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Ladybird.
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30/01/2022 at 3:33 #197694
Nachdem ich den aktuellen Thread von Metalhead666 gesehen habe, ist mir eingefallen, dass ich bei meiner ersten Psychose in 2010 paranoid war und auch mehrfache Halluzinationen hatte (v.a. visuelle, haptische und gustatorische, dann vielleicht auch akustische, hier bin mir nicht sicher). Bei meinen Rückfällen in 2018 und 2019 habe ich keine (besondere) Angst erlebt und auch keine Halluzinationen.
Kann es sein, dass die Schizophreniepatienten, die Halluzinationen erleben, (immer bzw. meistens) auch Angst erleben? Könnte das ursächlich und symptomatisch zugleich sein?
Umgekehrt gilt es sicher nicht, dass die Schizophreniepatienten, die Angst erleben, (immer bzw. meistens) auch Halluzinationen erleben.
Schnelle Suche mit WoS ergibt bereits wenige aktuelle Berichte darüber, z.B.
How anxiety induces verbal hallucinations
By:Ratcliffe, M (Ratcliffe, Matthew)[ 1 ] ; Wilkinson, S (Wilkinson, Sam)[ 2 ]
View Web of Science ResearcherID and ORCID
CONSCIOUSNESS AND COGNITION
Volume: 39
Pages: 48-58
DOI: 10.1016/j.concog.2015.11.009
Published: JAN 2016
Document Type:ArticlePDF hier verfügbar: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S105381001530057X
SOCIAL ANXIETY IN SCHIZOPHRENIA: THE IMPACT OF HALLUCINATIONS AND SELF-ESTEEM SUPPORT
By:Faith, L (Faith, Laura)[ 1 ] ; Racette, E (Racette, Elise)[ 1 ] ; Grove, A (Grove, Amber)[ 1 ] ; Rempfer, M (Rempfer, Melisa)[ 1 ]
SCHIZOPHRENIA BULLETIN
Volume: 44
Pages: S362-S363
Supplement: 1
Meeting Abstract: S97
DOI: 10.1093/schbul/sby018.884
Published: APR 2018
Document Type: Meeting AbstractPDF hier verfügbar: https://academic.oup.com/schizophreniabulletin/article/44/suppl_1/S362/4957995?login=true
30/01/2022 at 4:18 #197695So wie ich die letzten Jahre die psychotischen Frühsymptome und in der ersten Psychose die Halluzinationen erlebt habe, bekomme ich den Eindruck, dass Halluzinationen gesteigerte Formen von Wahrnehmungsstörungen sind.
Es kann bei mir damit beginnen, dass meine visuelle und/oder akustische Wahrnehmung etwas anders ist als in sonst stabilem Zustand. Das habe ich z.B. erlebt, als ich “nur” erschöpft war und die ruhige und vertraute Wohnung verlassen habe und im geschäftigen Straßenverkehr plötzlich vielen Reizen ausgesetzt war.
Wenn ich mir eine kontinuierliche Skala vorstelle, die das Ausmaß der Wahrnehmungsstörung angibt, dann würde sie bei mir bei solchen leichten Wahrnehmungsveränderungen der real vorhandenen Reize anfangen und bei Halluzinationen enden.
Bei Halluzinationen ist es ja so, dass Sinneswahrnehmungen aktiv im Gehirn erzeugt werden, die in der Realität nicht vorhanden sind.
30/01/2022 at 11:38 #197726Schwer zu sagen, also ich erlebe auch DURCH die akustischen Halluzinationen Angst. Da sie nie ganz verschwinden, weiß ich nichrt, ob die Angst auch so präsent ohne die Halluzinationen wäre.
Und es gibt wahrscheinlich auch positive Halluzinationen. Ich meine mal gelesen zu haben, dass negative Stimmen zum Beispiel typisch westeuropätisch wären und in Afrika sich solche Halluzinationen viel positiver zeigen. Ich denke also es ist schwer zwangsläufig zu sagen, dass Hallus grundsätzlich Ängste auslösen.
30/01/2022 at 15:49 #197748Ich erlebe akkustische Hallus (Stimmen) auch in vollkommen ruhigem Zustand unter vollkommen ruhigen Bedingungen, @Mowa.
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-Zu fettreichen Mahlzeiten 2 Tbl. Formoline11230/01/2022 at 17:56 #197765ich hatte ja akustische Halluzinationen, wurde übelst beschimpft und die verfolgten mich auch, dadurch entstand irgenwann Angst, weil ich nichts dagegen tun konnte, egal wieviel ich mich bewegte oder ruhig war, sie waren immer da. Stimmen von Bekannten und Verwandten. Das war arg hart.
