Studie zu Stimmenhören: Verhaltensweisen gegenüber den Stimmen und anderen Mensc

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Dieses Thema enthält 12 Antworten und 9 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von Lowcarbtörtchen Lowcarbtörtchen vor 11 Monate, 1 Woche.

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  • #9749

    Im Rahmen einer Studie entwickeln wir an der Universität Hamburg einen Fragebogen zum individuellen Umgang mit Stimmenhören. Wir beschäftigen uns mit der Frage, ob sich bestimmte Verhaltensweisen gegenüber Stimmen mit der Art und Weise vergleichen lassen, wie man sich Mitmenschen gegenüber in sozialen Beziehungen verhält. Sinn und Zweck dieser Forschung ist es, die Ergebnisse für die Weiterentwicklung von Therapiemethoden für Menschen, die Stimmen hören, zu nutzen.

    Hierfür sind wir auf der Suche nach vielen Menschen, die Stimmen hören und bei unserer Umfrage teilnehmen. Alle Daten und Angaben werden über die Online-Umfrage erhoben und werden selbstverständlich anonym gespeichert, sodass keine Rückschlüsse auf die TeilnehmerInnen möglich sind. Wir sind sehr dankbar über jeden einzelnen und informieren Sie gerne hinterher über die Ergebnisse unserer Studie, wenn Sie daran interessiert sind.

    Den Fragebogen können Sie hier einsehen: https://ww3.unipark.de/uc/approve_dvoices/

    Kontakt bei Rückfragen:
    Björn Schlier
    Institut für Psychologie, Universität Hamburg
    eMail: bjoern.schlier@uni-hamburg.de
    Tel.: 040 42838-5370

    #9753

    Ich habe teilgenommen.Denn ich bin daran interessiert,Schizophrenie in der Zukunft besser behandeln zu können.
    Ich habe letztes Jahr bereits an einer anderen großen Studie teilgenommen.

    Es gab bereits in der Vergangenheit Studienangebote gegen Vergütung,was ich aber für unseriös halte und nicht mitmache.

    Ich denke auch immernoch,dass dieses Forum von ihnen als Forschung genutzt wird.Anfangs hat mich dies abgeschreckt.
    Doch inzwischen wäre das ok für mich,da es anderen Betroffenen in Zukunft helfen könnte.

    Ich werde heute dort anrufen und mich näher informieren.
    Denn ich fand den Fragebogen etwas eintönig.Er sollte umfangreicher sein.

    freundliche Grüße

    Jeder der mich kennt,weiß ich werd nicht alt.

    #9871
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    Anonym

    Ich habe mal teilgenommen. Dauert ja nicht lange und ist für einen guten Zweck.

    #9907

    Hallo, nein das Forum dient nicht für Forschungszwecke, auch nicht heimlich oder so. Der Link ist von der Uni HH, ich kenne die Studenten bzw. Mitarbeiter auch nicht genauer, aber ich fand das Studienziel unterstützenswert und wurde darum gebeten, es hier einzustellen.
    Für Studien würde ich auch bei uns im Bamberger Hof in Frankfurt am Main in der Ambulanz genug Menschen mit Psychoseerkrankung finden, freiwillig natürlich und nach vorheriger Aufklärung, dafür brauchen wir kein Schizophrenieforum hier. Meine Forschungsinteressen sind im Moment vor allem Zwangsstörungen und deren Behandlung mit Neurostimulation sowie die Aktivierung von Bewusstsein im REM-Traum-Schlaf durch schwache elektrische Stimulation. Außerdem planen wir ein größeres Projekt mit Virtual Reality und Neurofeedback bei Suchtkranken (Vermeidung von Rückfällen).
    MfG
    Prof. Dr. A. Klimke

    #9990
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    Anonym

    Ich finde an dieser Studie etwas nicht gut.

    Es sind zum Umgang mit den Stimmen nur Möglichkeiten angegeben, die Interaktion bzw. ein Dialogisieren mit ihnen beinhalten. So als wäre es die einzige Möglichtkeit, dass man mit diesen Stimmen immerzu reden muss.

    Das sehe ich nicht so. Es ist teils schwer, und ich dialogisiere trotzdem permanent, weil mir immerzu Antworten innerlich wahnhaft in den Mund gelegt werden, aber ich möchte gar nicht mit diesen Stimmen reden, ihnen so weit es geht nicht die geringste Antwort schenken. Ich versuche wann immer ich dran denke und kann nur eines. Und zwar erstens nur zuzuhören wenn ich wirklich gezwungen bin. Und auch nur zu antworten, wenn ich wirklich gezwungen bin. Beides muss ich teils, aber auch nur weil mir aus Verblendung die Möglichkeit oft genommen ist, daran zu denken, dass ich auch einfach – nichts tun kann, und die Stimmen reden lassen was sie wollen ohne es mir nahe gehen zu lassen.

