Maastrichter Online-Befragung zur Absetzung von Antipsychotika

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Dieses Thema enthält 44 Antworten und 12 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von Mowa Mowa vor 2 Wochen.

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  • #20459

    Guten Morgen zusammen,

    Zitat christine:

    Die Reaktion lässt zumindest hoffen, dass das World Network of Users and Survivors of Psychiatry (WNUSP) sich nicht nur mit der Medikation auseinandersetzt

    Was meinst Du genau mit “die Reaktion”, und wie hängt das WNUSP mit der Umfrage zusammen @christine…? Ich habe mir die Homepage von diesem Netzwerk kurz angeschaut, habe es bislang nicht gekannt. Interessant jedenfalls, danke fürs Teilen.

    Zitat Mowa:

    HIER ist die korrigierte Version…

    Ja, ich habe mir die pdf-Datei nochmal in Ruhe angeschaut und möchte noch zusätzliche perönliche Anmerkungen machen:

    * S. 56-59, 82-85: “Entzugserscheinung”, “Zeit/Prozess der Absetzung”
    Ich weiß auch nicht, was damit gemeint ist? Vielleicht, wenn man langsam und vorsichtig absetzt und abweichende Erscheinungen bei sich bemerkt?
    Da ich aber zügig und teilweise abrupt abgesezt habe, weiß ich nicht, ob ich Entzugserscheinungen hatte oder die Psychose sich wieder bemerkbar gemacht hat…

    * S. 102: “… würden Sie dieser Person empfehlen Antipsychotika abzusetzen…”
    Nein, würde ich nicht machen. Wenn die Person einen Wunsch von sich aus äußert, die Medis absetzen zu wollen, und er/sie geht dabei vernünftig vor, dann kann ich die gemeinsamen Erfahrungen zwar teilen, aber ich würde von ihm/ihr die Entscheidung (und die Konsequenzen) eben nicht abnehmen. Eine solche aktive Empfehlung kann immer sehr gefährlich enden, finde ich.

    * S. 106: “Erleben Sie im Moment Dinge, die Ihr Arzt/Psychaiter womöglich als Symptome einer Psychose betrachten würde, …”
    Dazu möchte ich auch schreiben, dass Psychosen bei mir kein eindeutiger Ein/Aus-Zustand ist, sondern ein Kontinuum der Zustände zwischen “nicht psychotisch” und “sehr psychotisch”. In diesem Kontinuum werden irgendwann die Wahngedanken und Halluzinationen usw. nicht mehr umkehrbar, und ab diesem Zustand würde ich mich als “akut psychotisch” bezeichnen. Ich denke auch, dass bei normalen Nicht-Betroffenen im Alltag psychotisch anmutende Gedankenzüge entstehen können, nur nicht auf Dauer und nicht mit einer Intensität wie bei Psychose-Anfälligen.

    * S. 125/126: “Vertraut Euren eigenen Wegen und scheut Euch nicht, Fehler zu machen”
    Wie oben schon geschrieben würde ich noch dazu sagen, dass diese Aussage von mir nicht zutreffend ist, wenn man/frau akut psychotisch ist und sich nicht auf seine/ihre Wahrnehmungen verlassen kann.

    Allerdings habe ich gestern mit meinem Mann darüber gesprochen (er hat selbst Erfahrungen mit Psychosen und lebt seit 2010 ohne Medis, obwohl ihm die damaligen Ärzte bescheinigt hatten, er müsse lebenlang Medis nehmen), und er sagte, er habe auch im akuten Zustand Wahn und Nicht-Wahn unterscheiden und sich beruhigen können (“Alles, was nicht beweisbar ist, kann Wahn sein”), so dass sich die Wahngedanken von alleine irgendwann aufgelöst hätten. So viel Erfahrungen mit Psychosen habe ich selbst noch nicht sammeln können, aber falls ich nochmal akut würde, dann wünsche ich mir, dass ich das auch könnte. Arbeiten gehen könnte ich dann erstmal nicht mehr und würde viel Ruhe und Rückzugsmöglichkeiten benötigen, das ist mir schon jetzt klar.

    Daher will das Für und Wider Medis immer gut überlegt sein. Wenn ich ohne Medis es nicht schaffen würde, auf meine Gesundheit selbst aufzupassen und mit Problemen selbst umzugehen, dann sind Medis sicher das geringere Übel. Wenn ich jedes Jahr akut psychotisch würde (und ich weiß inzwischen aus Erfahrung, dass es mindestens ein Jahr dauert, bis es mir einigermaßen wieder gut geht), dann würde meine Entscheidung gegen Medis auch deutlich schwerer ausfallen. Wenn Medis sein müssen, dann in der niedrigst möglichen Dosis, das wünsche ich mir auf alle Fälle.

