Chronische Symptome ertragen

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Dieses Thema enthält 63 Antworten und 17 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von Avatar HSP vor 4 Tage, 7 Stunden.

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  • #79470
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    HSP

    Hallo.

    Ich will mal ein etwas unangenehmes Thema ansprechen. Also, ich habe chronische Positivsymptome. Und mache mir, wenn die Symptome es mal zwischen der Folter ein bisschen zulassen, langsam ernsthafte Gedanken, wie das mit meinem Leben weitergehen soll. Die Qual zerfrisst mich innerlich.

    Es ist als würde permanent, also ohne Pausen, eine ätzende Flamme aus Stimmen und Gedanken in meinem Kopf brennen. Ich kann nicht wegsehen, und es kontrolliert meine Aufmerksamkeit und zwingt mich die ganze Zeit dazu, es immer weiter anzusehen und dabei zu leiden. Die Thematiken gehen immer nur um Tod, Folter, Verdammung usw. Es ist sehr schwer zu ertragen. Der Zustand an sich bedeutet für mich schon schlimmste psychische Folter. Und ich habe Angst, noch ist es “schwach” (aber schon so, dass ich mir teils alles wünsche nur um es nicht mehr aushalten zu müssen), und ich weiss aber, es geht noch viel schlimmer.

    Insbesondere, da ich als wahrscheinlich Asperger Autist sowieso mich immer von Menschen abgrenzen muss, und nunja, jetzt muss ich meinen Kopf offensichtlich auch noch mit Monstern teilen, die mich scheinbar mit Halluzinationen zu Tode foltern wollen.

    Zwischenzeitlich fühle ich mich, als würde etwas anderes mein komplettes Leben leben, ich selbst schon gestorben, und werde nur immer weiter innerlich zu Tode und darüber hinaus geschleift.

    Ich nehme Neuroleptika in hoher Dosis, doch es hilft nicht viel, die Folter ist einfach nur weniger bunt, aber immer noch genauso da. Das war bei mir schon immer so, das Zeug macht es nur leicht schwächer, aber lässt die Qual nicht verschwinden.

     

    Gibt es hier Mitlesende, die solches Leid auch kennen? Oder kennt ihr jemanden, der in einem ähnlichen Albtraum gefangen sein muss? Wenn ja, wie geht ihr damit um? Kennt ihr ein paar Tricks, wie man es vielleicht besser aushaltbar machen kann? Und bitte nicht die Bibel oder Beten benennen, die habe ich gelesen, dort drin nur schlimmste Gewalt und Tode gefunden, und seitdem geht’s mir überhaupt erst so schlimm.

    Ich weiss langsam manchmal kaum noch weiter. Ich kann mich nicht mehr wirklich um offizielle Dinge kümmern, meine Wohnung verkommt weil ich meist von dem Leid zu blockiert bin, als dass ich mich darum kümmern könnte.

     

    #79475

    Oh das hört sich ja schrecklich an. Aber so ähnlich kenne ichs auch, deswegen versuche ich jetzt mit einer höheren dosis in der Hoffnung das die Symptome aufhören.

    Auch wenn du nichts davon hören willst aber mir persönlich hilft es christliche Musik zu hören. Oder Schlager das vertreibt auch so manches. Ich wünsche dir viel Glück das du Strategien entwickeln kannst die dein Leiden erträglicher machen

    #79477

    @ HSP, das tut mir leid zu lesen. Ich weiss das es in meiner Psychose lange so war und heute nicht mehr wie ich das ausgehalten habe.

    Ich würde an Deiner Stelle mit meinem Doc darüber sprechen, weil sich das doch nach Psychose anhört. Vielleicht mal ein anderes Medikament? Irgendwas musss doch helfen, das ist doch kein Dauerzustand. Ich hoffe Dein Doc kann Dir helfen. Vielleicht auch noch begleitend eine Therapie? Ich wünsche Dir schnelle Besserung. :rose:

    #79483

    Hast du Leponex schon mal probiert, ein Freund von mir hat bei allen Medikamenten Symptome außer bei Leponex. Wirkt oft wenn alles andere versagt.