    Das als “Weglaufen” zu sehen halte ich auch für falsch, es ist mehr ein Verweigern. Man ist diesen Stimmen ja doch ausgesetzt, und kann nicht vor ihnen fliehen, weder innerlich noch äusserlich. Ich sehe einen Rückzug von der Kommunikaiton viel mehr als “Erdulden”, mit der zusätzlichen Möglichkeit, die Stimmen derart zu reflektieren, dass ich mir klar mache wie und auf welche Weise sie mich vielleicht grade manipulieren wollen, um spätere Attacken vielleicht früher als solche zu erkennen und damit die richtige Grundlage für eine effiziente Verweigerung zu finden.

    Ich selbst sehe diese Stimmen nämlich als reine Illusionen, und als eine Art Quäl- und Manipulationsmechanismus, den ich selbst für mich nicht will. Und den ich nicht auch noch immer weiter stärken will indem ich ihn immerzu “bediene”. Es ist doch nichts weiter als eine krankhafte künstliche Beschäftigung bzw. Ablenkung. Mit so etwas argumentiere ich doch nicht noch, egal ob auf freundliche oder auf feindliche Art und Weise. Durch ein Dialogisieren verstrickt man sich zudem doch nur immer weiter in die entsprechenden Wahnvorstellungen.

    Allerdings hat mein Weg der Verweigerung eventuell den Nachteil, dass ich vermehrt innerlich gezwungen werde mit den Stimmen zu interagieren, und immer bedrohlicheren Themen ausgesetzt bin. Zudem ist das Gefühl, immer wieder innerlich zum Interagieren gezwungen zu werden, sehr unangenehm bis traumatisch.

    #9993

    Hallo Hirnsehprogramm,
    schreiben Sie das doch als Kommentar an die PSychologen in Hamburg. Die interessiert das bestimmt auch Rückmeldungen zu bekommen.

    #10007

    Lieber HSP,

    es gibt ganz zum Schluss die Möglichkeit sich zu den Fragebögen zu äußern.

    Ich habe das auch getan.

    Und etwas ähnliches angemerkt wie du, aber mehr, dass ich es “interessant” finde. Gemeint habe ich allerdings noch etwas anderes. Nämlich das man merkt, dass diese Interviews offenbar von Nicht-Stimmenhörern konzipiert werden.

    Es werden Parallelen gezogen im Umgang zu einem physischen Gegenüber und denen, die nunmal nicht der geteilten Wirklichkeit entsprechen. Ich finde auch da muss man differenzieren. Oder sollte man sogar. WIR müssen das zwangsläufig.

    Liebe Grüße und gute Nacht!
    escargot

    #10008

    Thema Suchtrankheit und Vermeidung wäre für mich sehr interessant Herr Prof. Klimke.
    bin seid meinem 16. Lebensjahr süchtig und komme schwer davon weg,bis gar nicht.Wenn keine Drogen,dann Alkhol oder Medikamente.
    Diese ihrer Forschung würde mich sehr interessieren und würde mich als Polytoxikomane gern helfen lassen.

    gruß

    Jeder der mich kennt,weiß ich werd nicht alt.

    #10174

    Es gibt ja schon das Maastricht-Interview von Prof. Marius Romme und Sandra Escher.
    Dort wird mithilfe eines Fragebogens erarbeitet, ob man die Stimmen lebenden Menschen zuordnen kann,
    ob sie Namen haben, wie alt sie sind, was sie sagen, wie man sie als Stimmenhörer erlebt,
    wann sie das erste Mal aufgetreten sind, in welchen Situationen sie wiederkommen usw.
    Prof. Romme meint, er wäre der erste gewesen, der Stimmen nicht als Halluzination abgetan hätte,
    sondern dazu angeregt hat, sich damit auseinanderzusetzen, was sie sagen.
    Vielleicht liegt ja auch eine Botschaft darin?
    Manche Stimmenhörer sagen, daß ihnen dieser Zugang geholfen hat.

    Ein anderer Zugang ist Voice Dialogue, wo der Therapeut/Berater die Stimmen
    wie bewußte Wesenheiten in einen Dialog einbindet
    (der Therapeut glaubt dabei nicht daran, daß es tatsächlich Wesen sind!):
    Wollen Sie mit uns heute reden?
    Haben Sie Angst, daß wir Sie loswerden wollen? Da kann ich Sie beruhigen, das ist nicht unser Ziel.