    Ich denke, dass das größte Risiko für eine akute Psychose die Selbst- und die Fremdgefährdung ist. Jeder (und ich behaupte, wirklich jeder), der in seiner Wahnwelt gefangen ist, kann das eigene Leben verlieren und/oder fremde Leben gefährden. So kann ich mir sehr gut vorstellen, dass wenn man/frau z.B. an einer Klippe steht, er/sie voller Überzeugung einen Schritt vorwärts in die Luft setzt, weil er/sie überzeugt ist, er/sie könne nicht fallen bzw. auch wenn er/sie fallen würde, könne ihm/ihr nichts passieren usw.

    Daher ja, auch wenn ich über mich schreibe, “ich riskiere einen Rückfall”, ist es nicht, dass ich gedanken- und rücksichtslos verfahren darf.

    LG,
    Mowa

    #20487

    @mowa: Pharmakologische Versuche mit Ratten sehen das Ausbleiben von Schnüffeln (Sniffingreaktion) als zentrales Wirksamkeitskriterium in Laborstudien an. Riechen und Schmecken spielen eine große Rolle für das eigene Wohlbefinden. Wenn dein Psychiater dein Lieblingskoch wäre, was würdest du essen?

    • Diese Antwort wurde geändert vor 8 Monate von christine christine.

    Kammerjäger sind nicht sexy! Es gibt keine Toleranz für Intoleranz.

    #20558

    Hallo @christine,

    meinst Du die Wirksamkeit von Neuroleptika? Ja das ist schon sehr gruselig! Wenn mein Psychiater, dem ich als Arzt ja vertraue, als Privatperson und Hobbykoch mich bekochen würde, würde ich das Essen bestimmt zumindest probieren, wie sonst bei solchen Gelegenheiten ja auch.

    LG,
    Mowa

    #29085

    Guten Morgen liebe Mitlesende,

    vielleicht habt Ihr ja inzwischen Zeit gefunden um an der Online-Umfrage teilzunehmen.

    Ja, könnte ich daran in diesem Moment zum zweiten Mal teilnehmen, würden meine Antworten bezüglich des nicht-medikamentösen Umgangs mit Psychosen noch deutlich ergänzt werden. Hatte ich ja auch in meinem Blog im internen Bereich näher dokumentiert. Eigene Erfahrungen machen eben sehr viel aus, wenn es um den Umgang mit sich selbst geht.

    Auch werde ich bei der nächsten Gelegenheit mit meinem Chef und meinen Betriebsratskollegen darüber austauschen, ob ich eine Werbung für diese wissenschaftliche Studie machen darf.

    Hier hatte ich mir noch anders überlegt, nachdem ich den obigen Post abgeschickt hatte.

    Die Studie an sich dürfte meinem Arbeitgeber, meinen Betriebsratskollegen und meinen sonstigen Kollegen nicht so von Interesse sein, da außer mir im Institut möglicherweise niemand direkt von Psychosen betroffen ist. Allgemein dürfte auch die Anzahl der Angestellten mit Psychose-Erfahrungen in unserer Organisation verschwindend gering sein. Burnout und Depressionen sind da sicher wesentlich häufiger als Psychosen.

    Was aber ganz sicher vom allgemeinen Interesse sein wird, d.h. auch für unsere Forschungsorganisation, sind die Ergebnisse und die Schlussfolgerungen aus dieser Studie. Daher werde ich mir einfach mehr Zeit lassen, um über diese Studie am Arbeitsplatz zu sprechen.

    LG,
    Mowa

    • Diese Antwort wurde geändert vor 7 Monate von Mowa Mowa.
    #33987

    Push :bye:

    #36649

    Push 2 :bye:

    #36703

    @mowa um etwas zu skalieren, brauchst du ein sich veränderndes merkmal beim einzelnen probanden – auch im tierexperiment. das ausbleiben des schnüffelns ist im tierexperiment sicht- und dadurch reproduzierbar, die ld50 bezogen auf die gesamte versuchsgruppe zur prüfung der akuten toxizität ebenfalls.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 5 Monate, 1 Woche von christine christine.
    • Diese Antwort wurde geändert vor 5 Monate, 1 Woche von christine christine.
    • Diese Antwort wurde geändert vor 5 Monate, 1 Woche von christine christine.

    Kammerjäger sind nicht sexy! Es gibt keine Toleranz für Intoleranz.

    #36707

    Wirklich sehr interessant, danke @christine :good:

    #37866

    Bin ein wenig Skeptisch geworden, das ich den Survey Anbieter gesehen habe und er eine amerikanische Telefonnummer angeben hat. Seriös finde ich das absolut nicht.

