

        Starke Halluzinogene nehmen diese Völker übrigens meist auch eher in stark kontrollierter, ritualisierter Form, und nicht einfach zur Erbauung wie wir Westler. Oder eben als Teil einer spirituellen Praxis. LSD nehmen Naturvölker nicht, das ist eine synthetische Substanz. Wenn nehmen sie Dinge wie Pilze, Lianen oder Kakteen, oder sogar das Sekret von Fröschen, die solche Substanzen von Natur aus enthalten.

        Also ist die Moral der Geschichte wahrscheinlich, das alle diese Substanzen irgendwo “funktionieren” können, aber sobald die Menschen sie falsch oder achtlos gebrauchen werden sie Schaden davon nehmen.

        Ich bleibe dabei, Menschen aus Naturvölkern oder Entwicklungsländern sind nicht anders als wir, keine andere Rasse oder Prägung oder was auch immer. Sie sind einfach in anderen Umständen aufgewachsen, wo sie ein gesünderes Selbstbild und Innenleben entwickeln konnten als wir in unserer Zivilisation, in der sich jeder klein und bedeutungslos empfinden muss und in der soziale Härte und negative Ästethiken und Geisteshaltungen auch noch zum guten Ton gehören.

        Ich denke nach wie vor, wenn ein Mensch aus einer Industrienation sein Leben verändert und sich gesünder verhält und seine Psyche klärt, dann hat er womöglich dieselben besseren Heilungschancen wie Menschen aus Naturvölkern. Er muss nur den ganzen krankmachenden Leistungs- und Vergleichsdruck und die Entwertung des Menschen in Medien und Kultur überwinden, und ein gesundes Lebensumfeld finden.

        Andersherum sieht man das auch, schau dir Ureinwohner, Indianer an, die in die Zivilisation kommen – bei manchen funktioniert’s und sie werden wie alle anderen auch, mit Job und so. Andere kommen auf den Unterschied nicht klar, verfallen dann dem Alkohol. Ich sage dir, das liegt nicht am Alkohol, sondern am Unterschied im Geist der Kulturen. Auch wenn Alkohol in ein Urvolk eindringt…es dringt immer zusammen mit dem Wissen um die Zivilisation ein, und das macht dann diese Menschen mit kaputt. So wandeln sich diese Menschen oft zum schlechteren, teils die ganze Gruppe, wenn sie Kontakt zu unserer Kultur hat, wenn die Individuen nicht genug Widerstandskraft gegen die schädlichen Einflüsse haben, die bei uns herrschen. Und das gilt auch nur bei einem Kulturwechsel und nur bei manchen Menschen, die nicht anpassungsfähig genug sind. Ich denke, wächst ein Mensch in einer Kultur auf, hat er auch deren Prägung, unabhängig von der Abstammung.

        Die ganzen Aussteiger, die unsere Zivilisation verlassen und da glücklich sind, wo sie hin sind, berichten ja das gleiche, viele von denen waren sicher auch krank und haben unsere Gesellschaften auch deswegen bewusst verlassen. Dieser ganze Druck und Terror, diese ganze Last scheint nämlich reversibel – man muss nur aufhören mitzumachen und sich davon antreiben und mitreissen zu lassen, um wieder zur Ruhe, zu sich selbst finden zu können.

         

        Ach so, und zum Zölibat, das du als falsch ja scheinbar nicht nur für dich, sondern auch für andere ablehnst, sagst du, dass Menschen immer Sex haben können und das gut für eine Partnerschaft ist, und nimmst Bezug auf unsere Abstammung aus dem Tierreich. Denkst du denn, dass Menschen Tiere sind und sich deswegen nicht beherrschen können und sollten, und deswegen keine Selbstkontrolle wie etwa das Zölibat über sollten?

        Der Filmemacher, den du zitiert hast, und der es befürwortet – hat der es als Hilfreich zur Heilung von Psychosen empfohlen? Ich bin da zwiespältig, und denke manchen hilft es wahrscheinlich sehr, aber für andere ist die Disziplin halt zu schwierig. Es hilft bei Wahn denke ich auch deswegen weil du mit dem Sex die Quelle für eine Vielzahl von schlimmem Wahn und Halluzinationen ausklammern kannst, und gleichzeitig auch spirituelle oder religiöse Vorstellungen, die enorm hilfreich sein können, bestärken. Ich denke, wenn der das empfohlen hat, hat er an alleinstehende Schizophrene gedacht, und nicht an solche, die bereits gebunden sind. Da ist das denke ich etwas anderes, und selbst Paulus in der Bibel empfiehlt das in so einem Falle nicht, sondern eher sich bewusst nicht einander vorzuenthalten sondern einander gegenseitig (ja, das steht da wirklich, er benennt bewusst beide Geschlechter, 1. Korinther 7) hinzugeben, ausser es dient der vorrübergehenden Einkehr. Paulus schreibt auch, dass die Partnerschaft (Ehe) auf diese Weise helfen kann, äusseren Versuchungen und Angriffen zu widerstehen, und dass es dewegen gut und richtig ist.

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