Komorbidität

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Dieses Thema enthält 25 Antworten und 15 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von Avatar Geigenspieler vor 4 Wochen, 1 Tag.

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  • #748
    Dot
    Dot

    Ich hatte lange ein ausgeprägtes Suchtproblem. Auf die Fülle an Substanzen die ich schon unkontrolliert konsumiert hab, möchte ich nicht eingehen. Mittlerweile ist mir nur noch die Nikotinsucht geblieben.

    Neben der Psychose plagen mich auch schlimme Depris und zwar schon sehr lange :(

    #1079
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    Anonym

    Ich habe eine idiopathisch generalisierte Epilepsie.
    Aber die Psychose hat nichts mit der Epilepsie zutun.
    Ich bin Gott sei dank seit Jahren Anfallsfrei.

    #1096

    @Auster
    Bei Epilepsie ist aber bekannt das es außerhalb der Anfälle in der sogenannten interiktalen Phase psychotische Symptme geben kann. Und auch bei Temporallappenepilepsie. Da hat man keine generalisierten Krampfanfälle, sondern nur kurze Abwesenheiten (Absencen). Und eben Stimmen hören oder psychotische Ideen.
    Johanna von Orleans wird immer wieder mal als mögliche Betroffene diskutiert.
    In diesen seltenen Psychosefällen reicht oft eine Behandlung mit GABAergen Substanzen bzw. Antiepileptika/Phasenprophylaktika aus, damit keine Psychose auftritt.
    Prof. Dr. A. Klimke

    #1116
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    Anonym

    Hallo web450,

    Ich habe eine generalisierte idiopathische Epilepsie. Und das ist ein Ausschlusskriterium eine iktale oder interiktale psychose zu haben. Ich habe eine äußerst freundliche Epileptologin an meiner Seite die sich da sehr gut auskennt. Zumal Absencen, auch generalisierte Anfälle sind. Oder nicht? Ihr sind solche fälle bekannt, aber bei mir ist es eine nicht näher bezeichnete und nicht organische psychose. Das bedeutet das eine hat mit dem anderen überhaupt nichts zutun. ( in meinem Fall)

    LG
    Auster

    #1118

    Ich habe noch ne DIS, ne PTBS und Depressionen als Diagnose, diese Diagnosen haben aber mit der Schizophrenie gar nix zu tun, also sind nicht komorbid. Sie hängen mit traumatischen Erfahrungen in der Kindheit zusammen und sind Traumafolgestörungen. Wobei ich denke, dass ich die paranoide Schizophrenie auch deshalb bekommen habe, weil eigentlich niemand aus meiner Familie sonst daran erkrankt ist und sie bei mir schon in der frühen Jugend auftrat.
    Suchtproblematiken gibt es aber einige in meiner Familie.

    #1120

    Ja wenn das gesichert ist mit der Diagnose haben Sie wahrscheinlich recht. Ausschließen tut sich letztlich ga rnichts. Ich habe schon einen Patienten allerdings nach Grand Mal Anfall gesehen der zwei Tage lang VErfolgungswahn vor der Stasi hatte Stimmen hörte mit halb geschlossenen Augen im Patientenzimmer lag und danach war er wieder völlig gesund.
    Und eine Patientin die wir Monate mit Antipsychotika behandelt haben, weil sie eine therapieresitente akute schizophrene Symptomatik mit Stimmenhören und sich selbst verletzen im Wahn hatte, irgendwann hatte sie eine 15minütige Absence und dann wurde sie unter Carbamazepin völlig gesund. Die Epileptologie der Uni Bonn hat dann die Diagnose Schizophrenie + Epilepsie oder Epilepsie mit psychotischen Symptomen gestellt, man könne es nicht abschließend klären. Daher meine Anregung.

