Buch Medikamentenreduktion

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Dieses Thema enthält 4 Antworten und 3 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von Lowcarbtörtchen Lowcarbtörtchen vor 1 Monat, 3 Wochen.

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  • #44608

    Hi, ich bin auf das Buch : Medikamentenreduktion und Genesung von  Psychosen von Schlimme/Scholz/Seroka gestossen im Internet.

    Hat das Buch jemand gelesen und kann es empfehlen? Die wichtigsten Schritte bei Reduktion weiss ich ja langsam mit viel Geduld, und Gegencheck :). Hat das Buch ein paar Weisheiten oder praktisches Wissen zu bieten?

    Danke für Infos, oder wenn ihr ganz ähnliche Bücher diesbezüglich kennt.

    Lg, Bernadette

    #44679

    Es gibt ein Buch “Psychopharmaka absetzen”

    gleich mit Kaufdings, hier:

    Es ist ein komplexes Geflecht, ich habe einige Zeit mal ohne Neuroleptika gelebt, aber wenn ich mich irgendwie, irgendwo bewegen wollte, gab es fast schon die Notwendigkeit, alle möglichen Psychopharmaka zu nutzen..

    Konzepte von Soteria oder halt dem Buch was Du oben schilderst, die bewegen sich nicht in meiner Realität.

    Es wäre super, wenn meine gesamte Familie sagen würde: hey, wir wollen alle, dass Du ohne Einschränkungen leben darfst und wir unterstützen Dich dabei.

    Rücksicht zu nehmen auf mich, zu verstehen wollen, wie ich das erlebe oder einfach mich in Ruhe lassen, ja, schlichtweg aus der gelebten Selbstverständlichkeit, die meine Familie lebt, einer Verständlichkeit für ein gemeinsames Leben zu machen…

    Ich zähle jetzt nicht auf, welche Streitereien tagtäglich selbstverständlich durch s Haus schwirren, aber Neuroleptika helfen mir, sie zu sortieren, sogar schon beim Frühstück

    Träne, Du weißt
    wie Ich
    Dich sehne

    #44835

    Vielleicht ist das Thema aber viel zu “abstrakt” in Wissenschaft und Literatur abgehandelt und die dadurch entstehenden Grenzlinien sind ja etwa in den Medien zwischen Betroffenen und Normalbevölkerung klar gezogen und zum Größtenteil wird aus einer Perspektive berichtet, die schlicht nicht das Elend widerspiegeln könnte, dass auf großen Stationen etc. bis hin zur Tagesklinik und den daran anschließenden Möglichkeiten zur Begleitung herrscht.

    Psychologische Schulen gibt es viele, die sich intensiv mit dem Leid auseinandergesetzt haben. Ich weiß aber nicht, welche Qualifikation zu erwerben wäre, um Leute durch die Psychose zu begleiten und weitergehend das Leid zu teilen.. Das ist eine existentielle Herausforderung für Therapeuten, wie es Gaetano Benedetti  beschrieben hat, hier

    https://www.amazon.de/s?k=gaetano+Benedetti&link_code=qs&sourceid=Mozilla-search&tag=firefox-de-21

    Oder es gibt die Psychologin Arnhild Lauveng, bestimmt ist das Buch hier im Forum schon mal diskutiert worden

    Morgen bin ich ein Löwe

     

    https://www.amazon.de/s?k=arnhild+lauveng&__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&crid=3PE4BO3K3V995&sprefix=Arnhild+%2Caps%2C179&ref=nb_sb_ss_i_1_8

    …und ein neues Buch hat sie verfasst: Nutzlos, wie eine Rose..

    Zitat:

    »Das Wichtige ist nicht, niemals zu fallen.« Ich schrieb diese Zeilen, als ich das erste Mal eingewiesen wurde, vor einem halben Leben. Ich hatte alles verloren, das für mich von Bedeutung war. Ich war siebzehn Jahre alt, und sie hatten mir mitgeteilt, dass ich an einer chronischen Geisteskrankheit leide und dass ich jegliche Hoffnung auf eine Ausbildung, eine Zukunft und ein normales Leben vergessen könne. Ich war auf einer geschlossenen Abteilung, hatte meine Selbstachtung und Freiheit verloren, war von der Polizei abgeholt, war gedemütigt und erniedrigt worden. Trotzdem machte ich weiter: »Das Wichtige ist, immer wieder aufzustehen.« Meine Haut war voller Wunden und meine Seele weichgeklopft. Mein Körper schmerzte, meine Gedanken, mein Herz, aber ich wusste trotzdem, dass es nicht das Wichtigste ist, nicht verletzt zu werden. Das Wichtige ist zu überleben. Sie verlegten mich von der Station, wo ich mich sicher gefühlt hatte, von der Station, die nicht weit von zu Hause entfernt war, von meiner Schule, meiner Familie – und die Menschen, denen ich vertraute, hatten das nicht verhindern können. Das tat weh, und diesen Schmerz konnte ich nicht verbergen. Aber das Wichtige ist nicht, nie verlassen zu werden. Das Wichtige ist, geliebt worden zu sein. Ich habe jeden Tag geweint und bekam von all den Tränen Ausschlag im Gesicht. Ich sah keine Hoffnung, alles war schwarz, alles war Schmerz. Aber ich wusste, dass die Tränen nicht wichtig waren. Wichtig war es, nie zu vergessen, wie man lacht. Und selbst damals lachte ich ab und zu.

    Lauveng, Arnhild. Nutzlos wie eine Rose: Ein Plädoyer für mehr Menschlichkeit in der Psychiatrie (German Edition) (S.248-249). btb Verlag. Kindle-Version.

     

     

     

    Träne, Du weißt
    wie Ich
    Dich sehne

    #44836

    Danke Mallory, morgen bin ich ein Löwe lese ich gerade ist sehr intensives Buch. Das mit dem Reduzieren hat sich im Moment? definitiv erledigt weil ich doch ein gutes Stück abwärts eingefahren bin.

    Lg, Bernadette

    #45026

    Reduktion ist im Sommer nicht gut. Finde ich…

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