Das netteste war mal eine Stimme, hörte sich wie mein Doc an der sagte:,, lauf Doch nicht immer vor mir weg, ich will Dir doch nur helfen.
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Blumenduft.
31/01/2022 at 5:54 #197803Danke für Eure Posts Leo, Molly und Blumenduft.
Komorbidität von Angst und Schizophrenie (und i.A. bei psychischen Erkrankungen) scheint ein breites Forschungsfeld zu sein.
Es ist ja auch nicht überraschend, wenn wir auf zu viel Stress mit mehrfachen Störungen reagieren, seelisch und/oder körperlich.
2011 gab es zum Thema eine Meta-Analyse:
How Prevalent Are Anxiety Disorders in Schizophrenia? A Meta-Analysis and Critical Review on a Significant Association
By Achim, AM; Maziade, M; Raymond, E; Olivier, D; Merette, C; Roy, MAVolume: 37
Issue: 4
Page: 811-821
DOI: 10.1093/schbul/sbp148
Published: JUL 2011
Document Type: ReviewAbstract mit DeepL übersetzt:
Zielsetzung: Das Vorhandensein von Angststörungen (AS) bei Schizophrenie (SZ) stößt auf zunehmendes Interesse. Die veröffentlichten Studien haben jedoch sehr große Unterschiede in den Prävalenzraten der einzelnen Studien ergeben. Die vorliegende Meta-Analyse hatte zum Ziel, (1) die Prävalenz von gleichzeitig auftretenden Angststörungen bei SZ zu untersuchen, indem gepoolte Prävalenzraten berichtet wurden, und (2) potenzielle Ursachen für die Schwankungen in den berichteten Raten zu identifizieren, die unsere Bemühungen zur Erkennung und Behandlung dieser gleichzeitig auftretenden Störungen bei Patienten mit SZ leiten könnten. Methoden: Wir führten eine systematische Suche nach Studien durch, die über die Prävalenz von AS bei SZ und verwandten psychotischen Störungen berichteten. Zunächst wurden die mittleren Prävalenzraten und 95%-Konfidenzintervalle (CIs) für jede Störung berechnet. Anschließend untersuchten wir den Einfluss potenzieller Moderatoren im Zusammenhang mit der Patientenstichprobe oder den AS-Bewertungsmethoden auf diese Raten. Ergebnisse: Es wurden zweiundfünfzig geeignete Studien identifiziert. Die gepoolten Prävalenzraten und KIs betrugen 12,1 % (7,0 %-17,1 %) für Zwangsstörungen, 14,9 % (8,1 %-21,8 %) für soziale Phobie, 10,9 % (2,9 %-18,8 %) für generalisierte AS, 9,8 % (4,3 %-15,4 %) für Panikstörungen und 12,4 % (4,0 %-20,8 %) für posttraumatische Belastungsstörungen. Bei allen Störungen fanden wir eine erhebliche Heterogenität der Raten in den verschiedenen Studien. Diese Heterogenität könnte zumindest teilweise durch den Einfluss von Moderatorvariablen im Zusammenhang mit Patientenmerkmalen oder Beurteilungsmethoden erklärt werden. Schlussfolgerungen: AS sind bei SZ sehr häufig, aber die Raten variieren stark zwischen den Studien. Diese Meta-Analyse hebt mehrere Faktoren hervor, die das Risiko für eine AS oder die Erkennung einer AS bei SZ beeinflussen und somit einen wichtigen Einfluss auf die Behandlung und das Ergebnis von SZ-Patienten haben könnten.
27/09/2022 at 15:56 #240876Anonymous
Angst ist ein grundlegendes Merkmal bei Psychosen.
“Patienten mit einer Psychose (Geisteskrankheit), einer Schizophrenie oder anderen Wahnerkrankung, mögen auf den ersten Blick vor allem befremdlich, in Einzelfällen vielleicht sogar bedrohlich wirken. Tatsächlich haben sie vor allem Angst.”
“Angst machen aber auch psychotische Beeinträchtigungen, die man auf den ersten Blick gar nicht bemerkt: z. B. die Unfähigkeit, sich von der Umwelt nicht nur seelisch, sondern auch körperlich abzugrenzen. Das führt dazu, dass sich schizophren Erkrankte von einer regelrechten Wahrnehmungsflut (Hören, Sehen, Fühlen usw.) überrollt sehen. Das ist eine ungeheure Belastung.”
29/09/2022 at 5:02 #241055Komisch das mit der Angst. Bei mir ist es eher so, daß Psychose angstlösend wirkt. Davor hab ich immer Angst und das nicht zu wenig.
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