    MfG :good:
    A. Klimke

    #1127
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    Anonym

    Das ist ein toller Einwand web450,

    Mir wurde es nämlich so erklärt dass wenn man eine generalisierte Epilepsie hat,
    man keine epileptische psychose haben kann. Das passt pathologisch nicht.
    Hätte man eine andere Form, wie Sie bereits gesagt haben dann ja. Beispiel: Temporallappen

    Daher dachte ich dass es da Ausschlusskriterien gibt.
    Ich werde das erneut ansprechen beim nächsten Termin aber ich wurde von Oben bis unten durchleuchtet müssen Sie sich vorstellen. Auch in der Akut Phase war ich im CT, und MRT und man hat keine Auffälligkeiten feststellen können.

    Das war halt der Punkt wo Meinungen unter Ärzten aneinander geraten sind.
    Sie sind sich heutige einig dass es eine nichtorganische ist.

    #48722

    Heute war ich wieder einmal bei der Suchtberatung. Die freundliche Dame sagte, ich darf 5 mal in der Woche ab 18 Uhr 2 Halbe Bier trinken. Da hab ich mich gefragt, ob ich ein solches Pensum überhaupt schaffe und außerdem geht das ja ins Geld auch. ;)

    #48724

    Mein Psychiater sagt das so ähnlich (aber Frauen nur ein Glas Bier). Er geht nach der WHO-Empfehlung.

    Malzbier schmeckt mir besser und ich bleibe klar im Kopf.

    Bleib, wie du bist, und ändere dich jeden Tag.

    #48726

    Bei mir wurde pathologisches Spielen diagnostiziert. Muss wohl in der Psychose irgendeinen Unsinn erzählt haben. Und ja ich habe auch gespielt, hielt ich mich doch für eine Therapeutin im Praktikum.

    #49410

    Hallo,

    neben meiner Schizophrenie besteht noch eine Suchterkrankung. Hauptsächlich handelt es sich um Alkohol- und Nikotinabhängigkeit. Daneben besteht noch ein riskanter Cannabis- und Amphetaminkonsum.

    Die Suchterkrankung hat die Entstehung meiner Schizophrenie begünstigt, weniger umgekehrt, wobei die Ursachen für beide Krankheitsbilder vielfältig sind.

    Vor fünf Jahren begann ich erstmals meine Sucht zu behandeln. Damals hatte ich eine dreiwöchige stationäre Entgiftung auf Anraten meiner behandelnden Psychiaterin gemacht. Zu einer dreimonatigen Langzeitreha, so wie sie bei Suchterkrankungen üblich ist, konnte ich mich damals noch nicht ganz durchringen. Ich hatte am Anschluss an die Entgiftung eine ungefähr 2 Monate anhaltende Abstinenzphase von allen Substanzen außer Nikotin geschafft. Meine Erfahrung mit Abstinenz war durchweg positiv. Ich wurde lebendiger, depressive Symptome bzw. die Negativsymptomatik war stark zurückgedrängt. Genügend Gründe weiter abstinent zu bleiben, doch leider drängten sich ein paar unschöne Erinnerungen auf, die es für mich wieder zu betäuben und zu verdrängen galt.

    Heute fünf Jahre später und einem zurückliegendem Rezidiv vor einem Jahr, habe ich mich vor circa drei Wochen entschlossen das Suchtproblem erneuert anzugehen. Dazu habe ich zunächst Kontakt zur Suchtberatungsstelle aufgenommen und mich eigenständig zur qualifizierten Entgiftung im Krankenhaus angemeldet. Das lief ganz gut und nun warte ich noch eine Zeit bis ich die Langzeitreha in Angriff nehme, die ich dieses Mal gerne mache, da es einfach der sichere Weg ist. Die Suchtberatungsstelle ist auf jeden Fall ein wichtiger Ansprechpartner im Suchthilfesystem, dort kümmern sie sich um Anträge, man bekommt Gespräche und weitere individuelle Hilfen.

    In den letzten Jahren habe ich immer wieder auch Selbsthilfegruppen besucht. Bei den Anonymen Alkoholikern sagte mir mal jemand, dass wenn ich die Suchterkrankung in den Griff bekomme, sich die psychische Erkrankungen auch bessern wird. Ich denke daran gibt es keinen Zweifel.

     

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