    #79484

    Ich halte die Videos und Bilder im Kopf schwer aus. Die ganzen Emotionen. Ist auch chronisch.

    #79485

    leider kann ich nicht helfen und habe auch keine idee , leider

    mein aufrichtiges mitgefühl

    ich wünsche dir com herzen das sich alles bessert

    dein schicksal hast du nicht verdient

    #79487

    Ich habe mal gehört: Schizophrene seien Krieger.

    Ich denke das trifft vor allem auf die chronisch kranken zu. Ich finde es unglaublich stark, das auszuhalten und sich jeden Tag dem Kampf zu stellen, so wie z.b. im KNS DaJagna. Es ist ein Kampf, den man kämpfen muss sobald man morgens aufsteht bis man abends einschläft. Es ist sehr hart und ich kenne es selber von mir nicht, sondern nur von Bekannten. Immer wieder gibt es Inseln der Ruhe, hab ich mir sagen lassen. Und vielleicht hilft tatsächlich sowas wie Musik hören, Meditationsmusik oder dergleichen und sich ablenken.

     

    Sind die Stimmen denn auch mit Wahninhalten verknüpft @hsp? Also glaubst Du das, was Du da hörst oder stört es einfach nur akustisch, wie z.b. eine Baustelle vor der Wohnung?

     

     

    Noch eine Idee: wie wäre es denn, die Gewalt und die Aggression als Teil deiner selbst anzuerkennen? Also zu deinem “Schatten” zu stehen, ohne aber ihm Raum zu geben oder ihn auch ausleben lassen? Also eine Mischung aus Selbsterkenntnis und Selbstbeherrschung?

    #79492

    Lieber @hsp !

    Wenn Du von deinen Ängsten und dieser, wie du sagst Folter, loskommen willst, musst du auch von deiner Welt der Dämonen und Geister loskommen. So lange du dich darauf einlässt, schubst du die Hallus immer wieder an.

    Beschäftige dich mit Dingen in der realen Welt, die auch alle anderen wahrnehmen können, auch wenn es erst mal schwer fällt. Geh raus unter Menschen. Es gibt einiges, speziell für psychisch Kranke oder auch für Normalos, das du nutzen solltest, selbst wenn du es erst mal unter deiner Würde siehst.

    Lass dich nicht von Hallus davon abbringen. Du musst das als Training sehen und mit der Zeit, selbst wenn es lange dauert, wirst du dich mehr der realen Welt zuwenden, und die Hallus werden in den Hintergrund treten.

    Die reale Welt muss wichtiger für dich werden, als das andere! Du musst es quasi vergessen können.

    Medikamente können das unterstützen.

    Drogen musst du natürlich sowieso vollkommen aus deinem Leben verbannen.

    Grüßle von Molly

    #79594
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    HSP

    Also es ist nicht so, dass ich irgendwelche “Geister” suchen würde. Ich gehe, ausser dass ich alles versuche zu ignorieren, auch nicht irgendwie mit ihnen um. Ich hatte eine Zeit lang aus Neugierde in der Bibel gelesen, aber dort drin steht ja bloss nur Wissen um Gewalt, schlimmste Gewalt, die Menschen einander antun. Gott habe ich darin nicht finden dürfen, nur Angst, Hass und Leid, und verschiedenste Formen von unheilbarer Gewalt die nur immer subtiler wurden, je mehr ich darin gelesen habe.

    Es ist vielmehr so, dass mir solcher Wahn durch die Psychose immer und immer wieder aufgezwungen wird, ohne Pausen. Ich meine, ich will das alles nicht, aber es geschieht mir trotzdem gegen meinen Willen. Die Psychose zwingt mich auch dazu, mich nur noch mit ihr zu beschäftigen, da kann ich noch so was anderes wollen, die Psychose lässt mich es einfach vergessen, hält mir die Augen zu, und fesselt meine Aufmerksamkeit auf die Folter.

    Medikamente nehme ich das einzige was ich vertrage in hoher Dosis. Mehr kann man wohl nicht machen.