    Viele Unis haben selbst “Tools” für Umfragen oder Sonstiges. Und da die Seite bei mir nicht läd, espare ich mir es.

    #37870

    Nein Gewöhnung gibt es danicht. Es gibt am Anfang eine mögliche Gegenregulation der Dopamin-D2-Rezeptoren, aber dann zunächst keien weiteren Verändeurngen. 40 mg Aripiprazol ist vermutlich viel zu viel. Evtl. Plasmaspiegel machen und dann weiter entscheiden. Beim Xeplion gibt es auch Berichte über zu geringe Plasmaspiegel trotz normaler Spritzendosis.

    Ich fand den Bearbeitugnsknopf nicht.

    Ehm ist es nicht Verboten, Dosen über der maximalen zugelassenen Dosis zu verabreichen? Wie sieht es dann mit der Haftung aus?

    #37873

    Bin ein wenig Skeptisch geworden, das ich den Survey Anbieter gesehen habe und er eine amerikanische Telefonnummer angeben hat. Seriös finde ich das absolut nicht.

    Viele Unis haben selbst „Tools“ für Umfragen oder Sonstiges. Und da die Seite bei mir nicht läd, espare ich mir es.

    Hallo @ly7h,

    schade, dass sich die Seite bei Dir nicht lädt.

    Funktioniert der direkte Link zur Umfrage auch nicht, dieser führt auf eine Seite, die von Qualtrics / SAP betrieben wird:
    https://maastrichtuniversity.eu.qualtrics.com/jfe/form/SV_dgSNI9pUwzQ1y9n

    Ansonsten könnte es am Browser liegen, an der Browser-Einstellung, am veralteten Betriebssystem usw.

    Herr Hall, der diese Umfrage initiiert hat, wird sich sicher über jeden Teilnehmer freuen. Seine Doktorarbeit wird von Prof. Van Os betreut, ein wohl international anerkannter Psychiater. Ich verstehe Dich nicht ganz, wenn Du Skepsis wegen möglicher Unseriösität der Umfrage äußerst…? Es kann gut sein, dass Herr Hall in den USA wohnt.

    Als ich selbst meine Doktorarbeit in London gemacht habe, musste ich keine Vorlesungen besuchen oder an der Lehre mich beteiligen. D.h. ich konnte mich voll und ganz auf die Forschung konzentrieren. Von daher, ich kann mir vorstellen, dass Herr Hall für seine Arbeit gar nicht in Maastricht sein muss sondern alles Wichtige digital-virtuell erledigen kann.

    Die Tools der Unis, die Du erwähnst, die kenne ich auch, auch etwas von innen, da ich derzeit auch für die IT-Gruppe unseres Forschungsinstitutes tätig bin. Ich denke, intern verfügbare Softwares stoßen schnell an Grenzen. Jedenfalls kenne ich nur solche, die vielleicht so 5 bis maximal 10 Minuten Bearbeitungsdauer benötigen, mit sehr einfachen Antwortoptionen.

    Die Umfrage von Herrn Hall, diese ist ja viel umfangreicher. Dadurch und durch die Fragestellung an sich gibt es vielfältige Möglichkeiten, wie das Forschungsteam die Antworten auswerten kann. Ich kenne mich mit Statistik nicht aus, aber allein schon, wenn man einfache Korrelationen ausrechnen wollte, würde eine solche interne Software schon scheitern, denke ich.

    LG,
    Mowa

    • Diese Antwort wurde geändert vor 5 Monate von Mowa Mowa.
    #37985

    Vielleicht lohnt die Frage nach dem Personalschlüssel, bevor man in Deutschland Behandlungsverträge unterschreibt.

    Kammerjäger sind nicht sexy! Es gibt keine Toleranz für Intoleranz.

    #38010

    Aus dem Newsletter, den ich vorhin erhalten habe:

    […]
    We have 4,000+ respondents from more than 20 countries and the survey is growing!
    […]
    For even more detailed background information about the inspiration fueling this project, please check out this interview with Professor Jim Van Os, facilitated by Will Hall’s Madness Radio program.
    […]

    Vermutlich ist es nur ein Bruchteil dieser 4000+ Teilnehmer, die die Umfrage vollständig und korrekt brauchbar ausgefüllt haben. Aber das hört sich sehr gut an!

    HIER geht es nochmal zur Umfrage…

    LG,
    Mowa

    #45526

    Push B-)

    #60988

    Push 4 :bye:

    HIER geht es zur Umfrage. Wenn ich es richtig mitbekommen habe, kann man daran noch bis zum Ende des Jahres 2019 teilnehmen.

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