    Ich war selbst bei so einer Demonstration dabei und es wirkte wie eine Seance auf mich. Offenbar ist es im Moment modern, die Stimmen ernst zu nehmen und nicht einfach nur medikamentös wegdrücken zu wollen. Mir persönlich hilft so ein Zugang nicht. Auch ich mußte mich gegen sie stemmen, um ihren Einfluß auf mich mit Gottes Hilfe loszuwerden. Es war nicht möglich, fixe Zeiten auszuverhandeln, wann sie mit mir reden dürfen und ich ihnen zuhöre, als wäre die innere Quälerei bloß ein Abbild meines äußeren Unvermögens, mich gegen Menschen zu behaupten, die meine Grenzen nicht achten.

    #10236
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    Anonym

    Ich glaube es gibt verschiedene Arten von Stimmen. Bei manchen scheint es hilfreich, sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Bei anderen aber glaube ich, dass wenn es einen inhaltlichen Kern gibt, dieser tiefer in der Psyche des Betroffenen liegt, und evtl. nicht über Kommunikation mit diesen Stimmen “bearbeitet” werden kann.

    Dass ich die Stimmen als wie “automatisch” bzw. als “Illusionen” verstehe, bedeutet aber nicht, dass ich sie und die Inhalte komplett negieren oder als zufällig oder belanglos abtun würde. Im Gegenteil, jedes kleine Fitzelchen scheint auf etwas in mir hinzuarbeiten, dem ich mich nicht entziehen kann und wahrscheinlich auch nicht entziehen sollte. Durch die Stimmen bin ich in Situationen eingebunden, die ich für mich selbst verarbeiten muss, denen ich mich stellen muss. Die Aufarbeitung suche ich aber lieber in mir selbst, als im (ungelenkten) Dialog mit diesen Stimmen. Sie lassen sich auch von mir nicht wirklich konfrontieren, und wenn, dann entziehen sie sich geschickt.

    Ein (innerer) Dialog mit den Stimmen muss also nicht unbedingt hilfreich sein. Er kann auch verwirrend, und auch manchmal schlichtweg nicht möglich sein. Bei mir lenkt er mich jedenfalls teils nur noch tiefer in den Kaninchenbau hinab. Abhauen vor ihnen kann man schon mal nicht, aber das heisst nicht, dass man auch mitspielen muss.

    Ich habe aber auch erlebt, dass meine Stimmen scheinbar von meiner Art mit ihnen umzugehen und meiner Meinung über sie (und das dargestellte) beeinflusst werden. Verhalte ich mich ihnen gegenüber so, wie es z.B. einem Menschen gegenüber auch unangemessen wäre, würde das bei mir wahrscheinlich ungünstige Reaktionen ihrerseits hervorrrufen können. Reisse ich mich aber zusammen, übe Respekt vor den gezeigten Persönlichkeiten und lasse mich aber auch nicht von Provokationen an der Nase herumführen, dann scheint es wahrscheinlicher, dass die Stimmen sich mir in Zukunft gegenüber auch angemessener verhalten. Vielleicht ist dies auch eines der Geheimnisse an den Interview artigen Techniken – der Abstand lässt es weniger emotional werden, kontrollierter, und dadurch können die Stimmen sich auch verändern. Ich habe trotzdem meine Zweifel, ob dies nicht einer Kultivierung gleichkommen kann, die die Stimmen nur noch immer stärker verfestigt.

    So weit meine Beobachtungen zu diesem Phänomen.

    Ich denke auch wie gesagt, man kann das Phänomen nicht verallgemeinern. Manche Menschen scheinen lebenslange imaginäre Freunde von eher zurückhaltender Natur auf der Schulter zu tragen, andere haben total verrückte Monsterchen, die die ganze Zeit nur unkontrollierbar am Rad drehen bis sie sich irgendwann plötzlich von selbst erschöpft haben.

    #10239

    Hab mal teilgenommen. :scratch:

    Grüßle von Molly

    #11218

    Ich habe auch teilgenommen und sehr bedauert, dass man da nicht in Klarschrift schreiben konnte, wie sich die Stimmen für Einen anfühlen. Mir wurde dann mitgeteilt, dass es dann Probleme (imense Mehrarbeit) mit der Auswertung gebe. Die Ankreuzantworten kann der Computer selbstständig auswerten. Trotzdem fand ich die Studie einigermassen gut. Die Antwortmöglichkeiten waren schon mal besser als bei einer unlängst anderen Studie dazu, fand ich.

    #12243

    Ich finde es sehr interessant. Ich habe aggressive Stimmung wenn die Leute mich vermeidlich ansprechen. Ich packe das derzeit nicht. Ich bin durch Sport total aktiviert und dann höre ich. Muss aber sportlich sein wegen Diabetes.

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