    Ich praktiziere zudem Meditation, und auch wenn es mit der Psychose sehr hart ist, scheint es das einzige zu sein was meinen Zustand wenigstens ein bisschen bessert. Das ist meine grosse Hoffnung, dass ich damit es langsam immer schwächer werden lassen kann.

    Aktives Leben ist auch leider nicht meines. Ich bin bzw. war ein introvertierter… Ich schrieb ja, ich bin wahrscheinlich ein Autist! Das bedeutet, dass alles in meinem Leben nur mit gesundem Rückbezug in meine Denkwelt funktionieren kann. Es geht auch nicht anders, da ich die Wege “normaler” Menschen nur logisch, nicht intuitiv verstehen kann. Das heisst auch: ich brauche das freie Denken und die Ruhe im Geist, wie Luft zum Atmen. Ohne bin ich zu nichts fähig, ausser zu leiden. Die Psychose schneidet mir diese Luft radikal ab, so dass ich seit 2 Jahren etwa an ihr ersticken muss, und immer schwächer und kränker werden muss.

    Versuche ich doch aktiv zu sein, ist es als ob etwas anderes in mir das alles tut, und ich deswegen nur noch viel mehr leiden muss und immer schwächer werden muss. Es ist wie bösartige Folterkunst, mit der ich scheinbar erwürgt werden soll. Die Psychose verhindert halt auch, dass ich aktiv sein kann, da sie mir Kraft und Motivation raubt. Ich brauche zum funktionieren Ruhe. Tatsächlich ist Ruhe das einzige, was ich mir momentan im Leben noch wünsche. Und das einzige, was ich scheinbar nicht bekommen kann. Denn die Psychose verhindert, dass ich aktiv sein kann, indem sie mich permanent auslaugt und innerlich erwürgt.

    Ich habe gerade eine Phase hinter mir, wo ich versucht habe über die Schmerzzschwelle zu gehen und trotzdem zu leben irgendwie. Es hat mir schlimmes Leid eingebracht, das hätte ich nicht machen dürfen. Das war letzte Woche, und jetzt geht es mir hinterher erst nur so richtig schlimm.

    Die Psychose versucht mich dabei auf verschiedenste Geschichten zu fesseln. Die prominenteste davon ist, dass Freunde in meiner Jugend einen Pakt mit dem Satan geschlossen haben, und mich als Opfer auserkoren haben und einmal nachts auf einen Friedhof gelockt und da ohne mein Wissen irgendwas mit mir gemacht haben, und nun darf der Satan mich mit Illusionen zu Tode foltern, während ich noch die Strafen, die diese Menschen eigentlich tragen müssten, für sie tragen muss. Anschliessend wollen sie mich opfern, so dass der Satan meine Seele frisst, die er als Nahrung für sich braucht, und ich deswegen für immer Tot sein muss. Dazu kommt aber immer die Info, dass ich zwar all das Leid ertragen und sterben muss, aber die Menschen, die es mir aufgewünscht hätten, es bald selbst tausendfach tragen müssen und daran für immer sterben. In der zwischenzeit wurde ich verkauft, und sollte als Sklave jemandem dienen, aber der Fluch in meinem Kopf ist kaputt und nicht wirklich wirksam und deswegen läuft hier nur noch Folterprogramm bis ich tot bin. Ich versuche diesen Geschichten, die ich immer und immer wieder im Kopf sehen muss keinen Glauben zu schenken.

    Achso und ich bin kein Krieger. Ich hasse und verabscheue Gewalt über alles. Wenn ich für etwas stehen will, dann dafür, dass ich mich weigere Gewalt auszuüben, und würde mir auch der Tod drohen, ich würde mich trotzdem weigern! Denn ich selbst glaube, üben wir Gewalt vollen Willens und nicht gezwungen dazu aus, dann müssen wir die selbe Gewalt in der Zukunft vielfach selbst erleiden. Das ist nämlich der Sinn unseres Lebens auf dieser Welt, dass wir Gewalt hassen lernen sollen indem wir immer und immer wieder hier leben müssen und Gewalt in jeder Form erdulden müssen. Manche Menschen sind “böse” und es geht ihnen gut, aber das ist nur in dieser Welt so, ihr Leid wird aufgehoben für die nächste Welt in der sie leben müssen, und zwar eine, wo viel Gewalt herrscht auf dass sie diese hassen lernen können. Ich selbst kämpfe darum nicht mit aggressionen, denn das wäre ja Gewalt. Würde ich kämpfen, wäre bestimmt schon etwas schlimmes passiert und ich oder andere Menschen wären tot.

    #79603

    Ich bin ebenfalls introvertiert. Aber daran kann man arbeiten. Mit dieser Krankheit muss man das sogar.

    Grüßle von Molly

    #79610
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    HSP

    Meine Innenwelt wurde durch die Psychose amputiert. Das ist verstümmelung – genauso komme ich mir damit auch vor: verstümmelt, gezeichnet, beschädigt. Daran “arbeitet” man nicht, das ist ein schlimmes Opfer, das Leid bringt und schwach macht! Die Psychose hat mich innerlich umgebracht. Sorry, das muss ich einfach mal so ausdrücken. Und vergiss nicht – ich bin wahrscheinlich Autist, meine Innenwelt funktioniert anders als bei einem Normalo.

    #79611
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    FMS

    Ich höre ja chronisch Stimmen, trotz nicht niedriger Dosierung von Neuroleptika. Gerade im Moment, da ich viel Stress habe, stressen mich die Stimmen abends manchmal schon richtig krass. Dann fühle ich mich ihnen auch total ausgeliefert. Auf der anderen Seite räume ich ihnen abends auch ne halbe Stunde ein, in der ich ihnen zuhöre. Einfach, weil ich den ganzen Tag über damit beschäftigt bin wegzuhören. Und ich merke auch, dass ich mit dieser Methode im Moment ganz gut fahre.

    Da sie eigentlich nur noch selten richtig negativ sind, ist es jetzt nicht so, dass sie mich in den Suizid treiben. Aber es gibt Momente, da könnte ich einfach durchdrehen, weil es mich so stresst.

    „Aber ich wusste von Anfang an, dass die Arbeit mit Schizophrenen bedeutete, das Rätsel zu studieren, ein Mensch zu sein und seinen Verstand verlieren zu können". (Christopher Bollas)

    #79632
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    HSP

    Bei mir sind es Stimmen, die eigentlich nur Gedankenbilder sind. Und einfach Objekte reinen Verstehens bzw. mit optisch anmutender Ästhetik dazu. Und viele andere Geisteszustände. Es läuft grösstenteils wortlos ab. Dabei bin ich eine Aufmerksamkeit, die permanent vergewaltigt wird und gezwungen dazu, die Bilder und Worte anzusehen. Das ist wie physische Gewalt, als würde jemand meinen Arm packen und dazu zwingen etwas damit zu machen und alles andere loszulassen. Dazu werde ich auch irgendwie “verfinstert”, so dass ich keine anderen Gedanken und Erinnerungen mehr habe als die Folterbilder. Es versucht mich auch permanent zu manipulieren, dass ich anderen Menschen etwas schlechtes wünschen oder “zaubern” soll. Einfach nur 100% pervers kranker unlogischer Brainscheissfickdreck, der mich krank macht… Mich selbst gibt es ansonsten in meiner Psyche nicht mehr wirklich. Erstickt, ermordet durch Illusionen.

    Das geht bei mir seit 20 Jahren so, seit 2 Jahren nun etwa ohne Pausen und volle Pulle. Ich weiss nicht mehr, wie ich das aushalten soll.

    Ich will mein Glück mit Meditation versuchen. Ist der einzige Zustand, in dem ich mich frei und unbelastet fühlen kann, zumindest ansatzweise. Fuck Seelenfoltervergewaltigung.

    #79634

    Du armer @hsp. An Medikation hast wahrscheinlich auch schon alles durch, oder?

    #79680

    Ich bin ratlos @hsp, denke aber, dass man Gewalt nicht kategorisch ablehnen sollte, es sei denn man ist bereit den Preis für die eigene Gewaltlosigkeit zu bezahlen und das sind eben Verletzungen bis hin zur Zerstörung, von sich selbst.

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